Schlaganfall Mama

    Hallo zusammen,


    meine Mutter (76) hatte letzte Woche Montag (15.6.) einen Schlaganfall. :°(Motorisch soweit alles einigermaßen ok wie vorher, aber sie konnte nicht mehr sprechen (Aphasie). Sie wurde jetzt komplett durchgecheckt, denn man fand im MRT mehrere kleine Gerinnsel im Gehirn. :-o

    Das EEG bestätigte die Ausfälle auf der linken Seite, Sono der Halsschlagader zeigte etwas Plaque, aber nicht genug für Stent o.ä. Gestern gab es noch ein Schluck-Echo (Herz) wegen eventueller Herzrhythmusstörungen, da habe ich aber noch kein Ergebnis.

    Sie spricht schon wieder einigermaßen, manchmal etwas wirr, aber es geht einigermaßen. Übermorgen kommt sie in die Reha.

    Kann mir jemand von Erfahrungen berichten, inwiefern sich die Sprache selbst und auch das Sprachverständnis (also wenn andere reden) regenerieren kann?


    Ich durfte auch erst nach 7 Tagen zur ihr - wegen Corona %-|

    Immerhin ist die Reha bei uns um die Ecke, können wir zu Fuß hingehen. Besuchszeiten auch dort natürlich beschränkt.

    Ich glaube, meine Mutter geht fest davon aus, in ca. 3 Wochen wieder zuhause zu sein. (lebt allein, Papa schon 13 Jahre tot) Ich sehe das allerdings noch nicht. Bevor ich sie wieder allein zuhause lasse, muss ich ganz, ganz sicher sein, dass das gut geht.


    Ich habe immer gedacht, dass meine Mutter aufgrund ihrer immensen Rücken- und Beinprobleme mal im Rollstuhl sitzen könnte, aber Schlaganfall? Das hätte ich nie gedacht, sie ist so weltoffen, sehr intelligent, wissbegierig hoch 3, das soll alles weg sein? :°(

    Naja, ich muss dazu sagen - sie raucht, nicht allzu viel, aber das ist ja angeblich egal - und Diabetes und Bluthochdruck hat sie auch. Eins davon allein reicht wohl schon, um einen SA zu begünstigen. :-/Mein Vater ist auch mit 72 an einer schweren Hirnblutung verstorben, da kann ich ja schon fast erahnen, was mich später mal erwartet X-\


    LG

    besorgtes Merlinchen

    %:|

  • 6 Antworten
    Merlinchen7 schrieb:

    Kann mir jemand von Erfahrungen berichten, inwiefern sich die Sprache selbst und auch das Sprachverständnis (also wenn andere reden) regenerieren kann?

    Das kann man nicht vorhersagen da jeder Apoplex anders ist von der Ausprägung. Man muss abwarten was wiederkommt und was nicht.

    Wenn es ein schwerer Apo war, wird sie deutliche Einschränkungen behalten und Pflege brauchen.

    In leichteren Fällen können Funktionen, also Motorik, Sprache ect wieder zurückkommen.


    Aber

    Es braucht alles Zeit, das geht nicht von heute auf Morgen. Ihr müsst viel Zeit einplanen und sie muss trainieren!!!!

    Merlinchen7 schrieb:

    aber Schlaganfall? Das hätte ich nie gedacht, sie ist so weltoffen, sehr intelligent, wissbegierig hoch 3, das soll alles weg sein? :°(

    Das kann jeden treffen, egal wie alt und egal ob er intelligent und weltoffen war oder nicht.


    Mit zunehmenden Alter verändern sich die Gefäße, die Durchblutung. Dazu kommen Risikofaktoren usw

    Es kann daher jeden treffen, unabhängig von Bildung, Alter ect


    Einige werden förmlich aus dem Leben gerissen. Gestern noch fit und am nächsten Tag halbseitig gelähmt mit Sprachstörung. Vollpflegefall.

    Merlinchen7 schrieb:

    Ich glaube, meine Mutter geht fest davon aus, in ca. 3 Wochen wieder zuhause zu sein. (lebt allein, Papa schon 13 Jahre tot) Ich sehe das allerdings noch nicht

    Nein, so einfach ist das nicht.

    Sie überschätzt sich, kann das alles nicht richtig einordnen. Das alleine Leben wird so aktuell nicht mehr klappen.


    Bitte sprich in der Reha mit dem Sozialdienst, ihr werden da Hilfe benötigen.

    Zu überlegen ist, ob sie nach der Reha nach Hause kann oder ob sie zb in Kurzzeitpflege geht und dann danach nach Hause mit Pflegedienst oder 24std Kraft.

    Oder wenn keine Fortschritte mit Option in Langzeitpflege

    Dann kann an gucken wie sie sich entwickelt.


    Auch Pflegestufe muss besprochen werden.


    Wie gesagt, wende dich in der Reha an den Sozialdienst und besprecht die weiteren Schritte

    Hallo


    Ich kann verstehen, das du dir Sorgen machst .

    Aber ich denke es war ein kleiner Schlaganfall und das Gerinnsel würde aufgelöst ?

    Alles andere wird die Rhea entschieden, dort wird ihr geholfen wieder fit zu werden .

    Ob Schäden zurück bleiben, das wird dir der Arzt sagen und dann müsst ihr entscheiden, wie es weitergeht.

    Nimmt sie Tabletten gegen den Hochdruck und des Diabetis ?



    Ich möchte dir noch von meiner Mutter erzählen, die hatte mit 90 Jahren ihren Schlaganfall.

    Wir haben sie schnell in die Klinik gebracht, die ersten Stunden sind wichtig.

    Dort konnte das Gerinnsel aufgelöst werden.

    Und schon nach wenigen Tagen könnte sie wieder normal sprechen.

    Es ist nichts zurückgeblieben .


    Alles gute für deine Mutter

    Gruß rubyfee

    Wenn sie in der kurzen zeit bereits fortschritte bezüglich der aphasie gemacht hat, kannst du davon ausgehen, dass es noch besser wird.

    Die frage ist auch, welche art von aphasie sie hat.


    Dass sie auch motorisch bereits besser geworden ist, ist ebenfalls ein sehr gutes zeichen.


    Wichtig ist einfach die reha zeit voll ausnützen und wie hyperion schon gesagt hat, den sozialdienst in der reha kontaktieren. Der wird normalerweise sowieso schon am fall dran sein. Aber so sachen wie pflrgestufe etc. sollten auf jeden fall vor der entlassung gemacht werden.


    Das entlassungsmanagement ist sehr wichtig, denk dran.


    Wie gut sie schlußendlich aussteigen wird kann man nur schwer sagen, aber ich hab schon vieles gesehen und erlebt.


    Es gibt auch menschen mit 100%iger rekonvaleszenz.


    Viel kraft und alles gute auf jeden fall dir und deiner familie. Zusammenhalt ist in so einer situation das a und o.

    Meine Großmutter hatte vor 60 Jahren !! mit Mitte 60 einen Schlaganfall. Halbseitenlähmung, Sprache weg. Und damals gab es keine Hochdiagnostik und keine Reha etc. Die lag einige Wochen quasi nur im Bett.


    Hat sich dann selbst berappelt. Sie lebte noch 15 Jahre und ging 2 Jahre später mit normalem Spazierstock täglich 2 Stunden spazieren, konnte auch wieder sprechen. Ihr Wesen hat sich allerdings verändert, sie wurde immer bösartiger, je älter sie wurde.


    Aber was ich damit sagen will: man kann eben doch wieder gesund werden, mit Reha wäre es der Oma sicherlich schneller gelungen, wieder fit zu werden.


    Hoffnung sollte man also immer haben, abwarten, die Ärzte in der Reha werden ihren Zustand sicherlich gut einschätzen können und werden dann ihre Empfehlungen aussprechen. Hier sind ja schon einige Tipps gegeben worden.