Mutters Weg durch das Tal des Vergessens

    (Urspr. Titel "Altersvergesslichkeit oder schon Demenz?" auf Wunsch der FS geändert.)




    Hallo,


    ich wollte den Beitrag erst als Alias eröffnen, aber da ich dafür mehr ins Detail gehen muss, wäre ich wohl sowieso erkannt worden. ;-)


    Es geht um meine 86-jährige Mutter.


    Im Vorfeld muss ich schon mal sagen, dass unser Verhältnis nicht so dolle ist u. dass sie schon immer sehr schwierig war. Sie war schon immer sehr dominant, wollte (und will immer noch) immer schon gerne im Mittelpunkt stehen. Wenn das mal nicht so war u. man nicht nach ihrer Pfeife getanzt hat/tanzt, wurde/wird sie gerne ausfällig oder sie heult dann, wenn man nicht ihrer Meinung ist bzw., ihr mal die Meinung sagt. Aber sie darf austeilen. Sie macht auch keine Fehler u. gibt auch nichts zu, da kann sie sich bis aufs Messer streiten. Immer sind die Anderen an allem Schuld. Ich konnte zeitlebens nichts bei ihr richtig u. gut genug machen, wurde immer sehr unter Leistungsdruck gesetzt. Meine Mutter kenne ich eigentlich auch nur kränkelnd (war meistens nichts ernstes) und alles musste sich dann um sie drehen. Sie lag leidend im Bett/Sessel u. mein Vater hat ihr den Puls gefühlt. (er war Krankenpfleger... ;-)) Auch heute redet sie mit Vorliebe darüber, wie schlecht es ihr geht. 2013 hatte meine Mutter einen Lendenwirbelbruch, da hat sie sich nochmal um einiges zum negativen verändert. Sie redete da schon dauernd vom Sterben (ist aber auch schon vor 2 Jahrzehnten gestorben, als wir wegziehen wollten - da haben wir es dann gelassen, sie sagt, wenn wir mal 2 - 3 Wochen in den Urlaub fahren, dass sie, wenn wir so lange weg sind, dann nicht mehr lebt u. wollte sich auch schon den Strick nehmen, als ich mit 16 mal dachte, ich bin schwanger. Nur, damit man mal so einen Einblick bekommt, wie sie tickt). Dann war sie da mal eine ganze Zeit lang in der Reha recht verwirrt, konnte ihren Namen nicht mehr schreiben u. auch nicht mehr rechnen, sodass ich mir da schon Sorgen gemacht habe, dass es da jetzt geistig auch noch bergab geht. Das hat sich dann aber wieder relativiert. Ich hatte mich damals um alles gekümmert, hatte Pflegedienst organisiert, der 24 h kommt, da sie ja nicht aufstehen konnte u. nicht in die Kurzzeitpflege wollte, um Pflegestufe, habe regelmäßig mit den Ärzten gesprochen, etc. Dann wollte sie auf einmal doch in die Kurzzeitpflege, da sie der Meinung war, dass das mit meinem Vater nicht funktioniert zu Hause. Nun ja, auch das habe ich dann organisiert. Am Ende war aber wieder alles falsch, der Pflegedienst war nicht der richtige

    u. in die Kurzzeitpflege habe ich sie dann auch abgeschoben, obwohl sie selbst dahin wollte. Ich bin dann nervlich wieder mal zusammengebrochen (habe seit einigen Jahren - aber wahrscheinlich schon seit meiner Kindheit - eine Angsterkrankung, was sie auch immer abgetan u. nie verstanden hat). Habe dann gesagt, dass ich mal ein bisschen Abstand von meinen Eltern brauche, da sie mir im Moment nicht gut tun. Prompt bekam meine Mutter Probleme mit dem Herz, woraufhin sie mit Notarzt ins Kh kam. Gefunden wurde nichts gravierendes (Herzkatheter hatte sie aber abgelehnt, US u. EKG vom Herzen sahen aber altersgerecht aus). Aber ich bekam dann zu hören: "Ich habe gedacht, daran zerbricht ein Mutterherz!" Also, war ich wieder mal an der ganzen Misere Schuld. :-X




    Das war jetzt so die Vorgeschichte. Tut mir Leid, dass der Text nun recht lang wird, aber um das Ganze besser einschätzen zu können, bedarf es da ein paar Hintergründe.


    Mein Vater ist nun 2014 gestorben. Seitdem wohnt meine Mutter alleine in ihrer Wohnung. Am liebsten hätte sie ja, dass ich zu ihr ziehe, aber möglichst ohne meinen Mann... %-| Sie lehnt jegliche fremde Hilfe ab, will weder Pflegestufe (die ihr Ende 2013 aberkannt wurde, da sie gesagt hat, dass sie das nicht mehr will u. es ihr ja viel besser geht - ich war dann auch nicht dabei, als der MDK kam, denn ich darf sowieso nichts sagen u. wenn sie es nicht will, ist nichts zu machen) noch Pflegedienst, geschweige denn in Betreutes Wohnen oder Heim. Sie kommt mit den Geschäftsdingen überhaupt nicht zurecht, da muss ich mich um alles kümmern. Da fragt sie dann aber noch x andere Leute u. unterstellt mir, dass ich nicht Recht habe, obwohl bisher immer alles geklappt hat. Muss aber auch dazu sagen, dass das immer mein Vater gemacht hat u. sie es nun in dem Alter auch nicht mehr lernt. Ich putze einmal in der Woche für sie, sie kann ihre Wäsche nicht in der Maschine waschen (mein Vater hatte kurz vor seinem Tod eine neue gekauft, mit der kommt sie nicht mehr zurecht, obwohl ich es ihr schon mehrmals gezeigt habe). Sie wäscht dann ihre Kleidung mit der Hand. Die großen Sachen wie Handtücher u. Bettwäsche wasche ich. Sie könnte auch ihre Kleidung mit in den Wäschekorb machen, aber nun ja, da hat sie eben was zu tun, wenn sie es mit der Hand macht. Putzen tu ich im Wechsel mit meiner Tochter 1 x wöchentlich. Sie sagt zwar immer, ich muss es nicht machen u. dass sie ja so viel gemacht u. geputzt hat, aber man sieht nichts. Kleinere Sachen kauft sie alleine ein, größere ich. Sie geht alleine zum Arzt. (sehr selten) Da mir beim Arzt immer über den Mund gefahren wird, sehe ich nicht ein, dass ich da mitgehe. Da sind die Ärzte aber auch immer alle böse zu ihr. Aber ich habe schon bemerkt, als sie im Kh war, dass sie die Dinge dann so dreht, wie sie will u. sie selten der Wahrheit entsprechen. Sie kann sich nicht mehr selbst die Haare waschen, aber das verstehe ich, da sie Angst hat, dass sie da nicht mehr aus der Wanne rauskommt.


    Nun kommt aber das, weshalb ich mir am meisten Sorgen mache: Sie hat Wortfindungsstörungen u. wenn ihr die Wörter dann nicht einfallen, wird sie aggressiv, wenn ich nicht weiß, was sie will. Sie schreibt sich jetzt aber auch viel auf. Tlwse. kommt sie mit Uhrzeiten nicht klar, wenn man sagt, 15:20 Uhr, weiß sie nicht, was gemeint ist, hält ihre Termine (KG) dann aber dennoch ein. Auch mit dem Datum hat sie immer wieder mal Probleme. Sie ruft wg. den kleinsten Dingen bei mir an u. fragt wg. jedem kleinen Pups, was sie machen soll. Ob es darum geht, ob sie mal zum Friseur gehen soll (das muss sie ja selbst sehen, dass sie da recht ungepflegt aussieht, liegt aber auch mit an ihrem massiven Haarausfall - sie hat wirklich kaum noch Haare auf dem Kopf, den sie seit Jahren hat. Dachte da schon an die Schilddrüse, da ich auch Hashimoto habe, aber HA hat nur TSH mal überprüft u. der war i. O.), wo sie einen Lappen hinlegen soll, was sie mit einem Pullover machen soll, den sie nicht mehr anzieht. Das sind jetzt nur mal so Beispiele, aber sind eben oft Kleinigkeiten, mit denen sie nicht zurecht kommt. Andererseits kann sie noch schreiben (sie hat mir vor kurzem einen "Brief" geschrieben (gut, waren nur zwei kleine Notizzettel), da war nur ein Fehler drin) u. Schriftbild hat sich nicht verändert u. lesen. Als ich sie darauf ansprach, dass wir deshalb mal zum Arzt gehen müssten, weil sie so viel vergisst, meinte sie, das wäre ja klar, wenn sie jahrelang alleine ist u. sie so wenig Ansprache hat. Gut, das stimmt, ich gehe mittlerweile nur noch 1 x die Woche hin, weil es mir besser geht, so wenig ich von ihr höre u. sehe. Sie geht ab u. an noch in ihre christliche Gemeinde, aber von den Leuten lässt sich auch niemand blicken. Die meisten Leute wollen auch nichts mehr mit ihr zu tun haben, da sie sich es sich durch ihre Art mit so vielen verscherzt hat, auch die Nachbarn nicht. Sie will auch immer alles nur mit mir machen u. ich habe ihr schon manchmal gesagt, sie solle mal zu Seniorennachmittagen gehen, was sie aber alles ablehnt, da sie ja dort keinen kennt u. auch keine Lust darauf hat. Meine Tochter hat auch keine große Lust mehr, zu ihr zu gehen, da sie dann auch nur über mich herzieht u. immer nur am meckern u. nölen ist. Dasselbe gilt für meine Nichte, die aber weiter weg wohnt. So bin ich ihr hauptsächlicher Ansprechpartner in allen Dingen u. fühle mich sehr oft davon überfordert. %:|


    Für mich ist klar, dass ich sie auf keinen Fall mal pflegen will u. kann, aus körperlichen u. auch psychischen Gründen. Aber das Ganze verdrängt sie immer gerne. Ich weiß auch nicht, wie ich das anstellen soll, dass mal ein Pflegedienst kommt, etc., da sie ja alles ablehnt. Sie will ja im Krankheitsfall noch nicht mal ins Kh. ":/


    Ich kann das Ganze nun nicht so richtig deuten, da sie ja schon immer so eine aggressive Art an sich hatte. Das Ganze hat sich aber seit 2013 nochmal um einiges verschlechtert. Vllt. hat hier ja jemand Ahnung, bzw., hatte einen nahen Verwandten, bei dem es ähnlich verlaufen ist u. kann mir sagen, ob das schon auf Demenz hindeutet? Dazu müsste ich sie ja erst mal zum Arzt bekommen.


    Tut mir Leid, dass der Text so lang geworden ist. |-o Danke fürs Lesen. @:)

  • 249 Antworten

    Achso, noch was vergessen: Sie hat innerhalb der letzten 14 Tage auch zweimal ihren Schlüssel in der Wohnung liegen lassen, sodass wir jedes Mal zu ihr fahren mussten. Das eine Mal hat sie dabei auch noch ihre Zähne im Bad vergessen gehabt, ohne es zu merken. ":/ Wir haben ohnehin nur noch zwei Schlüssel für die Haustür. Sie wurde vor 1 Jahr mal bestohlen u. da war außer Geld der Schlüssel auch mit weg. Ich habe es nicht der Wohnungsbaugesellschaft gemeldet, da dann möglicherweise die ganze Schließanlage ausgetauscht worden wäre. Wäre aber wohl besser gewesen, da sie sich immer noch so verhält (Tasche am Rollator beim Einkaufen (den Rollator nimmt sie nur mal zum Einkaufen, sonst läuft sie noch so), obwohl ich ihr das x-Mal gesagt habe, dass sie das nicht machen soll. Ja, die würden die ja kennen im Supermarkt u. sie würde aufpassen. Ja, das habe ich vor 1 Jahr gesehen, wie gut sie da aufgepasst hat u. was es ihr genützt hat, dass sie sie dort kennen. %:|) und es wohl nur eine Frage der Zeit ist, dass es mal wieder passiert. :-X Wollte mir damals aber den Stress ersparen, weil sie aus allem ein Riesendrama macht.

    Diese Vergesslichkeit scheint in dem Alter weitgehend normal zu sein, so aus meinen Beobachtungen all jener Menschen, die in dem Alter sind. Manche geben es selbst zu und bemerken es selbst, andere wollen es einfach nicht wahr haben.


    Vor den eigenen Eltern und deren Macken kann man sich nur schützen, zu ändern sind die Eltern ohnehin nicht und Diskussionen bringen auch nichts.


    Wie es weitergehen soll? Vermutlich ändert sich erst etwas, wenn die Mutter mal wieder ins Krankenhaus muss und mit der dortigen Medikation die Zustände so sind, dass ein weiteres Leben allein in der Wohnung nicht zu verantworten ist. Dann hilft vermutlich nur ärztlicher Druck, wenn sie es selbst nicht einsehen will.

    Also Demenz würd ich nach deiner Beschreibung nach nicht sagen.. Altersvergesslichkeit ja... und vl. ists auch einfach ein bisschen ihre Art um auch damit zu "provozieren" und zu zeigen wie einsam sie doch ist usw.. also evtl. auch einfach ein bissl Aufmerksamkeit bekommen usw.. funktioniert ja auch wie man sieht, weil du machst dir Gedanken ;-)


    Das sich das Ganze bei ihr verschlechtert hat, kann auch mit dem Tod deines Vaters zusammenhängen.. das triggert das Ganze natürlich.. und das ihr teilweise Wörter nicht mehr einfallen, muss auch nicht gleich Demenz bedeuten..


    Den Mini-Mental-Test um zu erkennen, wie fit sie noch ist und obs Richtung Demenz geht könntest du auch mal zu Hause alleine mit ihr durchprobieren, überbewerten darf man den Test aber auch nicht, da er auch bei Depressionen zb schlechter ausfällt, oder bei großem Stress usw.. ;-)


    https://www.meduniwien.ac.at/Neurologie/gedamb/diag/diag09.htm


    Ich kenn das ganze sehr ähnlich von meinen Großeltern.. wobei beide zusammen eine Kombi ergeben die deiner Mama alleine sehr gleicht..


    Meine Oma ist auch das Fähnlein im Wind, das sich alles so hindreht wie sie es grade braucht.. und mein Opa ist auch derjenige der jegliche Hilfe verweigert, obwohl die dringend nötig wäre, auch KH wird abgelehnt wenns nötig ist usw.. gab deswegen schon des öfteren diverse Kleinkriege innerhalb der Familie..


    Vl. hilft es dir und deiner Mama, anstatt das du für deine Mama putzt, eine Putzfrau kommen zu lassen, und du verbringst inzwischen die paar Stunden mit deiner Mama und unternimmst was? auch wenn sie für dich eine "Belastung" ist und du ihr nie was recht machen kannst.. aber es hilft schon, wenn man einfach weiß: ok wir machen heute was schönes, ich lass mir die Stimmung nicht vermiesen, und die 2-3 Stunden ignorier ich einfach jeden dummen Spruch den sie mir reindrückt.. dafür dann halt den Rest der Woche bisschen mehr auf Abstand..


    Wenn man genügend Abstand hat, kann man auch mal ein paar Stunden aushalten mit Provokationen ;-)


    Einfach mehr "Quality-Time" probieren einzuführen, auch wenn euer Verhältnis nicht das Beste ist.


    Vl. gehst du ja mit ihr mal zusammen zu so einem Seniorennachmittag, dann fühlt sie sich vl. wohler weil sie wen mit hat den sie kennt und kann sich das alles mal ansehen ob ihr das zusagt ;-)


    Und bzgl. lästern würd ich ihr einfach auch mal eine klare Ansage machen (auch wenns nicht immer was nützt).. aber alles muss man sich ja nicht gefallen lassen.. ;-)


    *:)

    Danke euch beiden für eure Einschätzung.


    Ich hatte auch schon mal meinen HA gefragt (er ist nicht ihrer, kennt meine Mutter also nur vom Hörensagen) und er meinte auch, dass zu Demenz noch ein bisschen mehr gehört. Sie findet sich ja soweit auch noch überall hin u. merkt sich auch noch einige Dinge, die man mal gesagt hat (vor allen Dingen die, über die sie sich geärgert hat oder wenn ich ihr mal gesagt habe, dass wir mal zusammen Essen/Kaffee trinken gehen, weil sie mich damit genervt hat. Dann hat sie auch vor 2 - 3 Monaten einen Anruf bekommen, wo ihr jemand weismachen wollte, dass er ihre Tochter ist u. nur wg. Erkältung so komisch redet. Da hat sie dann ins Telefon geschrien: "Erzähle nicht so einen Mist, du bist nicht meine Tochter!" ]:D :)^ Also, da ist sie schon noch auf Zack. Das würde bei Demenz wohl nicht mehr funktionieren. ;-) Nur, da es jetzt mit der Vergesslichkeit/Wortfindungsstörungen sehr auffällig geworden ist, habe ich mir da so meine Gedanken gemacht, wie es werden soll, wenn sie wirklich dement ist/wird. Ich möchte nicht so gerne für sie Entscheidungen treffen müssen. Das habe ich schon mit meinem Vater durch (da hatte mich aber das Kh überrollt, dass ich Betreuer werde. Da meine Mutter damals so einen Zirkus wg. Vorsorgevollmacht für meinen Vater gemacht hat - für sie habe ich sie seit 2013, aber auch nur, weil ich ihr da gesagt habe, dass sie sonst einen fremden Betreuer bekommt - hat mein Vater es dann entnervt gelassen), ich habe aber nie gegen seinen Willen entschieden. Trotzdem hat meine Mutter einen Riesenaufstand gemacht, als er dann mit Absprache mit mir (er wusste, dass das mit meiner Mutter zu Hause nicht mehr funktioniert) für die letzten Wochen noch ins Heim gegangen ist. Das möchte ich mir gerne bei ihr ersparen, denn sie schafft es leider immer noch immer wieder mal, mich unter Druck zu setzen. :°(

    @ Aug:

    Zitat

    Manche geben es selbst zu und bemerken es selbst, andere wollen es einfach nicht wahr haben.

    Ja, sie merkt es ja selbst u. sie schreibt sich Dinge dann auch auf, damit sie es nicht wieder vergisst. Aber beim nächsten Mal hat sie es dann doch wieder vergessen.

    Zitat

    Vor den eigenen Eltern und deren Macken kann man sich nur schützen, zu ändern sind die Eltern ohnehin nicht und Diskussionen bringen auch nichts.

    Das stimmt. Aber seitdem mein Vater nicht mehr lebt u. jetzt nur noch ich für alles zuständig bin u. dann zusätzlich immer wieder alles in geballter Ladung abgekomme, explodiere ich jetzt schon mal leicht. Aber bringen tut es nichts. Sie heult dann, versteht die Welt nicht mehr, da sie ja nichts gemacht hat u. es geht mal 2 - 3 Tage gut u. dann macht sie genauso weiter wie vorher... Also, eigentlich vergebene Liebesmüh. Bin auch schon manchmal dann aus der Situation rausgegangen u. heimgefahren. Na ja, egal, wie ich es mache, es ist sowieso immer falsch... ;-)

    Zitat

    Wie es weitergehen soll? Vermutlich ändert sich erst etwas, wenn die Mutter mal wieder ins Krankenhaus muss und mit der dortigen Medikation die Zustände so sind, dass ein weiteres Leben allein in der Wohnung nicht zu verantworten ist. Dann hilft vermutlich nur ärztlicher Druck, wenn sie es selbst nicht einsehen will.

    Ja, so wird es wahrscheinlich laufen. Musste sie letztes Jahr auch gg. ihren Willen einweisen lassen (2 Monate vorher hat die Tochter sie auch gg. den Willen einweisen lassen, da sie Probleme mit dem Herz hatte u. da dann wieder). Vor Ärzten hat sie ja ziemlich Respekt. Bzw., lässt sie sie oft auch nicht ausreden, sodass die eine Ärztin letztes Mal dann sehr laut wurde, dass sie das jetzt nicht interessiert.

    ;-D Die Ärztin war dann natürlich gleich doof. Aber in der Regel hat sie dann doch Angst, wenn die ihr Feuer unter den Hintern machen.

    @ Placebo:

    Zitat

    und vl. ists auch einfach ein bisschen ihre Art um auch damit zu "provozieren" und zu zeigen wie einsam sie doch ist usw.. also evtl. auch einfach ein bissl Aufmerksamkeit bekommen usw.. funktioniert ja auch wie man sieht, weil du machst dir Gedanken ;-)

    Ja, Aufmerksamkeit will sie auf jeden Fall. Das war ja auch schon so, als mein Vater noch lebte. Ich war im Kh u. wir wussten alle, dass es zu Ende geht (außer meiner Mutter, die stand auf der Matte (war paar Tage vorher) u. hat gesagt: "Komm heim!"). Da musste ich noch auf die Ärzte warten u. sie hat mich dann im Kh angerufen, wo ich bleibe. Habe ihr dann gesagt, dass ich nicht komme, da ich noch nicht weiß, wann die Ärzte kommen. Da ging es gleich bei ihr: "Ja, ich weiß schon, ich bin immer alleine!" Aber in was für einen Tonfall! :-X Da könnte ich noch einige Geschichten erzählen. Aber das würde zu weit führen.

    Zitat

    Das sich das Ganze bei ihr verschlechtert hat, kann auch mit dem Tod deines Vaters zusammenhängen.. das triggert das Ganze natürlich.. und das ihr teilweise Wörter nicht mehr einfallen, muss auch nicht gleich Demenz bedeuten..

    Ja, das sicher. Nach fast 60 Jahren nun alleine, ist schon nicht so einfach. Das sehe ich ja auch ein. Aber dann sollte sie auch mal bisschen dankbarer sein u. nicht nur so um sich beißen.

    Zitat

    Ich kenn das ganze sehr ähnlich von meinen Großeltern.. wobei beide zusammen eine Kombi ergeben die deiner Mama alleine sehr gleicht..


    Meine Oma ist auch das Fähnlein im Wind, das sich alles so hindreht wie sie es grade braucht.. und mein Opa ist auch derjenige der jegliche Hilfe verweigert, obwohl die dringend nötig wäre, auch KH wird abgelehnt wenns nötig ist usw.. gab deswegen schon des öfteren diverse Kleinkriege innerhalb der Familie..

    Dann weißt du ja so ungefähr, wie sich das anfühlt. :)_

    Zitat

    Den Mini-Mental-Test um zu erkennen, wie fit sie noch ist und obs Richtung Demenz geht könntest du auch mal zu Hause alleine mit ihr durchprobieren, überbewerten darf man den Test aber auch nicht, da er auch bei Depressionen zb schlechter ausfällt, oder bei großem Stress usw.. ;-)

    Danke, ich werde mir das mal ausdrucken. Aber wahrscheinlich riecht sie den Braten u. fragt mich dann, was das soll, dass sie nicht doof ist. ;-D So was ähnliches haben sie letztes Jahr mit ihr im Kh gemacht, da hat sie zu der Ärztin (nehme mal an, es war eine Psychologin) gesagt: "Was, Sie wissen nicht, wo ich wohne? Das habe ich doch alles hier angegeben!" Hat aber doch erst ne Zeit mitgemacht, bis sie keine Lust mehr auf den Quatsch hatte...

    Zitat

    Vl. hilft es dir und deiner Mama, anstatt das du für deine Mama putzt, eine Putzfrau kommen zu lassen, und du verbringst inzwischen die paar Stunden mit deiner Mama und unternimmst was? auch wenn sie für dich eine "Belastung" ist und du ihr nie was recht machen kannst.. aber es hilft schon, wenn man einfach weiß: ok wir machen heute was schönes, ich lass mir die Stimmung nicht vermiesen, und die 2-3 Stunden ignorier ich einfach jeden dummen Spruch den sie mir reindrückt.. dafür dann halt den Rest der Woche bisschen mehr auf Abstand..

    Das geht gar nicht! Sie würde niemals jemand Fremden in ihrer Wohnung rummachen lassen u. alleine schon mal gar nicht! :|N Das war ja mit dem Pflegedienst damals schon so, die eine war zu dick, die andere hat das u. das nicht richtig gemacht, etc. Da musste sie sich ja aber notgedrungen reinfügen.


    Wie gesagt, möchte ich eigentlich so wenig wie möglich machen. Wenn ich bei ihr bin, redet sie ja schon die ganze Zeit auf mich ein. Sie fängt an mit reden, sobald ich zur Türe reinkomme (wenn ich putze, rennt sie mir auch in jedes Zimmer hinterher, obwohl wir auch noch nachher drüber reden könnten) u. hört erst auf, wenn ich wieder gehe u. es redet fast ausschließlich nur sie. Das war auch schon immer so, dass man kaum zu Wort bei ihr kommt. Und ein bisschen mehr Abstand ist gut: Sie ruft mich jeden Tag an, wenn ich nicht rangehe, bis zu 11 x! :-o Ich gehe aber trotzdem nicht jeden Tag ran. Es nervt und stresst mich aber trotzdem, wenn sie dann x mal anruft oder auf AB redet. Habe ihr schon mehrmals gesagt, dass wir nicht jeden Tag telefonieren müssen u. dass sie mich doch auch mal ein bis zwei Tage in Ruhe lassen kann. Sie sagt dann ja u. macht es nicht. Und dann wird mir erzählt, dass sie andere Leute gefragt hat u. die gesagt haben, dass es sowas gar nicht gibt, dass man nicht ans Telefon geht, ein Telefon wäre zum Telefonieren da. Aber nicht, wenn man jeden Tag stundenlang mit dem gleichen Zeug vollgelabert wird. %:| Vor allen Dingen, wenn ich mal was mit ihr mache, ist es sowieso nie genug. (haben wir ja auch schon alles gemacht) Ich könnte jeden Tag hingehen u. trotzdem könnte ich ja dann noch dies und das machen.

    Zitat

    Und bzgl. lästern würd ich ihr einfach auch mal eine klare Ansage machen (auch wenns nicht immer was nützt).. aber alles muss man sich ja nicht gefallen lassen.. ;-)

    Das bringt alles nichts. Sie gibt es noch nicht mal zu, dass sie schlecht über mich redet. Sie erzählt angeblich nur gutes über mich. Sie hat keinerlei Unrechtbewusstsein. Das alles hat sich eben im Alter noch sehr verstärkt u. macht es umso schwerer, mit ihr auszuhalten. Leider lebt mein Bruder nicht mehr, sodass da mehr Entlastung drin wäre.

    Hi,


    mein Schwiegervater hat eine mittelschwere Demenz ... ich bin kein Arzt - also kann ich den Zustand deiner Mutter nicht fachgerecht beurteilen - aber alles was du geschrieben hast erinnert mich sehr an ihr - zu Beginn seiner Krankheit.


    Die fehlenden Worte, dass das Aufgeschriebene wieder vergessen wird, Schlüssel! was haben wir Schlüssel gesucht - auch der Zorn wenn etwas nicht funktioniert. Und immer waren andere Schuld! Auch, dass sie mit scheinbar einfachen Tätigkeiten (alter Pullover) überfordert ist - kenne ich gut (wie werden wir das jetzt machen ...) - es findet sich einfach keine greifbare Lösung.


    Damals haben wir auch gesagt, jetzt wird er alt und grantig .... nun hat es sich aber leider doch in Richtung Demenz entwickelt und zwar massiv.


    Ich würde trotz Proteste versuchen mit deiner Mutter zu einem Neurologen zu gehen. Du musst ihr ja nicht unbedingt deinen Verdacht erklären. Danach hast du zumindest Klarheit.


    Ich muss aber auch sogen, dass unser Opa vorher keine so schwierige Persönlichkeit war, wie es deine Mutter scheinbar ist.


    Ich wünsche dir alles Gute!

    Das Faden müßte ehr heißen -meine miese Mutter-, denn er besteht zu 98% aus Negativangaben über deine Mutter und nur wenig Info über die Vergesslichkeit.


    Es hört sich trotz allen noch normal an.


    Mir fällt auch manchmal ein Wort nicht ein, meine Schlüssel vergesse ich mit Vorliebe im Supermarkt zwischen dem Gemüse, weil ich ihn dort ständig unbewußt ablege, um die Hände zum Wühlen freizuhaben und ich fluche auch, wenn was nicht funktioniert. Für dement halt ich mich deswegen nicht. Wär auch 'n bissi früh... :-o

    Danke für die weiteren Antworten.

    @ Sommersonne:

    Das tut mir sehr Leid, dass dein Schwiegervater Demenz hat.


    Ja, meine Mutter war schon immer recht schnell auf 180, wenn was nicht nach ihrem Kopf ging. Es hat sich im Alter nur verschlimmert (meine Therapeutin meinte mal, dass sich die Charakterzüge im Alter nochmal verstärken) Mich verunsichern eben die Wortfindungsstörungen u. dass sie oft auch immer wieder mal verwirrt wirkt. Letztes Bsp.: Sie weiß nicht, wann sie auf den AB sprechen kann, fragt mich, wann denn da der Piepton kommt. Wir haben den AB aber schon recht lange u. er war auch schon immer so ausgestellt. Vllt. hat sie es vergessen, da wir ihn mal eine Weile ausgeschaltet hatten. Aber bisher hatte sie es immer geschafft, da drauf zu reden, bis das Band alle war... ;-D Nur jetzt weiß sie nicht mehr, wann sie was sagen kann u. sagt dann auch nichts weiter. Bei manchen Dingen denke ich manchmal, ob sie es wirklich nicht weiß oder ob sie mich veralbern will. Zumal das meistens banale Dinge sind, bei denen ich denke, dass sie es eigentlich wissen müsste. ":/ Ob ich sie zum Neurologen bekomme, ist fraglich. Da müsste ich mir schon was gutes einfallen lassen, weshalb wir dahin gehen.

    @ Luci:

    Zitat

    Könnte eine beginnende Demenz sein, klingt aber stark nach Manipulation. Sie will, dass du springst.

    Ja, das stimmt. Sie weiß ja auch, dass ich das früher immer gemacht habe und versteht jetzt natürlich die Welt nicht mehr, dass ich nicht immer sofort springe, wenn sie pfeift. Sie hat es schon früher geschafft, die ganze Familie zu manipulieren. Selbst mein Mann hat sich lange viel gefallen lassen. Er hat sich da auch nie richtig getraut u. er ist nicht so ein ruhiger Typ wie ich und wie es mein Vater war, sondern schon recht temperamentvoll. Er hat ihr zwar schon öfter mal die Meinung gesagt, aber verstanden hat sie es schon damals nicht, wenn ihr einer Paroli geboten hat.

    Zitat

    Vor man Demenz überlegt, hat sie Depression? Symptome können sich stark überschneiden.

    Altersdepression wurde sogar 2013 bei ihr in der Rehaklinik diagnostiziert u. sie sollte auch was dagegen bekommen, bzw., hatte dann auch was bekommen. Da kam dann aber auch mein Vater mit ins Spiel. Er als früherer Krankenpfleger in einem Kh für geistig Behinderte u. Suchtkranke hat dann bestimmt, dass das nicht gut für sie ist u. sie es absetzen soll. Da sie selbst auch noch lesen kann, liest sie sich so eine Packungsbeilage auch ganz genau durch. Letztes Jahr hatte sie wieder ein AD bekommen von ihrem langjährigen HA, das hat sie gar nicht erst genommen u. der Arzt war dann auch blöd zu ihr u. sie wollte unbedingt wechseln. Mit dem neuen HA ist sie aber auch nicht zufrieden, obwohl es lt. meiner Tochter ein ganz Lieber ist (meine Tochter geht auch zu ihm). Letztes Jahr im Kh wurde sie von einer Ärztin (ich nehme mal an, dass das eine Psychologin war, die hatte auch einige Tests auf Demenz mit ihr gemacht) darauf angesprochen (nachdem ich ihr gesagt habe, dass mein Bruder vor 26 Jahren tödlich verunglückt ist u. mein Vater vor 2 Jahren verstorben u. sie ja auch noch so einige andere Dinge erlebt hat), ob sie nicht mal eine Gesprächstherapie machen will. Ihre Antwort: "Nein, so was brauche ich nicht. Ich mache das mit mir aus u. habe meine Leute, denen ich das erzähle." Ich frage mich nur, was sie für Leute hat, denen sie das erzählen kann? Aus der Verwandtschaft kommt außer mir kaum einer u. die meisten wohnen auch hunderte km weit weg. Also, bleibe weiterhin nur ich übrig.

    @ Surferin:

    Zitat

    Das Faden müßte ehr heißen -meine miese Mutter-, denn er besteht zu 98% aus Negativangaben über deine Mutter und nur wenig Info über die Vergesslichkeit.

    Nun ja, ich habe das geschrieben, damit man es besser einschätzen kann. Demenzkranke werden ja viele erst mit der Krankheit so aggressiv, meine Mutter war es aber schon vorher. Deshalb kann ich das ja auch so schwer einschätzen. Es ist eben nur auffällig, dass sich ihre Verhaltensweisen seit 2013 nochmal um einiges verschlechtert haben u. nun sind eben noch die Wortfindungsstörungen, etc. dazu gekommen. Ich kenne sie ja nicht anders (außer mit den Wortfindungsstörungen), aber seit 3 Jahren ist es eben immer unerträglicher geworden, sie beißt nur noch um sich. Da lebte ja mein Vater noch u. er war ja nun täglich mit ihr zusammen. Er hat dann auch gesagt, dass es schlimmer geworden ist.

    Ich habe jetzt auch mitbekommen, dass meine Mutter mich wirklich veralbert. Als die Uhrenumstellung war, rief sie mich an u. sprach auf AB, dass sie ja keine Uhr hätte u. nicht wüsste, wie spät es ist. (nur die Uhr im Schlafzimmer stellt sich alleine um) Ich habe sie dann nicht zurückgerufen, da ich weiß, dass sie dann auf den Stuhl steigt, um die Küchenuhr umzustellen, obwohl ich ihr schon mehrmals gesagt habe, dass sie das nicht machen soll. :-X Als ich dann das nächste Mal kam, war die Uhr im Wohnzimmer exakt umgestellt u. sie hat mir erzählt, dass sie auch auf den Stuhl gestiegen war, um die Küchenuhr umzustellen, hat sie dann aber nicht runterbekommen. %:| Dann meinte sie jetzt zu mir wieder, sie wüsste nicht, wie spät es ist. Da meinte ich, sie hat doch Uhren. Sie solle doch mal an die Uhr schauen u. mir sagen, wie spät es ist. Ja, das wüsste sie eben nicht. Habe dann gesagt: "Du wirst doch wohl noch die Uhr kennen!" Da hat sie mir fast exakt die Uhrzeit genannt. Sie hat 12:38 Uhr gesagt u. 12:40 Uhr war es. Wg. den zwei Minuten muss man sich nicht streiten. Sie versucht mit aller Macht, Aufmerksamkeit zu erringen u. stellt sich doof, als könnte sie gar nichts mehr alleine. :=o

    Sie betreibt mit dir ein Unterhaltungsspiel, so wie das auch kleine Kinder machen. Wenn es sich um banale Dinge wie die Uhrzeit handelt, dann kann man dabei mitmachen. Wichtig wäre für dich zu erkennen, wann es um ernsthafte Dinge geht.

    Hallo! Nach Deiner Schilderung glaube ich, dass deine geschätzte Mutter eine manipulative Person ist. Lass Dich von ihr bitte nicht runterkriegen. Sie hatte ihre gute Zeit, und im Alter soll es ihr gut gehen, sie muss sich aber nach den Leuten richten, die noch mitten im Leben stehen und wissen, wie das heute läuft. Alles andere bedeutet Rückschritt und bringt keinem was.

    @ Aug:

    Ja, manchmal denke ich, sie ist schlimmer wie ein kleines Kind. %:| Sie macht bei einfachen und ernsten Dingen da keinen Unterschied. Dass sie manche Sachen in dem Alter wirklich nicht versteht, ist mir schon klar. Aber durch diese kleinen Geschichten u. vielen Übertreibungen von ihr, besteht die Gefahr, dass man ihr manche Sachen dann nicht mehr glaubt. Da geht es dann auch noch um andere Sachen, nicht nur um Dinge, die sie nicht mehr kann. Sondern auch Krankheiten, da sie ja schon seit einigen Jahren an allem immer stirbt. Irgendwann zieht das nicht mehr. Es ist dann nur manchmal schwierig, da herauszufinden, ob wirklich was akutes ist. Sie erzählt mir auch Dinge, die so nicht stimmen. Zuletzt ging es da um ihre Nachbarin. Dann habe ich mit der Nachbarin geredet u. die hat mir was ganz anderes erzählt. Und ich habe der Nachbarin geglaubt, da ich selbst schon oft miterlebt habe, wie meine Mutter sich Dinge dreht, die dann für sie passen, sodass die Anderen die Bösen sind - nur nicht sie. Ist schlimm, dass man da fremden Leuten eher glaubt, als der eigenen Mutter.

    @ Onodisep:

    Ja, manipulativ war sie schon immer u. das hat ja bei mir bis vor kurzem auch bestens funktioniert. Ich habe mich ja schnell verrückt machen lassen, wenn sie was gesagt hat. Tlwse. ist das auch heute noch so. Da sie ja sehr fordernd ist, ist das nicht immer so einfach, das alles an sich abprallen zu lassen. Das geht bis zu einem gewissen Punkt. Entweder explodiere ich dann mal oder ich bin psychisch erst mal wieder fertig nach ner Zeit. Denn sie fährt ja weiterhin so ihre Schiene. Ich weiß, dass sich da nun auch nichts mehr ändert u. trotzdem regt es mich immer wieder von Neuem auf. Habe mich aber schon ganz gut distanziert. Ich gehe nur noch 1 x in der Woche hin und dann auch nur für 2 - 3 h u. ich telefoniere auch nur mit ihr, wenn ICH Lust darauf habe u. nicht jeden Tag, wie sie meint, dass ich das müsste.

    Ich wollte mich nun hier nochmal melden.


    Also, so, wie es aussieht, geht es bei meiner Mutter doch in Richtung Demenz. Es geht jetzt ganz schön steil bergab u. da kann selbst ich nicht mehr die Augen davor verschließen. Da sie sich nun Weihnachten nicht mehr zu uns gefunden hat (sie war schon in der richtigen Straße, aber ein Haus weiter vorne u. hat da wohl auch geklingelt u. eine Nachbarin hat sie zu uns verwiesen), ich sie dann auch von dem Treppenabsatz unter uns abholen musste (obwohl sie unten erst richtig geklingelt hatte, dachte sie, dass wir dort wohnen), sie starke Probleme mit der Uhrzeit u. Kalender ablesen hat, immer verwirrter wird u. noch so einige andere Dinge sehr auffällig geworden sind, war ich heute erst mal alleine bei ihrem Hausarzt. Hatte eine Aufstellung gemacht, wie ihre Wesensart sonst so ist u. was sich nun alles verändert u. verstärkt hat u. er meinte, dass das sehr stark auf Demenz hindeutet. Da sie sich ja gg. alles sperrt u. unser Verhältnis nicht so gut ist, soll ich mich nun an den Sozialpsychiatrischen Dienst wenden. Habe dort nun heute angerufen u. für nächsten Woche Mittwoch einen Termin. Wie das Ganze dann weitergeht, weiß ich auch noch nicht, da sie sich gg. den Dienst auch sperren wird. Aber vllt. muss ich ihr da mal ein bisschen Angst machen, dass sonst alles Fremde übernehmen. Da ich allerdings eine Angsterkrankung habe (was ich dem Sozialpsychiatrischen Dienst auch nicht verschweigen werde) und auch sonst mit ihr überfordert bin, da sie sich ja von mir nichts sagen lässt, v. a. Dingen in medizinischen Sachen, wird es sowieso darauf hinauslaufen, dass das in fremde Hände gegeben wird. Überweisung zum Neurologen habe ich zwar schon bekommen, aber ob ich sie dahin bekomme, ist dann nochmal die Preisfrage. ":/ Ich habe ihr zwar schon angedeutet, dass der Doc gesagt hat, dass wir da mal hin müssten - allerdings habe ich gesagt, wg. ihren Kopfschmerzen, die sie immer wieder hat (wenn ich da ehrlich gewesen wäre, hätte sie erst recht geblockt, weil ja andere Leute auch ab u. zu mal was vergessen) - da hat sie aber auch schon wieder geblockt. Sie hätte ja schon seit ihrer Kindheit Kopfschmerzen u. sie war vor einigen Jahren schon mal bei einem Arzt, der da ihren Kopf untersucht hat. Ich habe ihr dann gesagt, dass sich in einigen Jahren aber auch mal was verändert haben kann u. sie dann eben mal durchgecheckt wird. Und schon war der HA wieder doof u. böse. Ich habe ihn heute aber als sehr netten Arzt kennen gelernt u. meine Tochter geht auch dahin u. findet ihn sehr nett. Na ja, meine Mutter findet (fast) alle Ärzte doof... :=o


    Weiß denn hier jemand, im Falle es dann so kommt, dass sie einen fremden Betreuer bekommt, ob man dann wenigstens die finanziellen Sachen u. Geschäftsdinge behalten kann? Oder muss man dann alles abgeben? Das würde ich schon nicht so gerne.


    Auf der einen Art war ich heute erleichtert, sonst wäre es wohl noch ewig so weitergegangen u. ich wäre auf dem Zahnfleisch gekrochen (war ja schon paar Mal wg. ihr unten) u. hätte mir jetzt keine Hilfe gesucht. Aber jetzt merke ich so langsam, dass es mir schon ganz schön an die Substanz geht. Auch, wenn es zwischen uns nicht so gut läuft, so ist sie ja immer noch meine Mutter.