• Nach TIA (Schlaganfall) - welcher Arzt ist der richtige?

    Nach einer glimpflichen TIA und sofortiger Notversorgung auf der Stroke Unit samt ASS100, stellt sich mir nun die Frage nach dem richtigen Arzt für die Dauerbetreuung. Mein Hausarzt scheint damit überfordert zu sein und rät mir z.B. trotz meines - für Risikopatienten wie mich - stark erhöhten Cholesterinspiegels nur zu etwas mehr Fisch am Abend. In…
  • 21 Antworten

    @ agnes:

    Risikofaktoren?


    Bluthochdruck ==> Zwischen 120 und 140 (syst.), 70 und 90 (diast.)


    Rauchen ==> nein!


    Diabetes mellitus ==> bisher nicht diagnostiziert


    Herzerkrankungen (vor allem schwere Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), ein überstandener Herzinfarkt oder Herzklappenfehler) ==> bisher nicht diagnostiziert


    Störungen der Blutgerinnung ==> Erhöhter Lipoprotein A-Wert


    Fettstoffwechselstörungen ==> bisher nicht diagnostiziert


    Bestimmte Stoffwechselstörungen ==> bisher nicht diagnostiziert


    Übergewicht ==> nein!


    Schlafapnoe ==> nein!


    Vorkommen von Hirninfarkten bei Verwandten ersten Grades ==> nein!


    übermäßiger Alkoholkonsum ==> mittelmäßig. Wohne im Zentrum einer Großstadt, gehe dort täglich aus, aber saufe mich nicht unter den Tisch.


    andauernder Stress ==> nein!


    Bewegungsmangel ==> kein typischer Sport, aber täglich > 10.000 Schritte. Laufe als Großstadtzentrumsbewohner sehr viel zu Fuß.

    @ mariposa

    Also im Krankenhaus, im Zuge meines Stroke-Unit-Aufenthaltes wurden eine Reihe von Untersuchungen gemacht: Ultraschall von Herz bis Halsschlagader, 24h-EKG, Hirnströme ... Da Vorhofflimmern eines der größten Risikofaktoren für einen Schlaganfall ist, gehe ich davon aus, dass dieser Aspekt auch berücksichtigt worden ist. Dies ist ja auch entscheidend für die anschließende Medikation.


    ASS100 ausreichend? Ich stellte diese Frage bislang einigen Profis und googelte auch viel hinterher. Und da hieß es immer, die Wirkung von ASS100 sei bewiesen, stark und entspreche der Leitlinie für die Sekundärprävention. Kombiniationen mit anderen Mediakamenten mit Aggrenox z.B. würden erst zum Zuge kommen, wenn das Herz als Auslöser entscheidend mitverantwortlich sei. Und das sei bei mir nicht der Fall.


    Ansonsten: Welche Alternativen könnte es noch geben? Schließlich soll ASS100 das Risiko für eine Wiederholung "nur" um 30% senken.


    Arzt: Ich werde nun auch direkt bei einem Neurologen vorsprechen. Zusätzlich dazu wechsle ich zu einem Hausarzt, der sich explizit auch Internist nennt. Das ist bei meinem jetzigen nicht der Fall. Dafür legt dieser mehr Wert auf alternative Heilmethoden.

    @ agnes

    Nachtrag zu den Risikofaktoren:


    Mein LDL-Cholesterin wurde zuletzt bei 160 gemessen. Im Abschlussbericht sowohl des Krankenhauses nach der TIA als auch des Gen-Labors wurde dies als nur "grenzwertig erhöht" beschrieben. Das mag sich nahe an einem Grenzwert befinden, allerdings an dem für Supergesunde ohne "Vorgeschichte".


    Für TIA'ler wie mich sollte - so hatte man mich separat aufgeklärt - ein viel niedriger gelten: <100. Und diesen Sprung würde ich ohne Statine nicht hinbekommen.

    Zitat

    Da Vorhofflimmern eines der größten Risikofaktoren für einen Schlaganfall ist, gehe ich davon aus, dass dieser Aspekt auch berücksichtigt worden ist.

    Das hat man mit dem EKG überprüft, aber das ist natürlich immer nur eine Momentaufnahme. Gerade weil das - wie Du schon geschrieben hast - einer der größten Risikofaktoren ist, soll man schon dran bleiben, also mit dem Arzt sprechen, wie man Vorhofflimmern evtl. erkennen kann und immer mal wieder ein Langzeit-EKG machen lassen.

    Zitat

    Für TIA'ler wie mich sollte - so hatte man mich separat aufgeklärt - ein viel niedriger gelten: <100. Und diesen Sprung würde ich ohne Statine nicht hinbekommen.

    100 sind okay, strengerer Wert ist sogar 70.


    Hast Du schon Statine bekommen?

    @ mariposa

    Nein, Statine hat mir mein naturheilkundlich-orientierter Hausarzt nicht verschrieben. Er meinte, ich solle diese "Krankheit" primär aus meinem Kopf bekommen und öfters mal Lachs essen ...


    Aktuell nehme ich nur täglich 1x die höchstkonzentrierten Omega3-Kapseln von Doppelherz. Aufgrund der Beimischung von Vitamin E solle man diese nicht 2x nehmen, da eine Überdosierung von Vitamin E auch nicht ratsam sei.


    Klar, das reicht nicht. Aber dafür orientiere ich mich auch ärztetechnisch um: weniger Schamane, mehr Wirkung. ;-)

    +++ Update:


    Nun habe ich den ersten Neurologen jenseits meines Hausarztes konsultiert. Diesem übergabe ich gleich bei der Anmeldung alle Befundschreiben der StrokeUnit, des Krankenhauses und der Speziallabore.


    Hieraus schloss er: "Das war keine TIA!" Und er war sich dabei sowas von sicher. Begründen tat er dies mit der "Multisympthomatik" bei mir (Geschmack Zunge, Sprache, Augen, Kopfweh). Eine TIA sei "mono" und würde mit dem einen Verschluss im Hirn auch nur ein Symptom nach sich ziehen. Es ist zwar theoretisch möglich, dass ich an verschiedenen Stellen im Hirn gleichzeitig entsprechende TIAs gehabt hätte - das hielt er aber für sehr sehr unwahrscheinlich. Er tippt ganz entschlossen auf "Migräne mit Aura". Manche hätten das mehrmals in der Woche.


    Ferner würden TIAs durchaus auch Spuren hinterlassen. Und mein Hirn sei - außer meiner sympathischen Bekloppteritis - völlig rein.


    Es gilt: viele Ärzte, viele Meinungen. Wobei die Stroke Unit auch in Richtung Aura tippte. Aber es war eben mein Entschluss, mir erst mal Input zu holen. Und das halte ich erst mal für konstruktiv.