Ich kann Caramala da nur zustimmen. Wir haben es bei meiner Oma dann auch einfach so gehalten, dass wir ihr nicht widersprochen haben bzw. sie korrigiert haben, sie aber auch nicht bestätigt haben. Also z.B. hat sie meine Mutter (also ihre Tochter) sehr oft für ihre eigene Mutter gehalten und meinen Vater (ihren Schwiegersohn) für ihren Mann oder ihren Vater. Wir haben das dann einfach akzeptiert und nicht korrigiert, es aber auch nicht bestätigt (also mein Vater hat sich nicht plötzlich so benommen als wäre er ihr Mann). Quasi beim einen Ohr rein und beim anderen wieder raus.


    Wenn sie also zum Beispiel sagt, dass sie noch nicht gegessen hat, kannst du sie einfach fragen, was sie möchte - du korrigierst sie nicht, bestätigst sie aber auch nicht in der falschen Annahme, dass sie noch nicht gegessen hat. Und ja, das kann manchmal sehr zeitaufwändig und mühsam sein - meine Oma wollte oft 5 mal hintereinander aufs Klo, weil sie sobald sie wieder im Bett lag schon wieder vergessen hatte, dass sie gerade war.


    Du solltest einfach verinnerlichen und dir immer wieder bewusst machen, dass sie es nicht (mehr) anders kann. Ja, es ist schwer zu begreifen, wie man so elementare Dinge wie z.B. die Uhr vergessen oder nicht begreifen kann und ich weiß, wie aggressiv einen das machen kann, weil man das Gefühl hat, dass der andere sich absichtlich dumm stellt. Aber das sind alles Dinge, die der Mensch im Laufe seines Lebens gelernt hat und leider auch wieder verlernen kann - meine Oma war vor ihrem Tod wirklich wie ein neugeborenes Kind, sie wusste nicht einmal mehr, wie man isst oder trinkt. Aggression hilft da leider überhaupt nicht weiter.

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    Besonders hart ist es, wenn man sich alleine kümmern muss. Das ist schlichtweg nicht machbar, ohne selbst auf der Strecke zu bleiben. Und eines würde ich auch behaupten, man kann ihnen trotz allen Bemühens auch nicht ganz gerecht werden, je nachdem wie ihr Grundcharakter vorher gewesen ist.

    Volle Zustimmung. Das Verhältnis meiner Mutter zu ihrer Mutter war relativ gut und meine Oma war dann sehr schnell bettlägerig, was vieles vereinfachte. Und doch wäre meine Mutter fast daran zerbrochen (und es war lang nicht der einzige, aber doch ein wesentlicher Faktor bei der Trennung meiner Eltern). Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viel schwerer das alles noch ist, wenn das Verhältnis von Haus aus schon so belastet ist wie bei euch. Bitte pass gut auf dich und deine Familie auf und hole dir nötigenfalls Hilfe (also nicht Hilfe für deine Mutter, sondern für dich selbst)!

    @ Caramala und katha:

    Danke für eure lieben Worte! @:)


    Ich bin eigentlich ein ruhiger und friedfertiger Mensch. Habe mich auch früher nie gegen die Aggressionen und Unterdrückung meiner Mutter gewehrt, weil, sobald man was gesagt hat, sie gleich geheult hat u. die Welt nicht mehr verstanden. Das kann sie auch heute noch gut. Doch seit meiner letzten Verhaltenstherapie habe ich auch gelernt, mich zu wehren und mir nicht mehr alles gefallen zu lassen. Seit dem Tod meines Vaters (der immer auf meiner Seite stand) klappt es sowieso nicht mehr, alles zu schlucken. Und nun ist sie auch noch dement. Für mich ist es tlwse. sehr schwer zu unterscheiden, was jetzt auf ihre Demenz zurückzuführen ist u. was auf ihren Charakter. Aber ich merke leider auch, dass ich immer schlechter damit klar komme, seitdem ich weiß, dass sie Demenz hat u. es mich oft auch aggressiv macht. Ja, ich habe eigentlich gar keine große Hilfe (meine Tochter putzt im Wechsel mir einmal in der Woche bei ihr, aber sonst lässt sie nichts von sich hören, geschweige denn sehen u. meine Nichte ruft zwar öfter mal an, aber da gibt es auch oft Streit u. sie lässt sich so gut wie nie blicken - ca. 1 x im Jahr) und es lastet leider alles auf meinen Schultern, weil sich keiner das antun will u. es keiner lange mit ihr aushält. Ich habe dazu ja noch eine Angststörung, was es nicht gerade leichter macht. Durch die psychische Belastung komme ich sehr an meine Grenzen u. dachte schon mehrmals, ich bin kurz vorm Nervenzusammenbruch. Aber irgendwie geht es trotzdem immer weiter. Therapie bekomme ich jetzt auch erst mal keine mehr, da meine letzte erst letztes Jahr im März beendet war. So muss ich mich irgendwie alleine durchwurschteln. Hatte aber überlegt, ob es vllt. auch ganz hilfreich ist, wenn ich weiterhin mit dem SpDi Gespräche führe u. da in Kontakt bleibe. Seit dem Besuch bei meiner Mutter habe ich mich ja dort nicht mehr gemeldet. Irgendwie war ich da aber auch bisschen enttäuscht, weil ich dachte, dass sie einem da mehr unter die Arme greifen. Denn im Internet habe ich gelesen, dass sie einen normalerweise bei dem Antrag auf Fremdbetreuung sowie bei Arztbesuchen unterstützen. Davon war bei mir keine Rede. Aber vllt. wirke ich vor Fremden auch stark und so, dass ich es alleine packe. Ich bin ja leider sehr darauf bedacht, dass andere nichts merken. Allerdings habe ich dem Herrn vom SpDi ja erzählt, dass ich selbst eine Angsterkrankung habe.

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    Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viel schwerer das alles noch ist, wenn das Verhältnis von Haus aus schon so belastet ist wie bei euch. Bitte pass gut auf dich und deine Familie auf und hole dir nötigenfalls Hilfe (also nicht Hilfe für deine Mutter, sondern für dich selbst)!

    Deshalb habe ich jetzt auch die Notbremse gezogen und einen gesetzlichen Betreuer eingeschaltet. Auch, wenn da jeden Abend im Bett - und auch tagsüber immer mal wieder, aber vorwiegend im Bett - die Gedanken kreisen, weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war. Natürlich fällt mir das nicht leicht. Es bleibt ja trotzdem - egal, wie sie war u. ist - meine Mutter. Aber ich weiß auch, dass ich das nicht weiter aushalte. Mein HA hat mir jetzt sogar schon Tavor verschrieben, weil ich meinte, dass ich nicht mehr runterkomme u. ob er mir nicht was verschreiben kann, was mich wieder ein bisschen runterholt. Die Tabletten habe ich aber wieder zurück in die Apotheke gebracht, da sie auch nicht teilbar waren (sollte tagsüber eine halbe nehmen) und ich zudem auch vor dem Abhängigkeitspotential u. a. zurückschrecke. Trotzdem bin ich am Überlegen, ob ich mir die halbe Dosis verschreiben lasse. Ich bin ja mit solchen Sachen sehr vorsichtig, aber ich weiß auch nicht, wie es mir gehen wird, wenn die Post vom Gericht kommt. :°( Manchmal hilft es ja schon, wenn man nur weiß, dass man so was da hat u. im Notfall nehmen könnte, auch, wenn man es gar nicht nimmt.

    Lass dir Tavor Expedit verschreiben- sind teilbar.


    Bei die Psychotherapeutin kannst du Beratungsgespräche führen. Sind 5 Stunden pro Quartal die dir zustehen und man kann ggf. eine neue Therapie beantragen.

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    Doch seit meiner letzten Verhaltenstherapie habe ich auch gelernt, mich zu wehren und mir nicht mehr alles gefallen zu lassen.

    Nur leider funktioniert das Wehren bei einer dementen Person überhaupt nicht, wie Du selbst schon bemerkt hast.


    Selbst psychisch völlig gesunde Personen stoßen bei dementen Menschen an ihre Grenzen.


    Meine Mutter hatte eine Phase, in der sie am Kaffeetisch dieselbe Frage in einer Endlosschleife gestellt hat – immer und immer wieder. Ich hätte ausrasten können. Anfangs haben wir noch tief durchgeatmet und darauf hinzuweisen, dass die Frage schon beantwortet wurde. Später haben wir das "Spiel" mitgemacht. War Nerven schonender.

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    Für mich ist es tlwse. sehr schwer zu unterscheiden, was jetzt auf ihre Demenz zurückzuführen ist u. was auf ihren Charakter.

    Warum musst Du das wissen? Sage dir es ist egal, warum sie so ist, wie sie ist.


    Mein Mann ist ein sehr geduldiger Mensch, aber als meine Mutter unsere telefonischen und persönlichen Kontakte zu ihr vereitelt hat, und ich vor lauter Grübeln nichts mehr auf die Reihe bekam, ist er ausgerastet. So habe ich ihn noch nie erlebt. Sie solle sich doch mal überlegen, was sie ihrer eigenen Tochter da antut. Nun für mich war es irgendwie normal, was meine Mutter mir da antut. Mein Mann hat es bis dahin nur nie wahrhaben wollen.


    Ich brauche wohl nicht zum erwähnen, dass jedes Wort unsererseits ??uns reinzulassen, nicht immer den Hörer daneben zu legen?? natürlich völlig sinnlos war.


    Eine demente Person hat immer Recht. Das ist keine Rechthaberei (und selbst wenn sie immer schon rechthaberisch und manipulativ war und einem ein schlechtes Gewissen gemacht hat), sondern weil das Denken nicht mehr mit normalen Maßstäben messbar ist. Sie weiß es in dem Moment nicht anders. Wir hatten mal von der KK der Schwiegermutter (AOK) eine DVD bekommen, in der das alles ziemlich gut an Beispielen erläutert war.


    Widerspruch oder gar Aggression ist völlig zwecklos. Es hilft nur die Szene irgendwie zu durchbrechen indem man das Thema wechselt, sein Gegenüber sonst wie ablenkt oder selbst den Raum verlässt.


    Und wenn Deine Mutter eine Aktion ausführen soll und gerade nicht will, dann machst Du mit ihr was anderes und probierst es 5 min später einfach nochmal.


    Dass Du immer wieder grübelst, das ist normal. Aber versuche, dich mehr (mit was auch immer) abzulenken. Sage dir Du wehrst dich, indem Du die Betreuung abgibst.


    Du tust das in der Situation einzig Richtige!


    Ich wünsche Dir, dass sich da bei Gericht bald was rührt und Du entlastet wirst. :)*

    Zitat

    Eine demente Person hat immer Recht. Das ist keine Rechthaberei (und selbst wenn sie immer schon rechthaberisch und manipulativ war und einem ein schlechtes Gewissen gemacht hat), sondern weil das Denken nicht mehr mit normalen Maßstäben messbar ist. Sie weiß es in dem Moment nicht anders. Wir hatten mal von der KK der Schwiegermutter (AOK) eine DVD bekommen, in der das alles ziemlich gut an Beispielen erläutert war.


    Widerspruch oder gar Aggression ist völlig zwecklos. Es hilft nur die Szene irgendwie zu durchbrechen indem man das Thema wechselt, sein Gegenüber sonst wie ablenkt oder selbst den Raum verlässt.


    Und wenn Deine Mutter eine Aktion ausführen soll und gerade nicht will, dann machst Du mit ihr was anderes und probierst es 5 min später einfach nochmal

    Ja, ja und nochmals ja!


    Vielleicht schaust du dich wegen Büchern, Ratgebern etc. um. Uns hat das schon etwas geholfen.


    "Den Weg" oder "Die Strategie" im Umgang mit dementen Menschen gibt es allerdings nicht.

    Hallo,


    danke erst mal für eure lieben Worte. Leider ging es nun doch alles ganz schnell. Es ist heute so gekommen, wie bei deiner Mutter, Taps. Vllt. sogar noch n Ticken schlimmer.


    Meine Mutter ist heute total durchgedreht. Sie hat den Herd angelassen, die Feuerwehr war da u. hat sie mit ins Kh genommen. Außerdem hatte sie die Wohnung total verwüstet. War wohl auf der Suche nach Geld, obwohl genug da war. Ihr könnt euch das nicht vorstellen. Es sah aus, als wären Einbrecher am Werke gewesen. Dazu der verkohlte Herd. Die Nachbarn sind durch die Rauchmelder aufmerksam geworden, aber ehe sie denen mal die Türe aufgemacht hat u. dann war sie wohl halbnackt. Den Kopf hat sie sich wohl auch irgendwo eingeschlagen, sie hat da einen Riesenfleck u. Beule, da sollte noch ein CT gemacht werden.


    Die erste Ärztin meinte (als ich meinte, dass sie dement ist u. nicht mehr nach Hause kann), wenn sie noch keinen Betreuer hat, können sie nichts gegen ihren Willen machen. Also, wäre sie wohl wieder nach Hause gekommen. Sie wollte sich aber für mich einsetzen. Nachher kam noch eine Psychiaterin. Geburtsdatum, Stadt u. dass sie im Kh ist, wusste meine Mutter, aber ansonsten total wirr. Sie wollte auch dauernd aufstehen u. wegrennen. Rauchgas hat sie keins eingeatmet, hat aber zu wenig Sauerstoff u. Vorhofflimmern. (wundert mich nicht wirklich, denn Blutdruckmittel u. bestimmt auch Blutverdünner hat sie ja nicht mehr genommen) Die Psychiaterin wollte sich dann für mich einsetzen. Sie meinte dann, dass meine Mutter in die Psychiatrie kommt, wenn es gg. ihren Willen ist, mit Polizei. So ist es nun leider auch gekommen, da sie natürlich nicht freiwillig eingewilligt hat. Die Psychiaterin rief mich dann nochmal an, dass sie einen Schnellbeschluss angeregt hat auf Betreuung. Meine Mutter wird nicht mehr nach Hause kommen. Ich bin total fertig mit den Nerven, auch, wenn ich auf der einen Art auch erleichtert bin, dass es jetzt so schnell ging. Trotzdem macht es mich traurig. Morgen muss ich in die Psychiatrie u. ihr Sachen bringen, da sie heute nur auf der Notaufnahme lag u. da darf man keine Sachen mitbringen. Habe aber erst mal nur das nötigste zusammengepackt. Keine Straßenschuhe u. auch keine Jacke. Nur erst mal so, dass sie die nächsten Tage übersteht. Gott sei Dank ist mein Mann gerade krank geschrieben, sodass er mich dann heute begleitet hat. Ich weiß nicht, ob ich das alleine durchgestanden hätte. :°( Meine Mutter denkt im Übrigen immer noch, dass sie wieder nach Hause kommt.

    @ Luci:

    Ich war nun noch nicht beim Arzt wg. dem Tavor. Ging ja nun alles drunter und drüber. Aber danke dir! @:) Vllt. brauche ich das jetzt aber auch gar nicht mehr. Mal schauen. Meine Mutter wird sicher wissen, dass sie mit der Polizei abgeholt wurde. So was vergisst sie leider nicht.

    Oh man, das tut mir sehr leid, dass es jetzt so gekommen ist. Aber zumindest wird jetzt alles ganz schnell gehen und keiner kann mehr sagen, dass es vielleicht doch "gar nicht so schlimm" ist. Und vielleicht kannst du etwas zur Ruhe kommen, wenn jetzt andere die Verantwortung tragen. Vielleicht wäre es sogar besser, wenn du sie jetzt in der akuten Phase mal ein paar Tage nicht besuchst...


    Hat man dir gesagt, wie es dann evtl. weitergehen wird? Soll sie länger in der Psychiatrie bleiben oder ist es nur übergangsweise gedacht, bis sie in ein Pflegeheim (oder evtl. betreutes Wohnen) kommt? Aber ich denke, das werden dann die Ärzte gemeinsam mit ihrem Betreuer entscheiden...

    Danke! @:)

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    Und vielleicht kannst du etwas zur Ruhe kommen, wenn jetzt andere die Verantwortung tragen.

    Das hoffe ich.

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    Vielleicht wäre es sogar besser, wenn du sie jetzt in der akuten Phase mal ein paar Tage nicht besuchst...

    Sie hat ja nichts weiter zum Anziehen, außer das, was sie am Leibe trägt. (unter der langen Hose ist sie auch noch nackt... %:|) Durfte die Sachen nicht in der Notaufnahme lassen. Also, muss ich sie ihr morgen in die Psychiatrie bringen. Aber mein Mann wird mitkommen u. wir werden nicht lange bleiben.

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    Hat man dir gesagt, wie es dann evtl. weitergehen wird? Soll sie länger in der Psychiatrie bleiben oder ist es nur übergangsweise gedacht, bis sie in ein Pflegeheim (oder evtl. betreutes Wohnen) kommt? Aber ich denke, das werden dann die Ärzte gemeinsam mit ihrem Betreuer entscheiden...

    Ich weiß es nicht. Ich denke, sie wird mindestens so lange bleiben, bis sie einen Betreuer hat. Sicher werden vorher erst mal diese Demenztests gemacht. Ich habe ja Bilder von der Wohnung heute gemacht, auch vom Herd. Die habe ich der Psychiaterin gezeigt. Soll ich auch morgen in der Psychiatrie zeigen. Aber es sah noch weitaus schlimmer aus, als auf den Fotos zu erkennen ist. %:|

    Lass dich mal drücken Fix und Foxie.


    Der Vorfall war das Beste was dir passieren konnte. Hört sich jetzt zwar etwas seltsam an, aber du weißt sicher, wie ich es meine.


    Meine Mutter ist ähnlich wie deine (schon immer so gewesen). Rechthaberisch und war nie leicht.


    Einen Betreuer hätte ich ihr nie vorsetzen können. Sie wäre dann komplett ausgerastet. Und im Alter wurde es immer schlimmer.


    Ich wünsche dir viel Kraft und versuche nicht alles an dich ranzulassen. Du schadest nur damit deiner Gesundheit und das ist es nicht wert. Klingt hart, ist aber so.

    Ach du Schreck, das ging aber jetzt schnell. Ich drücke dich auch mal ganz ganz fest. :°_ :°_ :°_

    Zitat

    Die Psychiaterin rief mich dann nochmal an, dass sie einen Schnellbeschluss angeregt hat auf Betreuung.

    Ein Aufenthalt in der Psychiatrie gehen ihren Willen ist ja Freiheitsentzug und muss vom Amtsgericht genehmigt werden. Ich gehe mal davon aus, dass heute alles entschieden wird und sie dann sofort den Betreuer bekommt.


    Meine Mutter wurde damals für 3 Wochen eingewiesen. In der Zeit wurden die ganzen Untersuchungen gemacht und sie auf Medikamente eingestellt. Dann wurde ihr Aufenthalt nochmals um 3 Wochen bis zum Freiwerden des Pflegheimplatzes verlängert. Am Anfang wurde uns auch von einem Besuch abgeraten, weil das die Eingewöhnung behindert. Wenn ich mich recht erinnere, war ich das erste Mal nach 1,5 Wochen dort und davor nur der Betreuer, um das Organisatorische zu regeln und Wechselsachen abgeben


    Die werden sich schon gut um deine Mutter kümmern. Wie geschrieben, Kleidung kann man abgeben.


    Einen Tipp habe ich noch, In der Klinik wurde die Wäsche gegen ein kleines Entgelt gewaschen und im Pflegeheim sowieso.


    Beschrifte nach Möglichkeit alles (Kleidung, aber auch Zahnputzzeug etc.). Für den Anfang reicht da Permanentmarker. Ich habe mir aber recht schnell über das Internet gestickte Namen bestellt. Die zum Aufbügeln (die die Wäschereien verwenden) lösen sich recht schnell ab. Ich nähe die lieber an.


    Den ganzen Ablauf und alles Weitere wird man dir heute sicher erklären können. :)* :)* :)*

    Das ist ja wirklich schnell gelaufen.


    Ich hoffe, dass du dadurch wenigstens ein bisschen Abstand bekommst. :)* Aber ich weiß auch, dass man im Hintergrund einiges zu regeln hat bei der Krankheit.


    Ich kenne einige Fälle von Demenz und jeder ist anders und doch gibt es auch gewisse Muster, die recht interessant sind, wenn man diese ursachenforschend verfolgen würde. Die Medizin, die sich mehr um den Körper kümmert, schreitet immer weiter voran und das Alter nimmt entsprechend zu. Aber das Geistige, das hinkt irgendwie hinterher.

    Hallo, ihr Lieben,


    danke für eure Unterstützung hier u. eure lieben Worte! @:)


    Ich komme einfach nicht zur Ruhe. Da denke ich, dass meine Mutter gestern mit der Polizei in die Psychiatrie eingeliefert wurde u. bekomme dann heute Morgen einen Anruf vom Klinikum. Gott sei Dank waren wir noch nicht auf dem Weg in die Psychiatrie. Sie liegt jetzt auf der Stroke Unit Station. Sie haben bei ihr wohl (denke, durch den Sturz) eine leichte Blutung im Gehirn festgestellt u. sie muss noch ein paar Tage dort zur Beobachtung bleiben. Dann haben die mich schon wieder verrückt gemacht. Die Krankenschwester wollte auf dem Amtsgericht anrufen. Dann rief sie mich kurz danach nochmal an u. meinte, ob ich denn jetzt noch der Betreuer meiner Mutter wäre. Weil, wenn meine Mutter nach Hause möchte, können sie den Beschluss für die Polizei nicht aufrecht erhalten. %:| Ich habe dann gesagt, dass ich die Vorsorgevollmacht schon ans Amtsgericht geschickt habe. Ja, das würde nichts machen. Ob ich denn die Gesundheitsfürsorge hätte. Ich habe dann gesagt ja, aber ich kann sie nicht in ein Heim einweisen lassen, etc. da sie das nicht angekreuzt hat (sie hat bei Zwangsmaßnahmen kein Kreuzchen gemacht). Ja, auch das würde nichts machen, ich müsste nur sagen, ob sie im Kh bleiben soll. Habe dann "ja" gesagt und auch, dass ich möchte, dass sie danach in die Psychiatrie kommt. Dann kreiselten aber die Gedanken bei mir: Wenn sie mit der Polizei eingeliefert wird, ist das doch eine Zwangseinweisung u. da fehlt das Kreuzchen. :-X Ich hatte nun Megaschiss, dass sie wieder nach Hause kommt. Als wir dann dort waren, habe ich das nochmal einer Krankenschwester gesagt (zufällig eine Nachbarin meiner Mutter) und sie meinte auch wieder das Gleiche. Trotzdem konnte ich das nicht glauben u. habe mir total den Kopf gemacht. Bis mir dann einfiel, dass ich ja das Aufenthaltsbestimmungsrecht für sie habe u. Kh ist ja keine Zwangsmaßnahme gewesen, sie ist ja freiwillig mitgefahren. Und da die Psychiaterin ja gestern auch schon von einem Beschluss sprach u. gestern mich auch keiner nach der Vorsorgevollmacht gefragt hat u. sie ja gestern auch mit der Polizei weggekommen wäre, gehe ich mal davon aus, dass das jetzt mit der Vorsorgevollmacht gar nichts zu tun hat - ich hoffe es! %:| Denn ein Beschluss kann ja nur vom Gericht gestellt werden und da ich nichts unterschrieben habe, geht das auch nicht von mir aus. Sie kann nicht nach Hause, das geht auf keinen Fall.


    Wir haben heute ihren Schlüssel gesucht u. nicht gefunden. Haben alles so verwüstet gelassen, falls sie doch nach Hause kommen sollte, dass sich das vorher einer angucken kann. Aber ich hoffe inständig, dass Beschluss jetzt auch Beschluss bedeutet. Denn gestern meinte die Psychiaterin ja noch zu mir, dass ich mir keine Sorgen machen soll, dass das vom Tisch wäre u. sie einen Schnellbeschluss angeregt hat. Das Amtsgericht hat aber wohl noch nicht meinen Antrag, obwohl ich das am 26.01. schon weggeschickt habe. Da die vom Kh heute aber ja nochmal da angerufen haben, hoffe ich mal, dass es jetzt auch wirklich schneller geht. Sonst werde ich da in der Psychiatrie nochmal Alarm schlagen.


    Mir wurde dann heute auch gesagt, dass meine Mutter kein Gebiss für den Unterkiefer hat, sollte ich mitbringen. Wir hatten aber nur zwei Oberteile gefunden, was ich auch so gesagt habe. Erst, als wir dann - nachdem wir bei ihr waren - dann nach intensiven Suchen zwei Unterteile gefunden. Hatte aber keine Nerven, da nochmal hinzugehen u. werde mich auch die nächsten Tage nicht dort blicken lassen. Muss jetzt auch mal an mich denken u. habe ja am Freitag selbst erst mal Termin bei der Gyn. Da muss sie eben jetzt zusehen, wie sie klar kommt. Ich glaube, sie hat heute eh nicht registriert, dass ich überhaupt mitgekommen bin. Sie hat kein Wort mit mir gesprochen, sich dafür aber total überschlagen, dass mein Mann mit war u. dass er der Beste ist. (Er war jahrzehntelang nur der Böse) Ansonsten ist sie topfit u. hat im Bett rumgeturnt u. meinem Mann ganz stolz gezeigt, wie hoch sie ihre Beine noch bekommt. Ich habe dann die Sachen eingeräumt u. wir sind wieder weg. Vllt. hat sie mich auch gesehen, aber ignoriert. Keine Ahnung, ich bin ja sowieso Schuld, dass sie dort ist, obwohl ich damit gar nichts zu tun habe... :=o Wg. dem Brand meinte sie, dass das ja mal jeden passieren kann u. wir das dann eben bezahlen müssen. Bei anderen hätte es auch schon so lange gebrannt. Als mein Mann meinte, ob bei ihr Einbrecher waren, meinte sie: "Das habe ich auch schon gedacht, so sah es bei mir nie aus!" Aber das war eindeutig sie, denn es war sonst noch alles vorhanden. Ein Einbrecher hätte sicherlich nicht ihr Geld da gelassen... :=o

    Heute beim Amtsgericht angerufen und nochmal die Situation erklärt. Und siehe da: Die Akte lag schon auf dem Tisch! Die Mitarbeiterin wollte sich gleich drum kümmern. Sie haben eine erste Stellungnahme von der Psychiatrie, aber da sie noch nicht dort ist, kann noch kein ärztliches Gutachten erstellt werden. Ob nun morgen dann schon ein Betreuer kommt, konnte mir die Dame nicht sagen. Sollte irgendwas noch sein vor dem WE u. sie sollten sie nach Hause lassen wollen, soll ich mich sofort wieder melden. Ansonsten mit der Polizei in Verbindung setzen, wenn es am WE ist. Aber ich denke, dass der Beschluss ja noch besteht. Deshalb haben sie mich ja gestern gefragt, ob sie im KH bleiben soll, damit der Beschluss aufrecht erhalten werden kann.


    Bisher hat sich heute noch keiner aus dem Klinikum gemeldet u. ich werde mich auch nicht melden. Ich muss jetzt mal versuchen, bisschen zur Ruhe zu kommen. Heute ist mir zum Heulen. :°(

    Fix und Foxie


    ich kann das sehr gut nachempfinden. Das ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wir haben etwas ähnliches auch im Bekanntenkreis und das ist kein Spaziergang.


    Man liest hin und her. Man liest auch Schönes, aber auch Schlechtes und irgendwie versucht man etwas zu meistern, was aber je nach Art der Demenz nicht immer passt. In der Schweiz existiert zum Beispiel ein Heim nur für Demenzkranke. Das ist wie ein Hotel angelegt, überall mit freiem Zugang und einer wunderschönen Gartenanlage und entsprechend vielen Betreuern. Das ist natürlich ideal. So habe ich von einer Frau gelesen, die ihren schwierigen Mann, der schon öfters das Heim hat wechseln müssen, dorthin gebracht hat. Man ist davon ausgegangen, dass er bald sterben wird. Tatsächlich hat er in dem Heim noch drei Jahre gelebt, er war sogar glücklich, was sonst nie der Fall gewesen ist und das auch ohne die ständige Anwesenheit seiner Frau, die weiter in Deutschland gelebt hat. Bei Demenzkranken muss man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln seinen Bedarf und seinen Schwächen entsprechend, ein Konstrukt um ihn herumbauen, das ihm individuell gerecht werden kann. Das ist aber nicht überall machbar, vor allem nicht mit privaten Mitteln. Zudem existiert viel zu wenig Wissen darüber. Zusätzlich ist unser Pflegesystem viel zu bürokratisch und viel zu wenig menschlich orientiert. Das es wirtschaftlich sein soll ist verständlich, aber es ist die Frage, wie man das, was man hat, zum Wohle aller einsetzt. In Schweden funktioniert die Altenbetreuung und Pflege jedenfalls um Klassen besser, als bei uns.


    Das du alleine mit deiner Mutter dastehst, das ist schlimm.