Taubheitsgefühle (Mononeuropathia Multiplex), Panikattacken

    Hallo zusammen,

    habe mich nun entschlossen meine Ängste mit euch zu teilen und hoffe, dass Ihr mich bei der Ursachenfindung unterstützt. Ich bin m28, sportlich und ernähre mich in der Regel gesund.


    Nun zum Thema:

    Auf dem Rückweg aus dem Skiurlaub, stellte ich Taubheitsgefühle am kleinen Finger fest. Ich habe mir zunächst nichts bei gedacht. Am nächsten Tag bemerkte ich auch leichte Taubheitsgefühle am mittleren Zeh und an dem kleinen Finger auf der anderen Seite. Den Tag darauf hatte ich Taubheitsgefühle am linken Fuß, linker Unterschenkel, Nacken, Hals, Gesicht im rechten Bereich, rechts am Bauch. Mit Panik zum Hausarzt: Herz- und Lunge und kognitive Funktionen okay. Zwei Tage später Kopf-CT auf Frakturen und Blutungen untersucht, auch alles okay.

    Ich habe eine Liste aller Symptome und Relevanzen mitgeschrieben, die ich unten verlinke. Hier die Schlagwörter:

    - Hypästhesie, Chlamydien, Druck im Kopf, Ziehen im Hoden, Sturz, Doxycyclin, Nachschweiß, Durchfall, Magenbrennen, Dunkle Augenringe


    Da ich den Thread nicht vollstopfen möchte, habe ich alles Relevante hier abgelegt:

    https://www.dropbox.com/s/2bu1…Akute%20Symptome.pdf?dl=0


    Letzten Freitag (08.03.19) wurde ein MRT der HWS gemacht. Bisland liegt der Befund noch nicht vor. Allerdings glaube ich nicht, dass bei so verstreuten Taubheitsgefühlen es was damit zu tun hat.

    Nach Selbstrecherche habe ich extreme Angst vor Vaskulitis, MS und weiteren Autoimmunkrankheiten. Ich überlege, ob ich mich stationär aufnehmen lassen sollte.


    Ich bin gespannt auf eure Ratschläge. Dankeschön!

  • 12 Antworten
    Luci32 schrieb:

    Wieso beobachtest du deiner Körper so stark? Dieses Verhalten alleine spricht für einer Angststörung.

    Generell ist mir Gesundheit sehr wichtig, denn aus meiner Verwandschaft erreicht kaum einer die 60. Ich möchte es einfach richtig machen. Bei alltäglichen Symptomen, wie grippale Infekte, Ausschläge, Muskelschmerzen usw. mache ich mir nie Gedanken. Aber solche Symptome wie jetzt sind mir neu. Vorallem wenn ich diese mir nicht erklären kann, kommen doch schon mal hypochondrische Züge durch.

    Falls jemand ähnliche Symptome hat und die definitiv psychischer Natur sind, darf derjenige sich gerne äußern.

    Hallo MrPayne,


    grundsätzlich fällt auf, dass Du Dich in der Tat stark selbst beobachtest. Ich will damit nicht sagen, dass Du Dir die ganze Sache einbildest. Allerdings können sich Krankheiten so natürlich auch verstärken.


    Zu Deiner Angst nach Autoimmunerkrankungen ist zu sagen, dass diese - in den meisten Fällen - auch behandelbar sind. Wenn Du Bedenken dahingehend hast, dann sollte Dein Hausarzt erst einmal Dein Blut auf ANA-Titer, ENA-Muster und ANCA-Werte untersuchen.

    Dazu wäre ein großes Blutbild, CRP, BSG, Schilddrüsenwerte, Eiweißelektrophorese, Borrelienserologie sinnvoll. Ist in diese Richtung schon etwas unternommen worden?


    VG

    Vielen Dank für deine Antwort. Genau für solche Richtungsweisenden Antworten bin ich dankbar. Ich hoffe sehr, dass es "nur" psychosomatisch ist. Ne in die Richtung wurde noch nicht untersucht. Bislang wurde lediglich der Sturz beim Snowboardfahren verdächtigt. Ich werde den Arzt morgen dahingehend mal ausfragen.


    VG

    ich war schon im krankenhaus mit taubheitsgefühlen, koordinationsproblemen, verlust des geschmacks, schwindel etc.

    Der Arzt hatte Verdacht auf MS und hat mir ne hochdosis cortison gegeben ohne die Ergebnisse abzuwarten (nicht zu empfehlen, die NW waren nicht schön). 5 Tage KH, nix gefunden. Niemand hat Psyche gesagt, ich bin mir aber mittlerweile sicher, dass es das war und kann es auch auf eine Ursache zurückführen. Ich habe danach beschlossen, zu glauben, dass wenn sie nix finden da auch nichts ist. Hatte keine Lust auf weitere Diskussionen.

    Hat funktioniert, ging weg ;)


    Manchmal kommt es wieder in Situationen mit ähnlichen Belastungen, aber nicht so schlimm weil ich es jetzt kenne und einschätzen kann.


    Hast du Stress? Etwas, was du nicht fühlen möchtest? Wo du denkst, dass darf so nicht sein, oder du darfst das nicht wollen/nicht nicht wollen? Etwas wo du gegen dich selber oder gegen deine Gefühle kämpfst?


    Ist dir denn im Skiurlaub was passiert?

    Alles Gute dir!

    Das sind schon mal aufmunternde Worte. Zu deinen Fragen:

    Ich habe keinen offensichtlichen Stress - Arbeit, Beziehung usw. läuft alles super. Ein bisschen Stress mache ich mir mit dem Erreichen privater Ziele. Also nach Feierabend grübel und lerne ich viel.

    Was mich allerdings wirklich viel beschäftigt hat, ist mein frühes Ergrauen (mittlerweile auch schon Augenbrauen und Brusthaare betroffen) und die gefühlt größer werdenden dunklen Augenpartien. Einerseits weiß ich, dass da eigentlich keine Erkrankung hinter steckt, aber allerdings denke ich, dass da irgendwas nicht optimal läuft. Daher habe ich intermittierendes Fasten ausprobiert und Fleischkonsum reduziert, allerdings keine Effekte gemerkt.

    Zum Thema Gefühle fühle ich mich mit der Zeit abgestumpfter, Dinge an denen ich früher viel Spaß hatte, finde ich jetzt nur "gut" und Dinge die ich ungern gemacht habe, mache ich ohne groß drüber nachzudenken. Das habe ich allerdings auf das "Älter werden" geschoben, da ich eh ein eher rationaler Mensch bin.

    Im Skiurlaub bin ich beim Snowboarden ein paar Mal gestürzt und auf dem Hinterkopf gelandet (Helm habe ich getragen). Dies ist eigentlich nichts besonderes, da es früher öfter passiert ist.

    Vielleicht würde eine Woche KH ja ganz gut tun, wenn die nichts finden, kann ich mir zumindest einreden, dass es psychisch ist.

    Hyperion schrieb:

    Bist du Hypochonder?


    Bist du in psychologischer Behandlung?


    Angststörung vorhanden?

    Bist du Hypochonder? - Ausschließen kann ich es nicht. Das erste Mal, als ich Ängste entwickelt habe, war als ich einen Knoten in der Brust bemerkte der größer wurde. Da immer wieder Lymphknoten abgetastet. Nach Entfernung des Gewebes und negativen Krebsbefund war alles wieder gut. Ich glaube, dass irgendwie die Dr.House Szenen sich bei mir manifestiert haben :_D

    Bist du in psychologischer Behandlung? - Nein

    Angststörung vorhanden? Nicht auszuschließen, da ich mich ganz schon reinsteigern kann in dieses ganze Thema.


    Generell hasse ich Ungewissheit, sei es bei Symptomen oder auch in Beziehungen. Ich habe mich zwar immer unter Kontrolle, aber wenn ich alleine bin, suche ich immer nach Erklärungen.%:|


    Eine Freundin von mir ist Psychologin. Ich habe mich mit der Fragestellung schon an sie gewand. Sie sagt, dass in erster Linie das Körperliche abgecheckt werden müsse, bevor man es auf die Psyche schieben dürfe.

    Luci32 schrieb:

    Diese abgestumpftheit könnte eine Depression sein, was durchaus körperliche Symptome haben kann.

    Ich habe schon darüber nachgedacht, aber recht schnell ausgeschlossen, da es keinen triftigen Grund dafür gibt.

    • Neu
    MrPayne schrieb:
    Luci32 schrieb:

    Diese abgestumpftheit könnte eine Depression sein, was durchaus körperliche Symptome haben kann.

    Ich habe schon darüber nachgedacht, aber recht schnell ausgeschlossen, da es keinen triftigen Grund dafür gibt.

    Naja, dafür brauchst du keinen Grund der für dich ersichtlich ist.

    Und ja, meiner Erfahrung nach gehen auch eingeschränkte emotionale Empfindungen mit eingeschränkten körperlichen Empfindungen einher und andersrum. Daher klingt es sehr zusammenpassen, dass du deinen Körper weniger spürst, wenn auch deine Gefühle eher im kleinen Spektrum stattfinden.


    Ich kenne das von mir auch. Seit ich emotional mehr fühle, sind auch die Gefühle für meinen Körper intensiver geworden. Wenn ich Gefühle verdränge, etwas per se nicht fühlen oder wahrnehmen will, kommen auch die körperlichen Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln.