Hypoxischer Hirnschaden

    Hallo miteinander,


    ich bin auf der suche nach angehörigen von Patienten mit hypoxischem Hirnschaden.

    Mein Vater ist am 12.06. nach einem Herzstillstand erfolgreich reanimiert worden. War 4 Wochen im künstlichen Koma und nun seit 5 Wochen auf der neurologischen Intensivstation. Nächste Woche wird er auf Normalstation verlegt um mit dem Therapien zu beginnen.


    Leider ist es mir persönlich (corona) noch nicht gelungen einen Arzt zu sprechen. Im wieweit sich der Hirnschaden ausprägt.

    Meiner Mutter wird immer nur gesagt er wird nicht mehr der alte werden.


    Ich habe ihn nun 3x besucht. Beim 1. mal hat er sich so sehr gefreut, kann aber bislang nur bedingt reden, er murmelt unmissverständlich.

    Spricht wenn er Lust hat. Ja, nein und teilweise auch kurze Sätze. Und ich habe das Gefühl er ist wie schwerbehindert.

    Der Pfleger sagte es wird ein langer weg, aber er kann vieles wieder lernen.


    Gibt es jemand, der mir Hoffnung machen kann??

    Liebe Grüße Steffi@:)

  • 6 Antworten
    Stoepsel01 schrieb:

    Gibt es jemand, der mir Hoffnung machen kann??

    Das sind Situationen wo man nur abwarten kann wie sich der Patient entwickeln wird. Wichtig ist das er so schnell es geht mit Therapie ( Physio, Ergo, Logo) beginnt um ihn in der Motorik, Sensibilität, Wahrnehmung zu trainieren.

    Wichtige Ziele sind auch Kontrakturen zu vermeiden, Pneumonieprophylax usw.


    Wenn dein Vater auf der Normalstation angekommen ist, kann man mit 2 Hilfspersonen ( ZB 2 Physios) die TRansfers aus und in das Bett, Drehen im Bett erüben und auch den Bettkantensitz für die Rumpfstabilität. Dann muss man schauen und abwarten welche Fortschritte er machen wird, wie er sich entwickelt.


    Wenn er jetzt Fortschritte macht, also Potential zeigt, kann man ihn auch später in eine Reha verlegen.


    Man muss also erstmal abwarten welche Fortschritte er mit den Therapeuten auf der normalen Station macht, dann kann man schauen wie es weiter geht.

    In der Zeit ist auch zu überlegen, also mit dem Sozialdienst, welche Hilfsmittel ( ZB Rollstuhl, verstellbares Bett, Gehwagen usw) er brauchen wird und welche Hilfe ihr für zu Hause benötigt wie ZB Pflegedienst ect.

    Hallo Hyperion,


    seit dem aufwachen wird er schon langsam an das sitzen im Rollstuhl gewöhnt. Es schwächt ihn noch sehr. Derzeit sind wir bei 2 Stunden.


    Er hatte eine Spastik am li. Unterarm, die Dank Physio deutlich zurück geht. Auch mit zittern hatte er zu kämpfen, was sich gebessert hat. Auch Logopäden und Ergo sind am laufen.


    Mein Papa ist 55 und war bis zum Ereignis vollkommen Gesund.


    Dass er wohl nicht mehr ganz gesund wird, ist uns bewusst.

    Wir würden gern, wie soll ich es am besten formulieren... hören was andere geschafft haben. Wie kann man ihn motivieren, wenn man nur ein paar Stunden bei ihm sein darf, wegen Corona.

    Ich erwarte in 1 Woche ein Baby (er wird zum 5.x Opa und hat sich so sehr gefreut über meine Schwangerschaft)

    Wie kann ich ihn unterstützen.

    Will ihn nicht überfordern,aber alles mögliche für ihn tun.

    Es ist so schwer :°(

    Stoepsel01 schrieb:

    seit dem aufwachen wird er schon langsam an das sitzen im Rollstuhl gewöhnt. Es schwächt ihn noch sehr. Derzeit sind wir bei 2 Stunden.

    Stoepsel01 schrieb:

    Er hatte eine Spastik am li. Unterarm, die Dank Physio deutlich zurück geht. Auch mit zittern hatte er zu kämpfen, was sich gebessert hat. Auch Logopäden und Ergo sind am laufen.

    Sehr gut, also alle drei Berufsgruppen sind aktiv:)z




    Stoepsel01 schrieb:

    Mein Papa ist 55 und war bis zum Ereignis vollkommen Gesund.

    Das sind schon mal gute Voraussetzungen, wenn er vorher gesund war.


    Stoepsel01 schrieb:

    Dass er wohl nicht mehr ganz gesund wird, ist uns bewusst.

    Ja, dass muss man sich im Klaren sein, es wird nicht mehr wie vorher sein.


    Zitat

    Wie kann man ihn motivieren, wenn man nur ein paar Stunden bei ihm sein darf, wegen Corona.

    Ich erwarte in 1 Woche ein Baby (er wird zum 5.x Opa und hat sich so sehr gefreut über meine Schwangerschaft)


    Das ist in der tat oft ein großes Problem. Patienten die vorher fit waren und plötzlich von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen worden sind, fallen später immer in ein Loch, heisst je mehr sie merken und wahrnehmen was passiert ist, was nicht mehr geht, zieht unheimlich runter. Die Folge ist das Patienten dann auch die Therapie nicht mehr mitmachen, weil sie keine Hoffnung mehr haben und selber ihre ( kleinen oder großen) Fortschritte nicht erkennen. Das kann soweit gehen das sich Betroffene aufgeben und den Lebenswillen verlieren.


    Eine großer Motivationsantrieb kann daher das Enkelkind oder die Enkinder sein. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass hilft sehr vielen Betroffenen, da sie ein Ziel haben das Enkelkind zu sehen. Ich glaube das du ihn damit motivieren kannst.


    Wichtig ist auch das ihr ihm Bilder und Fotos ans Bett stellt oder über das Bett anklebt. Mit Fotos können auch die Therapeuten gut arbeiten, also Erinnerungsvermögen und Gedächtnis trainieren oder Sprache ( Personen auf den Bildern benennen usw)


    Dein Vater braucht auf jeden Fall sehr viel Motivation von euch und auch von den Therapeuten, dass ist sehr wichtig.

    Stoepsel01 schrieb:

    Mein Papa ist 55 und war bis zum Ereignis vollkommen Gesund.


    Wie war denn seine Lebensweise? Hat er regelmäßig Sport gemacht, sich halbwegs gesund ernährt und sich auch geistig fit gehalten? Mit 55 ist man ja perse heute kein alter Mensch und kann noch viel Energie aufbringen, wenn man ein bisschen dafür getan hat.

    Hyperion hat da sichtlich auch berufliche Erfahrung und dir fachliche Tipps gegeben. Insofern wünsche ich euch eine gute Besserung!

    marblemadness schrieb:
    Stoepsel01 schrieb:

    Mein Papa ist 55 und war bis zum Ereignis vollkommen Gesund.


    Wie war denn seine Lebensweise? Hat er regelmäßig Sport gemacht, sich halbwegs gesund ernährt und sich auch geistig fit gehalten? Mit 55 ist man ja perse heute kein alter Mensch und kann noch viel Energie aufbringen, wenn man ein bisschen dafür getan hat.

    Hyperion hat da sichtlich auch berufliche Erfahrung und dir fachliche Tipps gegeben. Insofern wünsche ich euch eine gute Besserung!

    Er war geistig sehr fit, brutal auf zack, hatte alles im Griff, organisiert und auch ein sehr starker Charakter. Sportlich, naja, hätte besser sein können, fuhr aber gern Radtouren, auch am besagten Tag... Da hatte er einige Kilometer hinter sich, viel um. Da nahm alles seinen Lauf. 30 min reanimiert, Hubschrauber, Herzkatheter, künstl Koma...


    Nachdem wie er vorher war und viele Kleinigkeiten so verblüffend sind, was er von sich gibt, hoffen wir sehr dass er sich einigermaßen aufrappeln wird.


    Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße @:)