postkommotionelles Syndrom - kann man den Verlauf "begünstigen"?

    Hallo liebe Forenteilnehmer,


    mein Freund (29) hatte vor 4 Wochen eine leichte Gehirnerschütterung nach einem Kopfstoß. Meine "Dr.-Google-Recherche" hat mich zum postkommotionellen Syndrom geleitet: http://www.neuro24.de/show_glossar.php?id=1866


    Er wurde in die Neurologische Klinik eingewiesen, organisch ist alles in bester Ordnung (MRT, CT, Herz, …) – auch Urintest u.Ä. zeigte keine Auffälligkeit.


    So weit, so gut. Aller Wahrscheinlichkeit nach kann man außer Abwarten & Tee trinken nicht viel machen :-( … Trotzdem die Frage an euch, ob bzgl. der folgenden Symptome noch Ansätze von euch herausgelesen werden, wo man evtl. etwas unternehmen könnte:


    - Schwindel- & Benommenheitsgefühl, "Abwesenheit", Gefühl des Kontrollverlusts - wird meist auf die Abendstunden schlimmer


    - Angst, hypochondrische Äußerungen, Gedankenkreisen um die Ursachen (Behandlung zeitweise mit Tavor/Lorazepam)


    - Nackenschmerzen seit dem Kopfstoß, Verspannungsgefühl


    - Bluthochdruck - dagegen wurde ein senkendes Mittel verschrieben: es ist unklar, ob dieser den Schwindel verstärkt, oder umgekehrt der Schwindel den Bluthochdruck verschlimmert ("Huhn oder Ei")


    - Ohrenrauschen, kein Pfeifton – wie als hätte man Wasser im Ohr


    - Psychische Belastung durch Arbeitssituation, Krankheit im Familienkreis – psychosomatische Behandlung jedoch lt. Arzt nicht notwendig


    Ich möchte ihm so gerne helfen und habe Angst, dass es eben doch chronisch werden könnte, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht allzu hoch ist. Aber außer Zuhören & Beruhigen weiss ich leider keine Möglichkeit dazu :-(


    Habt ihr Ideen, was man tun könnte? Ich habe an die TCM gedacht, so von wegen "ganzheitlich" – aber eben nicht mit dem Ruf "Psychoklinik – abgestempelt", ich hoffe ihr versteht wie ich es meine.


    Sollte man gegen den Nackenschmerz gezielt vorgehen? Ist es ratsam bzgl. des hohen Blutdrucks Sport zu treiben oder kann das die Symptome verschlimmern?


    Ich bin für jede Hilfe, jeden Ansatz, jeden Erfahrungswert dankbar!


    Viele liebe Grüße @:)

  • 7 Antworten

    Hallo ,wie geht es deinem Freund mitlerweile?


    Ich habe seit längerem ähnliche Beschwerden nach einer Gehirnerschütterung.


    Weiß sonst jemand einen Rat?

    Hallo,


    habe mich die letzten 3 Monate für mein Kind durch die Thematik "gekämpft"


    falls nach 2-4 Wochen nach Unfall/Gehirnerschütterung die Symptome nicht verschwunden sind, gibt es u.a. folgende Problemgruppen/Ursachen:


    1. Halswirbelsäule "Schleudertrauma". Diagnose durch Orthopäden (MRT). Nach ca. 4-6 Wochen Behandlung durch Manuelle Therapie / Osteopathie / Physio


    2. Vestibulärorgan "Schwindel etc.". Diagnose durch HNO. Behandlung durch spezielle Übungen Vestibulär-Physio


    3. Sehprobleme. Diagnose durch Augenarzt. Behandlung durch spezielle Übungen (im Internet) mit bestimmten Bildern und Wiedererlernen.


    4. Gedächtnisprobleme/Kopfschmerzen: Diagnose durch Neurologen (MRT zum Ausschluss strukturelle Probleme im Gehirn). Behandlung: Vor allem Ruhe, nach (?) 4 Wochen Intervall-"Training" (kurze kognitive Belastung vor Schmerzgrenze, Pause, nächste Belastung) um die Plastizität des Gehirns zu fördern. Bei Belastung über Schmerzgrenze wird die Belastbarkeit immer geringer (Lerneffekt). Hilfe durch Psychologen (Schmerztherapie, ...)


    Meist sind Gehirnzellen (in den o.g. verschiedenen Bereichen) abgestorben oder werden unzureichend mit Blut versorgt. Glücklicherweise ist das Gehirn plastisch, d.h. bei Anforderung werden im Gehirn neue Wege gebahnt um Aufgaben zu lösen (aber nur wenn auch Aufgaben da sind, notfalls muss man halt nachhelfen). Zusätzlich sollte man die Blut/Sauerstoffversorgung unterstützen (Bewegung, Verkrampfungen im Nacken lösen) sowie die Versorgung des Gehirns mit Vitalstoffen (Vitamine B/D, Fischöl, Magnesium) sicherstellen. Entzündungshemmende Nahrung schadet sicher nicht.


    Langzeiteffekte (insbes. Kopfschmerzen) lassen sich am besten vermeiden durch:


    1. Keine Sorgen machen -alles wird gut-. Durch Angst brennen sich die Schmerzen ein.


    2. Nur temporär frei verkäufliche Schmerzmittel (2-4 Wochen). Sonst droht Schmerzmittelbedingter Kopfschmerz


    3. Ggf. Psychopharmaka (Neurologe) zur Angstabmilderung


    4. Viel Schlaf (Falls Schlaf nicht geht, Schlafmittel mit Neurologen diskutieren)


    Die meisten Langzeitkopfschmerzen entstehen durch Schmerzmittelabhängigkeit, Passivität und Angst.


    Man muss den Drahtseilakt hinbekommen zwischen:


    - Zu viel und zu wenig Schmerzmittel (brennt sonst ein) - Neurologen fragen


    - Zu viel und zu wenig Bewegung - Orthopäden fragen


    - Zu viel und zu wenig kognitive Belastung - Psychologen fragen


    Idealerweise findet man ein integriertes Behandlungskonzept und jemanden der das auch fachübergreifend versteht - leider sind solche "Experten" in Europa Mangelware, aber es gibt sie (z.B. an den Unfallkliniken). Konzepte und Behandlungsideen (sowie den Stand der wissenschaftlichen Forschung - ist in den letzten 5 Jahren ziemlich weiter gekommen) findet man auch im Englischsprachigen Internet. Bei Interesse kann ich Literaturstellen weitergeben.


    Gute Besserung

    Hallo!


    Aber gibt es denn seitens der Ärzteschaft Thesen, welche den sehr langanhaltenden Symptomkomplex nach Kopftraumen erklären?


    Die diversen Schwellungen, die durch die mechanische Reizung des Gehirngewebes entstehen können, dürften sich ja normalerweise nach ein paar Tagen zurückbilden. In MRTs und CTs wird demnach auch meist nichts auffälliges gefunden. OK, mögen auch ein paar Gehirnzellen abgestorben sein. Doch man kann sich auch Tage später noch so fühlen, als wären massenhaft Gehirnstrukturen beschädigt worden - und das ist ja in Wirklichkeit gar nicht so.


    Was ist es dann?


    Ein erhöhter Muskeltonus als systemische Reaktion, um eventuelle zukünftige Traumen besser abzufangen? Systemische Entzündungen, die eine Dauerreizung des Gewebes unterhalten (Teufelskreis)? Stärkere Anspannung auf psychischer Ebene, um vorsichtiger zu agieren, auch um Folgetraumen zu verhindern?


    Der Wahnsinn ist eigentlich, dass chronische Gehirnerschütterungsfolgen (postkommotionelles Syndrom) sogar mit deutlich erhöhter Demenzgefahr einhergehen. Deswegen wohl auch der Spruch über etwas minderbemittelt wirkende Zeitgenossen: "der ist als Kind zu oft auf den Kopf gefallen"...


    Ich selbst habe seit einem Sturz vor über einem Jahr vermehrt mit Konzentrationsstörungen und Benommenheit/Schwindel zu kämpfen. Ein Onkel von mir ist nach einem schweren Fahrradsturz mit Ohnmacht nicht mehr derselbe - und das ist über 5 Jahre her. Untersuchungen waren natürlich alle in Ordnung.


    Es muss doch einen Weg da raus geben... %:|

    Hi tandemo,


    Wie gehts deinem Kind mittlerweile ? Und kannst du mir noch die Literatur Empfehlung nennen?


    Ich leide seit 6 Monaten...

    liebe Grüße

    Hallo alle miteinander,

    Ich will hier kurz von mir berichten. Vor etwas mehr als zwei jahren hatte ich einen Arbeitsunfall mit gehirnerschütterung. Im anschluss wurde mir ein post kommotionelles syndrom diagnostiziert. Ich hatte so gut wie alle dazu gehörenden symptome schwindel dauer kopfschmerz probleme beim sehen lichtempfindlichkeit tinitus etc. Davor war ich komplett fit, keine körperlichen oder psychischen probleme zu erwähnen ist vielleicht noch das ich die gehirnerschütterung als ich sie mir zuzog für nicht so schlimm einschätzte mir wurde später erklärt das all das aber auch bei leichten Gehirn erschütterungen passieren kann. Eine elendslange irrfahrt durch artztpraxen war was folgte ich hatte orthopäden, neurologen, augenärtzte, hno praxen aufgesucht. Es kamen manchmal mehr manchmal weniger hilfreiche dinge dabei heraus jedoch nie etwas bahnbrechendes. Ich machte auch osteopathie was zumindest zu beginn etwas brachte außerdem fing ich an zur psychotherapie zu gehen in der hoffnung so etwas gegen die wachsende verzweiflung zu tun auch dies funktionierte einigermaßen, mal mehr mal weniger aber es half. Insgesamt machte ich im ersten jahr immer kleine vortschritte gefolgt von rückschritten in diesen phasen des rückschrittes ging es mir besonders schlecht da ich das gefühl hätte es würde nie wieder normal werden. Jedoch merkte ich nach einem jahr eine gewisse verbesserung. Ich versuchte ab diesem zeitpunkt mit sport (zunächst schwimmen (kann man rückblickend auch früher mit beginnnen)) weitere verbesserungen herbeizuführen, wichtig Hierbei ist es sich zu fordern aber nicht zu überanstrengen dann wirds nämlich kurz wieder mieser aber nach ein paar tagen gehts auch wieder. Auf jeden fall kann ich nach nun etwas mehr als zwei jahren sagen das ich so gut wie wieder gesund bin und wieder alles machen kann was ich mag. Ich schreibe das hierr da ich früher als ich das syndom noch hatte Selber oft in den foren war und man zumeist nur lesen kann das es nicht besser wird ich möchte mit meiner geschichte mutmachen ich weiß es ist zum verzweifeln aber gebt nicht auf tut was ihr könnt damit es besser wird und die zeit wird ihren beitrag ebenfalls leisten. Bleibt stark