Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Muskelzuckungen, Verspannungen

    Hallo,


    ich bin neu hier und habe schon viele Beiträge gelesen. Seit fast 15 Jahren plagen mich diverse Symptome (bleierne Müdigkeit, Abgeschlagenheit, depressive Verstimmung, Herzrhythmusstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Kieferschmerzen, Zähneknirschen, Verdauungsbeschwerden, Lichtempfindlichkeit, Darmentzüudngen, etc.).


    Immer mal wieder hatte ich für einige Monate (v.a. nach Stressauslösern) das Gefühl von Kraftlosigkeit / Unkoordiniertheit im rechten Arm und Bein (zT auch Finger). Eine damalige Untersuchung beim Neurologen ergab keinen Befund, viele weitere Tests wegen o.g. Symptome auch nicht (Borreliose, HNO-Tests, Kardiologische Tests, Orthopäde). Dann war es für einige Zeit besser und war nun seit 08/2018 wieder da.


    Endokronologisch auffällig sind Sexualhormone (Testosteron an der unteren Grenze, SHBG zT zu hoch, FAI zu niedrig, etc.) und Schilddrüse - wobei Letzteres von jedem Arzt anders interpretiert wird (TSH über 3, FT3 und FT4 mittig --> nehme seit 08/2017 L-Thyroxin in wechselnder Dosis - aufgrund wechselnder Symptome).


    Seit ca. 3 Wochen sind nun neue Symptome hinzu gekommen:


    - eine bleierne Schwere / Kraftlosigkeit in beiden Armen / Schultern und Beinen (Arme mehr als Beine) - als hätte man eine Bleiweste um, die alles nach unten zieht

    - Muskelzuckungen, kurzzeitig, an verschiedenen Körperstellen wie rechter Daumen, linker Oberschenkel, etc. (seit ca. 3 Tagen)

    - Muskelschmerzen, v.a. beim Druck auf bestimmte Punkte der Muskeln (v.a. Oberarm und über den Knien)

    - zT das Gefühl, dass zu viel Spannung auf den Muskeln ist (aber keine richtigen Krämpfe)

    - "Knacken" in nahezu allen Gelenken

    - z.T. "steife" Finger (Schreiben und Schreiben auf Tastatur geht schwerer als normal)


    Bin auch sonst extrem schlapp (noch mehr als eh schon). Bin auch von Hause aus ein ängstlicher Typ (Hypochonder trifft es mittlerweile ganz gut - wobei dies sicher nicht die Symptome seit 15 Jahren erklärt). Habe natürlich viel gelesen/recherchiert, natürlich auch viel über Sachen wie MS, ALS, etc.. Das war natürlich wenig hilfreich und hat schon etwas Panik ausgelöst.


    Hat vielleicht jemand eine Idee, was die Ursache der Muskelschwäche sein könnte? Bin männlich, 36 Jahre.


    Kann eine Unterfunktion der Schilddrüse die enorme Kraftlosigkeit ggf. erklären (FT4 und FT3 sind zwischen den beiden letzten Messungen etwas abgesackt --> TSH = 3,86 / FT3 = 3,39 (2-4,4) / FT4 = 1,26 (0,9-1,7)). Hatte zwischendurch (also vor der Messung) mal Thybon ausprobiert - kann dies eine Unterfunktion ausgelöst /verstärkt haben?


    Entschuldigt die vielen Infos.

  • 29 Antworten

    Hi Patri110,


    du hast zwar viel geschrieben, aber ich lese nichts von Vitamin D3 und und den ganzen B-Vitaminen. Wenn da schon so viel unternommen wurde, wurde da jemals was in der Richtung gemessen und auch mal substituiert?

    Mann042 schließe ich mich an und würde noch nachschieben, ob jemals Ferritin im Blut gemessen wurde bzw. Wie hoch der Ferritin-Wert ist.

    Gerade bei Borreliose solltest du ggf. Einige weitere Tests veranlassen. Es gibt Fälle von Seronegativen Borreliosen ohne Ende. Die Kassen zahlen meist nur den einfachen suchtest Elisa der eine hohe Fehlquote hat.

    Lass mal Borreliose checken Elisa, westernblot ggf. LTT Test auf Borreliose und co Infektionen parallel zu den Vitaminen etc.

    Deine Symptome würden passen auf Borreliose oder andere Erreger wie Ehrlichien, Babesien etc pp.


    Versuch macht klug !


    LG

    Hallo.

    Ferritin (98,8 mg/l) und VitD (177 nmol/L) wurden schon öfter gemessen.


    Aktuell substituiere ich, habe ich vergessen zu erwähnen:


    Testosteron (natürliche Testocreme mit 5mg --> hat nach ca. 4 Wochen den Testo-Wert nur minimal erhöht, das SHBG etwas abgesenkt))

    Vit D als Tropfen (5000 IE alle paar Tage)

    B12 als Tropfen (1000, ab und an)

    Magnesium 300-450 mg täglich

    Laktoferrin (alle paar Tage, wegen Darmgeschicht und etwas niedrigem Ferritinwert)

    Selen (200, alle paar Tage)

    zur Zeit DHEA (50) und Pregnenolon (30)

    dazu Johanniskraut (Laif 900)

    Hallo Tobias,

    Danke für deine Antwort. Borreliose wurde schon einige Mal gestest (hatte als Kind / Jugendlicher mal Zeckenbisse - dort aber noch keine Probleme). Hat mein Hausarzt heute auch nochmal angesprochen und abgenommen. Vitamine sollten alle passen. Andere Erreger werde ich mal schauen wie man das testen kann (hatte von einem Arzt mal Artemisia + Eisen-Infusion erhalten, um solche Sachen prophylaktisch mit zu "checken" (Artemisia hilft wohl bspw. gegen EBV - was ich als Jugendlicher einmal hatte)). Ich reagiere aber auf ziemlich viele Antibioatika mit extremen Nebenwirkungen (ganz extrem auf Cibrofloxacin --> Herzrasen, Panikattack, Angstzustände, Schweißausbruch, nach der 2ten Tablette...). Darmflora ist aber weitestgehend normal und die extreme Muskelschwäche ist jetzt seit 2-3 Wochen.

    Kann eventuell jemand einschätzen, ob die Muskelschwäche eher neurologische oder endokrinologische Ursache haben könnte? Oder sonst jemand noch eine Idee?

    Wie sieht es bei dir mit Bewegung aus oder Sport?


    Zitat

    Kann eventuell jemand einschätzen, ob die Muskelschwäche eher neurologische oder endokrinologische Ursache haben könnte? Oder sonst jemand noch eine Idee

    Eher endokrinologisch. Könnte aber auch was psychosomatisches sein. Warst du mal bei einem Psychotherapeuten?

    Ich würde erst mal abwarten, bis sich die Schilddrüsenwerte normalisieren. TSH ist noch recht hoch. Aber ich kenne mich damit nicht so gut aus. Gibt hier im Forum User, die sich sicher besser damit auskennen.

    Sollten deine Beschwerden durch die Schilddrüsenhormone nicht besser werden, würde ich dir empfehlen zueinem Psychotherapeuten zu gehen, sofern du noch bei keinem warst.

    Man könnte auch mal Richung Fibromyalgie denken. Ist bei Männern zwar deutlich seltener als bei Frauen (darum hormonelle Ursache möglich), aber wenn bei dir die Sexualhormone sowieso nicht ganz im Rahmen sind, kann das ja schon passen.

    Zusätzlich zum Gesamtbild, was alles zur Fibro passen könnte, hat mich folgender Satz hellhörig gemacht:

    Zitat

    - Muskelschmerzen, v.a. beim Druck auf bestimmte Punkte der Muskeln (v.a. Oberarm und über den Knien)

    Kannst du die Stellen noch genauer beschreiben? Oder gibt es noch andere druckschmerzhafte Punkte (z.B. am Rücken)?

    @Parvadi


    An Sport ist gerade nicht zu denken. Bin eigentlich sehr sportlich, fällt mir aber schon längere Zeit zunehmend schwerer (auch wegen den anderen Symptomen wie Benommenheit).


    Mit der Psyche hakt es in jedem Fall, im Moment sowieso. Bin definitiv sehr ängstlich veranlagt, schon längere Zeit ziemlich depressiv und auch hypochondrisch (aufgrund 15 Jahren diverser Symptome), aber auch sehr rational. Glaube nicht, dass die Psyche allein den Muskeln derart zusetzen kann.


    sportfan : das hatte ich auch schon auf dem Schirm, aber geht das auch mit Muskelschwäche einher? Druckschmerzhaft ist es an diversen Stellen: Oberarme, Schulter, über dem Knie, Rücken,...

    Muskelschwäche kann auch sein, ja. Ich habe z.B. nie viel Kraft gehabt und jetzt mit 39 Jahren arbeite ich beim Rehasport an den Geräten mit dem geringsten Gewicht, während die RentnerInnen in meiner Gruppe vermutlich mehr schaffen würden (aber meist zu faul sind, das umzustellen). Um mal eine schweren Tisch oder so mit anzufassen, bin ich nicht zu gebrauchen.

    sportfan : Aber die Muskelschwäche hast du schon immer und nicht erst im Zuge der Fibromyalgie? Hast du Probleme mit der Schilddrüse?


    Hyperion : nur Johanniskraut. In Behandlung bin ich nicht, da es ja eh kaum Termine gibt.


    Luci32 : das glaube ich eigentlich nicht, ist doch eher das Gegenteil? Hatte es auch früher schon mal genommen und nicht solche Beschwerden. Ohne das komme ich aus dem negativen Gedankenstrudel gar nicht mehr raus.

    Patri110 schrieb:

    sportfan: Aber die Muskelschwäche hast du schon immer und nicht erst im Zuge der Fibromyalgie? Hast du Probleme mit der Schilddrüse?

    Das fiel mir auch vor der Diagnose schon auf, aber muss ja nichts bedeuten. Fibromyalgie beginnt ja schleichend, viele Dinge bringt man ja erst im Nachhinein damit in Verbindung.