• Mutters Weg durch das Tal des Vergessens

    (Urspr. Titel "Altersvergesslichkeit oder schon Demenz?" auf Wunsch der FS geändert.)
    Hallo, ich wollte den Beitrag erst als Alias eröffnen, aber da ich dafür mehr ins Detail gehen muss, wäre ich wohl sowieso erkannt worden. ;-) Es geht um meine 86-jährige Mutter. Im Vorfeld muss ich schon mal sagen, dass unser Verhältnis nicht so dolle ist u. dass…
  • 253 Antworten
    Zitat

    Da hast Du mit dem Betreuer wirklich Glück gehabt. :)^

    Ja, das finde ich auch! :)z Da bin ich wirklich froh!

    Zitat

    Ich frage mich ja heute noch, wie das Gericht überhaupt auf den Gedanken kommen kann, die Betreuung von 40/50 Personen gleichzeitig überhaupt zu genehmigen. Das da einiges auf der Strecke bleibt, ist logisch.

    So krass ist es Gott sei Dank nicht. So viele zu Betreuende hat er nicht. Aber die Anzahl kam mir trotzdem schon recht hoch vor. Ich hatte mit 2 - 3 zusätzlich zu Betreuenden gerechnet. Aber es sind schon einige mehr.


    ??Wollte dir eigentlich eine PN schreiben. Aber geht leider nicht. Bin ja hier eh schon ziemlich ins Detail gegangen. Doch alles mag ich dann doch nicht so öffentlich schreiben.?? :-)

    Nun wird sich das mit Heim wohl doch noch bisschen rauszögern. Meine Mutter hat wohl Durchfall, Probe wurde auch schon genommen. So kann sie ja nicht ins Heim entlassen werden. Ist ja auf der einen Art ganz gut, da haben sie dort noch Zeit, sich was zu überlegen, dass ein Zimmer für sie frei wird. Bleiben könnte sie ja ohnehin noch 3 Wochen in der Psychiatrie, da heute erst die Hälfte rum ist.

    Oh Mann, nun ist doch noch der Supergau eingetreten. ??Meine Mutter wird nun am Montag in das Heim in meiner direkten Nähe umziehen, da in dem anderen leider kein Platz mehr frei war. So nah wollte ich sie eigentlich nicht bei mir haben. Ich hoffe nur, dass sie sich dann nicht zu uns findet u. dann jeden Tag vor der Türe steht. Oh Mann, ich könnte mich gerade echt in den Arsch beißen, dass ich dem Betreuer gesagt habe, dass ich da mal ein Praktikum gemacht habe u. da einen ganz guten Eindruck hatte.?? %:| ??Er hat sicher gemerkt, dass mir das Ganze nicht so richtig schmeckt, denn meine Antwort ist sehr kurz ausgefallen. Da ich von dem Heim gesprochen hatte, hat er das nun natürlich schon so veranlasst.?? ??Mit der Medikation und der regelmäßigen Ernährung besteht kein Bedarf mehr für eine stationäre Behandlung. Da gehe ich mal davon aus, dass sie sich wohl doch ganz gut erholt hat.?? Den Schock muss ich jetzt erst mal verdauen. :-X

    So, Doc hat mich heute auch nochmal angerufen, um mich zu fragen, ob ich wüsste, dass meine Mutter am 13. in ein Heim kommt. Habe ihn dann gleich nochmal gefragt, wie es mit der Orientierung aussieht, da ich da bisschen Angst habe, dass sie dann jeden Tag vor meiner Türe steht. %:| Denn der Betreuer meinte zu mir, dass sie auf der Station wohl nun gut orientiert ist. ??(er hat sie aber nicht persönlich gesehen, sondern nur mit dem Sozialdienst gesprochen)?? Der Doc (ist wieder mal ein anderer) meinte nun, dass er sie zwar noch nicht so lange kennt, aber dass sie zwar lieb und nett ist, aber die Orientierung stuft er als schlecht ein. Meine Mutter lieb und nett? ":/ Na gut, bei Fremden ist sie das ja meistens vorher auch schon gewesen, solange die auch lieb zu ihr sind. Mal sehen, wie es dann bei mir ist. Kann mir das ja noch nicht so richtig vorstellen, dass sie bei mir dann auch zahm ist. Aber vllt. haben die Medis ja ein Wunder bewirkt. ;-) :=o Wenn sie dann im Heim auch so lieb und nett ist u. ich erzähle was anderes, bin ich dann am Ende noch die Dumme. Doch das sollte mir schlussendlich auch egal sein, was die von mir denken. Ich habe meine eigenen Erfahrungen gemacht u. kenne sie ja nun mal schließlich schon mein ganzes Leben. Selbst, wenn sie nun ruhiger sein sollte, werde ich sie nicht ständig besuchen, das erste Mal sowieso nur in Begleitung.

    Kann es sein, dass deine Mutter ihre Persönlichkeit früher über andere definiert hat, so dass sie nahe Angehörige als ein Teil von sich ansieht, wo man dann auch mal ruppiger sein kann, um die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen? Bei Fremden ist das dann erst einmal anders.


    Im Grunde läuft es ja wirklich gut. Wenn sie nicht ständig heim will und sie in der jetzigen Einrichtung nicht aggressiv ist, dann ist das viel wert. Und wenn das Heim, in das sie einziehen soll, einigermaßen gut geführt ist, was Demenzkranke angeht, dann ist auch das nicht das Schlechteste.


    Deine Sorge ist verständlich, dass du glaubst, sie würde irgendwann vor deiner Türe stehen. Aber auch hier wird es sicher ein Lösung geben, sollte das wirklich vorkommen, was ja nicht so sein muss.


    Ich glaube aber, dass du dir da viele Gedanken machst. Ich würde in dem Heim anrufen, oder noch besser, selbst dorthin gehen. Vor Ort kann man mit der Heimleitung sprechen und man kann dir sicher weiterhelfen, so dass du ruhiger schlafen kannst bis zu dem Termin.

    Hallo Caramala,

    Zitat

    Kann es sein, dass deine Mutter ihre Persönlichkeit früher über andere definiert hat, so dass sie nahe Angehörige als ein Teil von sich ansieht, wo man dann auch mal ruppiger sein kann, um die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen? Bei Fremden ist das dann erst einmal anders.

    Ja, damit könntest du Recht haben. Am ruppigsten war sie ja meistens zu mir, weil ich mir leider immer alles gefallen lassen habe. Die Anderen haben dann gleich Widerpart gegeben, was sie ja überhaupt nicht vertragen kann - da heult sie ja dann schnell mal. Für meine Mutter war es immer sehr wichtig, dass nach außen hin alles stimmt u. was die anderen von ihr/uns denken. Zu Fremden war sie schon immer (bzw. meist - letzte Zeit dann bei Leuten, die sie länger kannte, auch nicht mehr sooo) sehr freundlich, manchmal überfreundlich. Das war schon immer sehr auffällig.

    Zitat

    Im Grunde läuft es ja wirklich gut. Wenn sie nicht ständig heim will und sie in der jetzigen Einrichtung nicht aggressiv ist, dann ist das viel wert. Und wenn das Heim, in das sie einziehen soll, einigermaßen gut geführt ist, was Demenzkranke angeht, dann ist auch das nicht das Schlechteste.

    Ja, da bin ich auch schon mal beruhigt. Sie fragte jetzt vor kurzem zwar meine Nichte, ob sie auch mal wieder heimkommt, aber wir hatten alle den Eindruck ??(gut, ich weiß es nur von den Anderen, die es mir erzählen, habe sie ja nun schon seit 13.02. weder gesehen noch gehört)??, dass sie sich da ganz wohl zu fühlen scheint u. ihr auch der Kontakt zu anderen Gleichaltrigen ganz gut tut. :)z In dem Heim habe ich ja mal ein Praktikum gemacht u. ich kenne da auch die eine Alltagsbegleiterin etwas näher. Ich hatte dort einen guten Eindruck, dass mit den Leuten sehr liebevoll umgegangen wird. Auch meine Physio meinte jetzt, dass sie dort einen guten Eindruck hat.

    Zitat

    Deine Sorge ist verständlich, dass du glaubst, sie würde irgendwann vor deiner Türe stehen. Aber auch hier wird es sicher ein Lösung geben, sollte das wirklich vorkommen, was ja nicht so sein muss.

    Also, der Arzt heute konnte sich das schon mal nicht vorstellen, dass sie es schaffen würde, hier vor der Türe zu stehen. Dann ist ja auch die Frage, ob sie überhaupt dort alleine raus dürfte oder nur in Begleitung. Denn wenn sie so orientierungslos ist, wäre alleine draußen rumspazieren ja schon fahrlässig.

    Zitat

    Ich glaube aber, dass du dir da viele Gedanken machst. Ich würde in dem Heim anrufen, oder noch besser, selbst dorthin gehen. Vor Ort kann man mit der Heimleitung sprechen und man kann dir sicher weiterhelfen, so dass du ruhiger schlafen kannst bis zu dem Termin.

    Ich werde die Tage vom Heimleiter persönlich angerufen, da noch ein paar persönliche Dinge zu klären sind, die der Betreuer so nicht beantworten kann. Da kann man dann alles Weitere klären. :)z

    Meine Mutter ist gestern gut im Heim gelandet u. war lt. Betreuer auch guter Dinge. :)^ Schauen wir mal, wie es jetzt weitergeht.


    Was mich aber schon wieder bisschen genervt hat: ??Das Heim rief bei mir an (war allerdings eine Pflegekraft). Die wussten weder, dass meine Mutter für immer dort bleibt u. dann fragten sie mich nach der KK-Karte, wo sie ist u. ob ich damit einverstanden bin, dass meine Mutter meinen HA bekommt, da ihrer zu weit weg ist, um ins Heim zu kommen. Ich habe dann auch gesagt, dass meine Mutter einen Betreuer hat u. der die KK-Karte hat. Bei dem HA habe ich zugestimmt. Mein HA hat sich gestern schon sehr "gefreut".?? ;-D :=o


    ??Außerdem rief mich das Kh an, sie hätten noch Sachen von meiner Mutter in einem Schrank der kaum genutzt wird, gefunden. Ob ich die abholen könnte. Da habe ich wieder gesagt, dass sie doch einen Betreuer hat. Und ich außerdem keinen Führerschein, müsste dann durch die halbe Stadt mit der Tram gurken u. zudem nicht so viel Kontakt zu meiner Mutter. Das kann echt nicht sein, die versuchen das doch immer wieder...?? %:|

    So ganz Außen vor ist man nicht, Fix und Foxie, aber du hast ja trotzdem einige Möglichkeiten, um die Sache so zu regeln, dass du sie erst einmal nicht sehen musst.


    Letztendlich ist das Gefühl, sie könnte dir zu Nahe treten, doch recht stark und triggert unerwünschte Gefühle, was verständlich ist.

    Dass sich ein Betreuer selbst nicht um die praktischen Dinge kümmert, hast Du ja bei mir gesehen.


    Aber wenn meine Mutter ins Krankenhaus muss oder zurück ins Heim verlegt wird, werden die Tasche und alle Papiere (auch die KK) immer dem Transport mitgegeben. dass noch was liegenblieb, ist natürlich Pech.


    Ich würde deine Befürchtungen gern zerstreuen, hätte aber wohl dieselben Bedenken. Wir holen meine Mutter nicht mal zu Ausflügen aus dem Pflegeheim, weil ich immer noch die Polizeiaktion im Hinterkopf habe. Unsere Spaziergänge führen uns bestenfalls in den Hof und ums Gelände herum.


    Besteht die Gefahr, dass deine Mutter bei dir auftaucht denn tatsächlich? Deine Mutter hatte Weihnachten Probleme, auf einem ihr bekannten Weg zu Euch zu finden. Kennt sie das Pflegeheim und die Umgebung überhaupt? Und wie einfach ist es, das Heim unbeobachtet zu verlassen?


    Ich kenne die Statistiken nicht. Aber letztendlich ist es zwar so, dass immer mal wieder Berichte über verirrte Heimbewohner durch die Medien gehen, aber im Vergleich zur Zahl dementer Personen sind diese Fälle doch gering.


    Mit der Heimleitung und den Pflegekräften hast Du über deine Ängste sicher inzwischen gesprochen. :°_

    @ Caramala:

    Zitat

    So ganz Außen vor ist man nicht, Fix und Foxie, aber du hast ja trotzdem einige Möglichkeiten, um die Sache so zu regeln, dass du sie erst einmal nicht sehen musst.

    Ja, dass der Betreuer bestimmt Dinge nicht leisten kann (gerade so Sachen über die Persönlichkeit, die nur ich weiß), weiß ich. Aber das wäre nun mal seine Aufgabe gewesen, hat ja aber im Endeffekt dann auch geklappt u. lag auch nicht an ihm, dass es so gelaufen ist.

    Zitat

    Letztendlich ist das Gefühl, sie könnte dir zu Nahe treten, doch recht stark und triggert unerwünschte Gefühle, was verständlich ist.

    Das auf jeden Fall. :)z Deshalb werde ich jetzt auch erst mal nicht alleine dahin gehen. ??Am Samstag jetzt das erste Mal mit meiner Nichte, seit dem 13.02. habe ich sie ja nicht mehr gesehen. Weiß also auch nicht, wie sie jetzt so drauf ist - zumindest mir gegenüber.?? ":/

    @ Taps:

    Zitat

    Dass sich ein Betreuer selbst nicht um die praktischen Dinge kümmert, hast Du ja bei mir gesehen.

    Das ist bei unserem Betreuer eigentlich anders. Er macht das schon alles. Er hat mich jetzt sogar gefragt, wie es mir jetzt damit geht, da hatte er schon Bedenken, dass das alles zu früh für mich ist, dass sie nun schon in ein Heim kommt. Aber ich bin wirklich sehr froh, dass er da ist. Da ist mir eine Riesenlast von den Schultern genommen worden. :)^ Das habe ich ihm auch so gesagt.

    Zitat

    Ich würde deine Befürchtungen gern zerstreuen, hätte aber wohl dieselben Bedenken. Wir holen meine Mutter nicht mal zu Ausflügen aus dem Pflegeheim, weil ich immer noch die Polizeiaktion im Hinterkopf habe. Unsere Spaziergänge führen uns bestenfalls in den Hof und ums Gelände herum.

    Ja, da bin ich eben auch im Zwiespalt. Gerade Ostern, Weihnachten, etc. Wenn ich sie dann hierher hole (was ja dann zu Fuß passieren würde, insofern sie noch so weit laufen kann, bin da ja nicht auf dem aktuellen Stand), bin ich mir dann nicht sicher, ob sie sich überhaupt hierher findet, da ich auch nicht weiß, wie es jetzt um ihre Orientierung bestellt ist. Lt. Ärzten und Betreuer ist das zwar nicht möglich, aber man weiß ja nie. ??Außerdem arbeitet eine Nachbarin von mir in dem Heim. Wenn sie das mitbekommt, dass ich die Tochter bin... Aber das muss man dann klären, dass das nicht gewünscht ist.?? %:|

    Zitat

    Aber wenn meine Mutter ins Krankenhaus muss oder zurück ins Heim verlegt wird, werden die Tasche und alle Papiere (auch die KK) immer dem Transport mitgegeben. dass noch was liegenblieb, ist natürlich Pech.

    Ja, das ist ja auch so. ??Mit der KK-Karte war es nun nur das Pech, dass sie eine neue bekommen hat u. der Betreuer daran nicht mehr gedacht hatte, sie im Kh abzugeben. Und der Schrank war wohl ein sehr selten benutzter, wo ihre Kleidungsstücke gefunden wurden. Ich nehme mal an, sie hat sie selbst da hinein gestellt u. da hat dann keiner geschaut. Nun ja, der Betreuer wollte die Sachen ja heute abholen. Das habe ich also alles geklärt.??

    Zitat

    Besteht die Gefahr, dass deine Mutter bei dir auftaucht denn tatsächlich? Deine Mutter hatte Weihnachten Probleme, auf einem ihr bekannten Weg zu Euch zu finden. Kennt sie das Pflegeheim und die Umgebung überhaupt? Und wie einfach ist es, das Heim unbeobachtet zu verlassen?

    Wie gesagt, lt. Ärzten und Betreuer besteht diese Gefahr nicht, da sie dazu orientiert sein müsste u. das ist sie nicht. Vllt. darf sie auch gar nicht alleine raus, das weiß ich nicht.

    Zitat

    Ich kenne die Statistiken nicht. Aber letztendlich ist es zwar so, dass immer mal wieder Berichte über verirrte Heimbewohner durch die Medien gehen, aber im Vergleich zur Zahl dementer Personen sind diese Fälle doch gering.

    Ich hoffe auch mal, dass dann mehr darauf geachtet wird. Schätze, sie darf dann sowieso nur in Begleitung raus.

    Zitat

    Mit der Heimleitung und den Pflegekräften hast Du über deine Ängste sicher inzwischen gesprochen. :°_

    Nein, ich war bisher noch nicht dort, da ich ihr alleine erst mal nicht begegnen will. ??Aber ich sollte eigentlich von dem Heimleiter angerufen werden, bisher hat er es aber noch nicht getan. Dafür musste ich schon wieder eine Biographie für sie ausfüllen. Diese werde ich dann am WE abgeben dort. Der Betreuer hätte das auch für mich gemacht, aber da ich nun am Samstag eh hingehe, kann ich es dann auch gleich machen.??

    Zitat

    Wenn ich sie dann hierher hole (was ja dann zu Fuß passieren würde, insofern sie noch so weit laufen kann, bin da ja nicht auf dem aktuellen Stand), bin ich mir dann nicht sicher, ob sie sich überhaupt hierher findet, da ich auch nicht weiß, wie es jetzt um ihre Orientierung bestellt ist. Lt. Ärzten und Betreuer ist das zwar nicht möglich, aber man weiß ja nie. ??Außerdem arbeitet eine Nachbarin von mir in dem Heim. Wenn sie das mitbekommt, dass ich die Tochter bin... Aber das muss man dann klären, dass das nicht gewünscht ist.?? %:|

    Damit meinte ich jetzt, wenn sie dann einmal den Weg gegangen ist u. möglicherweise dann denkt, sie kann einfach mal so kommen. :=o

    Zitat

    Wenn ich sie dann hierher hole (was ja dann zu Fuß passieren würde

    Dann lass deinen Mann sie mit dem Auto holen - wenn überhaupt. Oftmals ist es nämlich gar nicht gut, demente Personen überhaupt aus ihrer Routine rauszureißen. Meine Mutter ist da (selbst bei den Kaffeetafeln an ihrem Geburtstag) immer total durch den Wind.

    Zitat

    Dann lass deinen Mann sie mit dem Auto holen - wenn überhaupt. Oftmals ist es nämlich gar nicht gut, demente Personen überhaupt aus ihrer Routine rauszureißen. Meine Mutter ist da (selbst bei den Kaffeetafeln an ihrem Geburtstag) immer total durch den Wind.

    Okay, gut zu wissen.


    Ich war heute mit meiner Nichte das erste Mal wieder bei meiner Mutter. Hab schon ein bisschen einen Schreck bekommen, da ich das Gefühl hatte, dass sie nochmal abgenommen hat. ??Sie hat sich fast die ganze Zeit nur mit meiner Nichte und ihrem Kleinen beschäftigt. Mich hat sie erst mal gar nicht beachtet. Aber damit hatte ich schon gerechnet. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nichts empfunden habe, in mir war alles wie tot. Da merke ich schon, dass der Abstand richtig war, es kommt nichts mehr so nah an mich ran. Ob das natürlich so bleibt, weiß ich nicht.?? ":/ Rollator hat sie nun keinen. Den müsste dann der Betreuer mal mitnehmen. Ich hatte gedacht, dass sie den, den sie in der Psychiatrie bekommen hat, da auch mitnimmt. Konnte ja keiner ahnen. Zahnbürste ist auch irgendwie verschwunden. Aber die hat sie vllt. auch selbst verlegt. ??Sie meinte heute auch, dass alle Fotos weg sind u. dass zwei Männer in ihrem Bett gelegen haben. Die Fotos waren aber alle da. Meine Nichte meinte auch gleich, dass sie da wohl im falschen Zimmer war...?? ;-D ??Sie hat sich auch wieder über irgendwas bei meiner Nichte beschwert und das sie sich das nicht gefallen lässt u. dann zur Polizei geht, damit sie da nicht mehr hin muss. Habe aber nicht richtig mitbekommen, um was es da ging. Wahrscheinlich hat sie sich wieder über jemanden geärgert.?? ;-D :=o

    Oh Mann, was für ein Haufen Bürokratie! Ich bin wirklich sehr froh, dass ich das nicht mehr machen muss. ??Der Betreuer hatte nun die Wohnungskündigung beim Betreuungsgericht beantragt. Das Gericht möchte aber, dass da ein ärztliches Gutachten erstellt wird, aus dem hervorgeht, dass sie nicht mehr alleine wohnen kann. Der Betreuer wollte mit dem Heim klären, ob das mein HA, der sie ja nun schon kennen gelernt hat, machen kann. Das Problem ist nur, dass er ab nächste Woche 2 Wochen Urlaub hat. Wäre natürlich total doof, wenn das nun wieder ein anderer Arzt machen würde, der die Sachlage und meine Mutter nicht so genau kennt. Außerdem wurde ein Verfahrenspfleger bestellt, der die Interessen meiner Mutter bei der Wohnungskündigung vertritt.?? Ich hätte nicht gedacht, dass da so viel dran hängt und sich das alles dann auch noch so in die Länge zieht. %:| Ich hoffe nur, dass dann bald mal alles in trockenen Tüchern ist. So hat man immer das Gefühl, dass da manches nun noch in der Schwebe hängt. :-/


    Übrigens gefiel es meiner Mutter wohl besser in der Psychiatrie und sie vermisst die Leute da. Nun ja, ist ja klar, sie war da ja eine Weile u. muss sich nun erst eingewöhnen.

    Kleines Update: Wohnungskündigung kann nun durchgeführt werden nach Beschluss vom Amtsgericht.


    Habe nun herausgefunden, dass es wohl eher die Ebene ist, auf der es meiner Mutter nicht gefällt. Sie meinte, die Leute wären da oft frech und gemein. (sie wurde wohl von einer Mitbewohnerin angebrüllt, habe dann gesagt, dass sie sich ja mit solchen Leuten nicht abgeben muss) Na ja, ist klar, auf der Ebene sind überwiegend Frauen untergebracht, bzw., lassen sich die Männer da kaum im Aufenthaltsraum blicken. In der Ebene darunter ist das wohl anders, da sind mehr Männer u. lt. meiner Mutter sind alle sehr nett da. Sie sagt, sie wird da gebraucht. Nun ja, in der unteren Ebene steht auch das Klavier und sie kann/konnte ja immer gerne und gut Klavier spielen. Da gehen sie wohl auch oft mit ihr hin. Sie ärgert sich, dass sie nicht alleine raus darf. Da habe ich auch zu ihr gesagt, dass das zu gefährlich ist, da sie die Verantwortung für sie haben, wenn was passiert.


    Ansonsten ist sie sehr orientierungslos. Trotzdem sie noch lesen kann und an ihrer Zimmertür jetzt extra ein großes Bild mit Blumen und ihrem Namen angebracht wurde - außerdem hängen direkt neben ihrer Zimmertür so Holzmasken, was ja ansich schon eine gute Orientierung wäre - findet sie sich nicht in ihr Zimmer. Sie will immer in das Zimmer ggü. gehen, in dem ein Mann wohnt. Auch erzählt sie immer wieder, dass Männer in ihrem Bett lagen, wo sich aber herausgestellt hat (wie wir schon vermuteten), dass sie im falschen Zimmer war. Wenn wir zusammen in ihr Zimmer gehen, hat sie immer Angst, weil da jemand Fremdes drin sein könnte u. wir erst fragen müssten, ob wir da rein dürfen. Wenn ich dann sage, dass es doch aber ihr Zimmer ist, sagt sie: "Achso, ja." Außerdem hat sie Probleme mit der Toilette. Die ist auf dem Zimmer, aber sie weiß trotzdem nie, wo sie ist und sagt dann immer, dass sie ewig einhalten muss u. nicht gehen kann u. dass dann die Schuhe und alles nass ist. ":/ ??Ich denke aber, dass sie dann zu früh wieder aufsteht.?? Auch, als ich das letzte Mal da war, musste ich sie dazu auffordern, auf die Toilette zu gehen, wobei sie mir erzählte, dass sie ja gar nicht so richtig müsste. Das sah aber dann doch anders aus. Als meine Tochter das letzte Mal da war, war sie auch auf dem Gang auf der Toilette u. meinte, dass sie dort immer hingeht u. sich da auch die Haare macht - die Haare waren wohl auch etwas nass. ":/ Sie kann sich aber selbst schon lange nicht mehr die Haare waschen. Ansonsten kann man sich noch relativ normal mit ihr unterhalten, sodass sie einem dann recht normal vorkommt. Dann kommen aber wieder so Aussetzer, bei denen man ganz deutlich merkt, dass es sehr bergab gegangen ist. So auch das letzte Mal. Ich saß neben ihr u. sie sah eine Bewohnerin mit Rollator, da fragt sie mich doch allen Ernstes, ob ich das da bin mit dem Rollator? :-o Ich habe dann zu ihr gesagt, wie ich das sein kann, wenn ich neben ihr sitze. "Achso ja." Danach fing sie trotzdem wieder damit an. 8-) ;-D Auf jeden Fall bin ich heilfroh, dass ich das abgegeben habe. Ich kann hingehen, wann ich möchte und muss mich um nichts mehr kümmern.


    Ansonsten ist sie recht ruhig geworden. Mir ggü. war sie zumindest die letzten Male nicht aggressiv. Aber natürlich zeigt sie auch keine Freude, wenn ich komme oder umarmt mich gar. Das verlange ich aber auch gar nicht, das bin ich ja schon so gewohnt und habe auch genügend Abstand dazu. Nach Hause holen zu Feiertagen, Geburtstagen, etc. werden wir sie nicht. Das haben wir nun so entschieden, dass das besser so ist, zumal sie ja, als sie noch zu Hause wohnte, schon manchmal fast die Treppe herunter gestürzt ist, weil sie da immer hängengeblieben ist. Wir wohnen ja auch im 2. Stock u. ich will da kein Risiko eingehen. Außerdem kann ich so entscheiden, wann ich sie sehen will u. muss mich nicht verpflichtet fühlen, sie zu diesen Anlässen abzuholen. Allerdings merke ich schon durch die Nähe zum Heim, dass ich manchmal ein schlechtes Gewissen habe. Deshalb war ich jetzt die letzten Samstage auch immer bei ihr. Gut, bevor dieses ganze Dilemma begann, war ich ja auch 1 x in der Woche bei ihr. Jetzt wollte ich das eigentlich eingeschränkt lassen nach der Pause von 5 Wochen, doch irgendwie tut sie mir dann wiederum Leid, wenn dann so lange keiner kommt. Ich weiß ja jetzt auch nicht, ob die Alltagsbegleitung auch mal mit ihr raus geht. Wenn ich da bin, gehen wir nach Möglichkeit mal eine kurze Runde.