Im Übrigen hat mir die Alltagsbegleitung heute auch erst wieder gesagt, wie toll meine Mutter heute wieder gegessen hat zum Mittag. Sie isst immer alles auf. Aber sie bekommt ja dort nichts zu essen... ]:D :=o Das war mir natürlich total klar, dass das nicht stimmt, aber das ist schon lustig, auf was für Ideen die alten Leutchen so kommen.

    Mal wieder ein neues Update.


    Meine Mutter hat auf Anhieb den Pflegegrad 3 bekommen. :)^ :)= Die Rente reicht zwar trotzdem nicht für die Heimkosten, obwohl sie eigentlich ganz gut Rente bekommt mit Witwenrente zusammen, aber es ist nicht so arg viel mehr. Ihre Ersparnisse werden dann noch einige Jahre reichen, solange wird sie vermutlich nicht mehr leben. Klar, ist es schon doof, wenn man seine Ersparnisse dann für so was ausgeben muss. Aber lieber gut versorgt, das ist ja für mich auch eine große Entlastung und Beruhigung.


    Am Muttertag war ich mit meiner Tochter und ihrem Freund bei ihr. An dem Tag war sie schon erschreckend stark verwirrt u. wirkte, als würde sie ihre Umgebung gar nicht richtig wahrnehmen. Aber dann kam wieder was von ihr, wo meine Tochter dann meinte, sie wäre wieder ganz die Alte... :=o Die Verfassung ist eben nicht immer gleich. Sie läuft mittlerweile auch mit Rollator sehr schlecht, was aber sicher auch mit an ihren Schmerzen in den Füßen bzw. einem Fuß ??(bei ihr sind alle 10 Zehen durch eine Pfusch-OP im Jugendalter verkrüppelt - Sehnen verkürzt - so was wird ja dann im Alter auch nicht besser)?? zusammenhängen wird. Fluchtpläne hat man trotzdem - sie redet immer davon, abzuhauen - aber da habe ich keine Bedenken. Da sie sich oft nicht mal in ihrem Zimmer auf die Toilette findet, geschweige denn, ihr Zimmer findet, wird sie sich wohl kaum rausfinden. Zudem ist sie noch nie gerne alleine mit dem Fahrstuhl gefahren. Da vorn u. hinten raus aber Stufen rausgehen u. die eine Tür zudem noch mit Alarm gesichert ist, wenn einer rausgeht, wird das wohl kaum passieren, dass sie da flüchtet.


    Der rechtskräftige Beschluss vom Amtsgericht wg. der Wohnungskündigung kam nun auch endlich mal. Da habe ich mich schon drüber geärgert. Die Widerspruchsfrist war am 27. April ausgelaufen. Da hätte das Amtsgericht ja mal in die Pötte kommen können, sodass eine Kündigung noch im April möglich gewesen wäre. Aber nein, erst, nachdem ich beim Betreuer nachgefragt habe, hatte er es auf einmal dann vorgestern in der Post. Das lag aber eindeutig am Amtsgericht, was am Stempel auf dem Schreiben zu erkennen ist. %-| So hat der Betreuer nun heute gekündigt. Die Wohnungsbaugesellschaft hat nun aber soweit eingelenkt, dass, wenn das Bad vor einigen Jahren neu eingebaut wurde, die Wohnung bis Ende Juni besenrein übergeben werden kann. Ansonsten nutzen sie die Kündigungsfrist bis August zur Modernisierung. So viel ich weiß, wurde das Bad vor Einzug meiner Eltern eingebaut. Ob das bei der Wohnungsbaugesellschaft noch als neu zählt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber es ist komplett u. recht modern gefliest u. noch in einwandfreiem Zustand, mal abgesehen vom Waschbecken (wofür man ja aber nicht das Bad aufhacken muss, das ist ne Sache von vllt. ner Stunde, ein neues einzubauen) und der Abfluss von der Wanne sieht nicht mehr so schön silber aus. Aber auch das wäre ja schnell zu beheben. Das wäre natürlich super, wenn die Wohnung bis nächsten Monat schon geräumt werden könnte. So würde meine Mutter sich zumindest zwei Monatsmieten sparen. Mit der vollen Kündigungsfrist hätte sie dann ja 7 Monate für eine leerstehende Wohnung die volle Miete gezahlt! :-o 5 reichen ja auch schon dicke. Haushaltsauflösung ist ja dann auch nicht umsonst. Nun, das werden der Betreuer und ich dann nächste Woche nochmal besprechen. Ich habe ihm nun vorgeschlagen, einen Ortstermin mit der Wohnungsbaugesellschaft zu vereinbaren, dass sie sich das Bad anschauen können.

    Ist zwar schon eine Weile her. Aber danke fürs Update Fix und Foxie. Ich lese hier gerne mit. Das mit dem Essen kenne ich auch. "Ich habe den ganzen Tag nichts gegessen, weil XY mich davon abgehalten hat." Stimmt natürlich nicht.

    Hallo Caramala,


    das freut mich, dass du hier noch mitliest. Ich werde auch weiterhin hier immer wieder mal schreiben. So als Dokumentation für mich, wie der Weg so war. Manches vergisst man ja auch wieder. Und vllt. ist dieser Faden ja auch für Andere hilfreich mit dementen Angehörigen, was man alles bedenken muss, was da alles so auf einen zukommen kann und wie so ein Weg aussehen kann.




    Leider hat sich die Wohnungsbaugesellschaft nun nicht an die Vorankündigung gehalten, dass wir Ende diesen Monats die Wohnung besenrein übergeben können. >:( Sie wollen nun doch, dass die Kündigungsfrist bis Ende August eingehalten wird u. dementsprechend die volle Miete bezahlt. Da sind wir dann also bei 7 Monaten Miete zahlen für eine leerstehende Wohnung. :(v Ich habe den Betreuer nun trotzdem gebeten, dass er die Wohnungsschlüssel schon alle übernimmt, da ich nicht mehr in die Wohnung möchte. Das fällt mit der Zeit auch immer schwerer, es hängen ja doch einige Erinnerungen daran u. ich weiß, dass meine Mutter nie wieder in die Wohnung zurückkehren wird. Ich bin echt froh, dass es den Betreuer gibt u. er eine Haushaltsauflösung bestellt. Ich habe dort in der Wohnung schon wie verrückt geräumt u. trotzdem ist noch genug da. Einiges habe ich schon in gelbe Säcke gemacht, dass das nicht mehr aus den Schränken ausgeräumt werden muss. Vieles schon auch entsorgt. Aber das ist nicht so einfach. Nicht alles kann in den Restmüll u. das, was rein konnte, ging oft nicht rein, weil jedes Mal, wenn ich dann kam, die Tonne randvoll war... %-| Vorher wird der Betreuer sich noch einige Möbelstücke aus der Wohnung holen für andere zu Betreuende, die keine Möbel besitzen und nicht viel Geld haben. Für einen Teil wird er mir noch ein bisschen was geben. Ich war echt erstaunt, dass er selbst Uraltmöbel ins Auge gefasst hat, die tlwse. schon nicht mehr richtig funktionieren und auch so schon etwas ramboniert aussehen. Das kann er natürlich alles kostenlos haben, wie auch Fernseher, Besteck, Geschirr und andere diverse Sachen, die er sonst noch braucht. Am Dienstag wird er also die Schlüssel abholen und dann geht wieder ein Abschnitt zu Ende.


    Letzte Woche Donnerstag war ich mit meiner Tochter das letzte Mal im Heim und da waren wir schon sehr erschüttert. Meine Mutter saß mit runtergelassener nasser Hose halbnackt auf dem Bett in ihrem Zimmer. Ihrer Meinung nach hatte es reingeregnet, aber es war ganz eindeutig, was es war. Die Pfützen gingen vom Bad bis ins Zimmer. Auch eine Woche zuvor meinte sie schon, es hätte ja so geregnet, als ich ihre nassen Schuhe auf dem Fensterbrett vorfand, da hatte ich mir schon so was gedacht. Nun wollte sie natürlich, dass ich ihr die Hose ausziehe... %:| Ich habe es dann auch getan, aber schön ist natürlich was anderes. Da der Schrank sonst immer abgeschlossen war u. der Schlüssel an einem Nagel an der Wand hing, ich ihn aber nicht vorfand, saß meine Mutter nun also halbnackt da. Schlüpfer hatte sie auch keine an, ob sie die selbst ausgezogen hat oder von vornherein keine anhatte, ist mir nicht bekannt. Da sie schon seit Jahren immer über Bauchschmerzen klagt u. ihr immer alles zu eng am Bauch ist, kann es auch sein, dass sie ihr gar nicht erst eine angezogen haben. Ich habe dann geklingelt, da aber scheinbar nur eine Schwester da war, hat es gedauert. Die Schwester wollte ihr dann eine Hose anziehen, hat aber erst mal nur eine zerschnittene neue! Hose gefunden. Nun ist mir auch klar, warum sie meiner Mutter die Nagelscheren weggenommen haben. Da meiner Mutter eben am Bauch immer alles zu viel ist, hat sie sich damit scheinbar ausgeholfen. ":/ Mit dem Klingeln - das scheint bei ihr auch nicht mehr zu funktionieren. Hätte ich nicht geklingelt, hätte sie wohl bis zum Abendbrot so halbnackt dagesessen. (war am späten Nachmittag, als wir da waren) Wie man dem entgegen wirken kann, weiß ich auch nicht. Ob Doppelzimmer so eine gute Idee ist, ist die Frage. 1., müsste die Mitbewohnerin dann fitter sein als sie - die meisten sind ja doch dement auf der Station - und 2., verträgt sich meine Mutter ja nicht so gut mit anderen. Es wäre nur blöd, wenn mal etwas gravierenderes wäre u. sie dann nicht im Stande ist, zu klingeln. Aber der Betreuer will da am Montag einiges nochmal abklären. Mit Pipi machen hatte es meine Mutter ja von Anfang an, seitdem sie im Heim ist. Sie meinte immer, dass das blöd wäre, dass man da immer gehen muss u. dass dann immer alles in die Schuhe läuft. Zu der Zeit nahm ich aber noch an, dass sie nicht lange genug auf der Toilette sitzen bleibt. Es kommt ja aber auch noch hinzu, dass sie sich tlwse. noch nicht mal auf die Toilette in ihrem Zimmer findet.


    Da meine Mutter ja auch immer über Bauchschmerzen klagt und uns aufgefallen war, dass ihr Bauch auch total aufgetrieben ist, habe ich am Dienstag mit meinem HA darüber gesprochen. Mir wäre es ja lieber gewesen, der Betreuer hätte das gemacht, aber er meinte, ich würde meine Mutter besser kennen. Die Konstellation ist allerdings schon ungünstig, dass mein HA nun auch ihrer ist. Ich hatte ihm ja viel über meine Mutter erzählt, bevor man ahnen konnte, dass sie seine Patientin wird. Nun wird, wenn ich Beschwerden habe, das gerne auf die Psyche oder Stress wg. meiner Mutter geschoben. :-X Mein HA hatte einen Tag vorher bei ihr Blut abgenommen u. gemeint, die Werte wären topp und dass er immer wieder ganz erstaunt wäre, wie fit sie noch für ihr Alter wäre u. wie sie immer noch über den Gang "rennt". Also, sie läuft in unseren Augen sehr schlecht u. es sind auch eher nur Trippelschritte, was sowohl für Demenz typisch ist, aber auch daher rühren könnte, dass sie Probleme mit den Füßen hat. Er wollte sie sich also dann nochmal anschauen am Dienstag, meinte aber auch gleich, dass er ihr keine schädigenden Substanzen verabreichen wird und Medis auch nur, inwieweit sie es zulässt. Zudem meinte er, dass das auch Gär- u. Gasprozesse im Bauch sein könnten. Wenn er nichts schwerwiegendes finden kann, wollte er sie ungerne als Notfall ins Kh einweisen. Zu näheren Untersuchungen müsste sie in seine Praxis, z. B. zum US u. das wird sie nicht zulassen. Außerdem meinte er, dass das Leben endlich wäre u. es nicht mehr lange gehen wird. So fit, wie sie aber gerade noch ist, könnte sie auch noch 96 werden. Das kann man aber nicht so genau sagen, da es sich von einem auf den anderen Tag ändern kann. Da sie vorher immer Movicol bekam, war ich mir auch nicht so sicher, wie es mit Stuhlgang aussieht, da das auch schwer zu kontrollieren sein wird, da sie ja noch größtenteils selbstständig auf die Toilette geht. Der Doc meinte aber, dass er ihr schon was abführendes verschrieben hat. Na ja, mal schauen, was der Betreuer nun so am Dienstag berichtet. Morgen werde ich mit meiner Tochter und ihrem Freund nochmal hingehen. Zur Zeit fällt mir das aber immer schwerer, wenn man so den Verfall sieht u. ja, das Gemoser bekomme ich immer noch ab. Wo wir beim nächsten Punkt wären.


    Meiner Mutter gefällt es in dem Heim nicht und sie möchte nicht da bleiben. Alle sind böse und gemein, das Essen schmeckt nicht, den Fraß will sie nicht essen und muss immer essen (sie meinte auch, sie müsste Schwein essen. Habe es jetzt mal dem Betreuer mitgeteilt, da meine Mutter nun mal kein Schwein isst. Er wollte es dann auch mit ansprechen), sie muss dort immer nur arbeiten u. alles machen. Ständig würden sie sie holen. Sie spricht auch dauernd jetzt von ihrer Heimat- u. Geburtsstadt - in der auch ich 20 Jahre aufgewachsen bin - dass sie dahin will. Aber irgendwie denkt sie, dass das gleich um die Ecke ist u. dass das mit ihrer christlichen Gemeinde zusammenhängt. Jedenfalls bringt sie das immer zusammen. Sie sagt auch immer wieder, dass alleine besser wäre u. sie alles alleine machen könnte... :=o Ich versuche das immer, größtenteils zu ignorieren. Aber immer klappt das nicht, wenn immer und immer wieder bei mir gemeckert wird und über andere hergezogen wird, die manchmal in unmittelbarer Nähe sind. Da schäme ich mich auch manchmal ganz schön für sie. Gut, das war früher ja auch nicht anders. Aber jetzt macht sie es offensichtlicher. Sie sieht mich auch weiterhin in der einen alten Frau u. erzählt ständig, dass ich da war... 8-) Ständig muss ich mir auch anhören, dass sich nie einer um sie kümmert. Nun ja, wenn sie nicht klingelt, wenn sie ein Problem hat, kommt ja auch nicht dauernd jemand. Ansonsten gehen die Pflegekräfte sehr liebevoll mit ihr um, sie wird immer gestreichelt und auch lieb behandelt - zumindest, wenn ich da bin. Aber da ich in diesem Heim schon mal Praktikum gemacht habe u. da eher Außenstehender war u. da auch einen guten Eindruck hatte, denke ich, dass das auch sonst der Fall sein wird. Meine Mutter war ja nur noch nie leicht zufrieden zu stellen. Wenn dann aber eine Pflegekraft, Alltagsbegleitung, etc. da ist, ist meine Mutter zuckersüß. Das konnte sie früher auch schon gut. Kein Wunder also, dass sie dort alle lieben... ;-D


    Meine Mutter denkt ständig, dass sie beklaut wurde, weil sie immer wieder Dinge nicht findet. Aber mir ist aufgefallen, dass sie plötzlich 3 Brillen hat u. sie hatte immer nur 2. Auch das Brillenetui ist definitiv nicht ihres. ;-D Da muss ich auch nochmal nachfragen. Bei ihr ist jedenfalls nichts verschwunden.


    Telefonieren klappt nicht mehr, dazu müsste sie auch vor jede Telefonnummer eine 0 vorwählen. Deshalb habe ich ihr vorsichtshalber gar nicht erst ihr Adress- u. Telefonbüchlein mitgegeben. Mich anzurufen klappt also nicht mehr und ich rufe sie auch nie an. Ich gehe hin, wenn ich mal Lust habe, damit geht es mir besser.


    Wir spielen auch mit dem Gedanken, wieder in die alte Heimat zurückzukehren. Das wird zwar nicht von heute auf morgen werden, aber wenn sie dann noch leben sollte, ist dann nur noch meine Tochter in ihrer Nähe. Man ist jetzt doch schon freier in seinen Entscheidungen in diese Richtung. Für mal kurz besuchen ist es dann für mich auch zu weit.

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    Ich werde auch weiterhin hier immer wieder mal schreiben.

    Nur zu!

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    Leider hat sich die Wohnungsbaugesellschaft nun nicht an die Vorankündigung gehalten…Sie wollen nun doch, dass die Kündigungsfrist bis Ende August eingehalten wird.

    Ist ärgerlich, aber da kann man wohl nichts machen. Alles andere wäre ja Entgegenkommen ihrerseits gewesen.

    Zitat

    Das fällt mit der Zeit auch immer schwerer, es hängen ja doch einige Erinnerungen daran u. ich weiß, dass meine Mutter nie wieder in die Wohnung zurückkehren wird.

    Lass solche Gedanken nicht zu lange zu. Mich hat die ganze Räumerei ziemlich mitgenommen. Man zieht einen gewissen Schlussstrich, wenn das Thema Wohnung mit der letzten Betriebskostenabrechnung erledigt ist. Aber das ist ja Betreuersache. Gib ihm also die Schlüssel und schließe mit dem Thema innerlich ab.


    Ich träume heute noch von Situationen, die in der Wohnung meiner Mutter spielen. Ist wohl kein Wunder, meine Mutter hat da schon vor meiner Geburt gewohnt. Ich kannte sie in keiner anderen Umgebung. Sie und die Wohnung gehörten für mehr als 50 Jahre einfach zusammen.

    Zitat

    Nicht alles kann in den Restmüll u. das, was rein konnte, ging oft nicht rein, weil jedes Mal, wenn ich dann kam, die Tonne randvoll war...

    Ich hatte nach einigen Wochen die Leerungszeiten (auch für die Papiertonne) rausbekommen.


    Obwohl wir damals vieles selbst weg gebracht bzw. für die Firma stehen lassen haben, kam doch einiges zusammen, was sofort entsorgt werden musste. Da kam dann auch eine Nachbarin (die mich nicht kannte) wie eine Furie angeschossen, wie ich es wagen könne usw.


    :=o Ich habe die Tonne ja nicht randvoll hinterlassen. Manchmal hat man eben mal etwas mehr.


    Ich finde es immer gut, wenn Dinge (auch unabhängig von einer Bezahlung) noch zu etwas nutze sind. Meine Mutter hatte ihr Hab und Gut bis zum letzten Tag gepflegt, aber 70er-Jahre-Zeugs wollte kein Mensch. Nur das Geschirr und Besteck wird von meinen Kindern/ bei uns im Büro noch täglich genutzt.

    Zitat

    … wie sie immer noch über den Gang "rennt". Also, sie läuft in unseren Augen sehr schlecht…

    Die Wahrnehmungen sind halt verschieden.


    In den Augen von Ärzten und Personal ist es wohl normal, dass die Bewohner eines Pflegeheims mehr und mehr abbauen. Nur uns als Angehörige fällt es schwer, dem langsamen Verfall zuzusehen. Ich versuche inzwischen, jeden Besuch zu nehmen, wie er kommt.


    Wie Du deine Mutter vorgefunden hast ist zwar unschön, aber nicht zu ändern.


    Nein ein Doppelzimmer ist keine Garantie, dass das besser klappt. Meine Mutter hatte bisher nur eine Mitbewohnerin, die soweit klar war, dass sie hätte helfen können. Aber meine Mutter hält sie sich nur zum Schlafen in ihrem Zimmer auf. Solange sie nicht zu krank zum Aufstehen ist, wird sie im Aufenthaltsraum "geparkt". Da kann sie dann auch keinen Unsinn anstellen. Früher hätte sie sich lieber verkrochen, heute scheint ihr das egal zu sein.


    Lass deine Mutter meckern. Von den kleinen Mussständen mal abgesehen (eine 1:1-Betreuung rund um die Uhr ist nun mal nicht möglich), scheint es deiner Mutter ja gut zu gehen. In einem anderen Heim würde sie genauso rummosern, egal wie liebevoll man mit ihr umgeht. Es gibt zu dem Heimaufenthalt nun mal keine Alternative. Also mach dir nicht zu viele Gedanken um Dinge, die nicht zu ändern sind.


    Was das Schwein betrifft, ist das jetzt aus religiösen Gründen oder mag sie es nur nicht?


    Ohne nähere Untersuchungen wird man auch nicht rausfinden können, ob ihre Bauchbeschwerden von irgendwelchen Unverträglichkeiten kommen oder auch nicht. Und selbst wenn, solange es sich nicht um spezielle Diäten handelt, es ist schwierig, das durchzusetzen.


    Meine Mutter hat vor dem Heimaufenthalt auch dieses oder jenes nicht gegessen. Viele Gerichte waren bei uns früher vom Speiseplan einfach ausgenommen. Ich habe bei der Heimaufnahme auch alle Abneigungen fein auf dem Fragebogen notiert. Es war für die Katz. Das Personal denkt da einfach nicht dran.


    Und was soll ich sagen? Heute schaufelt meine Mutter alles in sich rein, was man ihr vorsetzt.


    Essen das sie wirklich ungenießbar findet, wird sie (so meine Vermutung) schon verweigern.

    Zitat

    Sie muss dort immer nur arbeiten u. alles machen. Ständig würden sie sie holen.

    Das ist vermutlich alles halb so wild.


    Meine Mutter hat anfangs mal ganz entsetzt zu mir gesagt "stell dir vor, die alten Frauen MUSSTEN Sport machen". Nun ja, ich konnte selbst schon beobachten, wie begeistert und eifrig sie an solchen spielerischen Übungen und am Singen teilnimmt.

    Zitat

    Sie spricht auch dauernd jetzt von ihrer Heimat- u. Geburtsstadt .. Aber irgendwie denkt sie, dass das gleich um die Ecke ist.

    Animiere sie doch einfach zum Weiterreden, indem Du gezielte Fragen stellst. Dann wird sie von ihrer Forderung (da hin zu wollen) abgelenkt.

    Zitat

    Meine Mutter denkt ständig, dass sie beklaut wurde, weil sie immer wieder Dinge nicht findet. Aber mir ist aufgefallen, dass sie plötzlich 3 Brillen hat u. sie hatte immer nur 2. Auch das Brillenetui ist definitiv nicht ihres.

    Ach, da ist die gute Brille meiner Mutter also gelandet. ;-)


    Aber so ist das mit dementen Menschen – und dem dein und mein- eben.


    Mir ist aufgefallen, dass auch durch die Pflegekräfte immer wieder mal was falsch einsortiert wird. Und ich schließe auch nicht ganz aus, dass beim Bewohnerwechsel das ein oder andere dann durch die Angehörigen

    mit eingesackt wird.


    Manches taucht nach Monaten wieder auf, einiges nie. Meine Mutter hat auch öfter mal Kleidung an, die nicht ihre ist. Ich kenne logischerweise jedes Einzelne ihrer Kleidungsstücke.


    Inzwischen denke ich über den Schwund gar nicht mehr nach. Schont die eigenen Nerven.

    Zitat

    Telefonieren klappt nicht mehr… und ich rufe sie auch nie an.

    Ich weiß gar nicht, ob bei meiner Mutter überhaupt ein Heimbewohner ein eigenes Telefon im Zimmer hat – wenn ja, dann vermutlich eher ein Handy. Bei meiner Mutter stellte sich die Frage ohnehin nicht, da telefonieren sowieso noch nie ihr Ding war. Mein Onkel hat mal versucht bei ihr (also eigentlich das Heim) anzurufen und die haben meiner Mutter dann das Telefon gebracht. Laut Aussage des Personals, hat sie das Teil nur angestarrt und den Sinn nicht mehr begriffen.

    Zitat

    Ich gehe hin, wenn ich mal Lust habe, damit geht es mir besser.

    Tu einfach, was dir gut tut. Und wenn eure Umzugspläne irgendwann mal aktueller sind,

    wirst Du ja sehen, wie es um deine Mutter steht.

    Hallo Taps,


    das freut mich sehr, dass auch du noch hier mitliest! :-)

    Zitat

    Ist ärgerlich, aber da kann man wohl nichts machen. Alles andere wäre ja Entgegenkommen ihrerseits gewesen.

    Ja, ich weiß. War ja auch nur eine mündliche Aussage. Aber schön wäre es doch gewesen. Die Wohnungskündigung hat sich ja nun doch ganz schön hingezogen - wenn man bedenkt, dass meine Mutter nun schon seit dem 07.02. gar nicht mehr in der Wohnung lebt... %:|

    Zitat

    Lass solche Gedanken nicht zu lange zu. Mich hat die ganze Räumerei ziemlich mitgenommen. Man zieht einen gewissen Schlussstrich, wenn das Thema Wohnung mit der letzten Betriebskostenabrechnung erledigt ist. Aber das ist ja Betreuersache. Gib ihm also die Schlüssel und schließe mit dem Thema innerlich ab.

    Ja, ich habe ja auch sehr viel geräumt, musste ja auch schauen, ob irgendwo darunter noch was wertvolles ist. Mein Vater hatte ja noch hunderte Dias. Die habe ich aber ungesehen weggeworfen. Alles kann man ja nicht aufheben. Dann noch um die 30 Fotoalben (habe sie nicht gezählt, können sogar noch mehr gewesen sein) und Fototaschen, die mussten auch erst mal alle durchforstet werden, was man da an Erinnerungen noch mitnimmt. Die lagen dann noch recht lange dort in der Wohnung rum, da meine Nichte und meine Tochter sich auch noch Bilder mitnehmen wollten u. meine Nichte ja nur selten mal kommen kann. Dann viele handgeschriebene Sachen sowohl von meiner Mutter (das waren dann aber eher Briefe oder Sachen, die sie sich aufgeschrieben hat, wenn sie sich geärgert hat (sie hat sich ja schon immer alles gerne aufgeschrieben)), als auch meinem Vater. ??Er hat viel selbst gedichtet, habe aber auch noch ein Kriegstagebuch in Sütterlinschrift gefunden. Bzw., ist es nur angefangen. So was ist ja dann doch nochmal ganz interessant. Alles kann ich da aber nicht lesen.?? Dann auch noch Akten von meinem Bruder, der schon vor 27 Jahren verstorben ist. Das habe ich erst mal mit nach Hause genommen u. muss da erst mal noch durchschauen u. sortieren. Ich bin wirklich froh, dass das eine Haushaltsauflösung macht u. ich mich auch nicht mehr darum kümmern muss. Alleine alles da auszuräumen wäre ne echte Lebensaufgabe geworden... :-o Was ich alleine für Aktenberge da auch vernichtet habe und wie viel weggeschmissen u. dennoch sieht es dort immer noch total chaotisch aus (musste ja die meisten Sachen dennoch aus den Schränken räumen, um zu schauen, ob noch was wichtiges darunter ist, einige gelbe Säcke habe ich aber wieder in den Schränken verstaut, dass es da nicht mehr ganz so chaotisch aussieht...). Morgen kommt der Betreuer und holt die Schlüssel bei mir ab.

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    Ich träume heute noch von Situationen, die in der Wohnung meiner Mutter spielen. Ist wohl kein Wunder, meine Mutter hat da schon vor meiner Geburt gewohnt. Ich kannte sie in keiner anderen Umgebung. Sie und die Wohnung gehörten für mehr als 50 Jahre einfach zusammen.

    Das tut mir Leid. :°_ Ist aber verständlich, dann bist du ja auch in der Wohnung dort aufgewachsen u. verbindest damit viel mehr Erinnerungen als ich. Meine Eltern bzw. die letzten Jahre ja nur noch meine Mutter, haben dort 13 Jahre gelebt. Wir haben dort natürlich Geburtstage, Ostern, Weihnachten, etc. gefeiert u. sie dort auch immer wieder mal besucht. Aber so viel wie du verbinde ich nicht mit der Wohnung. Ich habe, seitdem wir hier in der Stadt wohnen, nur noch kurz mit meinen Eltern zusammengelebt. Nach 1 Jahr sind mein jetziger Mann und ich dann zusammengezogen. Ich verbinde mit der Wohnung auch gar nicht mal so die schönen Erinnerungen, sondern, wie oft mir mulmig war, wenn ich dorthin gefahren bin, was ich jetzt wohl wieder falsch gemacht haben werde... Und die letzte Zeit war ja eh nichts mehr richtig. Das hängt eben auch noch nach u. ich bin immer irgendwie angespannt, wenn ich dann wieder in die Richtung fahren muss. Das ging mir auch heute so, als ich auf den Friedhof pflanzen gefahren bin zu meines Vaters Grab. Da muss ich in die gleiche Richtung fahren, der Friedhof ist nicht so weit weg von ihnen.

    Zitat

    Ich hatte nach einigen Wochen die Leerungszeiten (auch für die Papiertonne) rausbekommen.

    Das wäre natürlich ein einfaches gewesen, da mal im Internet nach den Leerungszeiten zu schauen... Na ja, das eine Mal hatte ich Glück, da habe ich dann einige Säcke Dias weggeworfen.

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    Obwohl wir damals vieles selbst weg gebracht bzw. für die Firma stehen lassen haben, kam doch einiges zusammen, was sofort entsorgt werden musste. Da kam dann auch eine Nachbarin (die mich nicht kannte) wie eine Furie angeschossen, wie ich es wagen könne usw.

    Ich habe ja die letzten Jahre schon einiges geräumt, als mein Vater verstorben war. Aber das war alles gar nicht zu schaffen. Vor allen Dingen, weil meine Mutter zwar immer gesagt hat, dass wir mal was räumen müssen, es dann aber nicht zugelassen hat... %-| Also, ging das hauptsächlich nur, wenn sie nicht da war - und sie war leider fast immer da... :=o

    Zitat

    :=o Ich habe die Tonne ja nicht randvoll hinterlassen. Manchmal hat man eben mal etwas mehr.

    Ja, ich habe sie auch nie randvoll hinterlassen... ;-)

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    Ich finde es immer gut, wenn Dinge (auch unabhängig von einer Bezahlung) noch zu etwas nutze sind. Meine Mutter hatte ihr Hab und Gut bis zum letzten Tag gepflegt, aber 70er-Jahre-Zeugs wollte kein Mensch. Nur das Geschirr und Besteck wird von meinen Kindern/ bei uns im Büro noch täglich genutzt.

    Ja, das finde ich auch. So hat man auch noch ne gute Tat vollbracht u. anderen, die nicht so viel haben, damit geholfen. :)z

    Ich antworte jetzt auch mal in zwei Schritten.


    Aber irgendwie spinnt das hier beim Zitat schreiben. Jedes Mal, wenn ich auf das Zitatzeichen klicke, wird der Absatz nicht akzeptiert u. immer am Textende das Zitatzeichen gesetzt, obwohl ich vorher nen Absatz gemacht habe. Dann muss ich das jedes Mal nach unten schieben... %-|

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    Die Wahrnehmungen sind halt verschieden.


    In den Augen von Ärzten und Personal ist es wohl normal, dass die Bewohner eines Pflegeheims mehr und mehr abbauen. Nur uns als Angehörige fällt es schwer, dem langsamen Verfall zuzusehen. Ich versuche inzwischen, jeden Besuch zu nehmen, wie er kommt.

    Ja, als Angehöriger ist das natürlich nochmal was anderes. Ärzte sehen schlimmeres... ;-) Gestern war sie wieder sehr böse zu mir... Aber was sage ich ihr auch, dass sie nicht mehr nach Hause kann, als sie meinte, dass sie wieder heim will... Da war ich natürlich wieder mal an allem Schuld... Da habe ich schon gleich keine Lust mehr, hinzugehen. Aber wir fahren am Samstag eh in die alte Heimat u. ich habe dort gleich schon im Heim Bescheid gegeben, dass wir mal 8 Tage nicht da sind und ich eben noch nicht weiß, ob ich es diese Woche noch schaffe, nochmal zu kommen. Schaffen würde ich es schon, aber keine Lust... 8-) :=o Hoffe nur, dass nicht gerade dann was ist u. wir wieder zurückkommen müssen. Man weiß ja nie... Aber wer noch so auf Prass ist, dem kann es ja nicht sooo schlecht gehen... ]:D

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    Wie Du deine Mutter vorgefunden hast ist zwar unschön, aber nicht zu ändern.

    Ja, das ist klar...

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    Nein ein Doppelzimmer ist keine Garantie, dass das besser klappt. Meine Mutter hatte bisher nur eine Mitbewohnerin, die soweit klar war, dass sie hätte helfen können. Aber meine Mutter hält sie sich nur zum Schlafen in ihrem Zimmer auf. Solange sie nicht zu krank zum Aufstehen ist, wird sie im Aufenthaltsraum "geparkt". Da kann sie dann auch keinen Unsinn anstellen. Früher hätte sie sich lieber verkrochen, heute scheint ihr das egal zu sein.

    Meine Mutter war die erste Zeit im Heim ständig unterwegs. Jetzt ist sie jedes Mal in ihrem Zimmer gewesen, wenn wir kamen. Na ja, sie muss ja auch in die Stadt zum Essen gehen... ]:D Gestern meinte sie auch, dass sie sich noch nicht mal beim Friseur was zu Essen kaufen kann... :=o Sie war beim Friseur gewesen, da hat sie da wohl irgendeine Verbindung gesehen. Auch hatte sie mich gestern da schon wieder im Heim gesehen - mit Rollator. Als ich dann meinte, dass ich das nicht war, sondern dass sie mich immer mit Fr. XY verwechselt, meinte sie: "Nö, ich verwechsel' dich doch nicht, das weiß ich doch, dass die das ist - die sagen immer Fr. XZ zu ihr (nicht ganz den gleichen Namen wie ich gesagt, aber halt nachgeplappert, nur etwas abgeändert), die ist doch...! (da hat sie dann einen Vogel gezeigt... ]:D)


    Nein, ich denke auch, Doppelzimmer wird nicht viel bringen, da die meisten eben selbst nicht mehr geistig so fit sind... Aber mal sehen, was der Betreuer morgen sagt.

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    Lass deine Mutter meckern. Von den kleinen Mussständen mal abgesehen (eine 1:1-Betreuung rund um die Uhr ist nun mal nicht möglich), scheint es deiner Mutter ja gut zu gehen. In einem anderen Heim würde sie genauso rummosern, egal wie liebevoll man mit ihr umgeht. Es gibt zu dem Heimaufenthalt nun mal keine Alternative. Also mach dir nicht zu viele Gedanken um Dinge, die nicht zu ändern sind.

    Natürlich, das weiß ich auch. Egal, wo sie wäre, überall wäre es Mist. War ja vorher auch nie anders. Außer, wenn sie im Urlaub war... Kh, Reha, Pflegeheim, Pflegedienst - das war alles schon immer Sch****... 8-) Das rührt mich auch nicht groß u. ich gehe auch gar nicht darauf ein. Mit Ausnahme von gestern, als sie meinte, sie will heim. Hätte es ja eigentlich wissen müssen, wie sie da reagiert...

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    Was das Schwein betrifft, ist das jetzt aus religiösen Gründen oder mag sie es nur nicht?

    Beides. Muss aber auch sagen, dass der Speiseplan schon sehr schweinefleischlastig ist u. ich es ihr da sogar glaube. Wenn es von zwei Gerichten zum Mittag da gar keine Alternative zu Schweinefleisch gibt, läuft da schon irgendwas verkehrt. Auch Abendbrot ist meistens Schweinewurst dabei. Sie wird ja nicht die Einzige sein, die kein Schweinefleisch ist. Gut, ist vllt. als Deutsche auch eher ungewöhnlich, aber ich denke schon, dass es da auch noch andere gibt, die das nicht mögen. Mir ist klar, dass sie wg. einer Person nicht den Speiseplan ändern werden, aber es sollte doch zumindest eine Alternative zu Schweinefleisch geben. So schwer kann das ja nicht sein. Es gibt ja auch Tage, da gibt es überhaupt kein Schweinefleisch bei beiden Gerichten.

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    Ohne nähere Untersuchungen wird man auch nicht rausfinden können, ob ihre Bauchbeschwerden von irgendwelchen Unverträglichkeiten kommen oder auch nicht. Und selbst wenn, solange es sich nicht um spezielle Diäten handelt, es ist schwierig, das durchzusetzen.

    Das sehe ich auch so. Sie hat die Schmerzen ja schon seit 2012 und außer Divertikeln im Darm, immer mal Polypen u. chron. Gastritis ist nie was gefunden wurden. Natürlich können die Divertikel auch Probleme machen. Hatte (und habe immer noch Restdivertikel nach OP) ja selbst welche. Auch chron. Gastritis habe ich. Trotzdem macht mein Bauch nicht so ne Revolte wie ihrer. Ich habe schon auch oft Probleme, aber es kommt eben auch immer darauf an, wie sehr man sich darauf dann fixiert. Scheint ja nicht so was gravierendes zu sein, sonst hätte der Doc sie ins Kh eingewiesen. Na ja, der Betreuer berichtet mir ja vllt. morgen dann, er wollte ja heute ins Heim.

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    Meine Mutter hat vor dem Heimaufenthalt auch dieses oder jenes nicht gegessen. Viele Gerichte waren bei uns früher vom Speiseplan einfach ausgenommen. Ich habe bei der Heimaufnahme auch alle Abneigungen fein auf dem Fragebogen notiert. Es war für die Katz. Das Personal denkt da einfach nicht dran.


    Und was soll ich sagen? Heute schaufelt meine Mutter alles in sich rein, was man ihr vorsetzt.


    Essen das sie wirklich ungenießbar findet, wird sie (so meine Vermutung) schon verweigern.

    Meine Mutter war schon immer (zumindest die letzten Jahre) ein Wenigesser und sehr mäklig. Soll aber im Heim auch ganz gut essen. Aber sie sagt ja, sie MUSS das Schweinefleisch da essen. Das fände ich dann auch nicht okay.

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    Essen das sie wirklich ungenießbar findet, wird sie (so meine Vermutung) schon verweigern.

    Ich glaube, das traut sie sich nicht. So großmaulig sie bei mir ist, so klein ist sie oft bei Fremden dann. Gut, wenn sie sie ne Weile kennt, dann auch nicht mehr. Ich habe ihr auch schon ein paar Mal gesagt, dass sie doch nicht aufessen muss, wenn sie nicht mehr mag. (weil sie immer sagt, dass sie immer alles essen muss)

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    Das ist vermutlich alles halb so wild.


    Meine Mutter hat anfangs mal ganz entsetzt zu mir gesagt "stell dir vor, die alten Frauen MUSSTEN Sport machen". Nun ja, ich konnte selbst schon beobachten, wie begeistert und eifrig sie an solchen spielerischen Übungen und am Singen teilnimmt.

    Die haben dort schon jeden Tag "Programm". Ob es Konzerte sind, Gymnastik, Spielenachmittag, etc. Da geben sie sich schon recht Mühe. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sie nur halbherzig nein sagt oder sich gar nicht erst getraut, nein zu sagen. Bisher habe ich ja immer nur von den anderen gehört, wie lieb und nett sie ist... :=o Aber gestern meinte dann das erste Mal eine Pflegerin zu mir, dass sie auch ganz schön böse werden kann... ;-D 8-)

    Bei meiner Mutter ist noch nichts verschwunden, sie findet nur Sachen immer wieder nicht. Die Brille kann nicht von einem Mitbewohner auf dem Zimmer sein, da es von vornherein ein Einzelzimmer war. Aber kann natürlich sein, dass sie auch im Aufenthaltsraum auf dem Tisch lag u. ihr zugeordnet wurde. Ich will meiner Mutter da nichts unterstellen. Habe die Brille aber gestern abgegeben u. die Pflegekräfte mussten lachen. Sie meinten, dass meine Mutter vor ein paar Tagen mit einer Rohrzange auf dem Gang rumgerannt wäre, die müsste sie auch irgendwo geklaut haben... :-o Da muss man echt ganz schön aufpassen. Früher hat sie nie was mitgehen lassen. Und gerade bei Rohrzangen u. Co. - das finde ich dann auch schon etwas gefährlich, damit kann man ja auch jemanden verletzen oder sich selbst.

    Zitat

    Ich weiß gar nicht, ob bei meiner Mutter überhaupt ein Heimbewohner ein eigenes Telefon im Zimmer hat – wenn ja, dann vermutlich eher ein Handy. Bei meiner Mutter stellte sich die Frage ohnehin nicht, da telefonieren sowieso noch nie ihr Ding war. Mein Onkel hat mal versucht bei ihr (also eigentlich das Heim) anzurufen und die haben meiner Mutter dann das Telefon gebracht. Laut Aussage des Personals, hat sie das Teil nur angestarrt und den Sinn nicht mehr begriffen.

    Meine Mutter hat ja immer sehr gerne und stundenlang telefoniert. Aber da da eine 0 vorgewählt werden muss, um nach draußen zu telefonieren, habe ich ihr ihr Adressbuch gar nicht mitgegeben. Nachher landet sie dann irgendwo im Ausland... Also, wird sie angerufen. Allerdings nicht von mir... Ich rufe sie nie an... Aber selbst das Telefon abnehmen scheint nicht mehr so richtig zu klappen. ":/


    Ja, heute und morgen wird das nichts in die alte Heimat zurück. Meine Tochter kommt ja leider nicht mit. Ihr Freund will da auch nicht so gerne hin... :=o Das ist dann schon ne ganz schöne Entfernung. Na ja, sie ist ja auch nicht dort geboren.

    Zitat

    dann bist du ja auch in der Wohnung dort aufgewachsen u. verbindest damit viel mehr Erinnerungen als ich

    Ja gute und schlechte. Aber während des Studiums haben mein Mann und ich auch unsere ersten gemeinsamen Urlaube dort verbracht, während meine Eltern selbst verreist waren. Und unsere Kinder waren

    einen Teil ihrer Ferien dort.

    Zitat

    Aber irgendwie spinnt das hier beim Zitat schreiben.

    Ich muss gestehen, ich schreibe meine Texte fast nie direkt hier, sondern markiere mit der Maus und kopiere alles per Copy & Paste ( "Strg+C" bzw. "Strg+V") nach Word. Die wichtigsten Formatierungen habe ich im Kopf. Aber ich verbringe auch mehr als 40 h pro Woche am PC.

    Zitat

    Mit Ausnahme von gestern, als sie meinte, sie will heim.

    Aber Du weißt gar nicht, was "heim" für sie in dem Augenblick wirklich bedeutet. Meine Mutter hat da oft ihr Elternhaus (aus dem sie mit ca. 10 Jahren fliehen musste) im Kopf.

    Zitat

    ich habe dort gleich schon im Heim Bescheid gegeben, dass wir mal 8 Tage nicht da sind

    Ich erwähne zwar auch immer, dass ich wegfahren werde, aber das Heim genau über die Zeiten (+einer Telefonnr. für den Notfall) zu informieren, habe ich mir inzwischen abgewöhnt. ??Die rufen in der Zeit trotzdem wegen jedem Mist an. Das hat mir durch die Rückrufe schon so manchen Urlaub vermiest. Jetzt sehe ich mir die Anrufe in Abwesenheit an. Ist fies, aber wenn sich das Heim nicht ein 2. Mal meldet, kann es nicht wichtig gewesen sein??

    Zitat

    Mir ist klar, dass sie wg. einer Person nicht den Speiseplan ändern werden, aber es sollte doch zumindest eine Alternative zu Schweinefleisch geben.

    Ja, aber leider scheint es hier in Deutschland in den Köpfen noch nicht angekommen zu sein, das Schwein nicht die gesündeste Ernährung ist – vermutlich aber die Billigste. Ist in meiner Betriebskantine nicht anders. An 3 Tagen in der Woche wird bei 2 (von 2) Gerichten Schwein angeboten. Der Rest sind dann Milch- oder Mehlspeisen. Von gesunder Ernährung - geschweige denn vegetarisch oder gar vegan- selten eine Spur.

    Zitat

    Aber sie sagt ja, sie MUSS das Schweinefleisch da essen. Das fände ich dann auch nicht okay.

    Zitat

    weil sie immer sagt, dass sie immer alles essen muss

    Ich würde ihre Aussagen jetzt nicht überbewerten. Du weißt doch, dass deine Mutter vieles erzählt, was sich dann als völlig anders entpuppt.


    Aber lass deine Mutter ruhig aufessen. Bei Krankheit oder wenn es mit dem Essen dann nicht mehr so klappt, geht das Gewicht recht schnell nach unten.

    Zitat

    Rohrzange

    Wo hat sie die denn aufgetrieben? Dem Hausmeister aus der Kiste gemopst?

    Zitat

    Aber gestern meinte dann das erste Mal eine Pflegerin zu mir, dass sie auch ganz schön böse werden kann...

    Sieh es als Zeichen, dass deine Mutter sich einlebt, also langsam ihre Umgebung akzeptiert und "angekommen" ist.

    Zitat

    Ja gute und schlechte. Aber während des Studiums haben mein Mann und ich auch unsere ersten gemeinsamen Urlaube dort verbracht, während meine Eltern selbst verreist waren. Und unsere Kinder waren

    einen Teil ihrer Ferien dort.

    Ich denke, man verbindet ja immer nicht nur Gutes mit dem Elternhaus. Zumindest, wenn da mit der Akzeptanz einiges im Argen lag. :-/

    Zitat

    Ich muss gestehen, ich schreibe meine Texte fast nie direkt hier, sondern markiere mit der Maus und kopiere alles per Copy & Paste ( "Strg+C" bzw. "Strg+V") nach Word. Die wichtigsten Formatierungen habe ich im Kopf. Aber ich verbringe auch mehr als 40 h pro Woche am PC.

    Ich bin auch fit am PC, habe ja ne kaufmännische Ausbildung. Ist mehr oder weniger Gewohnheit, auf den Zitatebutton zu klicken. Manuell ist da gerade sinnvoller, weil das schneller geht... 8-)

    Zitat

    Aber Du weißt gar nicht, was "heim" für sie in dem Augenblick wirklich bedeutet. Meine Mutter hat da oft ihr Elternhaus (aus dem sie mit ca. 10 Jahren fliehen musste) im Kopf.

    Ja, sie redet schon viel von ihrer alten Heimat, aber auch von ihrer Wohnung.

    Zitat

    Ich erwähne zwar auch immer, dass ich wegfahren werde, aber das Heim genau über die Zeiten (+einer Telefonnr. für den Notfall) zu informieren, habe ich mir inzwischen abgewöhnt. ??Die rufen in der Zeit trotzdem wegen jedem Mist an. Das hat mir durch die Rückrufe schon so manchen Urlaub vermiest. Jetzt sehe ich mir die Anrufe in Abwesenheit an. Ist fies, aber wenn sich das Heim nicht ein 2. Mal meldet, kann es nicht wichtig gewesen sein??

    Okay, ich habe nun natürlich meine Handynr. angegeben... %:| War im Nachhinein bisschen unklug - wenn was wäre, könnte mich ja auch der Betreuer anrufen. Aber bisher haben sie mich auch nie auf Festnetz angerufen, außer die besagten zwei Male, als ich nicht da war. Da ging es allerdings auch nur um belangloses Zeug.

    Zitat

    Ja, aber leider scheint es hier in Deutschland in den Köpfen noch nicht angekommen zu sein, das Schwein nicht die gesündeste Ernährung ist – vermutlich aber die Billigste. Ist in meiner Betriebskantine nicht anders. An 3 Tagen in der Woche wird bei 2 (von 2) Gerichten Schwein angeboten. Der Rest sind dann Milch- oder Mehlspeisen. Von gesunder Ernährung - geschweige denn vegetarisch oder gar vegan- selten eine Spur.

    Da gebe ich dir vollkommen Recht. :)z Allerdings muss ich sagen, dass es hier in Kh' s da besser läuft, da gibt es meistens 3 Gerichte zur Auswahl und mindestens 1 ist ohne Schweinefleisch. Auch der Brotbelag ist wählbar.

    Zitat

    Ich würde ihre Aussagen jetzt nicht überbewerten. Du weißt doch, dass deine Mutter vieles erzählt, was sich dann als völlig anders entpuppt.

    Ich glaube auch nicht wirklich, dass sie dazu gezwungen wird, das Essen immer aufzuessen. Nur, sie wird es so empfinden, dass sie das muss. Aber das kann ich nun mal nicht ändern.

    Zitat

    Aber lass deine Mutter ruhig aufessen. Bei Krankheit oder wenn es mit dem Essen dann nicht mehr so klappt, geht das Gewicht recht schnell nach unten.

    Meine Mutter ist schon sehr zierlich bzw., schon sehr dünn. Und sie wird auch immer schmäler.

    Zitat

    Wo hat sie die denn aufgetrieben? Dem Hausmeister aus der Kiste gemopst?

    So in der Art denke ich mir das auch. Es muss ja immer mal was repariert werden... ;-)

    Zitat

    Sieh es als Zeichen, dass deine Mutter sich einlebt, also langsam ihre Umgebung akzeptiert und "angekommen" ist.

    Das stimmt. Ich habe dann auch so gedacht, dass sie nun eigentlich auch dort so wie immer ist... ]:D

    So, wieder mal ein Update.


    Samstag vor einer Woche war ich bei meiner Mutter (nachdem ich 3 Wochen lang nicht mehr da war) und heute nochmal. Am Samstag war es schon krass, aber heute war es noch heftiger.


    Samstag vor einer Woche wollte ich eigentlich gleich mit ihr rausgehen. Aber da WE war, gab es eher Kaffeetrinken und wir sind dann danach noch raus. Es war die reinste Katastrophe! Ich war mir schon nicht sicher, ob sie weiß, wer ich bin, als ich kam. Angesprochen mit Namen hat sie mich jedenfalls die ganze Zeit nicht. Nach dem Kaffeetrinken merkte ich eigentlich schon, dass es wieder bergab mit ihr geht. Sie war schon wieder ganz weit weg u. als ich meinte, dass wir mal rausgehen, an die Sonne, wusste sie überhaupt nichts damit anzufangen, sondern meinte immer wieder, dass sie immer da lang (zu ihrem Zimmer) geht. Da hätte ich eigentlich schon wissen müssen, dass das keine so gute Idee ist. Nun ja, wir sind dann rausgegangen u. bis zur ersten Bank ganz gut gekommen. Dort haben wir uns dann eine Weile hingesetzt. Da die Sonne dann aber so brannte u. ich nicht mehr ewig da bleiben wollte, bin ich mit ihr dann eine Runde direkt ums Heim gegangen. Das sind vllt. nur 500 m insgesamt. Aber es war die reinste Katastrophe! Erst mal trippelt sie ja jetzt nur noch u. mir ist auch aufgefallen, dass sie dann immer schneller trippelt. Alle 3 - 5 m ging sie dann in die Knie u. meinte, sie könnte nicht mehr, sie wollte sich hinsetzen. Nur blöd, dass da natürlich nicht alle 3 - 5 m Bänke stehen. Also, musste ich sie jedes Mal auf den Rollator wuchten. Das war wahnsinnig anstrengend, ich habe geschwitzt wie sonst was, weil ich dachte, sie knallt mir gleich hin und diese Situation wiederholte sich dann so ungefähr 10 Mal, bis wir dann endlich wieder am Eingang waren. Man glaubt nicht, wie schwer dann selbst ein zarter Mensch ist, wenn er sich wie ein nasser Sack einfach fallen lässt. Vor allen Dingen drehte sie sich dauernd nicht rum, um auf dem Rollator sitzen zu können. Ich war hinterher fix und fertig und mir tat alles weh. Für diese paar Meter haben wir fast 1 h gebraucht. :-o Die Konsequenz, die ich nun daraus ziehe, ist, dass wir nicht mehr zusammen rausgehen. Jedenfalls nicht mehr alleine. Das ist zwar sehr schade, aber ehe sie mir dann wirklich mal stürzt - da hat dann Keiner was von. Vllt. lag es auch teils an den Schuhen (Sandalen, in denen sie doch immer recht nach vorn rutschte), aber sie läuft in festen Schuhen genauso schlecht. Nur komisch, dass sie, als ich kurz im Schwesternzimmer war (aber das war noch auf dem Hinweg), selbstständig in den Aufenthaltsraum gehen konnte.


    So, nun war ich heute Vormittag wieder bei ihr. Als ich in ihr Zimmer kam, meinte sie: "Ja, wer kommt denn da jetzt zu mir?" Und ich meinte dann so: "Na, wer bin ich denn?" "Klein Fix und Foxie (Name meiner Tochter)?" Ich: "Nein." "Fix und Foxie?" Ja. Aber sie hat es trotzdem nicht registriert, dass ich Fix und Foxie bin, denn sie redete die ganze Zeit in der dritten Person von mir. "Fix und Foxie ist so ein Biest, die hat mich hierher geschleppt (sie benutzte dazu aber andere komische Wörter, die nicht dazu passten, fallen mir aber nicht gerade ein), das weiß ich ganz genau. Ich wollte da bleiben, wo ich immer war, da war es soooo schön! Sie hat den Mann bestellt und mit dem posiert sie immer rum. Das ist doch meine Tochter, das hätte ich nicht gedacht, dass sie so was macht. Dann will sie immer mit mir rausgehen, aber dann macht sie es nie. Das ist eine ganze Böse und Gemeine!" Achso, dann meinte sie noch, ob ich die Tochter von der Fix und Foxie bin u. als ich meinte, nein, meinte sie, dass die ja so frecht wäre. Wenig später meinte sie dann aber, dass meine Tochter eine gaaanz Liebe wäre... ;-D Dann meinte sie, das große Mädchen mit dem kleinen Jungen, aber sie hat ja noch einen größeren Jungen (da wusste ich, dass sie meine Nichte meint), würde sie immer anrufen und ihr sagen, dass sie dorthin und dorthin kommen soll. Die wäre so frech und gemein. Sie wollte doch immer mal kommen, warum sie nicht kommt. Und sie wollte ja auch immer mal da hinfahren u. würde das ja auch machen, wenn sie dann mal wieder arbeiten will (meine Nichte), könnte sie doch auf den Kleinen aufpassen, dass hat doch früher immer so gut geklappt. :=o 8-) Aber die wäre ja auch immer so faul u. würde nichts machen. Dann wusste sie auf einmal den Namen meiner Nichte u. meinte, dass sie (also, meine Mutter meine Nichte) sie angerufen hätte, dass sich da aber keiner melden würde. Zum Schluss, als ich dann ging, meinte sie dann zu mir: "Machs gut, mein Schatzi!" ;-D


    Ich muss sagen, dass ich komischerweise (zumindest war das heute so) besser damit klar komme, wenn sie von mir in der dritten Person spricht, als wenn sie mich persönlich dann so zur Schnecke macht. Lange geblieben bin ich trotzdem nicht, da mit ihr kein normales Gespräch mehr möglich ist.


    Nadel und Faden u. eine Schere wollte sie auch wieder haben, um ihre Hose aufschneiden zu können. (hat sie ja schon mal mit einer gemacht, seitdem hat sie ja keine Nagelscheren mehr) Das war aber schon eine Hose mit Gummizug. Sie klagt weiterhin, dass alles zu eng am Bauch ist u. wehtut. Aber das kenne ich ja schon seit Jahren von ihr. Viele Hosen (also, jetzt die, die einen festen Bund haben) sind ihr aber mittlerweile auch zu eng geworden, da sie einen ganz schönen Bauch bekommen hat. Sie sieht auch besser aus, als da, wo sie noch zu Hause war. Hat zugenommen. Dem Betreuer habe ich schon geschrieben, dass sie neue Hosen braucht, aber bisher hat er darauf noch nicht reagiert. Ich sehe auch nicht ein, dass ich dann jedes Mal das Geld auslegen soll, zumal ich auch nichts verdiene.


    Eine Pflegerin, die ich noch nicht kannte, dachte heute, ich wäre auch eine Betreuerin. Habe dann gesagt, dass ich die Tochter bin u. sie nur einen Fremdbetreuer hat, weil ich das alleine mit ihr nicht mehr geschafft habe. Sie meinte dann, dass ich das auch nicht geschafft hätte, dazu ist es schon zu schlimm. Als ich meinte, dass sie mir ggü. eben auch recht oft aggressiv war, bestätigte sie das auch. Sie muss dort auch manchmal ganz schön ausfallend werden. Sie fand es toll, dass ich meine Mutter trotzdem weiterhin besuche. Da haben sie scheinbar ganz andere Erfahrungen mit anderen Angehörigen gemacht.


    Im August hat meine Mutter ihren 87. Geburtstag. Wir werden zu der Zeit aber im Urlaub sein. Ich weiß noch nicht, ob es viel Sinn macht, sie da überhaupt anzurufen. Sie weiß ja tlwse. auch gar nicht mehr mit dem Telefon umzugehen. Sie konnte jetzt bei meiner Nichte am Telefon auch nicht zuordnen, wer sie ist und hat dann einfach den Hörer irgendwo hingelegt. Als ich kam, lag er jedenfalls nicht auf der Gabel.


    Das war wieder mal das Neuste. Es geht also jetzt in Riesenschritten immer mehr bergab.

    Zitat

    Das war wieder mal das Neuste. Es geht also jetzt in Riesenschritten immer mehr bergab.

    Erst mal danke für das Update.


    Du versuchst immer noch, deine Mutter mit normalen Maßstäben zu messen. Das solltest Du nicht. Nimm ihre Worte als das was sie sind – als Äußerungen einer kranken Person. Und hinterfrage nicht, wer Du bist. Warum tust Du dir das an?


    Ich stelle mir diese Frage schon lange nicht mehr. Und über krude Bemerkungen kann ich mittlerweile sogar schmunzeln. Das geht zwar nicht von heute auf morgen, aber da wirst Du auch noch hinkommen. Ich habe da nur einen klitzekleinen Vorsprung von einigen Jahren.


    Der Zustand deiner Mutter muss sich auch nicht zwangsläufig rapide verschlechtern, er kann auch eine ganze Weile stagnieren.

    Zitat

    Dem Betreuer habe ich schon geschrieben, dass sie neue Hosen braucht, aber bisher hat er darauf noch nicht reagiert.

    Würdest Du als Mann für eine fremde Frau Schlüpfer kaufen wollen? Nee das wird schon an dir hängen bleiben. Als Angehöriger kennt man die Person doch wesentlich besser. Mir hat der Berufsbetreuer meiner Mutter auch erst Geld nach Vorlage der Rechnungen überwiesen.


    Dass jemand anfangs im Pflegeheim zunimmt, ist wohl normal. Die Bewohner bekommen das fertige Essen vorgesetzt, ohne was dafür tun zu müssen. Sie bewegen sich generell weniger. Bei meiner Mutter hat sich das irgendwann aber auf einen relativ konstanten Wert eingepegelt. Seitdem muss ich keine Berge von Kleidung mehr kaufen, sondern nur verschlissenes ersetzen. Durch das viele Waschen hält die Kleidung ja nicht allzu lange. Meine Mutter trägt fast nur noch bequeme Schlupfhosen und Pullover/ Shirts – bevorzugt mit kleiner Knopfleiste (meine Mutter bekommt manchmal regelrecht Panik, wenn man ihr was zu enges über den Kopf zieht). und viel Mehraufwand ist das Knöpfen nicht.

    Zitat

    … Ich war hinterher fix und fertig und mir tat alles weh.

    Oh, ich wollte meiner Mutter vor kurzen nur eine Strickjacke überziehen. Also zappende Babys und Kleinkinder anziehen ist dagegen ein Kinderspiel. Längere Spaziergänge wirst Du mit ihr verständlicherweise wohl nicht mehr unternehmen, oder? Nimm’s mir nicht übel, aber ich stelle mir die Situation gerade bildlich vor. Das ist so, als ob man einen störrischen Esel zu was bewegen will, stimmt's?

    Zitat

    Im August hat meine Mutter ihren 87. Geburtstag. Wir werden zu der Zeit aber im Urlaub sein. Ich weiß noch nicht, ob es viel Sinn macht, sie da überhaupt anzurufen.

    Wie wäre es stattdessen mit einer Karte und wenigen einfachen Worten drauf? Oder mit einem kleinen Päckchen, falls Du ein Geschenk machen willst? Das könnte ja jemand vorbeibringen oder abschicken.

    Huhu Taps,

    Zitat

    Du versuchst immer noch, deine Mutter mit normalen Maßstäben zu messen. Das solltest Du nicht. Nimm ihre Worte als das was sie sind – als Äußerungen einer kranken Person. Und hinterfrage nicht, wer Du bist. Warum tust Du dir das an?

    Auch, wenn das hier vllt. so rüber kommt - ich weiß schon, dass meine Mutter krank ist und ich das, was sie sagt, nicht so Ernst nehmen kann. Das tue ich auch gar nicht. Aber manche Dinge kratzen mich eben schon, da sie sich nie geändert haben, eher verschlimmert. Da muss ich noch ein bisschen lockerer werden, da stimme ich dir zu.

    Zitat

    Ich stelle mir diese Frage schon lange nicht mehr. Und über krude Bemerkungen kann ich mittlerweile sogar schmunzeln. Das geht zwar nicht von heute auf morgen, aber da wirst Du auch noch hinkommen. Ich habe da nur einen klitzekleinen Vorsprung von einigen Jahren.

    Ich kann da auch schon über einige Dinge lachen. Es ist nicht so, dass ich da alles "bierernst" nehme. Manche Dinge sind einfach auch nur zu absurd, als dass man sie Ernst nehmen könnte. ;-D

    Zitat

    Der Zustand deiner Mutter muss sich auch nicht zwangsläufig rapide verschlechtern, er kann auch eine ganze Weile stagnieren.

    Das weiß ich. Es hat sich ja auch eine Weile so gehalten, nur jetzt hat es eben in kurzer Zeit nochmal einen Schwung nach unten gemacht.

    Zitat

    Würdest Du als Mann für eine fremde Frau Schlüpfer kaufen wollen? Nee das wird schon an dir hängen bleiben. Als Angehöriger kennt man die Person doch wesentlich besser. Mir hat der Berufsbetreuer meiner Mutter auch erst Geld nach Vorlage der Rechnungen überwiesen.

    Ich habe da einen Teil weggelassen. Dem Betreuer habe ich nicht explizit geschrieben, dass er Hosen für meine Mutter kaufen soll. Um Schlüpfer, wie du schon schriebst, handelte es sich eh nicht. Schlüpfer an sich wären aber auch eine einfachere Sache. ;-) Nein, ich habe dem Betreuer zwar geschrieben, dass meine Mutter Hosen braucht, aber nicht, dass er welche für sie kaufen soll, sondern, dass ich nicht weiß, inwieweit im Heim demnächst wieder ein Kleiderbasar stattfindet. Dort gibt es regelmäßig Kleiderbasare, in denen Sachen für die Bewohner anprobiert und gekauft werden können. Das wäre um einiges einfacher für mich. Erstens, gehe ich nicht so gerne shoppen (bin da nicht so die typische Frau) und zweitens ist das im Falle meiner Mutter gar nicht so einfach, eine geeignete Hose zu finden. Erst mal ist ihr sowieso alles zu eng am Bauch, egal, ob Gummizug oder nicht. Dann kann sie es auch nicht vor Ort anprobieren. Es könnte also sein, dass ich wg. einer Hose mehrmals umtauschen, wieder ins Heim fahren und anprobieren muss. Denn bei der Größe bin ich mir auch nicht so sicher. Sie hat augenscheinlich die Größe 36, in Hosen nahm sie aber oft die 38. Das waren dann aber meistens Hosen, die nur tlwse. Gummizug hatten und vorn noch mit Reißverschluss geschlossen werden konnten. Also, bin ich mir da schon mal von der Größe her unschlüssig, denn Gummizug ist nicht gleich Gummizug. Es gibt diese stärkeren Gummizüge, die in allen Größen irgendwie eng sind und dann gibt es Hosen mit dünnerem Gummizug, die nicht so eng wirken. Aber welche Größe nun nehmen? Hinzu kommt, dass Hosen mit Gummizug heutzutage unten an den Beinen meistens auch einen Gummizug haben, was meine Mutter an den Beinen schon wieder mal nicht verträgt. Dann sind Hosen nach unten auch recht eng geschnitten und dann mit dem Fuß durchzukommen, kann eine Lebensaufgabe werden... 8-) :=o Meine Mutter bevorzugte vorher Hosen immer aus einem bestimmten Stoff und mit Bügelfalten, zudem müssen die Hosen Taschen haben, da sie immer ein Taschentuch braucht. Finde da mal gescheite Hosen. Hosen mit Bügelfalten in der Art, die meine Mutter bevorzugte, kosten um die 40 - 60 Euro und das finde ich wirklich viel Geld, wenn man bedenkt, dass sie durch das häufige Waschen schnell kaputt gehen können oder ggf. dann auch bald nicht mehr passen. Da meine Mutter recht schnell friert, können es auch keine zu dünnen Sommerhosen sein. Ich habe nun heute eine Hose gekauft, die weder Bügelfalten hat, noch den Stoff, den meine Mutter bevorzugt. Vom Stoff her ist es eher eine Art Jogginghose, aber die kann man ja heutzutage auch zu Pumps anziehen und sie sieht auch nicht nach Jogginghose aus. Ich bin nur etwas skeptisch, weil die Beine unten am Fuß doch recht eng werden. Ihr Hosen anziehen, ist für mich schon ein Problem. Ich habe das erst gesehen, als sie eingenässt hatte u. wollte, dass ich sie umziehe. Ständig ging es, dass sie nicht mehr stehen kann. Aber, um die Hose erst mal ausziehen zu können, muss sie nun mal kurzzeitig stehen, denn anders bekomme ich die Hose bei ihr nicht runter, wenn sie sich so steif macht. Die Hose jetzt war nicht so teuer u. würde zumindest von den Farben, die meine Mutter immer bevorzugt hat, passen. Aber ich schätze, sie wird wieder jammern, dass sie zu eng ist. Sie stören ja sogar die Schlüpfer am Bauch, aber das hat sie eben auch schon seit Jahren. Darauf kann ich dann keine Rücksicht nehmen. Der Gummizug an Hosen sitzt auch bei anderen Größen recht eng am Bauch u. da jetzt eine größere Größe nehmen (ich habe nun schon M genommen, was das höchste der Gefühle ist), würde nichts bringen, da meine Mutter recht klein und mal abgesehen, dass sie jetzt einen kleinen Kugelbauch bekommen hat, recht schmal ist.


    Im Kik gibt es jetzt Jeanshosen mit Gummizug. Ansich fand ich die auch ganz gut, aber meine Mutter hat nie Jeans getragen. Ich weiß nicht, wie du das siehst - aber ich finde, auch, wenn jemand dement ist, sollte man ihn ihm doch noch den Menschen mit Wünschen und Bedürfnissen erkennen. Natürlich kann es sein, dass meine Mutter blau und Jeans jetzt absolut liebt, aber ich gehe eben jetzt auch noch nach ihren vorherigen Vorlieben, an die sie sich vllt. auch nochmal ab und zu erinnern kann. Klar, macht es das Ganze nicht einfacher, aber ich finde, auch ein dementer Mensch darf noch seine Wünsche und Bedürfnisse zum Ausdruck bringen u. man sollte eben versuchen, sie ihm zu erfüllen, inwieweit das möglich ist. Natürlich macht das das Ganze nochmal schwieriger, aber wir wissen auch nicht, wie wir mal werden und möchten dann sicher auch nett behandelt werden. Auch, wenn meine Mutter vorher auch schon nicht die Mutter war, die man sich wünscht, so bleibt sie ja dennoch meine Mutter.

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    Dass jemand anfangs im Pflegeheim zunimmt, ist wohl normal. Die Bewohner bekommen das fertige Essen vorgesetzt, ohne was dafür tun zu müssen. Sie bewegen sich generell weniger. Bei meiner Mutter hat sich das irgendwann aber auf einen relativ konstanten Wert eingepegelt. Seitdem muss ich keine Berge von Kleidung mehr kaufen, sondern nur verschlissenes ersetzen. Durch das viele Waschen hält die Kleidung ja nicht allzu lange. Meine Mutter trägt fast nur noch bequeme Schlupfhosen und Pullover/ Shirts – bevorzugt mit kleiner Knopfleiste (meine Mutter bekommt manchmal regelrecht Panik, wenn man ihr was zu enges über den Kopf zieht). und viel Mehraufwand ist das Knöpfen nicht.

    Pullover/Shirts sind bei meiner Mutter nicht so schwierig. Sie zieht auch Rollkragenpullover an. Aber sie friert auch generell sehr schnell. Sie bevorzugt halt nur bestimmte Farben, aber das ist da eher machbar als bei Hosen. ;-) Dass meine Mutter nun stetig zunimmt, kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen. Sie war schon ihr Leben lang eher eine zarte Person. Der Bauch wirkt auch eher aufgetrieben als dass sie zugenommen hat. Aber im Gesicht sieht man schon, dass sie da erholter aussieht und nicht mehr ganz so schmal. Zuletzt hatte sie ja aber auch rapide abgenommen. Ich denke auch, dass sich das nun auf ein Normalmaß anpegeln wird.

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    Oh, ich wollte meiner Mutter vor kurzen nur eine Strickjacke überziehen. Also zappende Babys und Kleinkinder anziehen ist dagegen ein Kinderspiel. Längere Spaziergänge wirst Du mit ihr verständlicherweise wohl nicht mehr unternehmen, oder? Nimm’s mir nicht übel, aber ich stelle mir die Situation gerade bildlich vor. Das ist so, als ob man einen störrischen Esel zu was bewegen will, stimmt's?

    Ich empfand das jetzt nicht als "längeren" Spaziergang (eine Runde direkt am Heim entlang), aber egal. Natürlich ist mir klar, dass das nun nicht mehr machbar ist. Störrischer Esel trifft es gut... ]:D :=o

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    Wie wäre es stattdessen mit einer Karte und wenigen einfachen Worten drauf? Oder mit einem kleinen Päckchen, falls Du ein Geschenk machen willst? Das könnte ja jemand vorbeibringen oder abschicken.

    Da sie den Sinn beim Lesen schon lange nicht mehr versteht, weiß ich nicht, ob eine Karte da so sinnvoll wäre. Sie kann zwar noch lesen, aber der Sinn dahinter erschließt sich ihr oft nicht. Ihren Geburtstag wird sie ohnehin kaum registrieren bzw., dann auch schnell wieder vergessen. Vllt. schenke ich ihr nochmal eine Hose, die dann meine Tochter mitnimmt. Allerdings wird sie dann eh nicht begreifen, dass sie von mir ist. Ist also im Prinzip auch egal. Denn es ist ja nicht so, dass man jemanden damit eine Freude macht u. dann sieht, dass derjenige sich auch wirklich darüber freut. (um nochmal das Thema aufzugreifen, dass ich meine Mutter mit "normalen" Maßstäben messe. Also, welchen Sinn sollte das haben, ihr was zu schenken, wenn sie eh nicht begreift, was für ein Tag ist? Solche Dinge habe ich mir ehrlich gesagt, abgewöhnt. Ich schenke ihr ein paar Kekse, wenn ich da bin oder mal eine Zeitschrift, darüber freut sie sich mehr, als wenn ich ihr an einem besonderen Tag ein besonderes Geschenk mache...)

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    Hosen

    Ich kaufe (wie schon hier irgendwo geschrieben wegen des Katheters) nur noch Jogginghosen in K-Größe oder Schlupfjeans

    . Meine Mutter ist auch klein und die passen in der Länge wie angegossen. Und meine Mutter mochte Jeans, seit es die bei uns (DDR) zu kaufen gab.

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    aber ich gehe eben jetzt auch noch nach ihren vorherigen Vorlieben … aber ich finde, auch ein dementer Mensch darf noch seine Wünsche und Bedürfnisse zum Ausdruck bringen u. man sollte eben versuchen, sie ihm zu erfüllen, inwieweit das möglich ist.

    Meine volle Zustimmung. Aber manche Kompromisse muss man eingehen.


    Pullover hole ich immer in ihren Lieblingsfarben. Nur Roll- und andere enge Kragen geht eben nicht mehr. Ausschnitt wollte sie noch nie. Da zupft sie dann stundenlang am Bündchen rum, weil ihr kalt wird. Irgend jemand zieht ihr öfter mal einen an, woher auch immer die dann stammen. Ich kaufe sie nicht.

    Zitat

    Also, welchen Sinn sollte das haben, ihr was zu schenken, wenn sie eh nicht begreift, was für ein Tag ist?

    Wenn man ehrlich zu sich ist, macht man das nur für die "Umgebung".


    Ich würde es trotzdem nicht über mich bringen, Geburtstag, Weihnachten, Ostern zu ignorieren.


    Lebensmittel macht für meine Mutter überhaupt keinen Sinn mehr, da sie normales Essen nicht mehr bekommt.


    Kleidung kommt einfach in den Schrank. Und einen schönen Kalender für übers Bett gibt es auch jedes Jahr (wir oder die Schwester drehen dann zum Monatsende da Blatt).