• Mutters Weg durch das Tal des Vergessens

    (Urspr. Titel "Altersvergesslichkeit oder schon Demenz?" auf Wunsch der FS geändert.)
    Hallo, ich wollte den Beitrag erst als Alias eröffnen, aber da ich dafür mehr ins Detail gehen muss, wäre ich wohl sowieso erkannt worden. ;-) Es geht um meine 86-jährige Mutter. Im Vorfeld muss ich schon mal sagen, dass unser Verhältnis nicht so dolle ist u. dass…
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    Oh Mann. Ich habe doch die Vorsorgevollmacht und den Antrag auf Fremdbetreuung per Einwurfeinschreiben ans Betreuungsgericht geschickt. Seitdem ist aber der Status im Internet bei der Sendungsverfolgung unverändert: "Die Sendung wurde am 26.01. eingeliefert und befindet sich in der Zustellung." Da stimmt doch irgendwas nicht. Sollte nun ausgerechnet mein Brief verloren gegangen sein? Da es in der gleichen Stadt ist, hätte es schon gestern dort ankommen müssen. %:| :-X Das kann gerade alles nicht wahr sein. Das Originaldokument ist ja nun weg. Ich könnte höchstens, wenn der Brief wirklich abhanden gekommen sein sollte, ein gescanntes Dokument abgeben. %-|


    Mann, Mann, Mann. Das stresst mich so schon alles genug u. nun muss ich mir darüber auch noch Gedanken machen.

    Weiß einer von euch, ob man, wenn das Verfahren schon am Laufen ist, dennoch noch einen Vertrag kündigen kann? Da meine Mutter nicht mehr wegfährt, würde ich gerne die Bahncard für sie kündigen (möchte es ihr aber nicht so gern sagen, da sie damit sowieso nicht einverstanden wäre, obwohl das rausgeworfenes Geld ist, da sie schon seit Jahren nicht mehr weggefahren ist). Die Vorsorgevollmacht habe ich noch von einem kürzlich rückgängig gemachten Geschäft noch eingescannt. Natürlich werde ich diese, sobald das Verfahren durch ist, auch aus dem PC rauslöschen.

    @ Taps:

    Darf ich mal fragen, was bei dir der Grund war, dass ein gesetzlicher Betreuer für deine Mutter eingeschaltet wurde? Als die Ärzte bei meinem Vater damals im Kh der Meinung waren, dass er keine Entscheidungen mehr selbst treffen kann, v. a. Dingen, was die Gesundheit angeht, wurde ich zum Betreuer bestellt. (obwohl ich so ne Betreuung gar nicht übernehmen wollte u. das lieber für mich/uns über eine Vorsorgevollmacht gemacht hätte, die er aber leider damals nicht hatte. Die Ärztin setzte mich da nämlich auch ziemlich unter Druck, dass ich dann immer wieder Entscheidungen gegen seinen Willen treffen müsste. Und so was kann ich nun mal nicht) Normalerweise ist es doch so, dass zuerst geschaut wird, dass die Betreuung ein nahe stehender Angehöriger übernehmen kann. Oder hast du die Betreuung zu dem Zeitpunkt auch noch abgelehnt?

    Zitat

    Weiß einer von euch, ob man, wenn das Verfahren schon am Laufen ist, dennoch noch einen Vertrag kündigen kann?

    Rechtskräftig wird das Ganze erst mit einem schriftlichen Gerichtsbeschluss. Also würde ich an deiner Stelle erst einmal weitermachen wie bisher. ??Deine Mutter kann doch ihre Verträge noch selbst kündigen, indem sie von dir aufgesetzte Schriftstücke unterschreibt, oder etwa nicht? Mein Mann und seine Geschwister haben damals einige Dinge wie z.B. Abos rückgängig gemacht, die Schwiegermutter verzapft hat.??

    Zitat

    Darf ich mal fragen, was bei dir der Grund war, dass ein gesetzlicher Betreuer für deine Mutter eingeschaltet wurde?

    Meine Mutter und ich konnten noch nie miteinander und ich war immer das dumme Kind. Deshalb hatten wir über Jahrzehnte nur minimalen Kontakt. Ich habe keinen Führerschein und wir wohnen auch nicht vor Ort. Also habe ich die Betreuung abgelehnt.


    Doch die Kosten eines Berufsbetreuers sind nicht gering und ich habe ja sowieso einen Teil seiner Arbeit gemacht.


    Als meine Mutter dann im Pflegeheim war, wurde ich erneut gefragt und habe mich - eigentlich wider besseres Wissen - überreden lassen. Wer hätte es denn sonst machen sollen?


    Ich habe meine Entscheidung öfter verflucht. Aber es ist, wie es ist und inzwischen sehe ich auftretende Katastrophen pragmatischer.


    Ich habe nun doch mal meinen Thread von damals rausgesucht.


    hier

    Zitat

    Rechtskräftig wird das Ganze erst mit einem schriftlichen Gerichtsbeschluss. Also würde ich an deiner Stelle erst einmal weitermachen wie bisher. ??Deine Mutter kann doch ihre Verträge noch selbst kündigen, indem sie von dir aufgesetzte Schriftstücke unterschreibt, oder etwa nicht? Mein Mann und seine Geschwister haben damals einige Dinge wie z.B. Abos rückgängig gemacht, die Schwiegermutter verzapft hat.??

    Okay, danke. Dann werde ich das so machen. ??Doch, sie kann noch selbst schreiben, aber sie will ja ihre Bahncard behalten. Sie will ja immer noch wegfahren - v. a. Dingen mit mir. Ich will und kann mir das aber nicht vorstellen. Sobald dann die Bahncard wieder eintrudelt, wird sie mir wieder ständig in den Ohren liegen, wohin wir überall fahren könnten. Außerdem bekommt sie die erste Zeit dann ständig Angebote, dass einer eine Fahrt umsonst mitfahren kann, etc. Darauf habe ich eigentlich keine Lust. Wenn ich das jetzt heimlich mache, fällt es ihr gar nicht auf.??

    Zitat

    Meine Mutter und ich konnten noch nie miteinander und ich war immer das dumme Kind. Deshalb hatten wir über Jahrzehnte nur minimalen Kontakt. Ich habe keinen Führerschein und wir wohnen auch nicht vor Ort. Also habe ich die Betreuung abgelehnt.

    Das kann ich gut verstehen. :°_ :°_ :°_ :°_ Geht mir ja genauso. Führerschein habe ich auch keinen, aber wir wohnen vor Ort. Aber es war schon immer ein Kampf, mit ihr zu Ärzten zu fahren, etc. Erst mal will sie nicht u. ehe ich sie dann in Bus/Bahn oder Taxi habe, ist auch eine Ewigkeit vergangen. Ich wollte auch für meinen Vater keine Betreuung übernehmen. Da hatte mich die Ärztin im Kh mit überrollt. Ich habe auch erst die ganze Zeit gedacht, dass sie mit mir über eine Vorsorgevollmacht spricht (die er nicht hatte, da meine Mutter sich da so aufgespielt hat u. eingemischt, dass er die Vollmacht dann auch entnervt weggelegt hat), bis mir dann klar wurde, dass Betreuungsvollmacht u. Vorsorgevollmacht nicht das gleiche sind. Mein Vater war aber geistig noch voll fit! Es ging nur darum, weil er operative Eingriffe an den Füßen (die sollten ihm teilamputiert werden u. das wollte er nicht) abgelehnt hat. Wo ich voll bei ihm war. Das wollte ich ihm in seinem Alter auch nicht mehr zumuten. Die Ärztin wollte mich aber quasi dazu zwingen. :-X Da habe ich wirklich gar keine guten Erfahrungen gemacht. Und bei meiner Mutter wäre letztendlich ja alles gegen ihren Willen.


    Ich darf echt noch nicht daran denken, wenn sie Post vom Amtsgericht bekommt (Betreuungsgericht ist ja im gleichen Haus), da läuft sie wieder Amok. Sie versteht ja alles als Angriff gegen sie, vor allen Dingen, wenn es von mir kommt. :-X Da schiebe ich echt schon richtige Panik, auch, wenn ich weiß, dass es die richtige Entscheidung ist. Es fühlt sich trotzdem mies an.

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    Doch die Kosten eines Berufsbetreuers sind nicht gering und ich habe ja sowieso einen Teil seiner Arbeit gemacht.

    Ich weiß. So viel ich gelesen habe, sind das über 300,- Euro im Jahr? Meine Hoffnung ist ja, dass es nicht mehr gar so lange geht, so blöd wie sich das jetzt auch anhört. Hoffe nur nicht, dass es bei mir dann genauso mies läuft wie bei dir. Das wäre doof. Denn ich mache es ja, um ein bisschen Abstand und Entlastung zu haben.

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    Als meine Mutter dann im Pflegeheim war, wurde ich erneut gefragt und habe mich - eigentlich wider besseres Wissen - überreden lassen. Wer hätte es denn sonst machen sollen?

    Ja, da mein Bruder nicht mehr lebt, wäre ich da auch die Einzige. Ich werde es aber trotzdem nicht machen. ??Wir wollen früher oder später in die alte Heimat zurück. Mein Mann noch lieber heute als morgen. Da wohnen wir dann um die 400 km weiter weg u. das wäre dann auch gar nicht möglich, das dann noch zu machen. Meiner Tochter möchte ich das nicht zumuten. Früher oder später wird sie vllt. auch hier wegziehen. Und meine Nichte wohnt ohnehin auch weiter weg u. würde es auch nicht machen wollen. Das Geld nimmt sie dann aber trotzdem gerne mal.?? :-X

    Zitat

    Ich habe meine Entscheidung öfter verflucht. Aber es ist, wie es ist und inzwischen sehe ich auftretende Katastrophen pragmatischer.

    Das glaube ich dir. Deshalb: Wenn ich einmal raus bin, bin ich raus. Es wird zwischen uns nicht mehr besser funktionieren.

    Zitat

    Ich habe nun doch mal meinen Thread von damals rausgesucht.

    Danke dir! Ich werde es mir dann gleich mal durchlesen.

    Zitat

    So viel ich gelesen habe, sind das über 300,- Euro im Jahr?

    Ein ehrenamtlicher Betreuer bekommt derzeit eine Aufwandspauschale (man könnte allerdings auch die tatsächlichen Aufwände abrechnen) von 399 EUR im Jahr. ??macht bei mir etwa das Geld für Bahn/ Taxi/ Benzingeld für meinen Fahrer aus??


    Ein Berufsbetreuer hat einen Stundensatz von 27-44 EUR brutto. Bei möglichen 3-9 Stunden pro Monat+ Aufwände kommt einiges zusammen. Ist genau festgelegt, kannst Du nachlesen.


    Gelegentlich wird (als Vertretung oder für spezielle Rechtsgeschäfte) ein Ergänzungsbetreuer bestellt. Kostet extra.


    Hinzu kommt (außer zu Beginn der Betreuung) dann noch eine jährliche Kostenrechnung des Betreuungsgerichts. Seit 2014 werden ab einem Vermögen von mehr als 25.000 EUR Gebühren von mindestens 200 EUR erhoben. Hinzu kommen die Auslagen für Zustellungen (Gerichtsbeschlüsse kommen immer als "förmliche Zustellung"), Sachverständigenentschädigung, Verfahrenspfleger etc.

    Hallo Taps,


    habe mir deinen Faden durchgelesen. Oh Mann, da hast du aber auch ganz schön was durchgemacht! :°_ :°_ :°_ :°_ Vieles von deiner Mutter hat mich sehr stark an meine erinnert. Auch, dass, wenn jemand kommt, immer aufgeräumt ist u. Blumen auf dem Tisch stehen. Wenn ich da so lese, dass dir niemand geglaubt hat, obwohl deine Mutter noch ein ganzes Stückchen schlechter dran war als meine, wir mir ja schon himmelangst. Meine Mutter ist ja noch relativ selbstständig u. kann sich auch sehr gut verstellen.


    Zudem dachte ich auch, dass ein Betreuer sich dann auch um Pflegedienst, Arztbesuche (im Idealfall würde er mitgehen, bzw., den Pflegedienst dazu engagieren), etc. kümmert, wenn er auch die Gesundheitsfürsorge übernimmt. Ich hatte mir davon mehr Entlastung u. Abstand erwartet. Aber wenn ich das jetzt so von dir lese, kommen mir ja schon starke Zweifel. ":/ Wozu hat man dann einen Betreuer bestellt, wenn man sich doch um alles alleine kümmern muss? ":/


    Bahncard habe ich heute nun per Mail gekündigt.



    Zitat

    Ein ehrenamtlicher Betreuer bekommt derzeit eine Aufwandspauschale (man könnte allerdings auch die tatsächlichen Aufwände abrechnen) von 399 EUR im Jahr. ??macht bei mir etwa das Geld für Bahn/ Taxi/ Benzingeld für meinen Fahrer aus??

    Ja, so um die Drehe hatte ich was im Internet gelesen. Das geht ja dann aber nicht von meinem Kto. ab, sondern von ihrem.

    Zitat

    Ein Berufsbetreuer hat einen Stundensatz von 27-44 EUR brutto. Bei möglichen 3-9 Stunden pro Monat+ Aufwände kommt einiges zusammen. Ist genau festgelegt, kannst Du nachlesen.

    Das ist natürlich eine ganze Menge Geld! :-o Und man weiß ja auch nicht, wie viele Jahre es noch geht. Da sie recht zäh ist, kann es noch gut 10 Jahre gehen, das weiß man ja alles nicht. Aber ich möchte jetzt auch nicht nur aus finanziellen Gründen die Betreuung übernehmen, nur, um dann mal mehr zu erben. Da sind mir meine Gesundheit und meine Nerven wichtiger! Und, es geht mir ja wie dir: Ich habe ja bei meiner Mutter nichts zu melden u. komme da nicht weiter und es gibt dann immer nur Streit. Das zehrt total an den Nerven. Bei deiner Mutter ist es ja nun so, dass sie einiges gar nicht mehr so mitbekommt oder schnell wieder vergisst. Das ist ja bei meiner Mutter (noch) nicht der Fall. Sie merkt sich ja noch vieles u. dann hagelt es nur Vorwürfe. Ich weiß allerdings nicht, ob es viel einfacher wäre, wenn sie im Heim wäre u. nicht mehr viel mitbekommt. Das kann ich nicht beurteilen, da ich mich noch in so einer Lage befand. Du schriebst ja, dass das medizinische bei dir auch immer noch Panik auslöst u. das würde sich bei mir wohl auch nicht ändern.

    Zitat

    Gelegentlich wird (als Vertretung oder für spezielle Rechtsgeschäfte) ein Ergänzungsbetreuer bestellt. Kostet extra.


    Hinzu kommt (außer zu Beginn der Betreuung) dann noch eine jährliche Kostenrechnung des Betreuungsgerichts. Seit 2014 werden ab einem Vermögen von mehr als 25.000 EUR Gebühren von mindestens 200 EUR erhoben. Hinzu kommen die Auslagen für Zustellungen (Gerichtsbeschlüsse kommen immer als "förmliche Zustellung"), Sachverständigenentschädigung, Verfahrenspfleger etc.

    Ja, da kommt wirklich einiges zusammen. In so ner Dimension hatte ich nun nicht gedacht. Aber nun, dann ist es eben so. ??Auch, wenn ich das schon Wahnsinn finde, wie sehr da die Hand aufgehalten wird. Aber ich kann es mir nun mal nicht vorstellen, das alles für meine Mutter zu leisten. Wenn bei mir dann nichts mehr geht, ist weder ihr noch mir geholfen.??

    Fast genauso erlebe ich das in unserem Bekanntenkreis. Demenz hat viele Gesichter. Aber man sollte auch das Körperliche ausschließen. Ein gewisser Prozentsatz hat einen Altershirndruck, durch den das Hirnwasser nicht richtig abfließen kann. Dieses Zuviel an Hirnwasser führt dann zu Gedächtnisstörungen, die wie bei einer Demenz sich äußern. Allerdings gehört zu diesem Krankheitsbild auch ein entsprechendes Gehverhalten, was bei deiner Mutter wohl nicht der Fall ist.

    @ Caramala:

    Zitat

    Ein gewisser Prozentsatz hat einen Altershirndruck, durch den das Hirnwasser nicht richtig abfließen kann. Dieses Zuviel an Hirnwasser führt dann zu Gedächtnisstörungen, die wie bei einer Demenz sich äußern. Allerdings gehört zu diesem Krankheitsbild auch ein entsprechendes Gehverhalten, was bei deiner Mutter wohl nicht der Fall ist.

    Auch, wenn ich immer noch tlwse. zweifle, ob es wirklich Demenz ist, so denke ich dennoch nicht, dass es Altershirndruck sein könnte. Meine Mutter hat schon seit ihrer Kindheit Kopfschmerzen (erst Migräne und seit Jahrzehnten auch kaputte HWS), ich kenne sie gar nicht ohne Schmerzen. Laufen tut sie natürlich nicht mehr wie früher, aber das liegt auch daran, dass sie Schmerzen in den Füßen ??(an beiden Füßen sind alle Zehen durch eine Pfusch-OP in der Jugend verkrüppelt)?? und Knie

    hat. Sie wohnt im ersten Stock u. irgendwann wird das auch nicht mehr gehen. Sie hat jetzt schon Schwierigkeiten bei dem Treppensteigen. Aber auch da gibt es keinerlei Einsicht. Selbst, wenn es nun doch was anderes wäre - egal, ob Hirndruck oder doch was anderes als Demenz - das ändert nichts daran, dass ich sie nicht zum Arzt bekomme. Das war ja schon ein Kampf, nur mal mit ihr zum HA zu gehen. Am 06.04. hätten wir Neurologentermin, aber ich bezweifle ganz stark, dass sie mit mir dahin gehen würde, zumal er auch noch im Klinikum praktiziert.


    Im Übrigen habe ich gelesen, dass sich bei Demenz nach einer Zeit auch das Gangbild verändert u. derjenige dann Trippelschritte macht. Das ist bei meiner Mutter auch (noch) nicht der Fall.


    Wie würde denn so ein Altershirndruck festgestellt werden können? Die meisten Ärzte gehen in dem Alter ja schon von Demenz aus u. schauen dann gar nicht in eine andere Richtung. ":/


    Was natürlich total doof ist: Ich habe in dem Antrag vergessen, den Namen des Hausarztes zu erwähnen. Da wird es wohl doch auf ein Sachverständigengutachten rauslaufen. Aber vllt. reicht es ja auch, ein ärztliches Gutachten mit Einschätzung vom HA nachzureichen. ":/


    Der Brief ist Gott sei Dank nicht verloren gegangen, wie ich erst dachte. Die Post hat sich nur mit der Statusänderung Zeit gelassen. Heute war es ersichtlich, dass er den nächsten Tag da war. Dann werden wir wohl bald Post bekommen. %:|

    Das hört sich demnach doch alles nach einer Demenz an, was natürlich bei dem Alter Deiner Mutter auch nicht so abwegig wäre. Der Verlauf ist bei jedem Menschen anders, bei dem einen geht's schneller bei dem anderen eben langsamer... bis es zur totalen Pflegebedürftigkeit kommt. Manchmal liegt es ja auch an Medikamenten Nebenwirkungen, Gefässschädigungen oder evtl. Mangelerscheinungen zb Vit. B12 aber meistens ist es halt der Schwund an Gehirnzellen...


    Falls Deine Mutter einen fremden Betreuer bekommt.... dann wird aber erstmal ein Gutachten gemacht und die Pflegebedürftigkeit und Geschäftsunfähigkeit festgestellt - dann verlieren die Angehörigen meist alle Rechte und bekommen auch keine Auskünfte mehr, hängt dann vom Betreuer ab.

    Zitat

    Das hört sich demnach doch alles nach einer Demenz an, was natürlich bei dem Alter Deiner Mutter auch nicht so abwegig wäre. Der Verlauf ist bei jedem Menschen anders, bei dem einen geht's schneller bei dem anderen eben langsamer... bis es zur totalen Pflegebedürftigkeit kommt. Manchmal liegt es ja auch an Medikamenten Nebenwirkungen, Gefässschädigungen oder evtl. Mangelerscheinungen zb Vit. B12 aber meistens ist es halt der Schwund an Gehirnzellen...

    Danke! Vit. B war wohl etwas unter dem Normwert, aber lt. Arzt nicht so bedenklich. Sie würde die Medikamente eh nicht nehmen, von daher.

    Zitat

    Falls Deine Mutter einen fremden Betreuer bekommt.... dann wird aber erstmal ein Gutachten gemacht und die Pflegebedürftigkeit und Geschäftsunfähigkeit festgestellt - dann verlieren die Angehörigen meist alle Rechte und bekommen auch keine Auskünfte mehr, hängt dann vom Betreuer ab.

    Sie wird einen fremden Betreuer bekommen, da ich es nicht machen kann u. es sonst niemanden gibt, der es machen wollte. Ja, ich weiß - insofern der Betreuer doch alles übernehmen sollte (wovon ich fast ausgehe, da ich ja die Lage geschildert habe, dass ich das psychisch mit ihr nicht schaffe - das ich dann keinen Einblick mehr habe. Aber vllt. ist das besser so. Denn je mehr ich selbst mache, umso mehr schüttet sie Dreck über mir aus. :-X Ich war heute bei meinem HA, weil ich mit den Nerven echt runter bin. Er kennt die Geschichte mit meiner Mutter u. weiß, dass sie schon immer in so ne Richtung (Aggressivität und sich nichts sagen lassen) getickt hat. Statement von ihm: "Halten Sie sich von Ihrer Mutter fern. Das habe ich Ihnen schon mal gesagt. Sie macht Sie kaputt! Mindestens 1 Monat Besuchsverbot." Ich weiß, dass das besser wäre, aber ich schaffe das nicht so richtig. So was ist ja immer einfach gesagt. Auch, wenn meine Mutter keine tolle Mutter war/ist, so kann ich sie auch nicht sich selbst überlassen. Selbst die Fremdbetreuung fühlt sich für mich mies an, obwohl ich weiß, dass es nicht anders geht.

    @ Taps:

    Vllt. kannst du mir ja nochmal ein paar Fragen beantworten. Weißt du noch, wie lange die Antragsbearbeitung gedauert hat u. wann du dann das erste Mal was vom Betreuungsgericht gehört hast? Der Antrag ist ja am 27.01. beim Gericht eingegangen. Bei meinem Vater ging es damals ganz schnell, da habe ich innerhalb von wenigen Tagen Bescheid bekommen, dass ich als Betreuer bestellt wurde u. mich beim Gericht melden soll. Es fand weder eine Befragung statt, ob mein Vater eine Betreuung wünscht, wurde kein Sachverständigengutachten erstellt (gut, weiß ich natürlich nicht, ob die Ärzte da irgendwas geschrieben haben) und es fand auch keine Anhörung durch einen Richter statt (die sollte erst im Nachhinein erfolgen, da ich vor Gericht sagte, dass mein Vater noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist) Allerdings wurde da der Antrag ja auch von der Ärztin im Kh gestellt. Im Internet habe ich nun aber gelesen, dass der zu Betreuende erst einmal informiert wird, dass er einen Betreuer bekommen soll u. befragt wird, ob er damit einverstanden ist. Wenn er nicht damit einverstanden ist (was sie mit Sicherheit nicht ist), wird ein Sachverständigengutachten erstellt, um zu sehen, ob der zu Betreuende noch seinen eigenen Willen äußern kann. Erst dann kommt es zu einer richterlichen Anhörung, wenn ich das alles richtig verstanden habe. ":/ Da kann sich das ja noch ewig hinziehen. %:| Wie war das bei dir? Wurde deine Mutter auch erst mal befragt, ob sie überhaupt einen Betreuer haben will? Meine Mutter weiß ja noch nicht mal, was das ist u. würde das Ganze sowieso nicht verstehen. Und wie lange hat es dann gedauert, bis der Betreuer dann eingesetzt wurde? Ich sitze hier wie auf Kohlen u. würde das Ganze natürlich endlich mal abschließen können. Weiß auch noch gar nicht, was ich meiner Mutter sagen soll, wenn sie Post vom Gericht bekommt. Denn egal, was ich sage, verstehen wird sie es sowieso nicht u. es gibt dann gleich wieder Streit, weil sie dann nicht locker lässt. ":/

    Zitat

    Weißt du noch, wie lange die Antragsbearbeitung gedauert hat u. wann du dann das erste Mal was vom Betreuungsgericht gehört hast?

    Puh, da fragst Du was.


    Ich habe meinen Antrag (auf Anraten des sozialpsychiatrischen Dienstes) in der Betreuungsbehörde abgegeben. Nach einigen Tagen hatte dann der zuständige Richter die Unterlagen auf dem Tisch und fast sofort entschieden, dass ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden muss. ??Ich hatte ja in dem Antrag angegeben, dass meine Mutter gar keinen Hausarzt hat, sie viele Jahre bei überhaupt keinen Arzt war und sie auch nicht willens, das überhaupt mal zu tun.?? Ich vermute mal, die Frau hatte einen guten Draht zum Gericht. Sonst wäre das wohl auf dem Aktenberg gelandet (bei Schwiegermutter hat das damals Wochen gedauert).


    Von Beschluss der Gutachtenerstellung, über das Gutachten bis zum Hausbesuch des Richters, das zog sich dann über mehrere Monate hin.

    Zitat

    Wurde deine Mutter auch erst mal befragt, ob sie überhaupt einen Betreuer haben will? Meine Mutter weiß ja noch nicht mal, was das ist u. würde das Ganze sowieso nicht verstehen.

    Nein meine Mutter wurde nicht gefragt. Das Gutachten hat das ja schon nahegelegt und der Richter hat das dann während des Gesprächs entschieden. Er hat nur so was gesagt wie er habe bemerkt, dass meiner Mutter doch alles ziemlich schwer falle und die Tochter sich (also ich mir) Sorgen mache und dass nun der Herr Sowieso (das hatte ich ganz vergessen, dass der beim Richtertermin stumm daneben saß) ihr helfen werde. Jedenfalls hat der vielgerühmte Herr Sowieso sich anschließend meiner Mutter als ihr Betreuer vorgestellt und "wir sehen uns demnächst". Zu dem Zeitpunkt des Besuchs hatte meine Mutter aber schon gänzlich abgeschalten.

    Zitat

    Und wie lange hat es dann gedauert, bis der Betreuer dann eingesetzt wurde?

    Die Betreuung wurde gleich am Folgetag rechtskräftig - nämlich als das Schriftstück aufgesetzt war.


    Ich werde immer noch sauer, wenn ich an den Herrn denke. Ich habe mir in Telefonaten wirklich den Mund fusselig geredet und da ist der Kerl ist einfach wieder gegangen, nachdem ihn meine Mutter nicht aufgemacht hat, statt mich zu kontaktieren. Uns hat das echt an den Rand unserer Möglichkeiten und Nerven gebracht.

    Zitat

    Weiß auch noch gar nicht, was ich meiner Mutter sagen soll, wenn sie Post vom Gericht bekommt. Denn egal, was ich sage, verstehen wird sie es sowieso nicht …

    Ich hatte zwar das Glück, dass meine Mutter ihre ganze Post nicht mehr geöffnet hat, aber ansonsten hätte ich ihr das Schreiben einfach abgenommen und das Thema gewechselt.


    Wenn bei deiner Mutter die zeitliche Orientierung auch gestört ist, wird sie Ereignis A (also das Schriftstück) vermutlich nicht mehr mit Ereignis B (den Besuch von Personen) in Zusammenhang bringen. Es hilft wirklich nur je nach Situation zu improvisieren.


    Ich habe gedanklich zig Szenarien durchgespielt, es kam immer anders.


    Übrigens wird auch heute noch jeder Gerichtsbeschluss 1x direkt an meine Mutter und 1x an mich geschickt. Eigentlich müsste eine Pflegekraft sich mit ihr hinsetzen und die Schreiben durchgehen, damit sie anschließend dazu Stellung nehmen kann. Was völlig aberwitzig ist. Bereits als es um die Genehmigung für die Wohnungsauflösung ging, wusste meine Mutter nicht einmal mehr, dass sie überhaupt eine Wohnung hatte.

    Falls das nicht deutlich wurde:


    Bei meiner Mutter war ja anhand des Hausbesuchs des Sozialpsychiatrischen Dienstes (wo sie erklärt hat, dass alles bestens ist, was augenscheinlich nicht stimmte) und meines detaillierten Antrags abzusehen, dass man sich Schritt 1 schenken kann.


    Also nur Gutachten und dann richterliche Anhörung.

    Hallo Taps,


    danke dir! @:) Ich hoffe mal nicht, dass es bei uns so lange dauert. Allerdings vermute ich auch, dass mein Schreiben in den Tiefen des Amtsgerichtes verschwunden ist, obwohl ich extra noch die Betreuungsabteilung angegeben habe. Bei meinem Vater war es so: Nachdem ich Widerspruch gg. die Betreuung eingelegt hatte, meinte mein Rechtspfleger, dass ich zum Hausarzt gehen soll u. ein ärztliches Gutachten anfertigen lassen soll, in dem steht, dass mein Vater im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Das hat ihm scheinbar genügt u. es ist vorher (scheinbar - das weiß ich nicht so genau, da es ja über die Ärztin angeregt wurde) kein Sachverständigengutachten erstellt worden. Erst dann sollte ein Richter zur Anhörung kommen, mein Vater ist aber vorher verstorben. Allerdings war da ja ich der Betreuer. Wie es sich nun verhält, weiß ich nicht, da ich ja selbst nicht Betreuer werden möchte. Meine Mutter hat ja aber einen HA u. ging noch (relativ) regelmäßig hin. Letzter Besuch war ca. im August gewesen u. dann ja wieder jetzt im Januar. Hoffe, dass dann ein ärztliches Gutachten vom HA genügt. Leider habe ich aber in dem Schreiben ans Amtsgericht vergessen, den Namen des HA zu erwähnen, habe aber den Namen des Herrn vom Sozialpsychiatrischen Dienstes erwähnt, der auch den Namen des HA' s hat. Bei meinem Vater hatte ich allerdings auch einen guten Rechtspfleger. Wird ja - trotz dem gleichen Namen - jetzt wahrscheinlich nicht der gleiche sein.




    Es wird wirklich Zeit. Langsam wird es immer schlimmer mit ihr. Ich war heute bei ihr, um sie zur rechten Zeit zur KG zu schicken. Da hat sie mich auch schon wieder auf die Palme gebracht. Erst mal kam sie mit der Zeit wieder nicht zurecht, was ja schon normal ist. Dauernd ging es, dass ich sie nun zu spät dahin schicke u. was die dann dort sagen werden. (haben wohl mal was gesagt, weil sie bedeutend zu früh auftauchte - in ihren Augen aber nur paar Minuten vorher. Da waren natürlich die anderen die Bösen) Dem habe ich auch nicht so viel beigemessen. Habe nur gesagt, als sie meinte, dass es früher auch nicht so blöde war, dass der Zeiger mehrmals auf der 6 war, dass das schon immer so war u. der Tag 24 h hat. Ja, da könnte ich ja mal einen Prof fragen. Habe dann gesagt, dass ich den nicht fragen müsste, weil das alle wissen. Dann wollte sie was essen u. als ich meinte, dass sie doch vor kurzem erst gegessen hätte, meinte sie, nee, sie hätte nicht gegessen. Ich dann so: "Doch Knäckebrot." Da brüllte sie mich dann an, dass sie kein Knäckebrot gegessen hätte, sondern Toastbrot (auf den Namen kam sie nicht, sie zeigte es mir) u. ich sie nicht immer so verteufeln soll. Ich habe dann natürlich zurückgebrüllt u. gesagt, dass es mir jetzt aber mal langsam reicht. Da war natürlich wieder ich diejenige, die brüllt. Dann meinte sie, dass draußen Pfützen sind u. sie sieht, wie es regnet. Es waren aber keine Pfützen, nur wetterbedingt nasse Flecken und geregnet hat es im Übrigen auch nicht. Nee, das wären Pfützen u. sie würde das genau sehen. Da müsste sie mal den Leuten erzählen, was sie für eine dumme Tochter hat. %-| Ich konnte mir dann nicht verkneifen, zu sagen, dass sie vllt. dumm ist. Gut, nicht so toll, aber es geht ja nicht erst so, seitdem sie dementielle Symptome zeigt. Früher war ich auch schon öfter mal dumm oder blöde.


    Heute Nachmittag rief sie mich dann wieder an. Bin aber erst mal nicht ran u. habe sie dann später zurückgerufen. Da kam sie erst mal nicht mit dem Telefon klar, ist irgendwo drauf gekommen u. es ging ständig: "Ihre Verbindung wird gehalten." Habe dann aufgelegt, sie aber nicht, war dauerbesetzt. Als ich sie dann nochmal auf Handy anrief, war auf einmal ihre Nachbarin dran. Da ist sie zu ihr gegangen, weil sie mit dem Telefon nicht mehr klar kam. Habe ihr dann gesagt, dass sie auflegen soll. Also, nochmal angerufen (Nachbarin war noch da). Da erzählte mir die Nachbarin, dass meine Mutter ihren Schlüssel (Nachbarin hat nur den Wohnungsschlüssel, da meine Mutter ja schon manchmal ihren Schlüssel vergessen hat) zurückhaben will. Ich habe dann gesagt, dass sie den behalten soll u. meine Mutter dement ist. Also, nochmal angerufen u. dann erzählte mir meine Mutter, dass sie bei der KG fast umgekippt wäre u. sie sie nach Hause gebracht haben, aber jetzt hätte sie ja keinen Schlüssel mehr, das würde alles nicht mehr passen. Ich habe ihr dann gesagt, dass sie doch aber in ihrer Wohnung ist u. ja dann dementsprechend einen Schlüssel haben muss. Nee, hätte sie nicht, den hätten sie nicht gefunden (ich hatte ihn aber in ihre Tasche gemacht u. er musste da sein). Habe gesagt, dass das nicht sein kann, sonst wäre sie nicht in ihrer Wohnung. Nee, das wüsste sie nicht. Es war kein vernünftiges Gespräch mit ihr zu führen. Habe dann gesagt, was sie denn will, sie kommt doch so gut klar u. braucht keine fremde Hilfe. "Was brauche ich nicht?" Nach mehrmaligem Fragen habe ich es dann aufgegeben u. gesagt, dass es gut ist. Ja, ich würde doch auch immer zur KG gehen. Also, alles total zusammenhanglos. Die Nachbarin hat dann geschaut u. es sind ALLE Schlüssel da. Aber sie hat das trotzdem nicht begriffen. Nachbarin wollte sie dann beruhigen. Nun habe ich der Nachbarin gesagt, dass meine Mutter Demenz hat u. dass mit ihr kein Weg drin ist u. das mit uns nicht funktioniert, da sie mit mir auch nicht zum Arzt geht u. keinerlei Einsicht hat u. dass meine Mutter einen fremden Betreuer bekommen wird. So ist sie schon mal im Bilde. Habe ihr auch gesagt, dass das nicht durch ist u. wenn, ob ich sie dann auch angeben kann, dass der Betreuer dann bei ihr klingeln kann, falls meine Mutter nicht aufmacht. Sie bejahte es, wenn sie da ist, würde sie das machen. Ich hoffe nur, es dauert jetzt nicht mehr all zu lange mit der Entscheidung.

    Fix und Foxie, das ist wirklich hart, wenn ein Mensch in der eigenen Umgebung den Verstand nicht mehr richtig benutzen kann. Man reagiert automatisch dann selbst mit Unverständnis und versucht die Dinge klarzustellen. Aber das funktioniert bei einem dementen Menschen nicht. Die Welt des dementen Menschen läuft über Gefühle und Bedürfnisse. Widersprechen ist so gut wie zwecklos. ;-) Die erste Regel, was ein Umgang mit dementen Menschen angeht: Sie haben immer recht. ;-) Das klingt erst einmal blöd, aber über Verständnis kann man sie auch lenken. Wenn die Mutter sagt, sie hat noch nichts gegessen, dann ist das für sie so. Schadet ja nicht, wenn sie noch etwas isst. Und wenn sie Pfützen sieht, dann ist das für sie auch so. Dann kann man feststellen, dass es wohl geregnet hat.


    Dementkranke können auch ganz schön aggressiv werden, wenn Bedürfnisse, die ihnen wichtig sind, nicht sofort erfüllt werden. Bleibt man selbst ruhig und versucht man das Gefühl dahinter zu verstehen, dann kann man trotzdem einen Dialog gestalten und manchmal muss man einfach das Zimmer verlassen mit irgendeiner Ausrede oder man geht, wenn die Aggression nicht aufhören will, indem man sagt, was man noch alles zu tun hat.


    Besonders hart ist es, wenn man sich alleine kümmern muss. Das ist schlichtweg nicht machbar, ohne selbst auf der Strecke zu bleiben. Und eines würde ich auch behaupten, man kann ihnen trotz allen Bemühens auch nicht ganz gerecht werden, je nachdem wie ihr Grundcharakter vorher gewesen ist.