Ich brauche jede Nacht drei Stunden zum Einschlafen

    ich bin diesen monat 18 geworden und habe seit vier jahren schlafstörungen von der sorte wo man nicht einschlafen kann und nachts stundenlang wach liegt. morgens komme ich nicht aus dem bett, kann mich den tag über kaum wach halten, nur abends bin ich mit einem mal hellwach und es geht von vorne los.

    in den letzten monaten habe ich zum ersten mal seit jahren ansatzweise genug schlaf bekommen weil wegen corona kein präsenzunterricht war und ich länger schlafen konnte. das löst das problem aber nicht!!

    ich komme kaum zu etwas weil ich keine energie habe und den halben tag ans schlafen denke. einschlafen dauert bei mir abends drei stunden weil ich nachts hellwach bin, aber tagsüber kann ich jederzeit innerhalb von minuten einschlafen! ich kriege vom leben nichts mit weil ich IMMER müde bin.

    die einzige lösung wäre für mich vielleicht, tagsüber zu schlafen und nachtaktiv zu sein, was kein realistischer ausweg ist.

    ich will in meinem alter nicht schon schlafmittel nehmen, von den nebenwirkungen ganz zu schweigen, aber gibt es eine alternative?

  • 38 Antworten

    Wann gehst du ins Bett und was machst du davor? Was machst du dann, wenn du im Bett liegst? Versuchst du gleich zu schlafen, oder liest du noch was oder spielst du am Smartphone?

    Mir hat damals ruhige, monotone Musik und ASMR Videos/Audios geholfen, als ich Schlafstörungen hatte die ähnlich wie deine waren.

    Ähm willst du uns ein bisschen veräppeln? In deinem anderen Faden schreibst du doch, dass du aufgrund der Geräusch Kulisse nicht einschlafen kannst, die dein Vater samt Partnerin veranstaltet.


    Alternativen? Zimmertausch oder Auszug.

    Egal jetzt, ob es am Elternlärm liegt oder Du nur so nicht pennen kannst. Mist ist es auf jeden Fall. An Deiner Stelle würde ich mir als Erstes einen einigermaßen guten Platz zum Schlafen suchen, irgendwas, egal wie unkonvenionell.

    Ich kenne Lärmbuden zur Genüge, da ich oft in ganz primitiven einfachen Häusern wohnte, wo keiner arbeiten mußte, alle nachtaktiv waren und Remidemi an allen Ecken und Kanten war. Ich habe mich, wenn das Bad groß genug war, oft dorthin zum Pennen verzogen. Matte reingelegt und fertig, weil es dort meist noch am ruhigsten war. Scheißegal wie bekloppt das ist, im Bad zu pennen, Ruhe hat da eindeutig Vorrang.

    Das ist jetzt nur ein Beispiel und wird in Deinem Falle wohl nicht funzen, wenn da Eltern sind. Aber such Dir was, einen Kellerraum, einen Platz bei Freunden...ist da nicht irgendwo irgendwas? Du bist 18 Jahre alt und somit Gott sei Dank wenigstens das Recht, machen zu können, was Du willst.

    Ein Zimmerchen in einer ruhigen WG? Da muß doch was zu machen sein. Wenn es ein preiswertes Zimmer ist, kannst Du Dir die Miete vielleicht zusammenjobben.

    Ich kann selbst oft lange nicht einschlafen und je länger ich dann wach bleibe, desto stärker stört mich auch jedes Geräusch.


    Ich schlafe jetzt seit Jahren mit Ohrstopseln (gibt's günstig auch in der Droberie) und oft höre ich mir Dokus auf DVD an (auf einem kleinen portablen DVD-Player, den ich zuklappen kann so dass ich nur noch den Ton höre - das dann mit Kopfhörern. Dann höre ich nur noch den Ton der Dokus (Geschichte ist oft gut, ruhiger Ton, ruhige Musik) und alles andere kann ich ausblenden. Ab und zu höre ich auch ein Hörbuch oder einen mir sehr gut bekannten Film.


    Ansonsten geht es mir leider auch wie dir - tagsüber kann ich leicht schlafen, abends lange nicht.


    Ich sage mir dann immer, dass es schon gut ist wenn ich einfach nur zur Ruhe komme, selbst wenn ich noch eine Weile wach bin.

    Möglicherweise bist du eine Eule und leidest am verzögerten Schlafphasensyndrom.

    Persönlich betrifft mich das leider selbst und ich denke, es wird auch immer ein Thema für mich sein.


    Wenn es für dich etwas attraktives gibt in beruflicher Hinsicht, such dir einen entsprechenden Job; bei vielen Stellen bekämest du sogar dafür einen Nachtzuschlag.

    Seit wann besteht das Problem?
    Wie oft und wie lange schläfst du Mittags? Was tust du nach dem Mittagsschlaf und dem abendlichen Zubettgehen?
    Warst du mal im Schlaflabor? Schläft manchmal jemand bei dir (Freundin etc.)?

    - das Gefühl "Kein Auge zugetan" kennen viele, ziemlich oft hat man doch gepennt.. ;-D

    Naja, ich schätze einfach, dass du eine "Eule" bist und mit dem Diktatur unserer Gesellschaft zu festgelegten Zeiten präsent sein zu müssen nicht klarkommst. Unsere Welt ist von A-Z durchstrukturiert und nimmt auf individuelle Bedürfnisse keine Rücksicht. Und es ist nicht jedem gegeben früh morgens aufzustehen und fit zu sein.


    Ich selbst bin immer erst nach 12 Uhr richtig leistungsfähig und halte da auch locker bis 0 Uhr oder länger durch. Bei Vorlesungen morgens an der Uni o.ä. bin ich damals regelmäßig eingenickt. Es ist einfach nicht meine Zeit. Da schlafe ich normalerweise.

    Shinnok schrieb:

    Möglicherweise bist du eine Eule und leidest am verzögerten Schlafphasensyndrom.

    Gut möglich. Wir hatten das Thema gerade erst vor ein paar Tagen: Klick

    Was dort geschrieben wurde ("Schlafhygiene", Blaufilter für alle Arten von Displays), unbedingt beachten.

    unpolar schrieb:

    man nicht einschlafen kann und nachts stundenlang wach liegt

    Du solltest erst in's Bett gehen, wenn Du eine deutliche Müdigkeit verspürst, einen gewissen "Schlafdruck". Dann sollte das Einschlafen einigermaßen funktionieren.


    Falls Du eine "Eule" bist, würde das wohl auch eher gegen eine herkömmliche Berufsausbildung sprechen, wo ja oft sehr frühes Aufstehen verlangt wird. Bei einem akademischen Studium ist es vermutlich etwas besser...


    Schlafprobleme und Erschöpfungszustände können auch mit einem Mangel an (Mikro-)Nährstoffen zusammenhängen. Vielleicht lässt Du mal deinen Vitamin-D-Spiegel bestimmen? Auch die B-Vitamine sind wichtig; bei vegetarischer Ernährung kann im Laufe der Zeit ein Mangel an B12 entstehen (genauester Blutwert: Holo-TC).

    hä also ist es ok mich bis ein uhr nachts zu beschallen weil ich so oder so nicht schlafen kann?

    ich hatte das problem schon bevor das mit dem lärm anfing (seit vier jahren) und kann bei ruhe auch nicht schlafen. rücksichtslos ist die lärmbelästigung doch trotzdem. meine eltern wissen, dass ich viel zu wenig schlafe und finden das normal. ich finde 8-9 stunden normal, die 5-6. am ende schlafe ich nachts 4-5 stunden und bin deshalb kaum leistungsfähig. nachmittags schlafe ich oft eine stunde, wenn gar nichts mehr geht. es macht (und ich habe das seit jahren beobachtet) keinen unterschied, ob ich nachmittags schlafe oder nicht. wenn ich wach bleibe, bin ich ab acht uhr genauso hellwach und kann allerfrühstens um eins einschlafen. aufstehen muss ich um sechs. wie ist man leistungsfähig, wenn man um halb zwei einschläft und 4,5 stunden später wieder aufstehen muss und warum schaffen alle anderen das? mein vater sagt, dass fünf stunden schlaf voll und ganz ausreichen und dass ich mich anstelle.


    aber hier mal eine liste, was ich in den letzten jahren alles versucht habe:

    - mich dazu gezwungen, tagsüber wachzubleiben, damit ich abends müde bin -> hat nichts gebracht und ich war abends immer noch hellwach

    - kein kaffee oder ähnliches

    - meditation, progressive muskelentspannung, entspannungsmusik, asmr

    - musik hören, hörbücher, podcasts

    - handy weit weg gelegt

    - nachtmodus auf dem handy (tagsüber schon)

    - pflanzliche schlafmittel -> habe NICHTS gemerkt

    - sport -> stundenlanges schwimmen hat mal funktioniert


    das alles habe ich nicht mal zwei nächte lang getestet, sondern alles mindestens eine woche und nichts hat geholfen.


    ja ich bin nachts oft noch lange am handy oder notebook, weil ich über wochen hinweg getestet habe, ob weglassen irgendwas bringt und das die antwort ein klares nein war.


    mein schlafrhythmus ist in seiner gesamtheit verschoben. in den ferien schlafe ich wann immer es geht bis mittags und bin dementsprechend leistungsfähiger, weil ich dann meine neun stunden kriege.

    ich habe mich mal gefragt, ob man mit so einem problem nicht einfach in eine andere zeitzone ziehen könnte...


    im studium wäre das alles kein so gravierendes problem mehr. nur: um studieren zu können, muss ich mich um die finanzierung kümmern und damit bin ich überfordert, weil ich dauerhaft erschöpft bin (nicht "müde", sondern komplett ausgelaugt und übermüdet). ausreichend schlaf ist imo die grundvoraussetzung dafür, dass man den seinen alltag überwältigen kann. weil wir aber in einer leistungsgesellschaft leben, prahlen alle damit, dass sie mit vier stunden schlaf super auskommen und sehen auf alle hinab, die das nicht schaffen.....

    unpolar schrieb:

    ich habe mich mal gefragt, ob man mit so einem problem nicht einfach in eine andere zeitzone ziehen könnte...

    nö nach der synchronisation mit dem sonnenlicht ist es wieder wie früher.


    ich hab allerdings auch mal gelesen dass es eigentlich keine "eulen" gibt, sondern der köprereigene rhythmus etwas länger ist als die 24 std tag, und sich daher immer weiter nach hinten verschiebt. um dem entgegen zu wirken, wird der rhythmus aber ständig mit dem sonnenlicht neu abgeglichen. das funktioniert allerdings nicht bei allen menschen gleich gut. Das was wir "Eulen" nennen sind also in Wirklichkeit "schlechte Synchronisierer".


    unpolar schrieb:

    ausreichend schlaf ist imo die grundvoraussetzung dafür, dass man den seinen alltag überwältigen kann

    fragt sich was "ausreichender schlaf" ist. ich kann auch mit sehr wenig schlaf noch weitgehend normal leistungsfähig arbeiten. man darf das was man BRAUCHT nicht mit dem verwechseln womit man sich wohl fühlt.


    also evtl musst du dir einen festen aufstehzeitpunkt festlegen, 6 uhr morgens oder so, und eisern beibehalten, auch in den ferien.. und irgendwann bist du darauf eingestellt und dann sollte es auch mit disziplin so bleiben.


    meine strategie ist, das thema zu ignorieren. mal schlafe ich gut, mal schlecht, egal. allerdings bin ich da auch in einer relativ komfortablen situation weil ich wenig feste termine habe.

    es sagen immer alle, wenn man einfach jeden tag zur selben zeit aufsteht, gewöhnt man sich irgendwann dran. nach 12 jahren schulzeit hätte ich mich dann doch schon vor langer zeit dran gewöhnen müssen. in der grundschule und anfangs auf dem gymnasium konnte ich noch gut schlafen. vielleicht fing es an als ich meinen ersten eigenen computer bekam, könnte das sein? zeitlich würde es ungefähr passen. kann das sein, dass man nicht mehr schlafen kann, wenn man zu viel am pc ist? bis 13/14 hatte ich keinen pc, hab da abends nur gelesen oder mal tv gesehen..

    wenn da was dran sein sollte, müsste ich mich zwischen ausreichend schlaf und spaß entscheiden, was richtig scheiße wäre... musik, youtube, filme, news, twitter, gaming, freunde, ohne pc/handy geht das alles nicht. das ist deshalb der einzige ansatz, den ich nicht dauerhaft getestet habe.

    wann ich komischerweise gut schlafen kann: nach langen bahnfahrten! hat das was mit dem luftdruck zu tun, der bei hoher geschwindigkeit anders ist?