Schwindel, Verwirrtheit, dauermüde, hohe ANA-Titer und vieles mehr...

    Hallo Community,


    ich habe seit einer Weile diverse Symptome, die mir das Leben schwer machen, meinen Alltag sehr beeinträchtigen und starte nun einfach mal den Versuch, das Schwarmwissen zu befragen, vll ist ja auch unter euch ein Dr House mit einer Idee oder einfach jemand, dem diese Symptome bekannt vorkommen.

    Ich weiß nicht genau, in welcher Kategorie ich schreiben soll und habe mich zunächst für die Neurologie entschieden, weil derzeit die neurologischen Symptome überwiegen.


    Ich bin 45, habe Idealgewicht, rauche und trinke nicht, achte auf gesunde Ernährung und genug Bewegung - kein ausgiebiger Sport, eher Spaziergänge und Yoga.

    Ich lebe alleine, meine Kinder sind schon groß und zum Studieren aus dem Haus und ich bin selbständig, arbeite zuhause. Eigentlich gute Vorraussetzungen... :)


    So richtig fit war ich nie im Leben, Dauermüdigkeit, Migräne, Schwindel und Rückenschmerzen begleiten mich seit meiner Jugend.

    Vor 22 Jahren hatte ich nach einem Kaiserschnitt eine Lungenembolie und wurde im KH richtig durchgecheckt, internistisch und Gerinnungsambulanz.

    Im gleichen Jahr kam noch eine Endokarditis hinzu und ich bekam 3 Jahre lang Marcumar. Seitdem gehe ich ca alle 3 Monate zum Check.

    Blut, Sono, LZ-EKG.

    Die Gerinnungswerte waren und sind unauffällig, keine Anomalien, jedoch sind die D-Dimere bis heute ganz oft leicht erhöht, im Herzultraschall sieht man minimale Ablagerungen auf der Mitralklappe und seit der Embolie habe ich häufig mit Rhythmusstörungen diverser Art zu tun.


    Mein Internist stellte jedoch extrem hohe ANA-Werte fest, über 3000 und sprach von einer Kollagenose, die jedoch nicht näher spezifiziert wurde. Dieser Wert ist seit Jahren konstant hoch.


    Die neurologischen Symptome begannen vor 2 Jahren und ich schon sie zunächst auf die Psyche und berufliches ausgepowert sein, das kann ich nämlich sehr gut.

    Es begann damit, dass ich schubweise unter Panikattacken zu leiden hatte, was ich zuvor nicht kannte.

    Dazu begannen immer häufiger Migräneschübe, die zwei, drei Tage andauerten, immer an der gleichen Stelle wie seit meiner Jugend, hinter einem Auge, später breitet sich der Schmerz über den ganzen Kopf aus und ich habe Wortfindungsstörungen, Schwindel und den Eindruck, bei jeder Bewegung platzt mein Kopf.


    Zudem habe ich fast immer ein richtig dumpfes Gefühl im Kopf, bin total müde und schlafe sehr lange und sehr viel. Dazu kommen Sehstörungen, besonders auf dem linken Auge - der Migräneseite - wird es unscharf und dunkler.

    Wenn es mit diesem Matschgefühl im Kopf extrem ist, habe ich schubweise taktile und akustische Wahrnehmungsstörungen wie bei ganz hohem Fieber und bin leicht vergesslich geworden, muss mir Termine aufschreiben oder vergesse auch schonmal den Topf auf dem Herd... oder ich habe einen kurzen Aussetzer, halte zB einen Schlüssel in der Hand und weiß für einen kurzen Augenblick nicht, was ich damit anfangen soll oder was ich überhaupt wollte.

    Gedächtnislücken habe ich trotz dieser Symptomatik keine, ich erinnere detailgenau jedes Gespräch und kann auflisten, was ich in der vergangenen Woche gemacht oder gegessen habe.

    Ich habe in solchen Schüben häufig Koordinationsstörungen, Schwindel, Bewegungsstörungen - kann dann zB ein Glas nicht gut halten und Arme und Beine fühlen sich schwach an wie bei einem Muskelkater, mit der linken Hand kann ich dann auch keine Flasche aufdrehen oder präzise Bewegungen ausführen.

    Manchmal habe ich für zwei, drei Sekunden einen üblen Schwindel, wo sich dann der Raum dreht.


    Was diese Wahrnehmungsstörungen à la Fiebertraum im Wachzustand betrifft, bin ich mir in der akuten Situation durchaus bewusst, dass diese seltsamen Wahrnehmungen nicht echt sind, sie sind aber dennoch da und gehen auch durch ein inneres „reiß dich mal zusammen“ nicht vorbei.


    Diese Schübe dauern von Tagen bis zu zwei, drei Wochen, das war bisher der längste.

    Wenn ein Schub vorbei ist, ist alles wieder auf normal, ich bewältige meinen Alltag, fühle mich eigentlich wohl, obwohl körperlich immer leicht ausgepowert und mit subfebrilen Temperaturen.


    Mein Internist sagt dazu, das klingt alles nach Burn Out und ich brauche mal einen Urlaub oder eine berufliche Auszeit.

    Im vergangenen Jahr war ich wegen den Schwindelsymptomen im CT, jedoch ohne Kontrastmittel, darauf habe ich seinerzeit nach der Embolie allergisch reagiert und man sagte im KH, wenn es etwas Auffälliges sei, sähe man das auch so. Man sah nichts und ich landete wieder in der Psychokiste... Burn Out, Wechseljahre im Anmarsch, mach mal Urlaub...

    Ich hatte vor Jahren mal einen Unfall beim Spazierengehen und bin auf die Stelle über der Augenbraue gefallen, auch das hatte ich vorm CT erwähnt, hier sah man ebenfalls nichts Auffälliges.

    Der Orthopäde diagnostizierte ein HWS-Syndrom, Ablagerungen in diesem Bereich und zudem Morbus Bechterew aufgrund eines positiven HLA B27.


    Ich habe selbst schon versucht, auszutesten, was da los sein kann, habe mit Ausschlussdiäten Unverträglichkeiten ausgeschlossen und bemerkt, dass es mir ohne Tiermilchprodukte und Weizen körperlich leicht besser geht. Leicht bezieht sich auf Rücken- und Gelenkschmerzen.


    Zur Zeit ist es richtig fies mit dem latenten Druckgefühl im Kopf, dem Schwindel und der Müdigkeit. Auch meine abendliche Gewohnheit, ein Hörbuch vorm Einschlafen zu hören, ist nicht möglich, ich schlafe sehr schnell ein und verarbeite das Gehörte in einem halbwachen Traum, wovon ich aufwache. Morgens fühle ich mich wie gerädert und schlafe tagsüber oft nochmal.


    So, das war jetzt ein halber leicht unkoordinierter Roman, eben so gut aufgeschrieben, wie es geht.

    Ich wäre wirklich froh, den einen oder anderen Impuls zu bekommen, was denn mit mir los sein könnte, ohne gleich in der Psychokiste zu landen, denn da fühle ich mich nicht wirklich wohl. Ich war immer ein seelisch stabiler Mensch, der mitten im Leben steht, auch haben wir keine psychischen Erkrankungen in der Familie, keiner mit Demenz, einer hatte Parkinson und ich selbst habe nicht wirklich traumatische Dinge erlebt, die mir diesen Zustand auf einer seelischen Ebene hätten bescheren können.


    Danke fürs Lesen.... LG :-)

  • 2 Antworten
    Sevenofnine schrieb:

    Mein Internist stellte jedoch extrem hohe ANA-Werte fest, über 3000 und sprach von einer Kollagenose, die jedoch nicht näher spezifiziert wurde. Dieser Wert ist seit Jahren konstant hoch.


    Ich habe Rheuma u. a. auch die Diagnose Kollagenose. Die von dir geschilderten Probleme kenne ich nur zu gut. Wenn es sich um eine Rheumaerkrankung handeln sollte, ist eine Untersuchung mit genauer Diagnoseerstellung notwendig. Erkundige dich nach wirklich guten Rheumatologen, evtl. wäre eine Abklärung in einer Rheumatologischen Klinik besser.