Nach TIA (Schlaganfall) - welcher Arzt ist der richtige?

    Nach einer glimpflichen TIA und sofortiger Notversorgung auf der Stroke Unit samt ASS100, stellt sich mir nun die Frage nach dem richtigen Arzt für die Dauerbetreuung.


    Mein Hausarzt scheint damit überfordert zu sein und rät mir z.B. trotz meines - für Risikopatienten wie mich - stark erhöhten Cholesterinspiegels nur zu etwas mehr Fisch am Abend.


    In welche Richtung sollte ich Ausschau halten? Dauerhaft Neurologe? Internist? ... Welche Erfahrungen habt Ihr so?

  • 21 Antworten

    Sowohl Neurologie als auch Innere Medizin wären angesprochen und können sich übrigens gut ergänzen.


    Ein Internist kann helfen, nach den Ursachen zu forschen und Wiederholungen zu vermeiden. Auch das Herz sollte untersucht werden.


    Wie auch immer, die konsequente Betreuung ist enorm wichtig, um zu verhindern, dass es noch einmal passiert.

    Haben die dich auf der Stroke - Unit durch das Schlaganfall - Programm gedreht?


    So eine TIA kann ja mehrere Ursachen haben.


    So kann es vom Herzen kommen - beispielsweise durch Herzrhythmusstörungen oder durch eine "Ausbeulung" der Herzwand. Hier wäre eine Weiterbetreuung durch einen Kardiologen angeraten.


    Es kann aber z.B. auch von einer Verengung der Halsgefäße kommen. Da wären dann die Gefäßchirurgen für die weitere Betreuung zuständig.


    (Es kommt auch vor, dass keine Ursache gefunden wird. Laut Studien ist es aber dann doch häufig das Herz mit intermittierenden Herzrhythmusstörungen, die nur in der Zeit in der das EKG lief, nicht aufgezeichnet wurden).


    Im Entlassbrief steht doch häufig auch eine Empfehlung für das weitere Procedere. Schau nochmal da nach.

    Ja, man hat das volle Programm durchgerockt. Anfänglich dachte man an Migräne mit Aura, da ich sowas vor einem Jahr schon einmal hatte - damals mit Augen, diesmal war es die Sprache.


    Herz war OK, Venen-Ultraschall war OK, im CRT und MRT wurde nichts gesehen. Doch eine Zusatzuntersuchung meines Blutes auf Genetik ergab einen erhöhten Lipoprotein A-Wert.


    Im Entlassungsbrief wurde mein Cholesterinwert (LDL) von 160 nur als "grenzwertig erhöht" aufgeführt. Für Menschen mit zurückliegendem Schlaganfall bzw. TIA gelte aber ein niedrigerer Referenzwert von max. 100.

    Eine Untersuchung der Venen ist bei weitem nicht ausreichend, um herauszufinden, ob Gefäßschäden vorliegen.


    Es müssen auch die Gefäße untersucht werden, die das Gehirn mit Blut versorgen (die Arterien) und zwar nicht nur die Schlagader.

    Genau, das ist ein wichtiges Thema. Und genau deshalb benötige ich das Gefühl, richtig aufgehoben zu sein. In Bezug auf mein Glaukom bin ich sei 14 Jahren beim Augenarzt, in Bezug auf meine Muttermale jedes Jahr beim Hautarzt - und jetzt hier? ...


    Kann ich genauso auch einen Neurologen für eine Dauerbetreuung aufsuchen oder wird ein Neurologe immer nur punktuell für Einzeluntersuchungen in Anspruch genommen?

    Das würde ich davon abhängig machen, ob und was man - im "Idealfall" - für eine Ursache der TIA findet. Die Therapie wird sich nämlich danach richten, was die Ursache war.


    Wie auch schon oben angemerkt wurde, findet man ziemlich oft auch keine Ursachen.


    Aber es sollte vorher auf jeden Fall alles untersucht werden.


    Neurologie bzw. Neuroradiologie sind für die Diagnostik wichtig. Herz haben wir ja schon angesprochen und einen Internisten auch.


    Dann eben wird je nach Befund bei der Ursachenforschung einer von ihnen die weitere Betreuung übernehmen. Und auch die können sich u. U. vielleicht auch weiterhin ergänzen. Stellt sich z. B. heraus, dass der Auslöser das Herz war, wird der Herzspezialist betreuen, aber auch der Neurologe wird vielleicht sich ab und zu mal was genauer anschauen wollen.


    Das alles kann man eben nicht im Voraus vorhersagen, ohne zu wissen, wo die Gründe für die TIA liegen.


    Auch die Frage nach einem Diabetes sollte man klären (oder wurde das vielleicht schon angesprochen?).

    Man meinte, so genau würde man das nie herausfinden - ob TIA oder Aura. Die Tendenz weisst jedoch Richtung TIA - ausgehend von Lipo-A und Cholesterin.


    Und bei wem - was meinst Du - ist die Koordination besser aufgehoben? Von Neurologen aus in alle Welt?


    Mein aktueller Hausarzt meinte auf meine Frage nach einer weiteren Betreuung diesbezüglich nur: "Gar nicht. Die Krankheit müsse aus meinem Kopf!"

    Zitat

    Migränepatienten mit Aura sind besonders schlaganfallgefährdet

    https://www.welt.de/gesundheit…ist-Vorsicht-geboten.html Hallo! Dein Schlaganfall dürfte demnach eine logische Folge deiner Migräne sein und NUR davon! In der Stroke Unit warst Du in den Händen von Neurologen. Ein Neurologe wäre damit ein möglicher Ansprechpartner. Die Medikamentation von ASS 100 verstehe ich nicht - das nehme ich, wenn es mir gut geht zur Vorbeugung. Nach einem Schlaganfall wird in der Regel etwas Stärkeres, Rezeptpflichtiges zur Blutverdünnung verordnet. Was die Medikamente betrifft, wäre ein Internist der beste Ansprechpartner, der dann vielleicht einmal jährlich eine neurologische Kontrolle veranlasst. Gute Besserung!

    Zitat

    Und bei wem - was meinst Du - ist die Koordination besser aufgehoben? Von Neurologen aus in alle Welt?

    Schwer zu sagen, weil ja jeder Patient auch anders gewichtet.


    Mir persönlich scheint es am wichtigsten zu sein, einen Arzt zu finden, erst einmal "egal" ob Internist oder Neurologe, bei dem man spürt, den Eindruck hat, dass er das Ganze ernst nimmt und Verantwortung übernimmt.


    Wie es sich im Grunde aus meinen obigen Beiträgen auch erkennen lässt, würde, glaube ich, wenn ich betroffen wäre, parallel verfahren wollen: Internist und Neurologe.


    Der erstere kann vielleicht weitere Ursachenforschung betreiben und der Neurologe die Arterien des Gehirns bzw. die zum Gehirn führen im Auge behalten bzw. abklären, ob da weitere Beobachtung notwendig ist. Dann wird sich auch ergeben, ob man weiterhin ab und zu zu ihm muss oder nicht.


    Aber, wie gesagt, das Wichtigste scheint mir zu sein, überhaupt erst einen Arzt zu finden, der dem Ganzen genug Aufmerksamkeit widmet. Das ist nämlich oft die halbe Miete oder auch mehr und nicht immer ganz einfach.


    Er (oder sie natürlich) nämlich, wenn er die Sache ernst nimmt, wird dann auch das Beste empfehlen (in Bezug auf die Frage, bei wem du am besten aufgehoben wärst).


    Ich, wäre ich betroffen, würde meine Energie und Zeit dafür verwenden, den oder die Richtige zu finden. Dann erst kann man sich endlich "fallen lassen" (überspitzt formuliert") und sagen "Herr/Frau Dr., übernehmen Sie!".


    Ansonsten ist es schon gut, selber ruhig zu bleiben und das Ganze doch ernst zu nehmen.


    Das zu schreiben, ist freilich die einfachste Übung der Welt, wenn man nicht selber betroffen ist. ;-)

    Bluthochdruck,


    Rauchen,


    Diabetes mellitus,


    Herzerkrankungen (vor allem schwere Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), ein überstandener Herzinfarkt oder Herzklappenfehler),


    Störungen der Blutgerinnung,


    Fettstoffwechselstörungen,


    Bestimmte Stoffwechselstörungen,


    Übergewicht,


    Schlafapnoe,


    Vorkommen von Hirninfarkten bei Verwandten ersten Grades,


    übermäßiger Alkoholkonsum,


    andauernder Stress


    Bewegungsmangel

    Die Halsschlagader wurde doch mit Sicherheit bereits auf der Stroke Unit untersucht; daher würde ich zu eiben Internisten bzw. Kardiologen gehen, damit überprüft wird, ob bei Dir Vorhofflimmern auftritt.


    Nach einer (zweifelhaften?) TIA ist die Verordnung von ASS 100 normal und meistens ausreichend.