• Mutters Weg durch das Tal des Vergessens

    (Urspr. Titel "Altersvergesslichkeit oder schon Demenz?" auf Wunsch der FS geändert.)
    Hallo, ich wollte den Beitrag erst als Alias eröffnen, aber da ich dafür mehr ins Detail gehen muss, wäre ich wohl sowieso erkannt worden. ;-) Es geht um meine 86-jährige Mutter. Im Vorfeld muss ich schon mal sagen, dass unser Verhältnis nicht so dolle ist u. dass…
  • 253 Antworten

    @ Caramala:

    Zitat

    Meine Antwort bezog sich nicht auf die Magensonde Fix und Foxie, sondern auf die Zähigkeit dieser Generation, trotz niedrigem Gewicht und trotz Demenz ect.

    Da muss ich dir Recht geben. Diese Generation hat ja auch Hungersnöte durch und hält so was dann auch länger aus. Bei meinem Vater, der praktisch nur noch ein Skelett mit Haut bezogen war (wie meine Mutter nun auch), hat noch 9 Wochen gelebt trotzdem er nur sehr wenig Nahrung und Trinken zu sich genommen hat. Da meine Mutter schon immer sehr zart war, kann es auch noch länger bei ihr gehen, das weiß keiner. Auch, wenn ich mir natürlich wünschen würde, dass sie bald erlöst wird. Denn das ist kein Leben mehr, nur noch ein Dahinvegetieren.

    Zitat

    Ich halte auch nichts von lebensverlängernden Maßnahmen, wenn derjenige seinen Willen bereits klar definiert hat. Nur die Schmerzen und Mundpflege sollten in einem solchen Falle gut gewährleistet sein.

    Genau, so sehe ich das auch.

    @ Roadie:

    Klar, das ist immer schwer, mit anzusehen, wenn ein naher Angehöriger so vor sich hinvegetiert. Auch, wenn das Verhältnis zu meiner Mutter nicht so dolle war, ist es schlimm, mit anzusehen, wie ein ganzes Leben aus dem Kopf verschwindet.

    Schlimm ist gar kein Ausdruck, finde ich. Es muss herzzerreißend sein! Dennoch kannst Du diesen Schmerz bei aller Unfassbarkeit noch steigern, wenn Du Dich dagegen stellst; das ändert ja nichts. Auch wenn die Herausforderung riesig ist, es will durchgestanden werden. Es ist Euer Weg, ein schwerer und der, den niemand haben will, aber es ist auch Eure gemeinsame Aufgabe. Viel Kraft wünsche ich. @:)

    Meine Mutter war vor allem das letzte Jahr auch nur noch Haut und Knochen. Auch sie war wie deine Mutter all die Jahre nie einfach. Denke, wir haben hier ein ähnliches Schicksal.


    Für mich war sie unsterblich. Man konnte es sich nicht vorstellen, dass auch sie sterben muss. Sie versuchte alles in ihrem Leben und alle anderen Menschen im Umfeld zu beherrschen.


    Der Verfall der letzten 2 Jahre war erschreckend für mich. Und - meine Tochter kann das nicht nachvollziehen. Ich würde sie gerne noch einmal sehen. Auch, wenn sie mir viel angetan hat. Wenn ich mir gewisse Szenen in Erinnerung rufe, dann hat sie das nicht verdient. Aber es gab auch ein Jahr vor ihrem Tod innige Momente. So hatte ich sie all die Jahre nie gekannt. Sie weinte und nahm mich in den Arm.


    Ich wünsche dir viel Kraft. Der Verfall eines Menschen belastet einem und wir können nur hoffen, dass wir nicht auch eines Tages so enden müssen.

    @ Roadie:

    Dankeschön! :-) Es hat lange gedauert, bis ich den Zustand meiner Mutter akzeptieren konnte und mir sagen konnte, dass sie krank ist. Vom Gefühl her habe ich das aber ganz gut angenommen. Ich/wir bin/sind darauf vorbereitet, dass es jeden Moment zu Ende sein kann. Aber ich weiß natürlich nicht, wie es sein wird, wenn sie nicht mehr da ist. Als sie noch fit war, konnte ich sie so vieles nicht fragen, bzw., wollte sie mir auf meine Fragen keine Antwort geben. Nun kann ich sie nichts mehr fragen, weil sie es mir nicht mehr sagen kann.

    @ autumn-like:

    Zitat

    Sie versuchte alles in ihrem Leben und alle anderen Menschen im Umfeld zu beherrschen.

    Oh ja, das kenne ich sehr gut. :)z Vom Gefühl her kommt mir meine Mutter auch manchmal unsterblich vor. Andere hätten so eine Auszehrung nicht so lange überstanden. Mir hilft es, mir zu sagen, dass sie nicht mehr meine Mutter ist, so, wie sie war. Das hat mir damals bei meinem Vater auch geholfen. Doch manches Mal erkennt man wieder ganz die Alte... Dann müssen wir schmunzeln, auch, wenn das alte Ich aggressiver ist.

    Zitat

    Ich wünsche dir viel Kraft. Der Verfall eines Menschen belastet einem und wir können nur hoffen, dass wir nicht auch eines Tages so enden müssen.

    Dankeschön! :-) Ja, den Verfall bis zum Schluss mit ansehen zu müssen, ist eigentlich das Schlimmste. Deshalb wünsche ich ihr schon, dass sie nicht mehr so lange leiden muss. So hätte sie nie dahinsiechen wollen. Es gibt ja manche Demente, die nicht in so einen extremen Zustand kommen, bis sie versterben. Wir müssen da wohl alle Phasen durchmachen. :°(

    F'oix und Foxie,


    das ist das eigentlich Tragische: dass sich diese Kranken schon im Leben in eine andere Welt verabschiedet haben. Und es ist fühlt sich schon wie ein Stück Trauer, das Du als Angehörigen fühlst, nicht wahr? Dafür brauchst Du eine Menge Tapferkeit, aber die hast Du!

    @ :) LG Roadie

    Zitat

    das ist das eigentlich Tragische: dass sich diese Kranken schon im Leben in eine andere Welt verabschiedet haben. Und es ist fühlt sich schon wie ein Stück Trauer, das Du als Angehörigen fühlst, nicht wahr? Dafür brauchst Du eine Menge Tapferkeit, aber die hast Du!

    Danke! @:) Nun ja, ich habe mich mit der Situation arrangiert, dass meine Mutter oft in ihrer eigenen Welt ist. Wenn sie dann von irgendetwas erzählt, tue ich immer so, als wüsste ich, von was sie redet. ;-D Aber manchmal ist es schwierig, wenn sie mich z. B. was fragt und ich partout nicht weiß, was sie meint. V. a. Dingen benutzt sie oft auch Wörter, die es gar nicht gibt und dann wird es noch schwieriger. Solange man ihr zustimmen kann und so tun, als wüsste man, worum es geht, ist sie oft auch erträglicher. Wenn man es nicht weiß, kann sie ganz schön aggressiv werden. Gut, kenne ich von früher auch schon, aber seit ihrer Demenz hat sich das noch verstärkt. Mich machen eher so Sachen traurig, wenn sie z. B. nicht weiß, dass ihre Mutter verstorben ist und dann ganz traurig ist, wenn ich ihr das sage. Mittlerweile tue ich auch oft so, als würde derjenige noch leben, da ich sie nicht beunruhigen will und will, dass es ihr einigermaßen gut geht. Da regt sie sich dann zwar auch auf, warum derjenige nicht mal kommt, aber das kann ich verschmerzen. ;-)

    Also, ich muss jetzt mal wieder schreiben. Ich war heute bei meiner Mutter. Irgendwie hatte ich heute so ein ganz komisches Gefühl, ob in dem Heim alles mit rechten Dingen zugeht. Meine Mutter klagt ja immer über Schmerzen in den Füßen. Nun habe ich dann heute mal die Decke zurückgeschlagen und mir ihre Füße angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass ihr rechtes Sprunggelenk massiv geschwollen ist und noch ein gelb-grüner Bluterguss mit blauem Rand zu sehen ist! :-o Daraufhin habe ich eine Pflegerin dazugeholt und sie gefragt, ob meine Mutter mal gestürzt wäre. Sie schaute sich dann den Fuß an und meinte: "Ach nö, wenn das so aussieht, ist das eine alte Verletzung. Sie klagt immer über Schmerzen in den Füßen." Das war aber keine Antwort auf meine Frage. Wollen die da irgendwas vertuschen? Meine Mutter erzählte ja schon oft, dass sie dort geschlagen wird. Das kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Aber trotzdem fand ich das heute sehr komisch. Könnte mir auch gut vorstellen, dass das ärztlich noch nicht mal dokumentiert wurde. Gerade bei alten Leuten sollte ja bei so einer massiven Schwellung vllt. doch von ärztlicher Seite begutachtet werden. ":/ Ich habe nun den Betreuer kontaktiert, dass er da nochmal genauer nachfragt.


    Ansonsten geht es meiner Mutter den Umständen entsprechend gut. Trotzdem sie nun wieder mehr Nahrung zu sich nimmt, hat sie weiterhin abgenommen und ihr Gewicht liegt nun nur noch bei 35,8 kg. Wider Erwarten war sie heute aber mal ganz gut gelaunt und hat mich sogar erkannt. Außerdem fragte sie mich, ob ich Schokolade mitgebracht habe. Hatte ich nicht, da sie sowieso nie Zähne im Mund hat. Die nimmt sie wohl immer raus, kaum dass sie drin sind und dann müssen sie sie jedes Mal suchen. Finde es allerdings trotzdem ein bisschen doof, dass sie sogar ohne Zähne essen muss. :(v Angeblich könnte sie aber ohne Zähne besser essen. Kann ich mir zwar nicht so vorstellen, aber die Prothese passt allerdings wohl auch nicht mehr so richtig. Da sie vom Heim eine kleine Ostertüte bekommen hatte, habe ich sie dann noch mit Schokolade gefüttert und es schmeckte ihr gut und sie freute sich. So viel gelacht wie heute hat sie schon lange nicht mehr. Ich hätte nicht gedacht, dass sie mit dem massiven Gewichtsverlust noch so lange durchhält.


    Ich wünsche euch noch frohe Ostern!

    ???

    Ein Unfall kann natürlich passieren, ohne das eine Pflegekraft da was mitbekommt. Aber spätestens beim Waschen sollte das doch auffallen und abgeklärt werden? ":/


    Ist wirklich etwas merkwürdig, obwohl ich jetzt auch nicht davon ausgehe dass deine Mutter geschlagen wird.


    Du hast doch mal in dem Heim gearbeitet, ist dir da je was in der Richtung aufgefallen?


    Das ist jetzt nur meine Vermutung, aber deine Mutter wird den Zusammenhang zwischen Gebiss und Kauen gar nicht mehr herstellen können. Sie würde mit einem neuen Gebiss doch auch nicht besser essen und wieder zunehmen, oder? Wenn es nicht gerade Rohkost ist, man kann auch auf dem Zahnfleisch kauen (hört sich blöd an, ich weiß).

    Kaut deine Mutter wirklich noch? Meine bekommt mittlerweile selbst Flüssigkeiten als Brei aufbereitet.

    :°(

    :)_

    Zitat

    Ein Unfall kann natürlich passieren, ohne das eine Pflegekraft da was mitbekommt. Aber spätestens beim Waschen sollte das doch auffallen und abgeklärt werden? ":/

    Das so was unbemerkt von den Pflegekräften passiert ist, kann ich mir weniger vorstellen, da meine Mutter ja gar nicht mehr alleine laufen kann. Sie wird entweder in den Rolli gesetzt oder man geht mit ihr an die paar Schritte an den Tisch. Selbst habe ich sie aber nie mehr laufen sehen seit mindestens Weihnachten. Sie liegt fast ausschließlich nur. Ab und an setzt sie sich aber mal auf. Da sie aber letzte Zeit öfter mal unruhig ist und immer wieder mal auch aufstehen und auf die Toilette gehen will, weiß ich natürlich nicht, ob sie das mal alleine probiert hat. Doch selbst da müsste es auffallen, da sie von alleine nicht mehr hoch käme.

    Zitat

    Ist wirklich etwas merkwürdig, obwohl ich jetzt auch nicht davon ausgehe dass deine Mutter geschlagen wird.

    Nein, dass meine Mutter geschlagen wird - davon gehe ich auch nicht aus. Auch, wenn sie eine recht schwierige Patientin ist. Trotzdem hinterlässt diese Geschichte einen unangenehmen Nachgeschmack. Denn scheinbar hat sich ja keiner darum gekümmert. Mir ist in dem Zusammenhang auch wieder eingefallen, dass meine Mutter schon eine Woche vorher so geschrien hat, als sie ihr den rechten Schuh anziehen wollten, als sie sie in den Rollstuhl gesetzt haben und gesagt hat, dass das so weh tut. Da sie aber immer über Fußschmerzen klagt, wurde das gar nicht weiter beachtet. Mit Sicherheit hatte sie da diese Verletzung schon, denn nach der Verfärbung nach zu urteilen, ist es schon eine Weile her. ":/ Vom Betreuer habe ich in dieser Richtung nun noch nichts gehört. Nächste Woche Mittwoch habe ich einen Termin bei meinem HA, der ja auch ihr HA ist, da könnte ich evtl. mal fragen, ob er davon etwas weiß. Allerdings hatte er auch über Ostern 2 Wochen Urlaub, wenn es gerade in der Zeit passiert ist, was ich ja nicht weiß, kann er es ja dann auch nicht wissen.

    Zitat

    Das ist jetzt nur meine Vermutung, aber deine Mutter wird den Zusammenhang zwischen Gebiss und Kauen gar nicht mehr herstellen können. Sie würde mit einem neuen Gebiss doch auch nicht besser essen und wieder zunehmen, oder? Wenn es nicht gerade Rohkost ist, man kann auch auf dem Zahnfleisch kauen (hört sich blöd an, ich weiß).

    Das mag sein, dass sie da keinen Zusammenhang mehr herstellen kann. Das Gebiss drückte sie ja auch vorher zu Hause schon oft und sie nahm es oft raus.


    Ja, meine Mutter kaut noch. Sie hat jetzt sogar die Apfelsaftschorle gekaut... Da haben wir dann auch zu ihr gesagt, dass das nichts zu essen sondern zu trinken ist. Den Kuchen bekommt sie auch noch im Ganzen. Sie bleiben jetzt auch nicht mehr dabei beim Essen, damit meine Mutter ganz ohne Zwang selbst entscheiden kann, ob und wie viel sie essen möchte, egal, wie lange das dauert. So klappt es wohl besser mit dem Essen.

    Zitat

    Kaut deine Mutter wirklich noch? Meine bekommt mittlerweile selbst Flüssigkeiten als Brei aufbereitet. ??Diese ganzes Auf und Abs (mehr abs) und die ganze sinnlose Quälerei...?? :°(

    Wie sie Mittagessen und Abendbrot bekommt, weiß ich nicht, da ich meistens nachmittags da bin und da bekommt sie den Kuchen im Ganzen. Das tut mir sehr, dass deine Mutter nun mittlerweile auch die Fähigkeit zum Essen bzw. Kauen verloren hat. :°_ :°_ :°_ ??Ja, es ist schon tlwse. eine sehr große Belastung, wenn man zusehen muss, wie es immer weiter bergab geht und trotzdem muss die eigene Mutter noch so leiden. Mag deine und meine Mutter gewesen sein, wie sie will, aber das wünscht man keinem. Das hat keiner verdient. Ich wünsche mir, dass meine Mutter bald von ihrem Leiden erlöst wird. Zuzusehen, wie sie immer weniger wird und wie ein ganzes Leben aus dem Kopf verschwindet, ist schon sehr hart. Aber man hat es nicht in der Hand. Dir wird es ja nicht anders gehen.?? :)_ :)_ :)_

    Der Betreuer hat nun geantwortet. Er wird übermorgen über meine Beobachtungen mit der Pflegedienstleitung sprechen. Vermutlich ist aber dann von dem Bluterguss nicht mehr viel zu sehen, da die Verfärbung ja schon grün-gelb war und am Rand blau. Jetzt ärgere ich mich, dass ich da nicht eine Woche vorher schon mal geschaut habe, als meine Mutter so schrie, als sie ihr den rechten Schuh anzogen. Leider hatte ich mir dabei aber nichts gedacht, da sie auch schon, bevor sie ins Heim gekommen ist, immer mal über Fußschmerzen geklagt hat.


    Taps: Nun ja, ich habe nicht lange Praktikum in dem Heim gemacht. Meine, das waren nur 1 oder 2 Wochen. Aber in dieser Zeit habe ich keinen schlechten Eindruck gehabt, im Gegenteil, ich fand eigentlich, dass die Bewohner da gut behandelt werden und es auch genug Angebote gab. Sonst hätte ich ja auch nie zugestimmt, als der Betreuer mich fragte, ob mir auch dieses Heim recht wäre. Aber das ist nun auch schon wieder ca. 4 - 5 Jahre her und in der Zeit haben da sicher auch mal die Pflegekräfte gewechselt. Zumindest sind mir einige Gesichter total unbekannt gewesen. Mal sehen, was das Gespräch nun ergibt.

    Falls hier noch jemand mitliest: Ich bin die Threaderöffnerin. Hatte mich für eine Zeit aus dem Forum zurückgezogen und mich dann doch entschlossen, mit neuem Account hier einen Neuanfang zu machen.


    Meine Mutter hat es nun geschafft und ist diese Nacht nach vielen Aufs und Ab' s über die Regenbrücke gegangen. :)- Zuletzt war sie wieder bis auf 37,5 kg abgemagert. Ich habe mit ihr nochmal über alles gesprochen, dass ich ihr alles verziehen habe und dass sie in Frieden gehen kann und loslassen. Sie ist nun erlöst.

    Liebe Fix und Foxie,


    ich hab hier mehrfach mitgeschrieben und später immer wieder still gelesen.


    Erstmal: Aufrichtiges Beileid!

    Auch wenn der Tod sicherlich eine Erlösung war, ist es nicht leicht einen Menschen gehen zu lassen. Ich finde es wunderschön und sehr bemerkenswert, dass du deiner Mutter diese schöne Worte mit auf den Weg geben konntest und sie in Frieden einschlafen durfte.

    Liebe Sommersonne,


    vielen lieben Dank! Die letzten Wochen waren nochmal besonders schwer, da es wieder Theater wegen der Patientenverfügung gab und sie dort wissen wollten, ob sie noch Nahrungsergänzungsmittel bekommen soll. Ich hatte deshalb am 30.01. nochmal einen Termin mit dem Betreuer zusammen im Pflegeheim und habe nochmal schriftlich festgehalten, dass sie keine Infusionen und keine Nahrungsergänzungsmittel bekommen soll, unter der Voraussetzung, dass sie nicht darunter leidet. Hunger und Durst sollten auf natürliche Weise gestillt werden. Sollte sie unruhig werden oder Schmerzen haben, sollte dieses mit geeigneten Mitteln behandelt werden, auch, wenn diese lebensverkürzend sind. Das Nahrungsergänzungsmittel (Fresubin) hat sie dann letztlich trotzdem bekommen, weil sie mir da glaubhaft machten, dass das nur Eiweiß drin wäre und da meine Mutter kaum noch trinkt, sonst die Haut aufplatzen würde und das sie deshalb nicht länger leben würde. Außerdem würde meine Mutter das Fresubin gut annehmen. (auch da war ich skeptisch, da sie es schon mal, als sie noch klarer war, bekam und es ihr nicht schmeckte) Ich war aber sehr skeptisch, dass dann wieder alles auf Anfang steht. Das konnte ich aber so nicht sagen, da man das ja auch falsch deuten könnte. Sie hatten ja schon zwei Wochen vorher gedacht, dass sie sich auf den Weg macht.


    Ja, als ich ihr all das erzählt habe, war sie auch nochmal recht klar. Ich musste schon über meinen Schatten springen, aber ich wollte ihr den Weg in den ewigen Frieden auch erleichtern. Den ganzen Tag konnte ich noch nicht weinen, aber ich hatte auch heute schon gut zu tun, sodass ich nicht zum Nachdenken kam. So langsam merke ich aber schon, dass jetzt auch Trauer hochkommt. :°( Auch, wenn ich dennoch sehr erleichtert bin, dass sie nun erlöst ist. Ich mache ja mittlerweile seit Juni oder Juli letzten Jahres nochmal eine Therapie, um da einiges aufarbeiten zu können, was da nicht so rund gelaufen ist zwischen uns.