Kribbeln und Schwindel=grosse Angst

    Hallo


    ich bin soeben neu auf eure Seite gelandet und ehrlich gesagt, sehr froh darüber. Zur Zeit sauge ich Seiten wie diese wie ein Getränk auf in der Hoffnung, endlich ruhiger zu werden und das hypochondrische Denken endlich abzulegen, denn langsam geht es meiner Familie gehörig auf die Nerven und auch ich gehe allmählich vor die Hunde damit. Ich habe das gefühl, täglich mehr zu zerfallen und bald die last nicht mehr tragen zu können. Ich verzweifel wirklich.


    Ich fang mal an.


    Vor ca. 6 Wochen begann es mit einem extremen Kribbeln im Unterarm, was bis zum Oberarm hochzog. Es waren nur Sekunden, aber Sekunden voller Panik. Als esvorbei war, rief ich total fertig meinen Neurologen an, (ich war schon seit langer Zeit in Behandlung wegen Angstzustände) schilderte ihm das Geschehene, seine antwort: "ich solle bis anderen Tag abwarten und wenn es nicht besser sei, soll ich nochmal vorbeischauen"


    Gesagt getan:


    Am nächsten Tag verspürte ich zwar nur noch ein leichtes Kribbeln, dafür aber nun in verschiedenen Körperpartien: Arm links, arm rechts, bein links, bein rechts, Gesicht.. es wechselte und auch die art des kribbelns wechselte. Sie war von leicht bis stark, von eingeschlafen bis ameisenlaufen. Es nervte, aber es war nicht schmerzhaft. Da meine Angst aber enorm anstieg, entschloss ich mich, doch kurzfristig meinen Neurologen aufzusuchen. Gesagt getan. Er untersuchte mich nach den vorgegebenen Linien neurologisch "Reflexe, Blick in die Augen, gleichgewicht, etc" Es verlief ohne Befund, alles sei ok.Er untersuchte dann auch noch meine Halsschlagadern, machte Ultraschall und mass den Blutdurchfluss.. auch hier war alles ok, wie er sagt. er entliess mich mit den Worten: "wir machen mal eine Kernspin, aber ich denke, da wird nix sein, nur zu ihrer Beruhigung. Also wurde ein Termin gemacht.


    Mit grosser Angst ging ich hin und liess es halt machen.. mit folgendem für mich noch immer nicht nachvollziehbaren Ergebnis:


    "diskrete Veränderungen im Gehirn".. aber DISKRET und UNSPEZIFISCH und NICHT AKUT, sondern schon länger wohl vorhanden /sprach nicht auf Kontrastmittel an. Wieder ab zum Neurologen, auch dieser wertete das Ergebnis als nicht schlimm und sagte mir, ich könne mich darauf verlassen, dass ich nichts schlimmes hätte, sondern einfach nur das Nervenkostüm blank liegen würde (durch jahrelange Angstzustände und privaten grossen Problemen)ich sollte mich versuchen, zu beruhigen, meine Medikamente endlich wieder einnehmen (ich hab sie einfach abgesetzt) dann würde das wieder besser werden. Irgendwann würde er mal einen Lumbalpunktion empfehlen, aber ich solle mir darüber noch keine Gedanken machen, es eilt nicht, da nichts akutes vorliegen würde.


    Seit dieser Aussage ist keiN Tag vergangen, an dem es mir auch nur annähernd besser gehen würde, im Gegenteil: !!!


    Es geht mir täglich grauenhafter! Ich will nicht übertreiben, es ist wirklich so! Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht was anderes habe, bzw. das gleiche. Dauernd kribbelt es irgendwo, dauernd Panik und totalen Schwindel (ob das Schwindel ist weiss ich nicht mal richtig, fühlt sich so an), benommenheit, plötzlich einsetzende Müdigkeit mit Schlafphasen, die Sekunden/minuten dauern. Kopfdruck mal mit, mal ohne Kopfschmerzen, Druck auf den Augen, mal mit dem Gefühl, meinen Puls in Form von Farben im Auge sehen zu können.


    In dieser Zeit renne ich wie wahnsinnig geworden vor Angst durch die Wohnung, steiger mich in eine Art Wahn hinein, und meine, jetzt gleich werde ich umfallen, habe Hirnblutungen oder einen Schlaganfall. Es ist so schlimm und ich muss dann schrecklich weinen, zum Teil versinke ich regelrecht in diese Panik, dieses Selbstmitleid und sehe auch keine Heilung in absehbarer Zeit. In diesen Minuten gelingt es mir keineswegs, mich "runterzuholen", zu beruhigen oder gar zu entspannen. Ich versuche dann immer die Worte meines Neurologen in Erinnerung zu holen,der sagte "ich kann Ihnen garantieren, dass Ihnen nichts schlimmes passiert, dass sie nichts schlimmes haben". DAS GARANTIERE ich ihnen als Ihr Arzt! Abgesehen von dem Neurologen, wo man nun sagen könnte, er ist nur 1 unter vielen, haben auch 2 weitere "Allgmeinärzte" keine Ursachen für meine Beschwerden finden können. Herz ok, Blut ok. Auch diese beiden sind der Auffassung, dass es psychisch bedingte Beschwerden sind und es würde nichts bringen, mich dauernd neu zu untersuchen, weil ich dadurch noch mehr angst aufbringen würde, was alles verschlechtern würde. Ebenfalls meinte mein Hausarzt, dass wenn er das 1 abgeklärt hätte, ich morgen mit dem nächsten kommen würde, weil der Körper sucht sich neues, und so würde er das ganze noch unterstützen, das will er vermeiden. Er meinte ich solle endlich mit meinen Medikamenten wieder anfangen, da mir so eh sonst keiner helfen kann. Wie recht er doch hat!!! Wenn ich das nur auch mal so sehen würde! 3 Jahre nahm ich Opipramol und es half mir aus einer schweren Zeit und auf einmal meinte ich, es könnte mir schaden und setze es ab und nahm es nicht mehr ein! Sicher, es wird schon richtig sein, dass der Rückfall daher nun kommt und ausgeprägter ist, als das vorherige mal, davon ist mein neurologe, mein Psychologe und mein Hausarzt überzeugt. Ich irgendwie auch, dennoch schaffe ich es einfach nicht, die Dinger endlich wieder runterzuschlucken, was immer in meinem Kopf los ist, es ist nicht normal und es hindert mich daran, gesund zu werden.


    Nun sitze ich gerade hier und ich bekomme soeben ganz schlimmen Kopfdruck mit teilweise schmerz und schwindel.. und schwups.. woran denke ich? Dass es Hirnblutungen sind oder ein Schlaganfall. Ich habe so schreckliche Angst, aber ich glaube wirklich, dass es psychisch bedint ist, denn grad eben ging es mir besser, aber dann ist mein Mann aus der Tür und ich bin allein und schwups.. da ist es wieder.. Ich weiss nicht weiter, kennt irgendwer mein Problem? Das Problem, überzeugt zu sein, dass man ganz schrecklich krank ist und die Ärzte das übersehen haben? Dass man einfach eine Diagnose nicht abschliessen kann, dem Arzt vertrauen kann? Ich will diesen Wahngedanken endlich los werden und endlich an das glauben,was die Ärzte gesagt haben, nämlich: Dass alles nicht so schlimm ist, dass das Kribbeln, der Kopfdruck, der Schmerz und Schwindel psychisch ist und der Kopf durch die Verspannung so schmerzt und der Schwindel von der Angst kommt. nur hab ich nicht mal Herzrasen, daher kann ich mir das mit Angst nicht vorstellen, ach man, was ist nur los mit mir? Ich will wieder ein normaler MENSCH sein, der das Leben geniesst, !!!


    würd mich freuen, von jemanden hier was zu hören.


    grußi sandra

  • 1 Antwort

    Hallo casyjjopaya,


    Puh..., ganz schön heavy, wenn man Deinen verzweifelten Bericht liest, gerade wenn man das selbst mal mitgemacht hat und das einigermassen nachfühlen kann.


    Du weisst, dass Du unter einer heftigen hypochondrischen Angsstörung leidest und die Tatsache, dass Du dennoch immer wieder in die fatalen Denk- und Verhaltensmuster zurückfällst, sind leider Teil dieser Krankheit. Ich kann mich der Meinung Deiner Ärzte nur anschliessen und erstens zu einer regelmässigen Verhaltenstherapie (was machst Du diesbezüglich ?) und in diesem Fall auch zur Einnahme von AD raten, obwohl ich Psychopharmak auch durchaus kritisch gegenüberstehen kann. Nur sehe ich Dich momentan in einer ziemlich kritischen Situation, wo Die Angstspirale nur noch unweigerlich nach unten führen kann und in so einer Situation gibt es kaum noch Alternativen zu einer halbwegs kurzfristigen Hilfe, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Auch eine Reha oder ein Klinikaufenthalt wäre denkbar.


    Glaube mir, es gibt einen Weg da raus, nicht schnell und auch nicht einfach, aber es rentiert sich, einen Schritt nach dem anderen zu gehen - Hauptsache in die richtige Richtung.


    Das ist definitiv heilbar, das sage ich Dir aus eigener Erfahrung.


    Alles Gute & Viele Grüsse


    Lupo