Heute und gestern war er nach dem Kindergarten richtig, richtig schlecht drauf. Er war übermüdet, konnte am Abend dennoch nicht schlafen, war nach 3 Stunden trotz 3(!) Melatonintabletten wieder wach und auch heute ist das so. Beziehungsweise nach guten zwei Stunden. Das ist also unser Alltag nun...An sich ist es ok, würden sie sich nicht gegenseitig immer wieder wach machen und ich daneben sitzen müssen

    Da ich spät diagnostizierte Asperger-Autistin bin, bin ich beim Informieren darüber auch über das Heller- und Rett-Syndrom gestolpert.


    Du hattest ja (anderer Faden) schon mal den Verdacht, Euer Sohn könnte möglicherweise autistisch sein. Insofern könnte das Heller-Syndrom durchaus passen, denn die Defizite ähneln z.T. stark dem Kanner-Syndrom. Die Prognose ist beim Heller-Syndrom leider ausgesprochen schlecht.


    Dagegen spricht aber (in diesem Faden mehrfach geschrieben), dass das Kind Deine Nähe (auch körperliche) sucht. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Leider bringst Du nur ganz wenig konkrete Beispiele, wie sich Euer Sohn in Alltagssituationen verhält, z.B. beim gemeinsamen Essen, beim Spielen, bei Interaktionen im Kindergarten ...


    Ganz nebenbei erfuhren wir, dass Euer Sohn noch Windeln benötigt. Hat er seine Ausscheidungen grundsätzlich nicht im Griff oder nur bei Stress bzw. in der Nacht? Ist es immer so, oder gibt es auch trockene Phasen? War er schon mal ganz trocken? Hat sich das Einnässen mit der Zeit verstärkt? All dies wissen wir nicht.


    Falls es räumlich geht, bringt die beiden Kinder nachts doch in unterschiedlichen Zimmern unter. So kann wenigstens das jüngere Kind ungestört schlafen. Es muss ja kein eigenes Kinderzimmer sein, ein ruhiger Schlafplatz genügt.


    Andere Möglichkeit: Das Sorgenkind schläft bei Euch im Schlafzimmer. So kriegt dann auch Dein Mann etwas davon mit, wie es nachts läuft. Kann nicht schaden.

    Hallo. Dass er ein Artist sein könnte, hat sich eigentlich ziemlich ausgeschlossen inzwischen. Dafür sucht er zu viel Kontakt zu anderen Menschen, auch wenn es bei ihm stark eingeschränkt ist. Er braucht mich schon, indem er mich ruft, den ganzen Tag. Aber wirkliche körperliche Nähe gibt es tatsächlich wenig. Klar, er schläft nachts bei uns. Aber das ist eher, dass er da zwischen uns liegt, als dass er mit einem von uns kuschelt. Er hat nie wirklich gekuschelt. Er trägt noch eine Windel, das stimmt. Es ist auch nicht absehbar, dass sich das ändert. Er konnte mal sagen, dass er pinkeln muss. Zumindest hat er nach jeden Pinkeln es gesagt. Das tut er nicht mehr. Genauso bei Stuhlgang. Er sagt oft überhaupt nichts, selbst wenn es unangenehm wird, wenn man es mal nicht sofort mitbekommt. Man muss da ein scharfes Auge drauf haben, da sich sonst wirklich nicht meldet.


    Was ihn "autistisch" macht, ist sein extrem einseitiges Spielverhalten, welches sich seit seinem ersten Geburtstag so gut wie garnicht verändert hat. Er spielt mit Autos, fast ausschließlich Autos. Draußen gerne mit Sand und Wasser. Aber das war es dann auch schon fast. Hin und wieder kommt mal ein Mini Rollenspiel zustande, wo ein Auto etwas vom Brot abbeißen möchte. Das wars. Für alles andere ist sein Verständnis zu sehr eingeschränkt.


    Ich bin drüber gestolpert, als ich geschaut habe, was allgemein als Syndrom bezeichnet wird. Unter anderem nannte der Arzt eben das Bett-Symdrom und so kam ich auf das Heller-Syndrom. Hoffen wir mal, dass das nicht auf unseren Sohn passt.

    Holly, als Autistin brauche auch ich physische und mentale Nähe, nur nicht so oft wie andere Menschen. So geht es fast allen Autisten. Als Kind habe ich auch Kontakt zu anderen Kindern gesucht, bin aber oft gescheitert, weil mein Verhalten so anders war. Ich war zwar oft dabei, aber nie wirklich mitten drin.


    Typisch für autistisches Verhalten wäre z.B., wenn Dein Sohn seine Autos oder anderes sortiert, z.B. nach Farbe oder Größe aufstellt. Auch stereotype Handlungen/Bewegungen sind ein wichtiger Hinweis. Autisten fummeln viel an sich herum, die Hände sind ständig mit sich oder irgendwelchen Gegenständen beschäftigt. Sieh dies bitte lediglich als Hinweis.


    Kürzlich fragte ich meine Mutter, woran sie sich an mich erinnern kann, als ich drei Jahre alt war. Zusammenfassend sagte sie:


    - fast ausschließliche Beschäftigung mit Zeichnen,


    - bereits dreidimensionales Zeichnen,


    - Malen von Buchstaben und einzelnen Worten*),


    - ausgeprägtes Ordnungsbedürfnis (Bauklötzchen wurden der Größe nach sortiert),


    - sehr eingeschränkter Wortschatz, keine vollständigen Sätze,


    - so gut wie kein Kuschelbedürfnis und


    - kaum Kontakte zu anderen Kindern, außer zu einem viel älteren Jungen in der Nachbarschaft.


    Okay, ich habe das Asperger-Syndrom, das mit anderen Autismus-Arten nur bedingt vergleichbar ist, zumal es nicht mit einer mentalen Beeinträchtigung einhergeht.


    Das Rett-Syndrom würde ich nach Deinen Schilderungen eigentlich ausschließen. Zudem betrifft es fast nur Mädchen. Und dass Euer Sohn nicht das Heller-Syndrom hat, wünsche ich Euch von Herzen!


    LG Angie


    *) Mit knapp 3 Jahren schrieb ich das Wort "Tengelmann" (stand über dem Supermarkt an der Ecke). Lt. meiner Mutter schrieb ich dieses Wort fehlerfrei und lesbar. Mit 4,5 Jahren konnte ich problemlos lesen und schreiben, aber bezüglich meiner sozialen Kompetenzen war ich deutlich zurückgeblieben.

    Monti, ich wollte dir damit nicht zu nahe treten. Ich vertraue gerade darauf, was die Ärzte sagen. Drei verschiedene Ärzte haben mir mitgeteilt, dass sie nicht von Autismus ausgehen, da nicht nur der eine Grund dafür aussagekräftig sei. Aber er wirkt manchmal so, besonders, da er schon seit fast 3 Jahren ausschließlich mit seinen Autos spielt und diese auch immer in einer bestimmten Art und Weise bespielt werden.


    ??Ich weiß, das ist eigentlich Off-Topic. Meine Ehe scheint nun endgültig dahin zu sein. Am Donnerstag habe ich meinem Schwager geholfen, war um 22 Uhr noch nicht Zuhause. Mein Mann wollte glaube ich Computer spielen. Dann wurden aber beide Kinder wach und er schrieb mir, wann ich nach Hause kommen wolle. Als ich gesagt habe, dass ich noch ein bisschen bleiben möchte, ist er verbal ausgerastet. Er hätte keinen Bock mehr auf meine Eskapaden und es würde nun reichen. Ich muss dazu sagen, dass es das erste Mal in drei Jahren war, dass ich mal länger unterwegs war. Und dabei war ich nur meinem Schwager helfen, der mit einer Deadline Schwierigkeiten bekam. Seither redet er nicht mehr mit mir und lässt mich deutlich spüren, dass ich was falsch gemacht habe.


    Ich habe gestern im SPZ angerufen und denen die Situation mitgeteilt, dass ich gerne das EEG machen möchte, es aber nicht kann, wenn er es nicht will. Sie hat es Aktenkundig aufgenommen, damit ich nicht in rechtliche Schwierigkeiten komme. Dazu hat mir unsere Frühförderungsstelle geraten. An dem Punkt sind wir nun. Ich hoffe für ihn, dass die Erkenntnis nicht erst dann kommt, wenn es zu spät ist??

    Dass du mal abends länger weg warst ist doch in Ordnung. Vielleicht hast du es nicht deutlich genug vorher gesagt/abgesprochen.....aber da hätte er vielleicht nein gesagt. Weist du solche "Streitereien" gibt es in jeder Ehe mal.


    Wichtig ist, wie man es hinterher klärt..... dich jetzt so zu behandeln, wie du schreibst ist die blanke Erpresseung, damit du dir das ja nie wieder wagst.


    Das sollte dir klar sein.


    Ein solches Verhaltensmuster aufzulösen, kostet aber viel Kraft: als Frau plötzlich stark zu sein und zu sagen : eh, so nicht mit mir....


    DAfür wirst du zur Zeit keine Kraft haben , da ja andere Dinge im Vordergrund stehen.


    Vielleicht schaffst du dir wenigsten innerlich zu sagen : Blödmann, ich lasse mich auf so billige Art von dir doch nicht erpressen, ich habe nichts falsch gemacht, bin einfach mal meinen Bedürfnissen nach gegangen und du hättest dich einmal um die Kinder kümmern können.


    Ob sich dein Mann langfristig trennen willst, das wirst du kaum verhindern können, wenn er nicht bereit ist die Situatin mit deinem Sohn gemeinsam tragen und "aushalten" zu wollen/können.


    Aber Holli, mach dich vor ihm nicht so klein, nur weil du finanziell abhängig bist. Er spürt das und wird dich so behandeln.

    Ich habe im Verlauf des Abends gesagt, dass ich gerne länger bleiben würde und er schrieb nur, dass ich es wissen müsste. Aber als die Kinder wach wurden und er seinen Abend nicht so gestalten konnte, wie er es wollte, hatte er genug. Seither kümmert er sich nachts garnicht mehr.

    Mein Sohn ist sogenannter atypischer Autist, also er passt weder richtig zu Kanner (das, was die meisten Laien unter Autismus verstehen) noch zu Asperger. Und er war ein wahres Kuschelmonster, hat auch sonst Kontakt gesucht (aber nicht zu Gleichaltrigen). Einiges, was du schilderst, erinnert mich sehr daran, ich würde da gar nichts ausschließen. Es hat bei uns bis fast ins Erwachsenenalter für eine Diagnose gebraucht.

    Und noch was, am SPZ wurde das gar nicht erkannt, da sitzen keine echten Autismusexperten. Dazu müsstest du in ein psychiatrisches Krankenhaus gehen, vorausgesetzt, sie haben die entsprechenden Kompetenzen. DAs ist alles gar nicht so einfach. Was deine Ärzte da ausschließen, was sie als Kriterium dafür verwenden, zeigt mir,d ass sie nicht genug Kompetenzen dafür haben.

    Holli, wie ich schon schrieb, scheint Dein Mann unbeirrt seinen bequemen Trott weiterleben zu wollen. Ignoriere ihn jetzt einfach und tu das, was ausschließlich Du als richtig empfindest. Kommt er damit klar, habt Ihr eine reelle Chance, kommt er damit nicht klar, kannst Du ihn abhaken, was dann ziemlich sicher auf eine Trennung hinausläuft. Leider sehe ich bei Euch eher die letztere Tendenz.


    Mein dringender Rat in diesem Zusammenhang wäre, dass zum passenden Zeitpunkt DU diejenige bist, die den Trennungsschritt vollzieht. Das gibt Dir Stärke, die Du gerade dringend brauchst. Warte nicht bis zum Zeitpunkt, da es ihm klar zu unbequem wird und er verduftet, womöglich sogar noch wegen einer anderen Frau, die natürlich jünger, viel schöner, taff drauf und sonst was ist. Dann stehst Du nämlich als die Verliererin da.


    Schade, ich hatte so sehr für Euch gehofft, dass Dein Mann mit der Zeit die Kurve kriegt und sich endlich adäquat einbringt. Aber es scheint ja immer nur schlimmer zu werden! :(v