Holi


    Ich denke genau deshalb wäre für dich ein stationärer Aufenthalt vielleicht eine gute Idee. Einfach weil du dann dich ganz in Ruhe dir widmen könntest, deiner Haltung zu dir selbst, deinem Selbstvertrauen und soweiter, ohne das die ganze Zeit Leute von aussen daran kratzen. Es ist unendlich viel schwerer diese Sicherheit in sich selbst zu finden, wenn alle anderen ständig angreifen, als wenn man mit sich alleine ist.


    Wenn man die Position hat und Mittel um sich zu halten und idealerweise eine ambulante Therapie, um das gelernte weiter zu üben, zu vertiefen und so, acht Wochen sind ja wirklich nicht viel Zeit für teifsitzende Probleme, dann fällt es viel leichter die Dinge erstmals zu erlernen, zu erproben und dann auch im Kontakt mit den Menschen die einen anders kennengelernt haben umzusetzen.


    Ich will nicht behaupten das es einfach wird. So eine umfassende Veränderung des Partners fordert den ja auch, seine eigenen Dynamiken zu verändern, dass geht nicht ohne Streit und Kampf und es gibt keine Erfolgsgarantie. Es könnte sein, dass dein Partner keine Frau will, die auf sich selbst achtet und das ihr dann einfach nicht mehr zusammen passt. Die Alternative aber ist, in deiner alten Rolle zu bleiben und wohin die dich führt, hast du ja schon gesehen.

    Hallo Holli,


    schön, daß du dich meldest. Und ich freue mich sehr, daß dein Sohn sich weiterhin so schön entwickelt.


    Was den stationären Aufenthalt angeht, würde ich mich Danae anschließen. Ich glaube, es wird dir leichter fallen, eure ganze schiefe Familiendynamik zu durchschauen und zu analysieren, wenn du mal nicht darin gefangen bist und auch einfach nicht mit all den mißgünstigen Mitmenschen agieren mußt, während du versuchst, dich neu zu positionieren. Da sind die 8 Wochen als Anfang sicher gut. Schau, jetzt hast du so lange und tapfer und gegen alle Widerstände für Hilfe gekämpft und warst so weit unten - jetzt mußt du die Hilfe auch nutzen, das bist du dir selbst schuldig.


    Alles Gute und meld dich ab und an mal @:) @:) @:)

    Ich weiß, dass ein stationärer Aufenthalt wichtig ist. Und jedem anderen würde ich so dringend dazu raten. Es ist eine Krankheit, die wie jede andere behandelt gehört.


    Ich kann es mir selbst leider nur schwer sehen, beziehungsweise eingestehen. Ich habe noch immer im Kopf, dass wenn ich mich nur ordentlich anstrenge, ich es auch alleine auf die Reihe bekomme. Und genau vor der Veränderung der Familiendynamik habe ich Angst. Dass die Kinder sich mehr an meinen Mann klammern und ich auße vor stehe. Das ist eine meiner größten Ängste eigentlich. Welche Position werde ich anschließend haben und bekommen.

    Ich versuche mich wirklich auf neues einzulassen und Gewohnheiten zu brechen, die für mich nicht gut sind. Ich habe in der Traumaklinik angerufen und nachgefragt, wie ich dort aufgenommen werden könnte. Sie fragte mich, ob ich mich wirklich auf die Warteliste setzen lassen wolle, da die Wartezeit bis zu einem Jahr beträgt. 1 Jahr!! Und dann habe ich bei der anderen Klinik angerufen, wo ich mich auf die Warteliste setzen lassen habe, und auch die sagten, dass es mindestens 3 Monate dauert. Ich habe JEDEN Tiefenpsychologen auf der KK Liste angerufen und hatte kein Glück. Selbst Verhaltenstherapeuten, die für mich nicht in Frage kommen, sind dicht, führen keine Wartelisten oder beantworten nicht mal das Telefon. Aufs Band gesprochen habe und niemand ruft zurück. Seit August suche ich nun schon Hilfe und finde beim besten Willen keine. Das kann doch so nicht sein?!

    Ja, es ist wirklich schwer, Hilfe zu bekommen. Auf die Aufnahme in eine Schmerzklinik hab ich 10 Wochen gewartet, letztes Jahr. Auf den Therapeuten hätte ich 9 Monate warten sollen - aber ich hab den Suchradius immer mehr erweitert und hatte dann schlichtweg Glück und für die folgende Woche einen Termin bekommen. Leider zu spät, denn kurze Zeit später musste ich dann doch stationär für 2 Wochen in eine psychiatrische Klinik (akut, da bekommt man immer einen Platz), um wieder runterzukommen. Diesen Weg hast du im Notfall immer frei! Das solltest du im Hinterkopf behalten und es hat mir nach dem Aufenthalt auch sehr geholfen, zu wissen, dass es einen Ort gibt, wo ich hingehen kann, wenns garnicht mehr geht.


    Hast du es übrigens auch bei Neurologen versucht? Einige Neurologen sind auch Psychiater, können Medikamente verschreiben und auch therapieren.

    Das ist leider, gerade im Bereich der Traumatherapie, ziemlich normal. Lass dich auf die Liste setzen, frag häufiger mal nach und signalisiere damit dringendes Interesse, dann gehts manchmal schneller. Ich hab damals nach meinem Suizidversuch und Klinik dann auch fast ein Jahr Wartezeit gehabt. Auch die Therapeuten immer wieder anrufen, und guck welcher Verhaltenstherapeut eventuell EMDR macht, die kommen bei Traumata auch in Frage.


    Du darfst nicht vergessen, dass meist dieselben Leute auf allen Listen stehen, wenn da einer einen Platz bekommt, rücken alle auf allen Listen einen vor. Vielleicht hilft es auch wenn deine Krankenkasse anruft, die meisten bieten das inzwischen als Service an.


    Ansonsten kannst du es auch via Kostenübernahme bei einem Therapeuten versuchen der normalerweise keine Kassenpatienten macht. Da brauchst du fünf Absagen für einen schnellen Termin, die dürften ja kein Problem sein, und dann übernimmt deine Krankenkasse auch die Sitzungen bei so einem Privattherapeuten. Die haben häufiger noch Plätze frei.

    Zitat

    Dass die Kinder sich mehr an meinen Mann klammern und ich auße vor stehe. Das ist eine meiner größten Ängste eigentlich. Welche Position werde ich anschließend haben und bekommen.

    es wäre doch gut, wenn dein Mann und deine Kinder ein engeres Verhältnis entwickeln. Außen vorstehen wirst du nicht. Das glaubst du zur Zeit sicher so, weil du es so erlebst, dass die Kinder zu dir ein sehr enges Verhältnis haben.


    "Normalerweise" haben Kinder zu beiden Elternteilen ein enges Verhältnis. Wenn du aus der Klinik kommst und deinen Kindern wieder Liebe gibst, werden sie dich auch lieben, deine Nähe suchen.


    Es sollte in einer Beziehung kein Kampf: wer steht den Kindern näher, an wem hängen sie mehr etc. bestehen....


    Vielleicht ändert sich doch auch was zum Vorteil bei euch - das dein Mann sich dann auch nach deiner Rückkehr aus der Klinik mehr um dich und die Kinder kümmert.

    Bitte entschuldigt, dass ich nicht auf dem aktuellen Stand der Diskussion bin und auch keine 77 Seiten nachlesen kann. Aber die geschätzte TE wählt in ihrer Frage wortwörtlich die gleichen Worte, welche das RETT SYNDROM original beschreiben. Obwohl es die zweithäufigste Entwicklungsstörung ist, wird es nur sehr selten diagnostiziert, manchmal erst im Erwachsenenalter. Das einzige was hier nicht zutrifft, ist dass es fast nur Mädchen betrifft.