Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

    Hallo!


    Ich bin männlich, 20 Jahre alt, Student, ca 1,70m groß, wiege etwa 60kg und komme aus Österreich.

    Nun frage ich um Rat meiner derzeitigen Situation: Nach dem Absetzen von Sertralin im Februar fing ich wieder Anfang Juli mit Sertralin wieder an (auf Rat des Psychiaters).


    Ich leide seit dem Sommer 2015 unter einer Angststörung. Im Juli 2015 bin ich bei einer öffentlichen Veranstaltung zusammengebrochen - ich hatte eine (epileptischen) Krampfanfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die zwei Tage zuvor hatte ich mächtig viel Alkohol getrunken und beide Tage zusammen maximal 4 Stunden geschlafen - dazu kam am besagten Tag eine irre Hitze (35°) und ich hatte eine (dicke) Uniform an. Tja auf jeden Fall bin ich im Krankenhaus dann durchgecheckt worden da man vermutete, dass ich an Epilepsie leide (es war bereits mein 2. Krampfanfall in 6 Monaten) - Schlussendlich kam nichts heraus und ich konnte wieder nach Hause gehen und dachte mir "Ich war sehr dumm sowas mach ich nie mehr".

    Leider wars nicht so einfach, in den darauffolgenden Monaten entwickelte sich eine Ängstlichkeit und zwar die Angst "umzukippen" bzw. wieder das Bewusstsein zu verlieren, zu verkrampfen und in der Öffentlichkeit "lächerlich" zu sein. Dazu kam noch:

    • Ich war schon immer ein nachdenklicher Mensch und philosophierte, was andere Menschen über mich denken
    • Meine Mutter ist ein besorgter Mensch - sie sagt uns immer wir sollen aufpassen, es kann was passieren etc - hat wohl unterbewusst beeinflusst
    • Ich hatte in diesem Jahr meine Matura (=Abitur in D), also hatte ich auch Stress; außerdem stand dann das Studium an (Zukunftsängste..Beruf..)
    • Ungesunder Lebensstil (kein/zu wenig Sport), Rauchen, Alkohol und gelegentlich Marihuana
    • Die oben beschriebene "Geschichte" war der Anlass, dass schlussendlich meine Angststörung ausgebrochen ist

    Erst Ende Dezember 2016, als ich schon mein erstes Semester angefangen habe im Studium ging ich zu einem Psychiater, da ich meine Angststörung nicht mehr aushielt. Zuerst suchte ich immer nach einer organischen Ursachen (ich war bei einen Haufen Ärzten) da ich einen Dauerschwindel hatte (nun weiß ich: es ist ein dauerhafter "Angstschwindel"), außerdem zitterte ich am ganzen Körper, hatte Herzrasen und Übelkeit. Nun ja mein Psychiater führte mit mir eine Gesprächstherapie und verschrieb mir Sertralin - das nahm ich auch bis auf 150mg und mir ging es wesentlich besser!

    Aufgrund einer negativen Einstellung meiner Eltern (und z.T. auch meiner eigenen) setzte ich Sertralin bis März 2018 wieder ab, obwohl es mir damit wesentlich besser ging. Tja schlussendlich kamen die Beschwerden alle wieder zurück darum dachte ich, ich haben doch eine organische Ursache deswegen ging ich zu einem Neurologen. Dieser stellte wieder eine Angststörung fest - ich bekam Medikamente (Escitalopram, Duloxetin) die mir aber nicht halfen sodass ich am Schluss wieder bei meinem Psychiater gelandet bin und nun auf 100mg Sertralin wieder bin.

    Jetzt frage ich mich aber - wird das Sertralin je wieder wirken so wie früher? Ich habe meiner Meinung nach einfach zu schnell abgesetzt und bereue diesen Fehler zutiefst.. Mittlerweile nehme ich seit ca. 2 Wochen 100mg Sertralin und ich merke zwar eine leichte Besserung, jedoch ist dieser Dauerschwindel/Dauerbenommenheit noch immer da, ich bin "innerlich angespannt" und zittere ab und an bzw. hab ich auch noch immer Angst.

    Neben Sertralin nehme ich noch Magnesium (habe einen Magnesiummangel) und das homöopathische Medikament Taumea, in der Hoffnung, dass es etwas gegen den Schwindel hilft.

    Mittlerweile gilt einmal für mich: Mit der Medikation stabil werden und endlich das Leben "normal" leben. Ich weiß, dass auch womöglich eine Verhaltenstherapie helfen kann, jedoch gibt es in Österreich so gut wie keine Kassaplätze. Zudem müssten diesen meine Eltern finanzieren, welche ohnehin mir einreden wollen, dass mir nichts fehlt und diese "psychischen Behandlungen" für nichts sind bzw. mich nur Tablettenabhängig machen..

    Deswegen zahle ich meinen Psychiater von nun an auch selber, dass sie nicht mitkriegen wenn ich zu einer Sitzung gehe. Wenn ich mit meiner Ausbildung fertig wäre würde ich dann eine Therapie machen, welche ich dann selber bezahlen könnte. Aber ganz allein gestellt bin ich zum Glück nicht: Ich habe eine wunderbare Freundin welche mich unterstützt - ich war mit ihr bereits seit 2014 zusammen, also bevor meine Krankheit ausgebrochen ist.


    Ich habe mittlerweile aufgehört zu Rauchen, ich mache mehr Sport, ich trinke wenig bis gar keinen Alkohol, nehme keine Drogen, Schlafe mehr, mache Entspannungsübungen oder suche den Ausgleich in der Natur und ernähre mich auch etwas gesünder. Wenn ich mich mit meinen Freunden vergleiche dann würde ich sagen ich wäre "vernünftig" und lebe gesund.

    Leider geht es mir aber noch immer nicht gut - hab ihr Tipps für mich was ich noch machen kann? Das Sertralin hilft mit 100mg leider noch nicht, wahrscheinlich macht auch eine Dosissteigerung Sinn (werde dazu meinen Psychiater nach 3 Wochen fragen) und ich fühle mich dauerängstlich, dauergestresst und dauerschwindlig, ich möchte zumindest mal einen Tag Pause %:|


    Habe mir sogar schon überlegt meinen Psychiater zu fragen ob ich vielleicht eine Zweitsubstanz nehmen soll z.B. Pregabalin oder Benzodiazepine. Allerdings habe ich da (besonder bei den Benzos) Angst eine Abhängigkeit zu etnwickeln und würde lieber drauf festhalten, dass das Sertralin endlich anschlägt und es mir besser geht..


    LG und danke fürs Lesen :)*

  • 9 Antworten

    Hi.


    Leider weiss man das nur durch probieren. Aber 2 Wochen sind auch ne kurze Zeit. Du solltest noch 2 Wochen abwarten, ich weiss das ist schwer.


    Ich habe derzeit ein ähnliches Problem, nehme seit einigen Jahren sertralin, und ich überlege ob ich nochmal citalopram probieren soll. Das hat besser geholfen aber ich hab es nicht mehr vertragen.


    Hab angst dass ich mit dem wechsle alles durcheinander bringe und dann :-/":/nix mehr hilft.

    Danke für deine Antwort!

    Abwarten sollte ich sicher noch.. ist nur alles so ätzend bis endlicu wirkt.

    Die Frage wars nur obs überhaupt noch zuverlässig wirkt? Deswegen wollte ich fragen ob da vll jemand Erfahrungen hat.


    Mit Citalopram hab ich leider schlechte Erfahrungen - wieso willst du denn wechseln? Wenns doch mit dem Sertralin gut läuft dann würd ich das eher nicht machen da zu hohes Risiko.


    LG

    Ich würde nicht sofort wechseln oder kombinieren. Man könnte vorerst noch ein bis zwei Wochen auf der aktuellen Dosierung bleiben (wenn es der Leidensdruck zulässt), und dann erst einmal die Dosis erhöhen. Hier wäre der Psychiater der richtige Ansprechpartner.


    Magnesiummangel erhöht die Krampfneigung, zusätzlich aber auch die ständige nervliche Belastungen.


    Hier sollte man sich einmal das gesamte Blutbild genau anschauen. Zeigt sich ein Magnesiummangel im Blutbild, sind die Speicher oft schon sehr angegriffen. Das Auffüllen kann Wochen bis Monate dauern. Also hier würde ich konsequent dran bleiben.


    Zusätzlich sollte man im Blutbild bestimmen:


    Vitamin D3

    Holo TC

    Ferritin

    Selen


    Und sehr wichtig ist auch genügend Eiweiß täglich zuzuführen. Rund 1 g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht wären empfehlenswert zum Erhalt der Muskelmasse bei Sport (und onehin aktuell bestehendem Magnesiummangel).


    Schilddrüse würde untersucht?

    Danke für die Antwort Seldom .


    Gut dann werd ich mal vorerst bei den 100mg bleiben, Ende Juli hab ich einen weiteren Arzttermin dann kann ich ja eine Dosiserhöhung ansprechen.


    Was den Magnesiummangel angeht da bleib ich dran, so richtig konsequent durchziehen tu ich den Medikamentenausgleich eh erst seit ca. einem Monat.


    Ein Blutbild wurde erst untersucht (wegen des Duloxetines) und auch die Schilddrüse etc. würde überprüft. Rauskam nur ein leichter Mangel von Vitamin D, mein Arzt meinte aber die Sonne sollte diesen ausgleichen.

    Einen Mangel an Vitamin D3 alleine mit Besonnung auszugleichen, ist nicht ganz einfach.


    Ich würde eher dazu raten täglich etwa 2000E einzunehmen. Vitamin D3 ist eigentlich ein Hormon und ein Mangel kann teilweise Depressionen und Angstzustände massiv verstärken.


    Wichtig wäre, beispielsweise Tropfen mit D3 täglich zuzuführen. Bei der genannten Symptomatik würde ich es versuchen. Tropfen sind rezeptfrei.

    Gut dann werd ich Vitamin D3 ergänzen, schaden kanns ja sowieso nicht (vor allem wenn bei einer Untersuchung sowieso ein leichter Mangel vorliegt).

    Sind da eher Tropfen zu empfehlen (schnellere Aufnahme?) oder gehen auch Kapseln?


    Und eine Frage: In der Apotheke hat man mir mal weiß grmacht, dass man zu SSRI Vitamin B nehmen soll, weil das angeblich die Aufnahme und die Wirkung bessert/verstärkt? Ich mein ich hab ja keinen Mangel, machts dann überhaupt Sinn diese auch noch als Ergänzung zu nehmen?

    Wills nur nicht "übertreiben", weil nur nach dem Motto ''viel hilft viel" will ich nicht vorgehn kann ja auch schaden.

    Leeder13 schrieb:

    Gut dann werd ich Vitamin D3 ergänzen, schaden kanns ja sowieso nicht (vor allem wenn bei einer Untersuchung sowieso ein leichter Mangel vorliegt).

    Sind da eher Tropfen zu empfehlen (schnellere Aufnahme?) oder gehen auch Kapseln?


    Und eine Frage: In der Apotheke hat man mir mal weiß grmacht, dass man zu SSRI Vitamin B nehmen soll, weil das angeblich die Aufnahme und die Wirkung bessert/verstärkt? Ich mein ich hab ja keinen Mangel, machts dann überhaupt Sinn diese auch noch als Ergänzung zu nehmen?

    Wills nur nicht "übertreiben", weil nur nach dem Motto ''viel hilft viel" will ich nicht vorgehn kann ja auch schaden.

    Die Einstellung ist absolut richtig. Jedoch sollte man Mangelzustände ernst nehmen. Keiner setzt sich in ein Auto mit leerem Tank und erwartet, dass der Motor schnurrt.


    Ich würde tatsächlich zum Tropfen raten. Dr. Jacobs Vitamin D3 Tropfen Forte bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 1-2 Tropfen am Tag reichen.


    SSRI können selbst tatsächlich Mängel auslösen. Darunter B-Vitamine, eben auch Magnesium und auch Kochsalz.


    Hier sollte man also auf eine gute Versorgung achten. Überdosierung wäre mit Extremdosen möglich, deshalb würde ich täglich moderate Dosen zuführen.


    Ich würde online kaufen, der Preisvergleich bezüglich Onlineapotheken kann sich hier sehr lohnen.

    Gut, Vitamin D3 ist gekauft, werd ich nun jeden Tag einnehmen. Hab auch etwas recherchiert und ja du hast recht - ein Mangel kann wirklich Angstzustände auslösen.

    Einen Kochsalzmangel habe ich nicht, Magnesium nehm ich regelmäßig.


    Ich werde zusätzlich noch zu Vitamin B greifen (B12, B6 und Folsäure) weil dieses laut Recherche auch die Wirksamkeit von SSRIs verbessern kann - also haben die in der Apotheke recht gehabt.


    Jedoch ist mir aufgefallen, dass es z.B. auf Amazon oder in der Apotheke die Präparate VIEL ZU HOCH (!) dosiert sind (z.B. siehe Amazon B12 auf 1000mcg, empfohlen sind täglich ~3,0 mcg) - das kann nicht gesund sein und ist es auch nicht (gibt auch unzählige Artikel die auch davon berichten - auch Stiftung-Warentest).
    Habe mir aus diesem Grund ein richtig dosiertes Präparat bei einer Versand-Apotheke herausgefunden und dieses hier gefunden, welche mit den Werten passt: FOLMIT FORTE GENERICON VITAMIN B.


    Danke für die Tipps und den Rat, werde jz bei der 100mg Dosis Sertralin bleiben und regelmäßig mit Magnesium, Vitamin B und D ergänzen - dann wirkt das Sertralin hoffentlich zuverlässiger und besser (ansonsten halt Dosissteigerung).


    LG