Hab auch etwas Angst

    ich hab auch irgendwie Angst, das alles dem Neurologen zu erzählen. Irgendwie hab ich Angst, dass er mir nicht glaubt. Es ist nämlich so, wenn ich mich schon mal durchgerungen habe, zu erzählen, wie es mir geht, war das meist total emotionslos. So wie wenn ich übers Wetter erzählen würde. Deshalb denken wohl auch alle (naja, eigentlich sinds nur 2 Freundinnen), denen ich davon erzählt hab, dass es gar nicht so schlimm sei. Jetzt hab ich halt schiss, dass der Arzt dann sagt: "ach, so schlimm scheints gar nicht zu sein, das renkt sich schon wieder ein" und mich dann nach Hause schickt.


    Was ist eigentlich, wenn mir Trevilor wirklich hilft, kommt dann ne Terapie überhaupt noch in Frage? Ich kann ja nicht sagen, es geht mir gut, aber bevor ich mit den Tabletten angefangen hab wars noch so und so, oder doch?


    Oh je, so viele Fragen!

    Arielly

    Ein Therapeut (wenn der Neurologe auch Therapeut ist, das weiß ich ja nicht), dann weiß er um dieses "emotionslose" Erzählen. Er wird wissen, dass das eín Schutzmechanismus ist. Die Gefühle sind noch da, aber eingefroren zum Schutz. Deine Freundinnen sind ja keine Expertinnen. Außerdem wird kein Therapeut erwartet, dass Du sofort alle "Pforten" öffnest.


    Und nur Medikamente sind wohl kaum angebracht. Damit bekämpft man nur die Symptome und nicht die Ursache.

    Ja, der Neurloge, den ich mir "ausgesucht" habe ist auch Therapeut. Jetzt hab ich den Termin schon und ich darf jetzt nicht den Mut verlieren, da hin zu gehen... Ich werd s mir dann einfach mal anschauen. Arg viel schlimmer kanns ja nicht werden ;-)


    Gute Nacht @ all!

    Mein Neurologe ist glaube ich kein so Therapeut. Die Adresse habe ich von meinem Hausarzt und ich werde dann erstmal diesen Neurologen testen. Mein Hausarzt kennt ihn aber auch nur von einem einzigen Gespräch. Das hat mich schon verwundert! Der wird doch wohl schon mehrere Patientinnen gehabt haben, die an Depressionen leiden. Ich dachte, er überweist mich an einen Neurologen mit dem er durch seine Patientinnen schon gute Erfahrungen machen konnte.


    Woher soll man auch selber wissen, ob man einen Psychater, Psychologen oder sonst was braucht. Ist echt schwierig!


    Ich habe jetzt schon sehr oft gelesen, das man nicht Medikamente alleine nehmen soll sondern zustätzlich eine Therapie ist ratsam. Wie hier schon beschrieben, heilen Antidepressiva nicht die Ursache sondern die momentanen Symptome.


    Hier noch ein gutes Forum:


    http://www.angst-und-depressionen.de/index.php

    Naja, mein Hausarzt hat mir nur einen kleinen Zettel mit 4 Adressen von Neurologen gegeben. Bei der ersten, die ich angerufen habe war ich gleich mal falsch, weil die keine Gespräche anbietet, bzw. irgendwie keine Depressionen behandelt. Dann hab ich extra noch mal im Internet geschaut und mir dann einen "Nervenarzt, Psychotherapie" rausgesucht. Ich weiß nichts über ihn und ich weiß auch nicht, ob mein Arzt den kennt. Naja, lange Wartezeiten weißen ja wohl drauf hin, dass er viele Patienten hat, bzw. ihm viele Menschen vertrauen schenken. Ist vielleicht auch besser, sich selbst ein Bild zu machen. Man verpflichtet sich ja am Anfang zu nichts.


    Ich hab mir schon gedacht, dass ADs alleine keine Lösung sein können. Ich hab mir nur überlegt, wie das ist, wenn die Symtome bis dahin weg sind, soll ich dann einfach erzählen, wies mir vorher ging oder wie? Auch irgendwelche testartigen Fragebögen werden ja dann wohl nicht mehr sehr aussagekräftig sein, oder? Vielleicht wärs das beste jetzt, so lange es mir noch schlecht geht genau aufzuschreiben, wie s mir geht und dem Arzt dann zu sagen, wie es war? Oh mann, ich bin jetzt schon sooooo nervös und hab noch 7 Wochen, bis zum Termin!

    Klar! Ich habe am Mittwoch meinen Termin. Am Abend schreib ich dir dann, wie es war.. bin auch schon tierisch aufgeregt. Heut ist wieder ein besonders schlechter Tag. Ich hoff, dass ich am Mittwoch zumindest so "gut" drauf bin, dass ich ihm auch was erzähl und nicht nur denk "lass mich in Ruhe, was will ich überhaupt hier?". Ich werd dich auf jeden Fall informieren... das wird schon klappen... achja, probier es doch noch ein paar anderen wegen einem Termin... meine ersten Anrufe waren auch alle erfolglos (hätte den Termin erst im Januar bekommen) bis eine Sprechstundenhilfe mir noch ein paar Adressen gegeben hat, sie meinte, so lang sollt ich da lieber nicht warten. (Aber du bist ja schon mit Medis versorgt..)

    Naja, ich glaub, ich wart jetzt schon noch auf den Termin im Januar. Ich wohn im ländlichen Gebiet und da sind Neurologen, die auch Therapien anbieten nicht so oft zu finden. Mein Hausarzt meinte auch, dass sei ganz gut, weil ich bis dahin dann evtl. sagen kann, ob die Medis was bringen.


    Ich drück dir die Daumen für Mittwoch!

    @ Rumo

    Vom Termin beim Neurologen mußt Du uns dann unbedingt erzählen, ich bin total gespannt drauf!

    @arielly

    Ich glaube es ist ganz normal das man denkt, der Neurologe könnten einen nicht ernst nehmen und abstempeln. Geht mir ganz genauso, aber dafür ist er doch eigentlich da!!! Falls einem von uns das tätsächlich passieren sollte, dann suchen wir uns einen neuen Neurologen. Leider gibts ja überall auch schlechte Ärzte.


    Ich habe mich immernoch nicht angemeldet, da ich immernoch am überlegen bin! Mal sehen.

    Also, heut hab ich mir echt überlegt, ob ich mir nicht doch einen früheren Termin irgendwo suchen soll.


    Ist grad so schlimm, ich kann mich keine 5 Minuten mehr konzentrieren. Wir sollten heute halt so Sätze in der Schule aufschrieben (einen Dialog zwischen 2 Personen)... Ich hab nur Schwachsinn geschrieben, weil ich irgendwie gar nicht die Worte aufgeschrieben hab, die ich wollte, sondern ganz andrere. Da kamen dann so Sachen raus wie "Sie sind an allem mehr..." statt "Sie sind an allem Schuld"... Ich habs beim Schreiben noch nicht mal gemerkt, erst, als ichs vorlesen wollte. Hey, wenn mir das in ner Arbeit passiert bin ich aufgeschmissen! Das ist mir in 2 von 5 Sätzen passiert.


    Das geht mir so "aufn Sack", dass ich mich überhaupt nicht mehr konzentrieren kann! Auch wenn mir Leute was erzählen hab ich 2 Sätze später vergessen, was sie gesagt haben... :°(

    Hi arielly,


    so geht es mir auch (vor allem, wenn ich ein Buch lesen will - das habe ich mittlerweile schon aufgegeben, komme eh nie bis Seite 2)... du kannst ja am Montag mal bei ein paar anderen anrufen. Wenn du früher einen Termin bekommst, ists gut, und wenn nicht haste ja immernoch den Termin Ende Januar. Hast du immer so Konzentrationsschwierigkeiten oder ist es seit der Einnahme der ADs schlimmer? Ich habe gelesen, dass sich die Symptome am Anfang verschlimmern. Deswegen frag ich.


    Der Tag heute war auch nicht meiner. Wieso versteht keiner, dass ich Ruhe will? Ich fühle mich so unter Druck gesetzt. Ich habe mir schon überlegt, ob ich mich für ein paar Stunden in den Speicher verzieh. (ich wohne in einer WG, da hat man echt nie Ruhe). Das hat sich erledigt - habe dieses Wochenende sturmfrei!

    Also, so richtig gut konzentrieren kann ich mich schon lang nimmer, aber dass es sich jetzt schon aufs Schreiben auswirkt ist neu. Ich war so froh, dass niemand gesehen hat, was ich geschrieben hab, wie hätt ich denn das erklären sollen???


    Ich hab mir jetzt vorgenommen mich nicht mehr nur zurück zu ziehen (vllt erste Wirkung des ADs?). Das bringt mir schließlich auch nichts, wenn alle meine sozialen Kontakte abbrechen. Ich kann dich aber gut versteneh, rumo w, dass du deine Ruhe willst. Wollte/will ich auch oft, ich schlafe dann eben, dann bekomm ich nix mit... aber wenn dann mal das Telefon klingelt, da könnt ich ausflippen...

    ja, ich versuche auch zu schlafen, aber ständig kommt jemand an meine Zimmertür und klopft wie verrückt, weil wieder irgendjemand was will. Ich geh abends auch recht früh ins Bett, weil ich meine Ruhe will und ich sag auch extra "GUTE NACHT" aber Rücksicht wird überhaupt keine genommen. Da wird einfach laut weitergelacht. Ich kann das Lachen ja keinem verbieten, aber es geht mir so dermaßen auf den Keks.


    Das Telefon wird mir auch ins Bett hinterhergetragen. Deswegen kam ich ja auf diese absurde Idee mit dem Speicher. Da wär ich dann nicht in der Wohnung und ich hätte trotzdem ein Dach über dem Kopf ;-)


    Ich finde es gut, dass du dir vorgenommen hast, dich nicht mehr so zurückzuziehen. Ich habe es mir auch schon vorgenommen, aber ich ertrag es einfach nicht. Viel Erfolg dabei!!! Bis spätestens Mittwoch (wenn ich Bericht erstatten kann)

    Hallo nochmal,


    ich hab noch eine Frage: Wäre es ok, wenn ich meine "Symptome" auf einen Zettel schreib und dem Arzt gebe? Ich weiß nämlich nicht, wo/wie ich anfangen soll.


    Wäre zumindest für mich eine Erleichterung. Würde er den Zettel überhaupt "annehmen"?

    hmh, ich weiß natürlich nicht, wie der Arzt darauf reagieren würde. Du kannst ja auf jeden Fall so einen Zettel für dich als Gedankenstütze machen. Oder kannst du nicht aussprechen, was dich bedrückt?

    Ja.. ich kanns nicht aussprechen, was daran liegt, dass ich einfach nicht gerne "jammer". Ich kann das eben nicht. Ich komm mir da so sauuuuuublöd vor. Wenn ich es erzählen würde - nur rein theoretisch - würde ich viel weglassen, beschönigen oder einfach nur so runterrattern, als ob es nichts mit mir zu tun hätte, sondern die Geschichte einer anderen Person wäre.. naja, Augen zu und durch. Den Zettel nehm ich mit, mal schauen, was ich damit mache.


    *:)

    Hey, so gehts mir auch, ich sag dann womöglich "aber so schlimm ists auch wieder nicht", obwohl ich vllt am liebsten sterben würde. Ich kann dann auch schlecht entscheiden, was wichtig ist und was nicht und so.


    Ich glaube, das was du mit runterrattern meinst ist das, was ich "emotionslos erzählen" genannt hab. Einfach, so erzählen, wie wenn man eben IRGENDWAS erzählen würde, oder? Ich möchte halt auch auf keinen Fall, dass jemand denkt,ich möchte mich damit wichtig machen oder, dass ich nur Aufmerksamkeit will....


    Ich hoffe ja, dass der Arzt mir Fragen stellt oder mir evtl. wirklich einen Ankreuzbogen gibt. Freies Erzählen ist nicht so meine Stärke...


    Also, ich wünsch dir alles Gute, das wird schon klappen. Ich könnt mir denken, dass es vielen Menschen, denen es schlecht geht so geht, dass sie nicht drüber reden können und hoffe, dass die Ärzte das dann auch wissen.

    GENAU so geht es mir arielly! Das mit dem wichtig machen bzw. wichtig nehmen!


    Das mit dem Ankreuzbogen wäre mir auch sehr recht. (dazu kann er dann meinetwegen so viele Fragen stellen, wie er will, hauptsache ich muss nicht anfangen, einfach ins Blaue los zu erzählen) Am Telefon musste ich ja schon sagen, warum ich den Termin will... ich hab zwar wenig Hoffnung, dass man da wirklich so einen Fragebogen bekommt, aber man kann ja nie wissen.. ich werde mir auf jeden Fall jede Frage, die er stellt, merken und dir berichten, damit es dir zumindest leichter fällt.


    Danke für deine Antwort. Sie hat mich seeehr beruhigt. Wir schaffen das. Tschakka :)^