• Mutters Weg durch das Tal des Vergessens

    (Urspr. Titel "Altersvergesslichkeit oder schon Demenz?" auf Wunsch der FS geändert.)
    Hallo, ich wollte den Beitrag erst als Alias eröffnen, aber da ich dafür mehr ins Detail gehen muss, wäre ich wohl sowieso erkannt worden. ;-) Es geht um meine 86-jährige Mutter. Im Vorfeld muss ich schon mal sagen, dass unser Verhältnis nicht so dolle ist u. dass…
  • 253 Antworten

    Zur Wohnung fällt mir noch was ein und das soll jetzt bitte nicht Besserwisserisch klingen. Das ist nur unsere eigene Erfahrung.


    Habt ihr mal die Zählerstände (Gas/ Strom/ Wasser) abgelesen und auch nochmals kontrolliert?


    Wir haben uns wegen eines immens hohen Stromverbrauchs dumm und dämlich gesucht, was es sein könnte. So was muss ja nicht sein.

    Wann lassen die mich endlich mal in Ruhe? Gestern habe ich mal wieder ganz gut geschlafen, weil ich dachte, nun ist sie gut untergebracht. Heute, als wir gerade unterwegs waren, schon wieder einen Anruf bekommen, dieses Mal von dem Klinikum, wo sie nun liegt. Gleich mal von dem Arzt gesagt bekommen, dass meine Mutter nun auch noch wahnhaft ist, kein vernünftiges Gespräch mit ihr mehr möglich ist u. der Wahn sich gegen mich richtet. Das hat mich gleich erst mal wieder total runtergezogen. :°( Da ich ihm gesagt habe, dass ich bei meiner Mutter noch nie was richtig gemacht habe u. das immer schlimmer geworden ist, meinte er, dass das auch nicht mehr ganz weg gehen wird, das wird in ihr drin bleiben. Wie sehr muss sie mich hassen! Ich weiß, dass jetzt die Krankheit dazu kommt, aber da sie ja immer schon ziemlich hart drauf war, was mich anging, war das noch so ein richtiger Schlag in die Magengrube. Dann musste ich heute nochmal den halben Lebenslauf meiner Mutter erzählen und wann es auffällig geworden ist, dass sie immer mehr vergisst u. ab wann Wesensveränderung. Das musste ich aber alles vorgestern auch schon bei dem Herrn von der Betreuungsstelle erzählen. Erst mal war mir wieder zum Heulen zumute. Aber jetzt weiß ich, dass ich diese Frau eigentlich gar nicht mehr sehen will! :|N Ich werde die Sachen Sonntag da nur abgeben in der Hoffnung, dass sie da nicht gerade auf dem Gang sitzt.

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    Ist das vielleicht eine Gerontopsychiatrie? Da ist man wesentlich besser auf altersbedingte seelische Erkrankungen/ Demenz eingestellt, als auf so einer allgemeinen Station, wie das anscheinend die ersten Tage war. Die Fälle sind da nicht weniger schwer, aber anders.

    Ja, genau, ist die Gerontopsychiatrie. Sie sollte eigentlich gleich dorthin kommen. Der Doc hat sich auch entschuldigt, aber sie hatten wohl erst kein Bett dort frei.

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    Meine Mutter hat bei dem ersten Besuch völlig teilnahmslos vor sich hingestarrt und ich war schon in Panik. Das gab sich aber alles, nachdem die Medikamente richtig eingestellt waren.

    Sie wird jetzt auch mit Medis eingestellt. :)z

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    Eine Trennung der Aufgabenkreise macht nur Sinn, wenn sich z.B. Geschwister die Aufgabe teilen. Alles andere ist wirklich zu umständlich. Hatte ich ja schon geschrieben.

    Ich bin jetzt auch froh, dass ich alles abgegeben habe.

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    Sie wird sich wieder beruhigen.

    Das sicherlich. Sie wusste ja scheinbar auch gar nichts mehr am nächsten Tag davon, dass sie mit der Polizei abgeholt wurde. Hat jedenfalls nichts gesagt. Was war ich froh darüber! :)^ Aber sie rannte total ziellos durch die Gegend u. rannte mit dem Rollator auch immer an u. reagierte auch recht sonderbar auf Ansprache.

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    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die oft rausgehen werden, aber gib einfach auf der Station ab, was sie braucht. Sieh mal zu, dass deine Mutter einfach anziehbare Sachen (Socken, Schlupfhose, Pullover, Jacke) bekommt. Mit einer Strumpfhose könnte sie/ die Schwestern recht schnell überfordert sein. Deine Mutter wird irgendwann auch nicht mehr wissen, was ihres ist. Also alles beschriften, damit die Schwestern das zuordnen können.

    Ich weiß jetzt nicht, ob die Wäsche dort gewaschen werden kann. Konnte mir der Doc nicht sagen. Aber danke für den Tipp! Werde dann sehen, dass ich es mit einem wasserfesten Edding beschrifte. :)z Will ihr jetzt noch Nachthemden, bisschen Unterwäsche u. Socken kaufen. Denn so schnell will ich mich nicht wieder dort blicken lassen. :|N

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    Ihr habt sicher alles Verderbliche entsorgt?

    Wir haben den ganzen Kühlschrank ausgeräumt. Am Sonntag werden wir aber nochmal in den Schränken gucken.

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    Sei erst mal froh über diese 6 Wochen. Dann lehnst Du eben anschließend im Gegensatz zu mir erneut ab.

    Das hatte ich gerade übersehen. Ich habe da wohl was verwechselt. Bei den 6 Wochen geht es jetzt nur um den Freiheitsentzug. (das ist mir erst durch das Schreiben von der Polizei bewusst geworden, denn da steht drin, dass, wenn nicht ein Richter binnen 24 h eine Anhörung durchführt und den Freiheitsentzug verlängert, dass der Betroffene dann freigelassen werden muss) Das hat mit der Betreuung jetzt gar nichts zu tun. Die Betreuungssache hat der Herr von der Betreuungsstelle geregelt. Die Richterin meinte ja auch, wenn ich will, kann ich es dann irgendwann mal wieder selbst übernehmen, wenn ich das möchte. Sie hat aber auch zu mir gesagt, egal, was sie machen, es wird alles falsch sein. Habe dem Herrn von der Betreuungsstelle aber auch nochmal explizit gesagt, dass ich das auch danach nicht weitermachen will. Und er meinte auch, dass das dann der Betreuer weitermachen wird.

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    Der Betreuer muss sich vom Gericht aber erst mal genehmigen lassen, dass er die Wohnung überhaupt kündigen darf. Und falls es eine Genossenschaftswohnung ist, die Mitgliedschaft muss extra gekündigt werden. Meiner hatte den Stichtag verschlampt.

    Wohnungsbaugesellschaft hatte schon angerufen, Kündigungsfrist 3 Monate, wie üblich.

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    Krieg jetzt keinen Schreck, aber dazu muss erst mal feststehen, dass deine Mutter auf keinen Fall mehr zurück kann. Das werden alle Beteiligten (außer deine Mutter) wissen. Aber so ist die Rechtslage. Also müssen jetzt erst mal die Untersuchungen stattfinden.

    Ich weiß. Der Doc meinte heute auch, als ich meinte, dass sie ja dann in ein Heim müsste, weil es zu Hause nicht mehr geht, ganz vage: "Ich denke schon." Die haben ja auch vom Amtsgericht die Bilder von der Wohnung. Allerdings sieht man auf dem Handy ja nur kleine Ausschnitte und nicht das ganze Ausmaß, wie es wirklich aussah. Ich hoffe schon, dass es auf Heim hinausläuft. Jedenfalls hat der Herr von der Betreuungsstelle, der auch den Betreuer ausgesucht hat, gesagt, dass sie dann irgendwo untergebracht wird. Das hört sich nicht nach zu Hause an. ":/

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    Rede auch mal mit dem Betreuer, wie er sich die praktische Sache der Wohnungsauflösung so vorstellt. Was ihr machen dürft und sollt, was er regeln will.

    Dankeschön! Bisher hat er sich noch nicht bei mir gemeldet.

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    Vielleicht könnt ihr auch am Briefkasten einen Aufkleber "Keine Werbung und kostenlosen Zeitungen" anbringen. Das hat sich bei unseren 2 Auflösungen, innerhalb kurzer Zeit bewährt.

    Auch dafür vielen Dank! :)^

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    Denke am besten immer nur an den nächsten Schritt. Sonst machst Du dich noch mehr verrückt, mit dem Berg Aufgaben, der vor Euch liegt.

    Das stimmt. Man hat jetzt so viel im Kopf...

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    Du bist doch schon weiter, als vor einer Woche. :)^

    Ja, auf jeden Fall.

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    Habt ihr mal die Zählerstände (Gas/ Strom/ Wasser) abgelesen und auch nochmals kontrolliert?

    Nein, haben wir nicht. Da muss ich auch erst mal gucken, wo der Stromzähler im Keller ist. Aber wir haben die ganzen Sicherungen rausgemacht. Normalerweise dürfte da nichts passieren. ":/ Heizung haben wir jetzt allerdings wg. dem Wetter auf 2 gestellt. Nicht, dass da noch was einfriert. Aber das wird eh über Fernwärme abgerechnet (Gas; geht immer mit der Miete mit weg) Ich muss aber auch noch mir den Wohnungsschlüssel von den Nachbarn geben lassen. Glaube zwar nicht, dass sie dort sich was abzapfen, aber man weiß ja nie... Aber wir werden mal die Zählerstände anschauen u. im Auge behalten.

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    Gleich mal von dem Arzt gesagt bekommen…

    Na der Mann ist ja ein Herzchen.


    Aber Auskunft wirst Du noch öfter geben müssen.

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    Ich habe da wohl was verwechselt….

    Alles klar. Dann ist das so wie bei meiner Mutter.

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    Wohnungsbaugesellschaft hatte schon angerufen, Kündigungsfrist 3 Monate, wie üblich.

    Der Betreuer muss erst die Genehmigung zur Kündigung beim Gericht beantragen. Erst dann darf er die Wohnung mit der üblichen Kündigungsfrist von 3 Monaten kündigen ??es sei denn, er macht das mit der Wohnungsbaugesellschaft tagtäglich. Dann kennen die ihn und er kann die Genehmigung vielleicht nachreichen?? Das alles kann sich natürlich Monate hinziehen.


    Heizung muss natürlich sein.

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    Na der Mann ist ja ein Herzchen.

    Herzchen ist noch sehr sehr milde ausgedrückt. %:| :-X Ich überlege schon, ob ich doch mal Tavor nehme. Wenn die so weitermachen, bin ich auch noch gebrochen. :°( Aber ich werde erst mal standhaft bleiben u. es weiterhin mit Kytta Sedativum versuchen. Chemiekeule macht ja auch die Probleme nicht weg. :|N Und einen klaren Kopf bewahren will ich eigentlich auch. Die nächsten Nächte sind bestimmt erst mal wieder im Eimer. Das muss ich erst mal wieder verdauen. Aber ist ja ganz klar: Ich war die Einzige, die sich noch am meisten gekümmert hat, gegen wen soll sich sonst das Ganze richten? %:|

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    Aber Auskunft wirst Du noch öfter geben müssen.

    Na, ich hoffe, dann nur im Heim, vorausgesetzt, sie kommt auch dahin. Ich hoffe es so sehr. Alles andere wäre ja sehr verantwortungslos. Jetzt muss sie ja eh erst mal Pflegegrad bekommen, zu Hause ginge dann ja ohne Pflegedienst auch nicht. Und die kommen auch nicht rund um die Uhr. Das wäre wirklich der Oberhammer, wenn sie wieder nach Hause dürfte. Sie hat ja jetzt noch nicht mal einen Herd. Abfackeln könnte sie also nichts mehr. Bzw., steht der schon noch in der Wohnung, aber abgeschaltet. Der müsste in dem Falle dann eh weg.

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    Alles klar. Dann ist das so wie bei meiner Mutter.

    Ja, das denke ich mal so. Denn ich habe heute auch nochmal nachgehakt bei dem Doc u. er meinte, ja, sie dürften sie jetzt 6 Wochen da festhalten. Wenn es aber früher schon besser würde, könnte sie auch früher wieder raus.

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    Der Betreuer muss erst die Genehmigung zur Kündigung beim Gericht beantragen. Erst dann darf er die Wohnung mit der üblichen Kündigungsfrist von 3 Monaten kündigen ??es sei denn, er macht das mit der Wohnungsbaugesellschaft tagtäglich. Dann kennen die ihn und er kann die Genehmigung vielleicht nachreichen?? Das alles kann sich natürlich Monate hinziehen.

    Ja, dass das jetzt nicht von jetzt auf gleich geht, ist klar. Die Miete geht ja vom Konto ab, läuft ja dann alles automatisch. Habe der Wohnungsbaugesellschaft auch gesagt, dass der Betreuer sich dann bei ihnen melden wird. Denn wir wissen ja jetzt selbst noch nicht, wie es weitergeht.

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    Heizung muss natürlich sein.

    :)z

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    Aber Auskunft wirst Du noch öfter geben müssen.

    Na, ich hoffe, dann nur im Heim, vorausgesetzt, sie kommt auch dahin.

    Wohin sollte sie denn sonst? Alles andere wäre unverantwortlich - sprich selbst- und fremdgefährdend.


    Bei der Heimaufnahme habe ich (nicht ihr Betreuer) einen riesigen Fragebogen ausgefüllt und hatte mit der Sozialarbeiterin ein sehr langes Gespräch über die Vorlieben, Abneigungen, Eigenheiten, Beachtenswertes, Namen und Berufe von Geschwistern, Kindern, Enkel... Damit man das, was sie von sich gibt, einordnen und reagieren kann.


    Aber ich dachte vor allem an Krankenhausaufenthalte. Und die bleiben nicht aus, weil Pflegeheime recht schnell mal einweisen lassen. Pflegegrade und erforderliche 24 h-Betreuung sind dort völlig nebensächlich. Es fehlen die Zeit und auch die Empathie, um demente Personen die Pflege zukommen zu lassen, die sie brauchen.


    Wenn eine Person gar nicht mehr für sich sprechen kann, wer sollte es denn sonst tun, wenn nicht die Angehörigen?


    Ich habe mich da schon mächtig unbeliebt gemacht. Dabei sind es meist absolute Kleinigkeiten. Es kommt sehr auf die jeweilige Station an, ob sie meine Hinweise annehmen. ??Da wandert meine Mutter orientierungslos durch die Station, obwohl die Toilette quasi mit im Zimmer ist. Das Essen wird auf den Tisch gestellt, statt es ihr in die Hand zu geben. Aber dann meckern "Ihre Mutter hat nichts gegessen". Ja was denn, wenn sie nicht versteht, dass das auf dem Tisch ihres ist. Dann wird der Rufknopf an den Galgen über ihre Nase gehängt. Sie soll klingeln, wenn sie was braucht. Sie hat aber Angst vor dem komischen Teil, das ihr auf den Kopf fallen könne. Ein Chirurg schreit sie an, weil sie seine Ansage nicht versteht (meine Mutter ist nicht schwerhörig). Er hat ihr allerdings hinterher tröstend über die Hand gestrichen und sich bei mir entschuldigt, weil er die Situation verkannt hat.


    Kürzlich erst habe ich fast Tränen gelacht. Da wollte man sie als vermeintlich bettlägerige Person (die sie nicht ist) umlagern. Was ihr natürlich nicht passte. Sie hat sich gleich wieder hingelegt, wie sie wollte. Ich könnte die Liste endlos fortsetzen.??

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    Wohin sollte sie denn sonst? Alles andere wäre unverantwortlich - sprich selbst- und fremdgefährdend.

    Das sehe ich genauso. Aber bei dem ganzen Hin und Her und Verrücktgemache, was ich die letzten 1,5 Wochen erlebt habe, bin ich mir da nicht so sicher. ":/ Der Doc fragte mich ja auch, wie es mit einkaufen geklappt hat und kochen. Da habe ich ganz ehrlich gesagt, dass sie noch alleine einkaufen gegangen ist u. dass mich das schon sehr gewundert hat. Habe aber auch gesagt, dass sie mir manchmal erzählt hat, dass die Leute sie gefragt haben, wo sie hin will u. dass sie sich Weihnachten nicht zu uns gefunden hat. Kochen klappte ja nicht mehr so gut. Sie hat sich zwar gekocht, aber schon öfter merkwürdige Sachen. Dass sie noch alleine mit der Tram an bekannte Orte (also, schon innerhalb des Wohnortes) gefahren ist u. sich auch (meist) gefunden hat, habe ich nun aber nicht erwähnt. Denn ich kann dazu auch nicht sagen, ob sie da nicht doch Leute gefragt hat oder die sie gefragt haben, wo sie hin will. Der Doc meinte jetzt jedenfalls zu mir, dass sie im Moment völlig denulant ist (keine Ahnung, ob ich den Ausdruck richtig verstanden habe, denn im Internet habe ich dazu nichts gefunden).

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    Bei der Heimaufnahme habe ich (nicht ihr Betreuer) einen riesigen Fragebogen ausgefüllt und hatte mit der Sozialarbeiterin ein sehr langes Gespräch über die Vorlieben, Abneigungen, Eigenheiten, Beachtenswertes, Namen und Berufe von Geschwistern, Kindern, Enkel... Damit man das, was sie von sich gibt, einordnen und reagieren kann.

    Okay. Gut, das ist ja irgendwo auch noch verständlich. Woher soll auch der Betreuer das alles wissen?

    ":/

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    Aber ich dachte vor allem an Krankenhausaufenthalte. Und die bleiben nicht aus, weil Pflegeheime recht schnell mal einweisen lassen.

    Das stimmt. Mein Vater wurde noch 6 Tage vor seinem Tod ins Heim eingewiesen. Da hatten sie ihm noch nicht mal Sachen mitgegeben, die musste ich dann abholen. Und konnte sie dann gleich wieder mitnehmen, da er den nächsten Tag schon wieder entlassen wurde.

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    Pflegegrade und erforderliche 24 h-Betreuung sind dort völlig nebensächlich. Es fehlen die Zeit und auch die Empathie, um demente Personen die Pflege zukommen zu lassen, die sie brauchen.

    Mit Pflegegrad (damals noch Pflegestufe) habe ich bei meinem Vater da eine andere Erfahrung gemacht. Da haben sie sich vom Heim ganz schnell bei mir gemeldet, dass ich einen Antrag auf Höherstufung (nun ja, er hatte natürlich erst mal Pflegestufe 1 bekommen) bei der Pflegekasse stelle, da sie so viel mehr Arbeit mit meinem Vater haben. Dann hat er aber auch nur die 2 bekommen u. das war denen eigentlich immer noch zu wenig. Aber mit dem zweiten Teil hast du Recht, mein Vater war zwar nicht dement, aber da sind auch so einige Sachen passiert/nicht passiert, die uns sehr geärgert haben. Da haben sie ihn z. B. stundenlang im Rollstuhl im Speisesaal sitzen lassen, obwohl mein Vater mehrmals gejammert hat, dass er nicht mehr sitzen kann (er hatte schwerste Schäden in der LWS) und mit dem Kopf schon auf dem Tisch lag. :-X

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    Wenn eine Person gar nicht mehr für sich sprechen kann, wer sollte es denn sonst tun, wenn nicht die Angehörigen?

    Das stimmt.

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    Ich habe mich da schon mächtig unbeliebt gemacht. Dabei sind es meist absolute Kleinigkeiten. Es kommt sehr auf die jeweilige Station an, ob sie meine Hinweise annehmen. ??Da wandert meine Mutter orientierungslos durch die Station, obwohl die Toilette quasi mit im Zimmer ist. Das Essen wird auf den Tisch gestellt, statt es ihr in die Hand zu geben. Aber dann meckern "Ihre Mutter hat nichts gegessen". Ja was denn, wenn sie nicht versteht, dass das auf dem Tisch ihres ist. Dann wird der Rufknopf an den Galgen über ihre Nase gehängt. Sie soll klingeln, wenn sie was braucht. Sie hat aber Angst vor dem komischen Teil, das ihr auf den Kopf fallen könne. Ein Chirurg schreit sie an, weil sie seine Ansage nicht versteht (meine Mutter ist nicht schwerhörig). Er hat ihr allerdings hinterher tröstend über die Hand gestrichen und sich bei mir entschuldigt, weil er die Situation verkannt hat.</p>


    <p>Kürzlich erst habe ich fast Tränen gelacht. Da wollte man sie als vermeintlich bettlägerige Person (die sie nicht ist) umlagern. Was ihr natürlich nicht passte. Sie hat sich gleich wieder hingelegt, wie sie wollte. Ich könnte die Liste endlos fortsetzen.??

    Ja, da läuft schon einiges nicht so rund. Meine Mutter begreift zur Zeit auch gar nicht, dass sie auf die Klingel drücken muss, wenn sie ein Bedürfnis/ein Problem hat. Ja, die Klingel kann vor ihr hängen u. sie sieht sie gar nicht. ":/


    Mir wäre es ja ganz lieb, sie käme in ein Heim in meiner Nähe. Da habe ich mal ein Praktikum als Alltagsbegleitung gemacht u. da hatte ich eigentlich ein ganz gutes Gefühl, dass die Demenzkranken dort gut versorgt werden. Aber das habe ich ja nun nicht mehr zu entscheiden.

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    Mein Vater wurde noch 6 Tage vor seinem Tod ins Heim eingewiesen.

    Quatsch, ich meinte, vom Heim ins Kh eingewiesen.

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    Mit Pflegegrad (damals noch Pflegestufe) habe ich bei meinem Vater da eine andere Erfahrung gemacht. Da haben sie sich vom Heim ganz schnell bei mir gemeldet, dass ich einen Antrag auf Höherstufung…

    Ja das kenne ich.


    Aber ich meinte jetzt wirklich nur Krankenhaus. Meine Mutter hat Pflegegrad 5. Sie wird dort aber fast völlig sich selbst überlassen. Da läuft doch vom System her was gewaltig schief. Wer von den Angehörigen kann schon 24 h anwesend sein?

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    Aber das habe ich ja nun nicht mehr zu entscheiden.

    Nun Du kannst dem Betreuer das Heim zumindest vorschlagen. ??Mir war das an meinem Wohnort nach der Besichtigung nicht passend und auch vom Gefühl her "zu nah dran". Das vom Betreuer vorgeschlagene ist letztendlich für meine Mutter wirklich wie geschaffen. Ich kann mich da auch überhaupt nicht beklagen, wenn nur die Fahrt nicht wäre??

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    Aber ich meinte jetzt wirklich nur Krankenhaus. Meine Mutter hat Pflegegrad 5. Sie wird dort aber fast völlig sich selbst überlassen. Da läuft doch vom System her was gewaltig schief. Wer von den Angehörigen kann schon 24 h anwesend sein?

    Achso, ich dachte jetzt, du meinst Heim. Denn dort habe ich bei meinem Vater auch einiges erlebt. Ja, das stimmt. Im Kh ist man oft auch nur eine Nr., weil Zeit und Personal fehlt. Ist ja im Gesundheitswesen leider überall das gleiche. :-X

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    Nun Du kannst dem Betreuer das Heim zumindest vorschlagen. ??Mir war das an meinem Wohnort nach der Besichtigung nicht passend und auch vom Gefühl her "zu nah dran". Das vom Betreuer vorgeschlagene ist letztendlich für meine Mutter wirklich wie geschaffen. Ich kann mich da auch überhaupt nicht beklagen, wenn nur die Fahrt nicht wäre??

    Okay, wenn er sich denn mal mit mir in Verbindung setzt. Bisher ist das noch nicht geschehen. Aber ist ja auch noch bisschen Zeit u. ich bin auch mal ganz froh, wenn mein Telefon/Handy mal nicht klingelt. :=o Habe aber auch schon überlegt, ob es so sinnvoll ist, wenn sie dann in einem Heim in meiner Nähe ist. Ich könnte dann zwar hin laufen, aber bisschen mehr Abstand wäre vllt. besser. ??Glaube zwar nicht, dass sie sich, im Falle sie dort abrücken würde, zu uns finden würde, aber das weiß man ja nie.?? Allerdings kenne ich nur zwei Heime von innen u. von der Atmosphäre etc. In dem einen war meine Mutter zur Kurzzeitpflege. So optimal lief das dort auch nicht u. in dem anderen war mein Vater. Aber ich glaube, ein optimales Heim, wo alles bestens funktioniert, wird man wohl kaum finden.

    Achso, was mir noch eingefallen ist: War die Gerontopsychiatrie bei deiner Mutter auch eine geschlossene Psychiatrie? In ihrem jetzigen Zustand (sehr großer Bewegungsdrang) könnte ich mir sonst vorstellen, dass sie dort noch abrückt. ":/ Die andere psychiatrische Klinik hatte mir ja echt den Rest gegeben. Allerdings waren dort halt schon recht schwere Fälle u. alle bedeutend jünger als meine Mutter. Einige sogar jünger als ich.

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    War die Gerontopsychiatrie bei deiner Mutter auch eine geschlossene Psychiatrie?

    Ja war sie.


    Das Heim ist nicht geschlossen. Es ist

    auch keine spezielle Einrichtung für Demenzkranke, wenn auch sehr auf deren Besonderheiten eingegangen wird.


    Bis vor kurzem war ich mir ziemlich sicher, dass meine Mutter keine Weglauftendenzen zeigt. Sie hat sich immer da "parken" lassen, wo man sie hinhaben wollte. Aber seit einigen Monaten geht sie öfter mal auf Entdeckungstour. Bisher hat sie zwar nie die Haustür gefunden, aber wer weiß? Zum Glück ist die zu personalarmen Zeiten abgeschlossen. ??Schlüssel für den Notfall natürlich in Reichweite??. Besucher und Bewohner kommen und gehen dann durch die Terrassentür. Die hat immer jemand im Blick.

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    Ja war sie.

    Okay, dann wird das dort sicher auch so sein. Ich hoffe nur, dass die dort die Wäsche auch waschen, sodass ich mich nicht andauernd da blicken lassen muss! %:| Die andere Klinik, in der sie war, war ja nur Psychiatrie. Die jetzige ist ja auf einem riesigen Klinikgelände mit mehreren Häusern verschiedener Fachrichtungen. Da ist Wäsche waschen zumindest auf den anderen Stationen nicht üblich. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die wenigsten dort öfter Besuch bekommen. Denn freiwillig wird wohl kaum einer dort sein. Gibt ja sicherlich auch Leute, die keine Angehörigen haben, da muss die Wäsche ja auch irgendwie gewaschen werden. Ich habe nämlich ehrlich gesagt, keine große Lust, jetzt ständig dorthin zu müssen. Hoffe nur, ich muss die Sachen am Sonntag nicht persönlich aufs Zimmer bringen u. sie sehen.

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    Das Heim ist nicht geschlossen. Es ist

    auch keine spezielle Einrichtung für Demenzkranke, wenn auch sehr auf deren Besonderheiten eingegangen wird.

    Geschlossene Heime gibt es, denke ich auch gar nicht? ":/ Deshalb hatte ich ja auch mit dem Doc gesprochen, dass sie im Moment eh noch nicht in ein Heim könnte, weil sie da vermutlich weglaufen würde. Und er meinte daraufhin: "Deshalb ja."

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    Bis vor kurzem war ich mir ziemlich sicher, dass meine Mutter keine Weglauftendenzen zeigt. Sie hat sich immer da "parken" lassen, wo man sie hinhaben wollte. Aber seit einigen Monaten geht sie öfter mal auf Entdeckungstour. Bisher hat sie zwar nie die Haustür gefunden, aber wer weiß? Zum Glück ist die zu personalarmen Zeiten abgeschlossen. ??Schlüssel für den Notfall natürlich in Reichweite.??. Besucher und Bewohner kommen und gehen dann durch die Terrassentür. Die hat immer jemand im Blick.

    Meine Mutter will ja immer noch heim. Sie redet auch ständig von ihrer Wohnungsbaugesellschaft und dass "er" (damit wird sie meinen Vater meinen, das sagte er ihr kurz vor seinem Tod) zu ihr gesagt hat, dass sie da so lange bleiben kann, wie sie will. Auch, wenn sie manchmal den Namen der Wohnungsbaugesellschaft nicht weiß ??(da wollte sie übrigens Zettel und Stift haben, um sich das aufzuschreiben, hat sie aber nicht bekommen)?? so weiß sie immer noch, dass sie, wo sie jetzt ist, nicht bleiben will. Als die Richterin zu ihr meinte, dass sie sich ja sicherlich was gedacht hat, dass sie die Vollmacht mir gegeben hat, damit ich für sie sorgen kann, dass das jetzt aber nicht mehr geht, weil so viel zu erledigen ist, meinte sie daraufhin: "Da kann sie mich doch gleich mit nach Hause nehmen." %:|


    So blöd das jetzt klingt: Es wäre wirklich besser, sie würde die Augen noch vorher zumachen. Für sie und auch für uns. Ihr würde dadurch einiges Leid erspart u. uns auch. Sie hat ja nun noch zusätzlich die Hirnblutung. Andere sterben daran oder bekommen einen Schlaganfall. Sie hat aber keine weiteren neurologischen Ausfallerscheinungen, wie der Doc meinte. Meine Mutter ist sehr zäh u. sterben will sie eigentlich gar nicht, obwohl sie schon sehr oft davon geredet hat in den letzten Jahren. ??Auch am Montag auf der anderen Psychiatrie meinte sie, ob der liebe Gott nicht auch mal was dazu sagen könnte. Ich meinte dann daraufhin nur, dass wir das leider nicht beeinflussen können.?? Das hört sich schon ziemlich mies an, aber es wäre eine Erleichterung u. für sie eine Erlösung.

    Ne Bekannte sprach mich jetzt darauf an, dass ich doch einen Lebenslauf von meiner Mutter anfertigen soll u. dann immer vorlegen, wer es sehen/wissen will. Das war eine gute Idee, denn da fiel mir gleich wieder ein, dass ich doch eine Auflistung ihrer Krankheitssymptome schon für den HA gemacht hatte. :)^ Das habe ich nun noch ein bisschen ergänzt, da ja noch manches dazu gekommen ist (das sind alleine schon über 2 Seiten!). So viel habe ich da am Telefon nämlich gar nicht gesagt. Meist fällt einem das ja erst hinterher ein. Dann habe ich noch einen Lebenslauf erstellt, so das, was ich wusste. Viel hat meine Mutter ja nicht von früher erzählt. Aber die gröbsten Sachen weiß man ja, was Familie, Beruf, Vorlieben und Besonderheiten angeht. Das werde ich dann morgen noch mit in die Klinik nehmen und später fürs Heim muss ich das dann nur ausdrucken. Daran ist auch ersichtlich, dass es eben nicht erst mit der Hirnblutung so bergab ging. (gut, dadurch nun natürlich doch ganz rapide)

    Heute nun Sachen in der Klinik abgegeben. Gott sei Dank musste ich sie nicht sehen. War vorher schon mit den Nerven runter u. total am zittern. %:| Wäsche wird dort nur gewaschen, wenn es keine Angehörigen gibt. Also, darf ich dort noch regelmäßig hin u. Schmutzwäsche holen. :-X War aber gar nicht so viel (keine Schlüpfer - scheinbar hat sie ne Windel. Vorher hat das auf die Toilette gehen noch funktioniert). Aber gleich gesagt, dass sie nur noch eine Hose hätte. Und? Kann ich da was dafür? Ich renne jetzt garantiert nicht jede Woche dahin. Das hat mir heute schon gereicht.


    Dann hatte sie heute Post von der Telefongesellschaft, dass sich die Telefongebühren erhöhen u. eine neue Gesundheitskarte. Es hat sich weder ein Betreuer bei mir gemeldet (die konnten mir dort auch nicht sagen, ob er sich schon dort gemeldet hat, da heute natürlich kein Sozialdienst da war) noch habe ich den schriftlichen Beschluss der Richterin. Also, kann ich da auch erst mal wieder hinterherrennen. Kann dann nur den Typen von der Betreuungsabteilung anrufen, da ich weder den Namen noch ne Telefonnummer von dem Betreuer habe. %:| Bin ja nur mal gespannt, ob dann auch alles reibungslos funktioniert. Der Typ von der Betreuungsabteilung hatte ja erst gesagt, dass ich das noch mit der Heimunterbringung regeln kann (bevor die Richterin kam, hatte ich ja noch die Vorsorgevollmacht). Ich habe dann aber der Richterin gesagt, dass ich das nicht so gerne entscheiden möchte, da ich sowieso an allem schon Schuld bin u. nie was richtig gemacht habe. Sie hat dann gleich gesagt, dass ich das nicht machen muss. Hoffe nur, das ist nicht wieder irgendwo untergegangen. %-| Nach dem, was ich schon alles erlebt habe in den letzten knapp 2 Wochen ist alles möglich.

    Warum dauert das jetzt auf einmal alles so lange? Erst ging alles recht schnell u. jetzt schleppt es sich hin. Habe nochmal den Typen von der Betreuungsstelle angerufen. Ja, es wäre alles am Laufen. Solange der Betreuer aber nicht den Beschluss in den Händen hält, kann er keinen Betreuerausweis bekommen u. nicht tätig werden. Den Beschluss habe ich ja auch noch nicht schriftlich. Die erste Woche von den 6 ist nun schon rum u. wenn es sich jetzt noch ewig hinzieht, werden die doch wieder an mich rantreten, was nun mit meiner Mutter geschehen soll, wenn das immer noch nicht durch ist. :-X Ich meine, der Beschluss wurde heute vor einer Woche gemacht, wie lange kann das denn dauern, bis da endlich mal das Schriftstück eintrudelt? %:| Das macht mich noch wahnsinnig, wenn man so wie auf Kohlen sitzt und nicht weiß, wie es weitergeht. :-X


    Den Herrn vom SpDi habe ich auch angerufen, der wusste auch schon Bescheid. Er meinte, wenn ich für mich was brauche, könnte ich auch ein paar Stunden Krisenintervention machen, da ich ja zur Zeit keinen Anspruch auf Therapie habe. Gut zu wissen. Aber ich werde erst mal sehen, ob ich das nicht auch alleine schaffe. Solange ich sie nicht sehen und hören muss u. nicht hin muss, geht es mir am besten. Der Herr vom SpDi meinte auch, dass es da ein Heim gibt, welches sich direkt auf psychisch Kranke spezialisiert hat. Das wäre ein ganzes Stückchen entfernt von mir u. ohne Führerschein weiß ich gar nicht, ob man da überhaupt hinkommt. ":/ Vllt. wäre das gleich das Beste! Aber das kann ich ja nicht beeinflussen. Die Hauptsache ist, dass sie nicht mehr nach Hause kommt.