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    Ich kaufe (wie schon hier irgendwo geschrieben wegen des Katheters) nur noch Jogginghosen in K-Größe oder Schlupfjeans

    . Meine Mutter ist auch klein und die passen in der Länge wie angegossen. Und meine Mutter mochte Jeans, seit es die bei uns (DDR) zu kaufen gab.

    Ja, es sind ja jetzt auch Jogginghosen geworden, zumindest fühlt sich der Stoff so an u. die Machart, mit Kordel ist auch jogginghosenähnlich. Aber unten an den Füßen kommen mir die Hosenbeine sehr schmal vor. Da meine Mutter sich immer sehr steif macht, könnte es schwierig werden, dass sie da reinkommt. Am besten, ich gebe sie gleich einer Pflegerin und sie soll sie dann anprobieren mit ihr, denn für mich wird das An- u. Ausziehen - und das ja dann gleich zweimal - eher zur Lebensaufgabe... :=o ??Ich stamme zwar auch aus den neuen Bundesländern, wohne aber schon über 27 Jahre in Nordhessen. Hier gibt es leider keine Vietnamesen... Hätte ich eher daran gedacht, hätte ich vor kurzem auf dem Wochenmarkt, als wir in unserer Heimat waren, mal schauen können. Da sind auch immer Vietnamesen, die Klamotten verkaufen.??

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    Meine volle Zustimmung. Aber manche Kompromisse muss man eingehen.

    Ja, Kompromisse muss man auf jeden Fall eingehen. Anders geht es nicht. Erst mal gibt es solche Hosen (vom Stoff und Machart her) nicht überall, dann sind sie auch ganz schön teuer u. man muss auch im Auge behalten, dass ihr so breite Hosenbunde, auch, wenn sie aus Gummizug sind, oft zu eng sind. Diese Hose jetzt hat zwar die Farbe, die meine Mutter bevorzugt, aber sie hätte nie ne Jogginghose angezogen und der Blumendruck hätte ihr da wohl auch nicht so gefallen. Jetzt ist aber am wichtigsten, dass die Hosen irgendwie bequem sind.

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    Pullover hole ich immer in ihren Lieblingsfarben. Nur Roll- und andere enge Kragen geht eben nicht mehr. Ausschnitt wollte sie noch nie. Da zupft sie dann stundenlang am Bündchen rum, weil ihr kalt wird. Irgend jemand zieht ihr öfter mal einen an, woher auch immer die dann stammen. Ich kaufe sie nicht.

    Pullover sind auch einfacher, finde ich. Da muss man nicht gar so viel beachten. Ausschnitte konnte meine Mutter auch noch nie haben, das war ihr auch immer zu kalt am Hals. Rollkragenpullis erträgt sie zwar noch, aber ich denke, dass sie ihr die kaum anziehen werden, denn es muss ja auch schnell gehen und bei so Rollkragenpullis kommt man ja meistens nicht so gut mit dem Kopf durch. ;-)

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    Wenn man ehrlich zu sich ist, macht man das nur für die "Umgebung".

    Das stimmt.

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    Ich würde es trotzdem nicht über mich bringen, Geburtstag, Weihnachten, Ostern zu ignorieren.

    Eigentlich bin ich da auch einer Meinung mit dir. Ostern habe ich ihr z. B. ein Osternest mitgebracht. Ich denke, dass sie sich darüber gefreut hat. Zumindest hat sie da alles aufgegessen und mir hinterher erzählt, dass das ja eigentlich gar nicht für sie war u. sie das nun alles aufgegessen hat... ;-D Ansonsten fehlen mir aber auch einfach die Ideen, was ich ihr noch schenken könnte. Das war schon schwierig, als sie noch zu Hause war. Evtl. könnte ich ihr aber auch ein Duschbad, etc. mitbringen. Aber da bin ich mir auch nicht so sicher, ob das Sinn hat. Im Bad steht nicht mehr so viel, mal von Haarshampoo abgesehen - was mich wundert. Denn meine Mutter erzählte mir ganz am Anfang mal, dass sie sich die Ringelblumensalbe auf die Zähne geschmiert hat. Die hatte ich ihr eigentlich für die Hände mitgebracht... ]:D 8-) Bei so Kosmetiksachen ist die Gefahr wahrscheinlich zu groß, dass sie damit nichts anzufangen weiß und es dann vllt. wieder für die Zähne benutzt. Zuletzt zu Hause hat sie sich ja auch das Haarshampoo ins trockene Haar geschmiert u. ist dann so raus gegangen... Und Sachen hat sie eigentlich genügend. Der ganze Schrank ist voll mit Klamotten. Mal abgesehen, dass ihr jetzt einige Hosen nicht mehr passen, braucht sie ansonsten da auch nichts. Ich hätte ja gerne noch mehr Sachen ins Heim mitgenommen, denn sie hatte wirklich viele schöne Sachen, aber das war platzmäßig nicht machbar.


    Kalender für Weihnachten ist aber eine gute Idee. :)^ Nur Geburtstag fällt mir im Moment nicht wirklich was ein. Blumen - da hat sie das ganze Fensterbrett schon voll stehen und die müssen ja auch von den Pflegekräften gegossen werden. (die Gießkanne, die ich ihr mitgegeben hatte, haben sie ihr auch weggenommen. Aber vllt. war das auch nicht so eine gute Idee von mir. Wer weiß, was sie damit veranstaltet...)


    Nun wird ja die Wohnung auch hoffentlich bald ausgeräumt. Zumindest habe ich die letzte Info vom Betreuer, dass er ein Angebot von einem Haushaltsauflöser hat. Er wollte dazu nun meine Meinung hören, ob er die nehmen soll. Da einer abgesprungen ist u. zwei andere nicht zu der Zeit konnten, habe ich nun zugesagt. Ich hoffe, dass das Kapitel dann zumindest mal abgeschlossen ist. Ich habe ja auch immer noch die restlichen Schlüssel hier. Er hat nur einen kompletten Schlüsselsatz. Die anderen möchte er sich nun bald mal abholen, denn wir fahren in 3 Wochen weg u. wenn wir wiederkommen, müssen die Schlüssel schon ein paar Tage übergeben worden sein.

    Nun mal wieder ein neues Update. Ich war nun schon 5 Wochen nicht mehr bei meiner Mutter. Weiß also nicht, wie es ihr aktuell so geht.


    Vor einigen Wochen meinte sie zu mir, dass sie von einer geschlagen wurde, sie hätte sie so auf die Hand geschlagen mit einem Beil oder so was und sie hatte Angst, dass sie sie umbringt und dass sie auf dem Boden gelegen hätte. Ich konnte mir das zwar schwer vorstellen, da sie vom Boden ja nicht mehr hochgekommen wäre und auch keine Abwehrverletzungen oder Blauverfärbungen. Da die Hand aber geschwollen war (das ist sie allerdings manchmal, da meine Mutter auch Arthrose hat), habe ich dann doch mal bei einer Pflegerin nachgefragt. (der Betreuer meinte ja schon mal zu mir, dass es am besten wäre, wenn ich das immer selbst gleich mit der Stationsleitung klären würde. Er wäre aber ansonsten immer noch der Ansprechpartner und würde alles, was ich vorbringe, der Pflege- u. Stationsleitung mitteilen. Bisschen doof fand ich das schon, da ich schon mehrmals gemerkt habe, dass, wenn ich was sage, das gar nicht so ernst genommen wird) Sie meinte dann, dass bei ihnen keiner geschlagen wird. Ich habe dann nur noch gesagt, dass es aber doch auch mal Kabbeleien zwischen den Bewohnern geben kann. Ja, die gibt es schon und sie bekommen nicht immer alles mit, aber wenn meine Mutter geschlagen worden wäre, hätten sie das schon von der Frühschicht erfahren. Außerdem klagte meine Mutter wieder über Schmerzen im Fuß. Nein, das würde nicht stimmen, denn sie würde nichts sagen und sie würde ja immer rumlaufen. %-| So viel dazu, dass ich selbst mitteilen soll, wenn mir was auffällt. Als ich dann das nächste Mal kam, saß meine Mutter im Aufenthaltsraum und meinte, dass sie ja so hingeknallt wäre und so auf den Kopf geknallt, das hätte ja so weh getan. Ich habe dann wieder nachgehakt. Der Pfleger meinte dann, ja, das würde stimmen, aber sie wäre nur vom Stuhl gerutscht und dann mit dem Kopf auf das Polster geknallt, es wäre also nicht so schlimm gewesen. Er hätte auch gleich Blutdruck und Puls gemessen und Reflexe geprüft, schwindlig war ihr auch nicht. Sie war den Tag dann auch sehr verwirrt und wollte dann ständig vom Stuhl aufstehen u. mit Rollator rumlaufen. Sie ging aber nach zwei Schritten schon in die Knie, sodass ich jemanden rufen musste.


    Nun war ich 3 Wochen im Urlaub und hatte extra gesagt, dass sie mich nur im Notfall anrufen sollen, ansonsten ist ja der Betreuer da. Der Pfleger meinte daraufhin, dass es im Moment nicht so aussieht, als ob sie jetzt sterben würde... Wir waren gerade den 4. Tag im Urlaub, da habe ich gesehen, dass ich einen Anruf vom Heim auf dem Handy hatte. Ich habe mir Wunder was für einen Kopf gemacht, was nun passiert ist. Also, zurückgerufen. Und was war? Die Pflegerin wollte mir nur erzählen, dass meine Mutter in ihrem Zimmer auf dem Boden saß und sie nicht wüssten, wie das passiert wäre. %-| (nehme mal an, dass das meine Nachbarin war, die da auf Station arbeitet) Schmerzen hatte sie auf Nachfrage keine. Den Betreuer könnte man ja nicht anrufen... Ja, er hat mehrere zu Betreuende und kann nicht immer sofort ans Telefon gehen, aber man kann die 1 drücken und dann wird eine SMS hinterlassen, dass er zurückrufen soll... Wozu ist er denn da, wenn die mich wg. jedem kleinen Scheiß anrufen? :|N Ich habe ihr dann auch nochmal gesagt, dass es nun schon seit Juli so geht, dass meine Mutter immer wieder in die Knie geht u. ich mit ihr deshalb schon nicht mehr laufe. Wg. so einer Scheiße rufen die mich an? Das ist ja nun wirklich kein Notfall und was soll ich da machen, wenn meine Mutter auf dem Boden sitzt? %:| So was wird wohl noch öfter passieren. Aber lt. meiner Tochter sitzt meine Mutter nun im Rollstuhl. Die Entscheidung finde ich gut. :)^ Man muss ja nicht unnötig solche Stürze provozieren. Ich hatte trotzdem erst mal Mühe, dann im Urlaub wieder runterzukommen, da ich ständig dachte, die rufen mich wieder wg. irgendwas an.

    Was ich ja total gaga finde: Meine Mutter musste gestern wählen gehen... 8-( Der Betreuer hatte mich vorher schon angeschrieben, ob ich mit ihr wählen gehen will, ob es jemand anderes machen soll oder Briefwahl. Ich habe ihm dann mitgeteilt, dass ich nicht mit ihr wählen gehen werde, da ich auch nicht sicher bin, ob sie dann im Rollstuhl aufsteht. Zudem hatte ich noch geschrieben, dass sie es eh nicht verstehen wird u. dass ich dann am ehesten für die Briefwahl wäre. Was macht das für einen Sinn, einen schwer dementen Menschen wählen zu lassen? Meine Mutter kann zwar noch lesen, aber sie begreift den Sinn dahinter gar nicht mehr. Außerdem ist es dann im Endeffekt ja gar nicht ihre Entscheidung, wenn da jemand daneben steht u. ihr sagt, was sie machen soll. Weil es mich interessiert hat, habe ich gestern dann mal geschaut, ob demente Menschen überhaupt wählen dürfen. Grundsätzlich ausgeschlossen sind sie nicht. Aber: Wenn sie einen gesetzlichen Betreuer haben, der die Vollmacht über alle Angelegenheiten hat, muss die Betreuungsbehörde das dem Wahlbüro mitteilen, denn dann ist der Demente von der Wahl ausgeschlossen. Ich verstehe nicht, warum das nicht so geschehen ist... ":/


    Letzte Woche wurde ich auch schon wieder von dem Sozialarbeiter des Heimes angerufen. Meine Mutter wäre so sehr unzufrieden, ob man nicht - da sie ja immer gerne Klavier gespielt hat - einen CD-Player besorgen sollte, damit sie sie ein bisschen ruhiger bekommen. Ich habe dann gesagt, dass ich noch einen zu Hause habe und ihn dann mitbringen werde. Bin mir aber nicht sicher, ob meine Mutter von Musik ruhiger wird. Wenn mein Vater mal Musik gehört hat, hat sie sich immer aufgeregt. Zwar hat sie schon gerne auch Volksmusiksendungen gesehen u. zuletzt auch immer Radio gehört, aber ich habe so meine Zweifel, ob sie damit zufriedenzustellen ist. Denn das war sie ja noch nie so leicht. Wenn schon die Pfleger mit ihr überfordert sind, dann weiß ich auch nicht. Sie will immer nicht essen und trinkt zu wenig. Ich habe dann nochmal auf die Patientenverfügung hingewiesen, dass meine Mutter, falls sie das Essen mal komplett verweigern sollte, keine künstliche Ernährung wünscht. Zudem habe ich vorgestern durch Zufall erfahren, dass der Psychiater wohl schon vor 3 Monaten die Psychopharmaka abgesetzt hat. Sie bekommt jetzt nur noch nachts was. Das finde ich nicht so toll. Sie ist jetzt wieder sehr viel unruhiger, läuft ständig im Zimmer hin und her u. ist auch so kaum ruhig zu bekommen. Ich meine, ich bin es gewohnt, da sie ja schon immer ein sehr hektischer und impulsiver Mensch war, aber ich mache mir auch Sorgen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass sie wieder stürzt. Der Rollstuhl ist aus dem Zimmer verschwunden u. vorgestern stand auch ihr Rollator nicht mehr da. Das habe ich auch nochmal angesprochen.

    Also ich lese schon noch mit, war aber selbst im Urlaub.

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    Wir waren gerade den 4. Tag im Urlaub, da habe ich gesehen, dass ich einen Anruf vom Heim auf dem Handy hatte.

    Das kenne ich zur Genüge und immer sind es Lappalien. Was daran "Notfall" sein soll, habe ich noch nie verstanden. Aber es wird wohl so sein, dass diejenigen, die meinen anrufen zu müssen, nicht wissen/ vergessen haben, dass man im Urlaub ist. (Puh, was für ein Konstrukt)

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    Was ich ja total gaga finde: Meine Mutter musste gestern wählen gehen… Was macht das für einen Sinn, einen schwer dementen Menschen wählen zu lassen?

    Müssen muss sie natürlich nicht.


    Aber ja, ich frage mich auch immer wieder, wieso ein Mensch, der nicht geschäftsfähig ist, überhaupt wählen darf.


    Meine Mutter bekommt auch immer noch Wahlbenachrichtigungen. Sie kann nicht mehr lesen, nicht mehr schreiben und versteht Vorgelesenes schon seit Jahren nicht mehr…


    Wie ihr geistiger Zustand genau ist, kann natürlich niemand wissen, aber sie hat nicht mal mehr einen Personalausweis. Sie ist (beim Einwohnermeldeamt) seit Ablauf des alten Ausweises von der Ausweispflicht befreit, da sie "nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnimmt".


    Was soll‘s, ich habe so ein Teil, das nennt sich Schredder.

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    dass der Psychiater wohl schon vor 3 Monaten die Psychopharmaka abgesetzt hat

    Aber dann ist es doch kein Wunder, dass sie so unruhig ist.


    Das mit den Dingen die verschwinden ist ärgerlich. Aber vielleicht haben die Rollstuhl und Rollator nur aus ihrer Reichweilte befördert, damit deine Mutter keinen Unsinn macht?

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    Also ich lese schon noch mit, war aber selbst im Urlaub.

    Ich hoffe, du konntest deinen Urlaub ohne unangenehme Zwischenfälle genießen und ich gut erholen! :)*

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    Das kenne ich zur Genüge und immer sind es Lappalien. Was daran "Notfall" sein soll, habe ich noch nie verstanden. Aber es wird wohl so sein, dass diejenigen, die meinen anrufen zu müssen, nicht wissen/ vergessen haben, dass man im Urlaub ist. (Puh, was für ein Konstrukt)

    Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich denen nie und nimmer meine Handynr. gegeben. Denn jetzt ist es so, dass die mich erst gar nicht auf Festnetz anrufen, sondern immer gleich auf dem Handy... X-

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    Müssen muss sie natürlich nicht.

    Das ist mir schon klar. Aber in gewisser Weise "muss" sie dann schon, da die Post ja der Betreuer bekommt. Da konnte er mit der Briefwahl noch schön eine Zweitstimme abgeben... Ich möchte nicht wissen, bei wie vielen dementen Menschen das so gehandhabt wird... %-|

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    Meine Mutter bekommt auch immer noch Wahlbenachrichtigungen. Sie kann nicht mehr lesen, nicht mehr schreiben und versteht Vorgelesenes schon seit Jahren nicht mehr…


    Wie ihr geistiger Zustand genau ist, kann natürlich niemand wissen, aber sie hat nicht mal mehr einen Personalausweis. Sie ist (beim Einwohnermeldeamt) seit Ablauf des alten Ausweises von der Ausweispflicht befreit, da sie "nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnimmt".

    Oh Mann, das ist ja dann noch bekloppter als bei meiner Mutter... 8-(

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    Was soll‘s, ich habe so ein Teil, das nennt sich Schredder.

    Ja, den habe ich auch. Nützt mir nur in dem Falle nichts... ;-D

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    Aber dann ist es doch kein Wunder, dass sie so unruhig ist.

    Verstehe auch ehrlich gesagt nicht, warum das abgesetzt wurde. Vorher war sie nämlich ruhiger, jetzt wird sie auch wieder zunehmend aggressiver. Eine Pflegerin meinte allerdings, dass es generell schwierig ist, ihr Tabletten zu geben, da sie sie immer ausspuckt. Meine Mutter regt sich auch ständig auf, dass sie ihr alles in den Hals schütten und dass sie Halsschmerzen hat. Allerdings trinkt und isst sie auch zu wenig und sagt wohl ständig, dass sie ihr das reinzwingen würden. (auch bei uns sagt sie immer, dass sie nichts mehr essen will, der Fraß würde ihr nicht schmecken) Wobei trinken ja noch wichtiger ist als essen.

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    Das mit den Dingen die verschwinden ist ärgerlich. Aber vielleicht haben die Rollstuhl und Rollator nur aus ihrer Reichweilte befördert, damit deine Mutter keinen Unsinn macht?

    Den Rollator hat meine Mutter wohl wieder irgendwo stehen lassen, wie viele Mitbewohner lt. Pflegerin. Zu dem Rolli hat sie nichts gesagt.


    Was aber schon sehr auffällig ist: Als meine Mutter noch zu Hause war, hat sie ja auch ständig gejammert, was ihr alles wehtut. War auch mehrmals wg. Herz in der Klinik, 2015 auch mit einem (angeblich) leichten Herzinfarkt, bei dem aber nur der Troponin-Wert verändert war, Pumpleistung und EKG war i. O. Da sollte sie damals schon einem Herzkatheter zustimmen, bzw. 2013 auch schon mal, was sie beide Male abgelehnt hatte. Dann war sie nur 2 oder 3 Monate später nach dem angeblichen Herzinfarkt wieder in der Klinik (aber nur, weil ich da kurzen Prozess gemacht habe, denn gejammert hat sie immer nur bei uns, wollte aber nie ins Kh) und da hatte sie sich dann zu einem Herzkatheter überreden lassen. Dort wurde nur an einer Stelle eine leichte Verengung gefunden u. sie konnte somit den zweiten Blutverdünner weglassen. Die Ärztin dort war auch der Meinung, dass ihre Probleme von der Wirbelsäule kommen (BWS), was ich mir auch sehr gut vorstellen könnte, da ich selbst oft so wahnsinnige Schmerzen im Brustkorb habe, bei denen ich auch schon manchmal ans Herz dachte (habe da aber nie alle Welt verrückt gemacht, sondern war beim Kardiologen, der dann meinte, dass es von der BWS kommt) u. es kommt von der BWS. Und seitdem sie im Heim ist, war sie noch nicht einmal im Kh oder hatte sonst was schwerwiegendes. Mir wurde ja auch schon manchmal gesagt, dass sie gar nichts von Schmerzen erzählt hat. Dass sie sicher diese Bauch- u. Rückenschmerzen hat, glaube ich schon. Aber wenn es richtig schlimm wäre, würde sie vermutlich dort was sagen. Ich kenne meine Mutter ja gar nicht anders, sie hat ihr Leben lang immer nur gejammert u. immer nur erzählt, wie schlecht es ihr geht. Besonders bei mir. Da wusste sie aber auch, dass sie das mit mir machen kann, dass ich mich dann sorge. Zwar war sie dann (die letzten Jahre habe ich sie ja dann immer gleich zum Arzt geschleppt oder eben ins Kh, da wurde dann komischerweise auch die Jammerei weniger, denn beim Arzt hat man sich dann ja aufgeregt, dass ich das alles sage, was ihr wehtut) immer sehr wehleidig, aber nie bereit, zum Arzt zu gehen. Ich glaube, da war recht viel Manipulation bei ihr dabei. Oft ging es ihr dann nämlich ausgerechnet dann ganz schlecht, wenn ich nicht ihrer Meinung war. Das versucht sie jetzt immer noch so ein bisschen, indem sie jedes Mal erzählt, wie schlecht es ihr geht. Nur, dass das jetzt nicht mehr zieht bei mir. Für sie ist sowieso alles nur schwarz. Alle sind böse, alle sind gemein. Das kenne ich aber zur Genüge von früher. Man war nur lieb, wenn man ihr nach dem Mund gequatscht hat. :=o


    Mir geht es am besten, wenn ich sie nicht so oft sehe. Dann mache ich mir auch keine Gedanken, wie es ihr geht. Deshalb war auch die Entscheidung mit dem Betreuer goldrichtig. Da kann ich hingehen, wenn mir mal danach ist. Auch, wenn ich schon ganz gut Abstand habe, plagt mich schon mitunter das Gewissen und Mitleid, wenn sie mir bei meinen Besuchen erzählt, dass sie nicht dort bleiben will und sie das schon x Mal gesagt habe. In dem Moment, wo sie es mir erzählt, bleibe ich da zwar sehr neutral und lasse es nicht an mich ran, aber es arbeitet dann schon ein bisschen in mir und sie tut mir Leid. Aber ich weiß auch, dass es keine andere Möglichkeit für sie geben würde. Und ehrlich gesagt, bin ich auch froh, dass sie im Heim ist und ich mir keine Sorgen machen muss, was sie nun wohl zu Hause anstellen wird. Vllt. ist es auch das, was mir manchmal ein schlechtes Gewissen macht - dass ich froh bin, dass sie nicht mehr alleine zu Hause lebt. :-/

    Mal wieder ein Update.


    Mit meiner Mutter geht es weiter bergab. Natürlich war mir das klar, dass ihr Zustand nicht stehen bleibt. Aber manchmal ist das schon traurig. Wir waren vorgestern bei ihr. Mal erkennt sie uns, mal nicht. Daran habe ich mich aber längst gewöhnt. Nun meinte sie aber zu mir, was denn eigentlich "unsere" Mutter machen würde. Mir war klar, dass sie damit ihre Mutter meinte. ??(sie hatte ja sozusagen zwei Mütter, ihre leibliche Mutter ist verstorben, als sie 6 Jahre alt war u. die zweite Frau meines Opas war dann wie eine richtige Mutter, da ihre leibliche fast die ganzen Jahre nur im Kh war. Trotzdem habe ich ihr das nun genauso gesagt, dass ihre Mama leider schon vor einer ganzen Zeit gestorben ist, weil sie schwer krank war, daraufhin kam schon ganz entsetzt: "Was, das wusste ich ja gar nicht!" Dann habe ich ihr nochmal erklärt, dass sie ja zwei Mamas hatte, die, die sie geboren hat und die schon gestorben ist, als sie noch Kind war u. die Oma XY, die ich als meine Oma kannte und dass sie eben auch schon lange verstorben ist. Da war sie richtig entsetzt. Das hat uns alle schon recht traurig gemacht.)?? Dann fragte sie meine Tochter auch noch, ob sie und ihr Freund (also, meine Tochter und ihr Freund) sich kennen. Nun gut, sie ist mit ihrem Freund gerade mal 3,5 Jahre zusammen. Das, was kürzer zurückliegt, verschwindet ja immer mehr. Vor kurzem fragte sie mich auch ob ich noch in XY (unserer Heimat, wir wohnen aber schon 28 Jahre hier, genau wie sie auch) bin und ob ich noch nähen würde. (ich habe das mal gelernt) Das letzte Mal, als ich genäht habe, ist schon um die 24 Jahre her... Meine Mutter will auch wieder in ihre Heimatstadt. Außerdem klagt sie jedes Mal, dass sie nicht in dem Heim bleiben will, dass sie nach Hause will und dass alle so böse und gemein sind u. sie sie dort umbringen wollen. Wenn ich alleine dort bin, ist sie ohnehin nur am Nörgeln. Vorgestern ging es ganz gut, da hat sie auch kurz wieder gesagt, dass sie nach Hause will u. dass alle böse und gemein sind, aber nach kurzer Zeit hatte sie das dann wieder vergessen. Sie bekommt aber auch seit ca. 1,5 Monaten wieder abends mehr Psychopharmaka. Ich denke schon, dass sie das auch ruhiger macht. Trotzdem gehe ich nicht gerne alleine hin.


    Die Pflegerinnen meinten auch schon, dass es generell recht schwierig mit ihr ist. Sie will immer nicht essen und trinken tut sie auch zu wenig. Habe da auch nochmal auf die Patientenverfügung verwiesen, falls sie irgendwann gar nicht mehr essen will, dass sie nicht künstlich ernährt wird. Sie hatte vor einiger Zeit, als ich da war, auch 3 kg abgenommen, aber der Arzt meinte auch, wenn sie nicht essen will, kann man nichts machen. Sie sollten versuchen, ihr Fresubin zu geben, aber das wollte sie auch nicht, obwohl sie das vor 4 Jahren schon mal bekommen hatte. Aber da wird auch die Erinnerung weg sein. Sie wiegt aber augenscheinlich trotzdem mehr als wo sie noch zu Hause war. Da hat sie ja auch oft vergessen, zu essen oder sich nur mal ne Mehlsuppe gemacht. Das regelmäßige Essen dort macht sich schon bemerkbar. Außerdem muss sie wohl oft im Aufenthaltsraum morgens schon so rumbrüllen und die anderen dann beim Frühstück stören. Mittlerweile bekommt sie das Essen immer aufs Zimmer. Ansonsten lehnt sie jeglichen Kontakt zu den Anderen ab, ob das Gymnastikgruppe ist, Musik oder andere Sachen. So verschlechtert sich die Demenz natürlich noch schneller, wenn sie immer nur in ihrem Zimmer sitzt und vor sich hin starrt. Ich habe dann auch gesagt, dass sie sie einfach mitnehmen sollen, dann macht sie meistens auch mit. Außerdem macht meine Mutter immer ein Riesentheater, wenn sie sie waschen und redet dann immer von Überschwemmung. Da haben sie mich auch schon gefragt, ob meine Mutter mal ein Hochwasser erlebt hat - vllt. als Kind. Ja, woher soll ich das wissen? Ich weiß nicht viel von meiner Mutter. Sie hat nie viel von früher erzählt.


    Im Oktober wurde die Höherstufung des Pflegegrades beantragt, da habe ich noch keine Nachricht vom Betreuer, ob das nun schon durch ist.


    Über den Betreuer habe ich mich jetzt aber auch geärgert. Er fährt in ein paar Tagen für einen ganzen Monat in den Urlaub. Ist also bis Anfang/Mitte Januar weg. Ich schrieb ihm dann im Oktober, wie es dann da aussieht, ob dann eine Vertretung für ihn da ist. Da antwortete er mir, dass er sonst nie eine Vertretung in der Zeit seines Urlaubs hatte. Da bei meiner Mutter aber vorauszusehen ist, dass es zu einer Entscheidung kommen könnte aufgrund von Krankheit oder wg. freiheitsentziehender Maßnahmen, würde es einen Ersatzbetreuer für ihn geben und das Amtsgericht dann ggf. auf mich zukommen. 8-( Ich dachte, ich lese nicht richtig! Dachte, ich habe mich deutlich genug ausgedrückt, dass ich das nicht machen will. Daraufhin schrieb ich ihm zurück, dass es doch da eine andere Lösung geben muss, denn es gibt ja auch Leute, die gar keine Angehörigen haben, wie das denn da gehandhabt wird. Er war dann etwas angepisst u. meinte, dass er ja schrieb, dass es einen Ersatzbetreuer geben würde, aber dass das Amtsgericht immer erst mal an die nächsten Angehörigen herantreten würde. Wenn ich das nicht wünsche, würde er dem Amtsgericht mitteilen, dass ich in der Zeit seines Urlaubs nicht zur Verfügung stehe. Ich habe dann gesagt, dass er es so machen soll. Wozu habe ich denn die Betreuung dann erst abgegeben? Vor allen Dingen, wenn ich das machen würde, würde das Heim, selbst, wenn jetzt nichts gravierendes passieren würde, wegen jedem Furz an mich rantreten. Das habe ich ja schon gesehen, als ich im Urlaub war. Und gerade dann, wenn der Betreuer nicht da ist, könnte ich mir vorstellen, dass dann irgendwas ist.


    Das war wieder mal so das Neuste.

    Hallo Fix und Foxie, danke für das Update.

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    Überschwemmung

    Wer weiß das schon, was da im Kopf so vorgeht. Kann auch einfach nur bedeuten, dass man beim Waschen nicht so viel Planschen soll.

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    Ich weiß nicht viel von meiner Mutter. Sie hat nie viel von früher erzählt.

    Na da können wir uns ja die Hand reichen. Meine Eltern waren beide immer der Meinung, das geht uns Kinder alles nichts an. Tja, und dann war es zu spät.


    Für wenn mich meine Mutter hält, das frage ich mich schon lange nicht mehr. Sie redet ja nicht mehr. Nur ein Nein, das kann sie noch sehr deutlich artikuieren. Wenn sie unruhig ist und weg will, lenke ich vom Thema ab. Man muss die wenigen Vorteile von Demenz eben nutzen, wenn sie sich bieten.


    Aber alles im Allen gibt bei deiner Mutter also keine gravierenden Veränderungen, "nur" eine stetige Verschlechterung. Damit war wohl zu rechnen.


    Meine Mutter baut jetzt auch immer schneller ab. Auf Ansprache reagiert sie oft gar nicht mehr. Auch das Gehen hat sie weitestgehend verlernt.


    Sie verweigert jetzt auch immer öfter das Essen. Noch hat sie genug zum "zusetzen", aber in nicht allzu ferner Zukunft steht sicher das Thema PEG-Sonde an. Ich habe da aus heutiger Sicht zwar eine klare Position, aber ob das Gericht da mitgeht und wie die werte Verwandtschaft (die sich sonst keinen Deut um meine Mutter schert) reagiert, wird sich zeigen.


    Ich drücke dir fest die Daumen, dass in der Urlaubszeit des Betreuers keine wichtigen Entscheidungen anstehen.


    Wenn das Amtsgericht für die Zeit einen Ersatzbetreuer benennt, müsste es ja eigentlich ein Schriftstück geben. Ansonsten hat er die vielleicht gar nicht informiert?


    Ich wünsche Euch ein ruhige Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch! @:)

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    Wer weiß das schon, was da im Kopf so vorgeht. Kann auch einfach nur bedeuten, dass man beim Waschen nicht so viel Planschen soll.

    Sie hat zu Hause auch schon immer totales Theater gemacht, wenn ich ihr mal den Kopf gewaschen habe. Ständig schrie sie dann: "Aber nicht in die Ohren, aber nicht in die Ohren."

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    Na da können wir uns ja die Hand reichen. Meine Eltern waren beide immer der Meinung, das geht uns Kinder alles nichts an. Tja, und dann war es zu spät.

    Ja, ich kann eigentlich nicht viel berichten über sie. Wird dann auch mal später auf der Beerdigung etwas schwierig.

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    Für wenn mich meine Mutter hält, das frage ich mich schon lange nicht mehr. Sie redet ja nicht mehr. Nur ein Nein, das kann sie noch sehr deutlich artikuieren. Wenn sie unruhig ist und weg will, lenke ich vom Thema ab. Man muss die wenigen Vorteile von Demenz eben nutzen, wenn sie sich bieten.

    Na, sie fragt mich meistens, wer ich bin und wenn ich es dann sage, sagt sie: "Das dachte ich mir schon!" ;-D

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    Aber alles im Allen gibt bei deiner Mutter also keine gravierenden Veränderungen, "nur" eine stetige Verschlechterung. Damit war wohl zu rechnen.

    Ja, sie hat jetzt keine gravierende Krankheit noch zusätzlich, außer ihre Bauchschmerzen, die sie aber schon Jahre hat und Rücken-/Kopfschmerzen, was auch durch die Osteoporose bedingt ist, fehlt ihr nichts. Aber essen mag sie auch nicht mehr und trinken tut sie auch zu wenig. Ich habe aber wohlweislich noch eine Patientenverfügung mit ihr gemacht, als mein Vater verstorben war. ??Das ist damals zwar mehr oder weniger auf Druck von mir entstanden, aber das muss ja keiner wissen. Sonst würde ich nämlich schön doof da stehen. So hat sie in der Verfügung alles abgelehnt an lebensverlängernden Maßnahmen, auch die künstliche Ernährung.??

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    Meine Mutter baut jetzt auch immer schneller ab. Auf Ansprache reagiert sie oft gar nicht mehr. Auch das Gehen hat sie weitestgehend verlernt.

    Vom körperlichen Verfall her baut meine Mutter auch immer mehr ab. Sie ist ja schon seit Jahren immer mehr abgemagert. Sie wiegt zwar evtl. etwas mehr als vor der Einweisung ins Heim, aber mit schätzungsweise 45 kg auf ca. 1,60 m natürlich immer noch sehr wenig. Sie war aber schon auf 43 kg mal runter. Aber sie ist ansonsten sehr zäh.


    Laufen tut sie auch kaum noch. Sie beteiligt sich auch an nichts, ist praktisch nur in ihrem Zimmer, in dem sie nun auch noch die Mahlzeiten einnimmt. Als ich das letzte Mal kam, lag man mit heruntergelassener Hose da, eine Windel lag neben ihr im Bett und Hose und Bett war alles nass. Sie hatte sich also eingenässt. Da scheint aber schon noch ein kleines bisschen was in ihr zu wissen, dass das irgendwas nicht stimmt, sonst würde sie sich die Hose ja nicht selbstständig runterziehen. Nur, sie kann es nicht einordnen. Als ich ihr dann eine neue Hose anziehen wollte und meinte, dass sie dazu mal sich hinsetzen müsste, schrie sie mich gleich an, dass das nicht geht u. sie das nicht kann. Sie lag stocksteif im Bett und die Hose habe ich dann natürlich nicht so richtig anbekommen. Nachdem sie mich paar Mal angebrüllt hat, zwischendurch eingeschlafen ist (was sonst nie der Fall war, da war sie - mal abgesehen vom geistigen Zustand - immer hellwach) und nur wirres Zeug erzählt hat, bin ich dann recht schnell wieder gegangen. Morgen werde ich dann nochmal kurz reinschauen und ihr ein kleines Geschenk bringen. Danach gehen wir zu meiner Tochter und ihrem Freund.

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    Sie verweigert jetzt auch immer öfter das Essen. Noch hat sie genug zum "zusetzen", aber in nicht allzu ferner Zukunft steht sicher das Thema PEG-Sonde an. Ich habe da aus heutiger Sicht zwar eine klare Position, aber ob das Gericht da mitgeht und wie die werte Verwandtschaft (die sich sonst keinen Deut um meine Mutter schert) reagiert, wird sich zeigen.

    Oje, da hast du aber auch noch einiges vor dir. :°_ :°_ :°_ Bei uns ist das zumindest GsD geregelt. :)^

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    Ich drücke dir fest die Daumen, dass in der Urlaubszeit des Betreuers keine wichtigen Entscheidungen anstehen.

    Das will ich hoffen. Aber wenn es nicht gerade um ihren Tod geht (da müsste ich mich ja dann eh wieder selbst drum kümmern), muss sich da ja dann der Ersatzbetreuer drum kümmern.

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    Wenn das Amtsgericht für die Zeit einen Ersatzbetreuer benennt, müsste es ja eigentlich ein Schriftstück geben. Ansonsten hat er die vielleicht gar nicht informiert?

    Ich habe bisher noch kein einziges Schriftstück vom Amtsgericht bekommen. Das bekommt nach wie vor alles meine Mutter bzw., der Betreuer in ihrem Namen. Er hat mir aber die Mail geschickt, die er auch dem Heim geschickt hat mit dem Brief ans Amtsgericht, dass ich die Betreuung in der Zeit seines Urlaubs nicht übernehmen werde. Der Betreuer hat noch bis Mitte Januar Urlaub.


    Ich wünsche dir und deiner Familie auch ein recht frohes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und einen guten Start ins Neue Jahr! @:)

    Gestern war ich nun nochmal bei meiner Mutter. Sie hat sich eigentlich gefreut, dass ich komme. Anfangs meinte sie gleich: "Wer bist du? Bist du die Fix und Foxie?" Ja.


    Sie hat wieder rumgemosert, dass alle böse und gemein dort sind und sie kaputt machen. Aber das Gute an Demenz ist, dass man sie gut ablenken kann. Ich habe mit ihr über einiges von früher geredet. Trotzdem wusste sie vieles gar nicht, mit meinen Cousinen konnte sie z. B. gar nichts anfangen, obwohl sie regelmäßig bei uns waren. Dann fing sie auch noch von einer Arbeitskollegin an, wo die ist. Dabei ist sie schon vor Jahrzehnten gestorben. Also, es ist auch einiges aus dem Gedächtnis gelöscht, was schon recht lange her ist.


    Dann, nach ner Weile kam das Unvermeidliche, worauf ich mich aber schon eingestellt hatte. Sie: "Ich würde ja gerne auch wieder mal zu dir kommen - zu meiner Mama. Bist du meine Mama?" Ich habe dann gesagt, dass ich nicht ihre Mama bin, sondern ihre Tochter. Darauf kam dann: "Ich dachte es mir schon." ;-D Sie fragte mich dann auch noch, wie alt ich bin u. war da scheinbar recht entsetzt. Ich meinte dann so: "Ja, ich bin auch schon alt..." ;-) Gut, so alt bin ich natürlich auch noch nicht, aber da sie ja scheinbar der Ansicht ist, dass sie selbst viel jünger ist, kann einen das Alter dann schon schocken. Dann meinte sie auch noch, dass ich schöne Haare habe. Also, insgesamt war sie gestern recht friedlich. :-) Ich glaube, über die Lebkuchen hat sie sich mehr gefreut als über die Hose, die ich ihr noch geschenkt habe. Bei den Lebkuchen meinte sie: "Wie schön, die können wir ja zusammen essen." Über Essen freut sie sich immer sehr, obwohl sie immer nicht essen will. Das, was wir mitbringen, schmeckt ihr aber meistens. Heute gehen meine Tochter und ihr Freund nochmal ein Stündchen hin, danach fahren sie ja weg.


    Die Cousine meines Vaters rief heute auch an, sie hatte wohl versucht,meine Mutter zu erreichen. Da sie sie oft nicht erreicht, war sie der Meinung, dass sie immer nicht auf dem Zimmer ist. Meine Mutter verlässt ihr Zimmer aber so viel ich weiß, gar nicht mehr. Die letzten Male hat sie auch immer gelegen und ich weiß gar nicht, ob das Laufen überhaupt noch klappt. ":/ Ich hatte die Cousine meines Vaters aber auch über den Zustand meiner Mutter unterrichtet. Das Telefonieren klappt auch nur ab und an. Aber scheinbar hat sie das doch nicht so registriert. Gut, die Frau wird nächstes Jahr auch schon 90. Sie ist zwar geistig noch fit, aber in dem Alter vergisst man manche Sachen ja doch schneller.

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    Für wenn mich meine Mutter hält, das frage ich mich schon lange nicht mehr. Sie redet ja nicht mehr. Nur ein Nein, das kann sie noch sehr deutlich artikulieren. Wenn sie unruhig ist und weg will, lenke ich vom Thema ab. Man muss die wenigen Vorteile von Demenz eben nutzen, wenn sie sich bieten.

    Dass deine Mutter gar nicht mehr redet, ist sicherlich auch nicht so einfach für dich. Auf der einen Seite ist man - gerade, bei dem schwierigen Verhältnis, was du ja auch zu deiner Mutter hattest - froh, wenn sie einen dann nicht mehr vollnölt, aber auf der anderen Seite würde man vllt. auch gerne nochmal mit ihr sprechen, auch, wenn da eigentlich keine sinnvollen Gespräche zustande kommen. Aber ab und an kommen dann eben noch so Momente, in denen man sich dann auch mal über schöne Sachen von früher unterhalten kann. Ablenkung klappt bei meiner Mutter auch ganz gut. Da muss ich mich aber immer wieder mal daran erinnern, dass ich nicht zu sehr darauf eingehe, sondern von was anderem rede.


    Schöne Feiertage im Kreise deiner Lieben wünsche ich dir noch! @:)

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    Ja, ich kann eigentlich nicht viel berichten über sie. Wird dann auch mal später auf der Beerdigung etwas schwierig.

    Och, da mache ich mir gar keinen Kopf. Da kann sich der Pfarrer gern mit Personen auseinandersetzen, die ich ihm nenne.

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    Ich habe bisher noch kein einziges Schriftstück vom Amtsgericht bekommen. Das bekommt nach wie vor alles meine Mutter bzw., der Betreuer in ihrem Namen.

    Bei uns ist es so, dass vom Gericht gleichlautende Schreiben je an meine Mutter und an mich als Betreuer gehen.


    Mir wurden vom Gericht zwar alle Aufgabenkreise übertragen, die Befugnis, Briefe meiner Mutter zu öffnen, habe ich nicht. Das Fernmelde- und Postgeheimnis ist im Grundgesetzt verankert. Die Postkontrolle wird daher wohl nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen übertragen und bestimmte Absender dürfen grundsätzlich nicht kontrolliert werden - so wurde mir erklärt.


    Das mag zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte zwar alles richtig sein und ich verstehe das Ansinnen ja auch, ??klar sie könnte sich beim Gericht über ihre Betreuerin beschweren und überhaupt, wenn sie denn noch zur Formulierung eines einzigen (mündlichen oder schriftlichen) Satzes in der Lage wäre?? wer aber glaubt, für hochgradig demente Personen (denen Papier lediglich dazu dient, es in einzelne Schnipsel zu zerlegen, die keinerlei Ansprache mehr verstehen) macht diese Regelung noch Sinn, der hat die Demenz nicht verstanden.


    Um dem Gesetzt also weiterhin Genüge zu tun, müsste das Heimpersonal korrekterweise alle Post für meine Mutter gemeinsam mit ihr öffnen und den Inhalt durchsprechen. ??Selbst auf ihre Privatpost (auf meinen Wunsch durch die Verwandtschaft in knappen einfachen Worten verfasst) und die man ihr tatsächlich vorliest, reagiert meine Mutter nicht. Sie hat doch schon vor Jahren nicht begriffen, dass sie unter Betreuung gestellt wurde, wie sollte man ihr also Schreiben vom Amtsgericht überhaupt erklären? Und wie widersinnig das Prozedere ist, wird auch bei allen (trotz aller Legitimation) an sie gesandten Schreiben der Bank deutlich - wie bei der EC-Karte, die sogar auf meinen Namen läuft. Sie hat auch weder den Verstand noch die Möglichkeiten, ihre Dokumente überhaupt aufzubewahren. Wer sollte sie also an sich nehmen - außer ich?.??

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    Dass deine Mutter gar nicht mehr redet, ist sicherlich auch nicht so einfach für dich.

    Seit sie nicht mehr rumläuft, werden die Besuche auch immer kürzer – lange Fahrt (die wir allerdings mit anderen Wegen kombinieren) für 5 -10 Minuten.

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    Och, da mache ich mir gar keinen Kopf. Da kann sich der Pfarrer gern mit Personen auseinandersetzen, die ich ihm nenne.

    Da fallen mir leider keine weiter ein. Wir wohnen ja schon über 28 Jahre fernab von der Heimat, einige Leute sind schon verstorben und die Verwandten, die wir noch haben, kennen sie zwar von früher noch, aber so langsam ist das da auch durchgedrungen, dass da nicht alles so Friede, Freude, Eierkuchen war.

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    Bei uns ist es so, dass vom Gericht gleichlautende Schreiben je an meine Mutter und an mich als Betreuer gehen.


    Mir wurden vom Gericht zwar alle Aufgabenkreise übertragen, die Befugnis, Briefe meiner Mutter zu öffnen, habe ich nicht. Das Fernmelde- und Postgeheimnis ist im Grundgesetzt verankert. Die Postkontrolle wird daher wohl nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen übertragen und bestimmte Absender dürfen grundsätzlich nicht kontrolliert werden - so wurde mir erklärt.

    Die Post vom Amtsgericht bekommt meine Mutter auch noch, bei allen anderen Institutionen hat der Betreuer um Zusendung der Post gebeten. Private Briefe gehen natürlich auch noch an meine Mutter. Ich bin davon ja ausgeschlossen, da ich alle Aufgabenkreise abgegeben habe und bekomme nur durch den Betreuer das Neuste immer mitgeteilt. Nun ist er aber seit Anfang/Mitte Dezember bis 10.01. noch im Urlaub.


    Das ist ja wirklich krass, dass du die Briefe deiner Mutter nicht öffnen darfst. Gerade, wo bei ihr doch total offensichtlich ist, dass sie gar nichts mehr damit anzufangen weiß. Meine Mutter weiß das zwar genauso nicht, aber immerhin kann (bzw. konnte sie es zumindest noch vor kurzem, wie es jetzt ist, weiß ich nicht so genau) sie noch lesen und schreiben.

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    Seit sie nicht mehr rumläuft, werden die Besuche auch immer kürzer – lange Fahrt (die wir allerdings mit anderen Wegen kombinieren) für 5 -10 Minuten.

    Ja, das ist bei mir nicht so sehr viel anders. Mittlerweile läuft sie ja auch nicht mehr rum. Aber selbst, als sie noch bisschen rumlief, ging das nur noch auf dem Zimmer. Je nach Tagesform bleibe ich mal länger, mal kürzer. Wenn mit ihr überhaupt nicht zu reden ist, fällt der Besuch auch sehr kurz aus. Nun war ich aber das letzte Mal an Heiligabend da. Sie liegt ja eh nur im Bett und man kann nichts großartig machen. ??Aber was auch ein großer Faktor ist, warum ich es oft nicht so lange da aushalte: Es stinkt recht oft nach Fäkalien in ihrem Zimmer. Selbst mit Fenster öffnen ist das kaum auszuhalten. Das letzte Mal dachte sie sogar selbst, dass sie in die Hose gemacht hat, da war aber nichts.?? :-X

    ??"Fäkalien"


    Hat mal jemand nach der Ursache geforscht? Bettkanten, Ecken, Kleidung, Nachtschrank,... alles sauber? Meine Mutter hat eine Zeit lang versucht, die Wände zu beschmieren. Nach dem Malern wurde das Bett dann fast mitten in den Raum verschoben.??

    ??Nein, bisher nicht. Da es manchmal auch gar nicht stinkt, nehme ich mal an, dass der Geruch vllt. von der Toilette kommt. Die ist nur durch so eine Falttüre vom Zimmer getrennt u. steht immer offen. Zudem könnte es sein, dass das Zimmer nicht genügend gelüftet wird, da meine Mutter immer so friert. Bei meinem Vater im Heim stank es allerdings nie so und sie waren zu Zweit auf dem Zimmer, der Mitbewohner war auch dement und hat gar nicht mehr geredet, also, konnte sich dann in so einem Fall auch nicht bemerkbar machen. Da war die Toilette allerdings mit einer fest schließenden Tür.??

    ??Meine Mutter nimmt allerdings auch immer die Einlagen raus, tlwse. trägt sie wohl auch Windeln. Zumindest lag das eine Mal eine auf dem Bett, als sie eingenässt hatte und mit heruntergezogener Hose da lag. Könnte also auch sein, dass sie die Einlagen dann irgendwo unter der Bettdecke versteckt. Da habe ich bisher nicht nachgeschaut. Allerdings wird im Bad ja auch die Schmutzwäsche in einem Wäscheimer gelagert und da da es wie gesagt, nur durch eine Falttüre getrennt ist, könnte der Geruch auch daher kommen. Dagegen kann man dann ja leider nicht viel tun.??

    Wieder mal ein kleines Update. Ich war heute mit meiner Tochter bei meiner Mutter. Sie redet kaum noch, hat fast die ganze Zeit ins Leere gestarrt und wenn wir irgendetwas erzählt haben, konnte sie auch gar nicht auf das Gespräch eingehen und hat von etwas ganz anderem erzählt. Husten hat sie nun auch noch recht stark. Gerade wenn ältere Menschen so lange liegen, bekommen sie ja oft eine Lungenentzündung, an der sie dann versterben. Ich schätze, dass es nicht mehr lange gehen wird. Aber kann man schlecht beurteilen, da meine Mutter ja recht zäh ist.


    Heute schickte mir der Betreuer dann auch noch das Gutachten vom MDK. Ich wusste zwar einiges schon und hatte auch schon den Eindruck, dass sie ganz schön abgenommen hat - lt. Gutachten wiegt sie bei einer Größe von 1,57 m nur noch 39 kg (ich schätze aber, dass das es mittlerweile noch weniger sein wird, da sie seit Weihnachten nochmal um einiges abgebaut hat und der Antrag auf Höherstufung erfolgte ja schon im Oktober. Schätze also, dass das Gutachten so November/Dezember gewesen ist) - aber es ist schon nochmal was anderes, wenn man das dann nochmal liest. Es ist praktisch gar nichts mehr vorhanden. War mir zwar eh schon klar, aber manche Dinge machen einen schon traurig, wie Stuhl- und Harninkontinenz, dass sie mit den Exkrementen rumschmiert und physische Aggression. Letzteres hat mich ja gewundert, ich hatte eher an verbale Aggression gedacht. Sie erzählte ja oft, dass sie geschlagen wird, wobei ich natürlich wusste, dass das nicht sein kann, Zweifel bleiben aber meist doch, aber dann scheint sie ja um sich zu schlagen. Auch ist sie täglich wohl immer noch wahnhaft. Sie bekommt Fresubin, was sie aber nur sehr mäßig zu sich nimmt. Das bringt sie nun auch nicht mehr auf die Beine. Aber das erwarte ich auch nicht. Ich würde mir nur wünschen, dass sie nicht mehr allzu lange so vor sich hinvegetieren muss. Der Betreuer hat nun die Frage ans Heim gestellt, ob gg. das Gutachten nochmal Widerspruch eingelegt werden soll. Jetzt hat sie Pflegegrad 4. Meiner Ansicht nach wäre schon fast 5 gerechtfertigt. Schlucken scheint auch nicht mehr so gut zu funktionieren. Sie sagte zwar, dass sie was trinken will, was mich auch gewundert hat. Denn das hat sie noch nie von alleine gesagt. Als ich ihr dann den Becher mit Kakao gab, setzte sie kurz an. Ich weiß noch nicht mal, ob sie da überhaupt einen Schluck genommen hat. Danach verzog sie das Gesicht. Vor kurzem meinte sie auch, dass das ja dann alles durch den Nacken gehen würde. Ich meinte daraufhin nur: "Ja, runterschlucken musst du es schon." Davon kommt aber nichts mehr an bei ihr. Vermutlich macht sie das nur reflexartig, wenn genug im Mund drin ist. Ihren Namen weiß sie nun mittlerweile lt. Gutachten auch nicht mehr, die anderen Sachen wie Zeit, Datum, Ort, ob sie was gegessen hat und was sie zuletzt beruflich gemacht hat, sind ja schon seit letztem Jahr nicht mehr vorhanden. Vor kurzem wurde sie da noch regelrecht aggressiv und meinte: "Na, wer bin ich denn? Ich bin die XY." Das war so um die Weihnachtszeit.