Migräne mit Aura?

    Ich habe vor einigen Jahren meinen ersten "Migräneanfall" mit Aura bekommen, sprich halbseitig nichts mehr gesehen, absolute Panik. Das Ganze geschah erstmals nach einer Angststörung, die ich entwickelt habe. Sehr (!) schlimme Zeit. Seitdem kommen die Anfälle immer wieder ab und zu, jedoch in großen Abständen. Die Angststörung ging weg, ich habe mein Leben umgekrempelt, treibe viel Sport und habe meine Ernährung umgestellt.


    Nun ist es seit einem Monat so, dass ich jede Woche einen Migräneanfall habe, mit stärkeren Symptomen, als ich es bisher kannte. Starke Sehstörungen, Wortfindungsstörungen, plötzliches Einschlafen der linken Hand und danach die Horror-Kopfschmerzen. War dann auch jeweils den ganzen Tag ausgeknockt, jeweils Fehlzeiten auf der Arbeit und und und. Bin dann (erstmals muss ich zugeben) zum Arzt gegangen, der mir dann nur aufgrund meiner Beschreibungen Migräne direkt diagnostiziert hat. Kein MRT nichts, das sei' nicht notwendig.


    Nun bin ich total verunsichert, sind meine Symptome + Reaktion des Arztes normal? Ich bin total verunsichert und hab mich nicht getraut den Mund aufzumachen, bin da echt ne Memme, was das angeht. Und ich spüre auch, dass die Angst zurückkommt, sprich die Panikattacken und alles. Kennt sich da jemand aus?

  • 14 Antworten

    Ich kenne deine oben beschriebenen Symptome von meinen ersten beiden Migräneanfällen mit Aura. Kann durchaus Migräne mit Aura sein, muss aber nicht (kann ja nicht in deinen Kopf gucken). Aber deine Symptome kenne ich und ich lebe noch.

    Als langjährige migränikerin (30 jahre) kann ich deine Symptome genau mit meinen bestätigen. Klar kann man nun alles mögliche abklären und ausschliessen wenn dich das beruhigt, es sind aber die absolut klassischen Symptome einer Migräne mit aura. Ich habe dazu noch spastische Krämpfe und Lähmungserscheinungen, das macht Angst ich weiss, geht aber vorbei. Ich gehe alle zwei drei Jahre zur hirnstrommessung um sicher zu sein, dass nichts sonst im Kopf ist. Ist aber seit 30 Jahren nicht der Fall. Susch dir am besten einen Spezialisten für kopfschmerzen um die richtige Behandlung für dich zu finden..

    Ja das ist Migräne. Bei 2 Attacken oder mehr pro Monat sollte man eine Prophylaxe nehmen - entweder Beta blocker, Valproat, Topiramat oder Flunarizin. Flunarizin hat die wenigsten Nebenwirkungen.


    Ein MRT ist ohne dauerhafte neurologische Ausfälle nicht nötig.


    Am besten bist du beim Neurologen aufgehoben.


    Triptanen (z.B. Naratriptan) um die Attacken zu unterbrechen sind freiverkäuflich. Allerdings ziemlich teuer (9€ für 2 Tabletten). Die kann ein Neurologe verschreiben. Dann kommst du besser weg.


    Hausärzte sind falsch - die Meds sprengen ihre Budget.

    führe eine Kopfschmerzkalender. Kannst du selber erstellen. Teile den Tag durch 4 (also jeden 6 Stunden), Schmerzstärke, was du genommen hast und was du gemacht hast, als der Migräne aufgetreten ist. Es geht darum, dass ein Neurologe ein guten Überblick hat und du Triggern erkennen kannst.

    Also horizontal - Datum, 0-6 Uhr, Schmerzstärke, Medikamenten, 6-12 Uhr, schmerzstärke, Medikamente usw. und letzte Spalte Auslöser.

    Lässt sich in Word hervorragend erstellen.

    Ich drücke die fast leere Tabelle (nur Überschriften) dann mehrfach aus und schreibe das Datum und Schmerzstärke usw. per Hand.

    Danke euch!


    Das Ding ist bei dem Neurologen in meiner Nähe muss man monatelang auf einen Termin warten.


    Zitat

    Ein MRT ist ohne dauerhafte neurologische Ausfälle nicht nötig.

    :-oDas ist halt echt so eine ganz andere Aussage, als das was man sonst zu hören (und lesen) bekommt. Ich dachte das wäre Standart bei neurologischen Ausfällen, schließlich kann ein Hirntumor (nur als Beispiel) auch nur phasenweise Störungen hervorrufen.

    Ja, hört sich nach Migräne mit Aura an. Die hab ich auch - Gott sei dank seit ca. 1 Jahr nicht mehr, davor eine Zeit lang ganz häufig. Das fängt damit an, dass Buchstaben anfangen zu tanzen, nach 1-2 Minuten verschwindet das halbe Blickfeld und wird durch bunte Muster ersetzt. Dauert ca. 1 Std. An, danach hab ich den ganzen Tag starke Kopfschmerzen. Das letzte Mal war ich zufällig wegen meinem Herzen im Krankenhaus, als es im Wartezimmer anfing. Hab das sofort den

    Ärzten gesagt, es wurde aber absolut gar nichts gemacht. Und als ich vor 2 Jahren mit Blutverdünnung anfing, hätte ich diese Aura täglich, manchmal mehrfach hintereinander. War nie beim Neurologen deshalb, MRT schon gar nicht. Hab aber einen angeborenen Herzfehler - bei 80 Prozent der Herzfehler-Patienten tritt auch Migräne auf. Und bei 20 Prozent der Migräne-Patienten liegt ein Herzfehler vor, hab ich damals recherchiert.

    Weil bei neurologischen Anfällen warnen ja alle "sofort ins KH!". Man weiß ja nie. Zumal wie soll man den schnell zu einem wirklich neurologisch bedenklichen zustand reagieren? Dann wenns zu spät ist? Weil man so denkt "ach, wieder nur migräne." Finde die Symptome schon echt ziemlich krass.