Ich beobachte das Phänomen schon über ein paar Jahre. Seit ich hier angemeldet bin, habe ich folgende Krankheitsängste hier im Forum (chronologisch) beobachtet:


    Krebs


    HIV


    ALS / MS


    und gerade ist Krebs wieder im Kommen.


    Diese Ice-Bucket-Challenge hat wohl auch einen immensen Einfluss auf die Anzahl der ALS-Ängstler.


    Als Vorbeugung gegen Hypochondrie habe ich mal diesen (mir sinnvoll erscheinenden) Tipp gelesen: Wenn man schon googeln muss, dann sollte man sich vorher auf einem Blatt Papier alle Symptome notieren. Denn Hypochonder (und wahrscheinlich die meisten Menschen) neigen dazu, sich beim Recherchieren von Krankheitsbildern dann auf den eigenen Körper zu fokussieren und kleine Zipperlein als "passende Symptome für xy" zu interpretieren.


    Übrigens wäre es z.B. ein guter Schritt das Wort Symptome (für mich sind Symptome Erscheinungen infolge eines vorhandenen Krankheitsgeschehens) durch Missempfindungen zu ersetzen. Missempfindungen können alles mögliche sein. Aber das nur als verbale Spitzfindigkeit am Rande. *:)

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    Es gibt sicher einiges was meine Psyche nicht verdaut hat. Aber ich will mich mit der Diagnose -psychosomatisch- ja nicht zufrieden gebe eeben weil ich überzeugt bin etwas zu haben.

    Früher hat man psychisch Kranke als "Verrückte" bezeichnet. Und ich finde, das trifft es manchmal recht gut. Nicht böse gemeint, aber (zumindest phasenweise) kann eine psychische Erkrankung den Realitätsbezug ganz schön stören. Ich kenne das auch von meiner eigenen Erkrankung. Das ist ja auch das Fiese an psychischen Krankheiten, weil man selber meistens nicht (oder erst nach langer Therapie) einschätzen kann, ob und wie sehr man krank ist.


    Bei mir waren das in akuten Stress- bzw. Konfliktsituationen Episoden von Amnesie. Egal, wie sehr ich mich bemüht habe, ich konnte nur ganz grobe Eckpfeiler der Unterhaltung während diesen Phasen abrufen. Erst während der Therapie habe ich herausgefunden, dass das eben nicht normal ist, sondern ich dann einfach psychisch total abdrifte und sowas relativ häufig vorkommt.

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    Aber ich will mich mit der Diagnose -psychosomatisch- ja nicht zufrieden gebe eben weil ich überzeugt bin etwas zu haben.

    Ja, und deshalb SOLL sich Deine selbsterstellte Diagnose ALS am besten erfüllen, dann hast Du die Bestätigung, dass es eben nicht psychosomatisch ist!


    Nur ist das natürlich ein zweischneidiges Schwert. Du hättest dann zwar die Bestätigung, dass Du "doch richtig tickst", aber Du hättest auch die Krankheit - was Du ja in Wirklichkeit nicht willst.


    Hier läuft offenbar Dein Unterbewusstes Deinem bewussten Denken und Wünschen in die Quere.

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    Warum glaubt man selbst den Ärzten nicht ...

    Also DAS kann ich sehr gut nachvollziehen ]😄 . Tue ich ja auch nicht.


    Aber warum man sich nicht auf seinen gesunden Menschenverstand und sein Körpergefühl verlässt. Vielleicht weil der Verstand nicht mehr gesund ist?


    Google ist jedenfalls nicht schuld, wenn ich dort meine Symptome eingebe kommen bei mir auch die übelsten Sachen raus und es interessiert mich ehrlich gesagt nen sch... Und ich denke so geht es der breiten Mehrheit.


    Zu Beginn der Internetzeiten habe ich es auch ein paar mal mit Google-Diagnosen probiert. Waren immer falsch. Also hab ich's gelassen.

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    Und man sollte sich auch nicht täuschen lassen, nur weil die schulmedizinische Diagnostik nichts gefunden hat. Vor allem bei chronischen Krankheiten, die nicht lebensbedrohlich sind, ist sie alles andere als gut.

    Die Schulmedizin sollte auch bei chronischen Erkrankungen der erste Anlaufstelle sein. Hier kommen moderne Diagnose und Behandlungsverfahren zum Einsatz. Den Eindruck zu vermitteln das die Schulmedizin alles andere als gut bei chronischen Erkrankungen sei, kann so nicht belassen werden. Wenn die Schulmedizin keine Besserung mehr bei einer chron. Krankheitszuständen erreichen kann, so kann man den Weg in die Alternativmedizin/Komplementärmedizin suchen wie z.B. TCM, Homöpathie, Osteopathie ect.


    Die Alternativmedizin versteht sich als sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin. Der Behandlungsansatz der Alternativmedizin ist das Körper, Seele und Geist als Einheit verstanden und Behandelt und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.


    Der erste Weg sollte aber auch bei chronischen Erkrankungen zum Facharzt führen sowie den wissenschaftlich anerkannten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Als Ergänzung zur Schulmedizin können Alternative Behandlungsmethoden sinnvoll sein.

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    Die Schulmedizin sollte auch bei chronischen Erkrankungen der erste Anlaufstelle sein. Hier kommen moderne Diagnose und Behandlungsverfahren zum Einsatz. Den Eindruck zu vermitteln das die Schulmedizin alles andere als gut bei chronischen Erkrankungen sei, kann so nicht belassen werden.

    Klar sollte es die erste Anlaufstelle sein. Gut sind sie darin trotzdem nicht. Und damit meine ich nicht, dass die Alternativmedizin besser ist, im Gegenteil. Zwar nimmt sie sich sehr viel zeit für den Patienten, verfügt aber fast immer nur über Halbwissen.


    Die moderne Schulmedizin ist eine sehr junge Wissenschaft, die sich derzeit massiv selbst überschätzt und sich vor allem um schwere und/oder tödliche Krankheiten kümmert. Das hat selbstverständlich höchste Priorität, aber dennoch bleiben chronische Leiden dabei auf der Strecke.


    Die meisten Alternativmediziner verstehen sich jedoch nicht als sinnvolle Ergänzung (was sie zweifelsohne sind) sondern als Ersatz ":/

    Ich glaube auch, dass es einige Erkrankungen gibt, die noch nicht wirklich erkannt sind und dann als psychisch oder als Zufall bezeichnet wurden. So zum Beispiel Menge vielen Fehlgeburten, einzig Kortison hat geholfen und niemand weiß bislang warum. So etwas gibt's. Wer weiß, Viren entwicklen sich auch immer weiter. Es kann ja wirklich sein, dass es ein noch nicht entdeckten Virus gibt, der ALS- ähnliche Symptome auslöst. Gut, dass es bspw. Durch ebv zu Muskelzuckungen kommen kann, hat man schon öfters gelesen, aber wir reden hier ja nicht nur von Zuckungen, donderb sich von Schwäche, Erschöpfung, Krämpfen und sogar Lähmungen. Ich kann da nicht glauben, dass so viele Menschen etwas an der Psyche haben und es sich bei allen genauso niederschlägt.

    @Sparo das verstehe ich bei dir aber wirklich nicht. Einerseits hast du dich auf ein versuch mit Cortison eingelassen nur um evtl. besser Chancen zu haben schwanger zu werden, aber jetzt wegen den Beschwerden und Klärung ob Kollagenose, versuchst du kein Cortison und wanders lieber von Arzt zu Arzt.


    Ich hatte ein Arzt die Hände geküsst wenn einer nur bereit gewesen wäre ein versuch zu starten, weil ich mit den Beschwerden kaum Lebensqualität hatte.


    Was belastet dich eigentlich mehr, die Beschwerden selber oder die Angst vor ALS?

    Naja, es war mir eben wichtig, dass ich bis zum Termin vom Rheumatologen die Werte nicht verfälscht werden, durch Kortison. Wollte ja wissen, was es ist. War ja mittlerweile da und habe vor einigen Tagen meine Ergebnisse bekommen. Es ist immer noch alles schwammig, und alle Blutwerte, bis auf die ANA, sind normal.


    aber er will es, warum auch immer, lieber mit Quensyl versuchen. Ich habe keine Angst vor Kortison und würde es gerne probieren, aber es ist schwer, wen die Ärzte sich nicht einig sind und rumdoktern.


    Mich belasten tatsächlich die Beschwerden am meisten. Die Angst flackert manchmal auf, und dann ist es auch schlimm aber in Situationen in denen ich mich ablenken könnte und das Leben genießen könnte, macht mein Körper nicht mit.

    Das ist normal das Ärzte oft sehr verschiede Meinung sind. Aber es ist grade bei Kollagenose wichtig das ein Arzt den verlauf mitbekommt eben nicht nur einmal bei ein Termin und immer ein andere. Oft zeigt es sich sicher im verlauf. Keine Seltenheit.


    Zum Quensyl, mist ist dabei das es so lange braucht um zu sehen ob es wirkt.


    und auch das es nicht bei allen Kollagenose formen hilft. Bei Lupus hilft es schon oft aber auch nicht bei allen, aber z.b wenn es Richtung Polymyositis geht bringt es gar nichts.


    Aber Rheumatologen sehen Quensyl als unproblematisch als Medi. Damit wird es gerne versucht. Aber wenn wir schon bei verschieden Meinung von Ärzten sind. Frag zu Quensyl mal ein Augenarzt, da wird was ganz anders gesagt.


    Man soll auch bevor man es nimmt, ja auch vorher die Auge Kontrolieren lassen. Voraussetzung ein Ok vom Augenarzt vor Therapie, das nichts vorliegt was dagegen spricht.

    Also dass es sich um eine nicht entdeckte Krankheit handelt glaube ich nicht. Eher etwas zu offensichtliches, wo der Arzt halt nicht nach sucht, weil es nicht zu der geschilderten Schwere der Symptome passt. Vitaminmangel bspw. allen voran Vit. D. Habe ich ja schon ein paar mal hier geschrieben ;-)

    Jessy hat Recht. Cortison hat geholfen die Fehlgeburten zu vermeiden. Leider kommt es bei Kollagenosen häufig zu Fehlgeburten z. B. auch wenn ein APS-Syndrom dabei ist. Das APS-Syndrom ist eine häufige sekundäre (nicht primäre) Zusatzerkrankung bei den Kollagenosen. Deshalb brauchen schwangere Kollagenosepatienen Cortison um eine Schwangerschaft erfolgreich zu beenden. Bei entzündlichen Muskelerkrankungen geht es eben auch nicht ohne Cortison. Anfangs hochdosiert und dann kann man mit kleinen Mengen weitermachen. Um Cortison zu sparen kann dann noch ein weiteres Medikament hinzukommen. Quensyl hilft bei Hautausschlägen und wird gerne beim Hautlupus verschrieben und bei leichten Gelenkbeschwerden.

    Hey, mir ist es wichtig, dass blackandwhite hier ihren Faden behält und ihr hier geholfen wird. Bezüglich des kollagenosverdachts, würde ich mich freuen, wen wir uns da in einem anderen Faden austauschen. Ich bin nämlich nun hin und hergerissen zwischen kortisonstoß und Quensyl. Bin eher für ersteres. Schreibt mir doch einfach in meinem Faden, was ihr davon haltet. Könnte ne erfahrene Meinung gebrauchen. Danke

    So langsam bin ich echt am verzweifeln. Ich komm gerade vom hno Arzt wegen meiner Schluck Beschwerden. Es ist ja nicht so dass ich das Gefühl habe einen Kloss im Hals zu haben. Mir bleibt permanent das essen stecken. Ich habe schon überhaupt keine Lust mehr etwas zu essen. Ständig muss ich mich räuspern und husten. Der hno Arzt konnte nichts feststellen was sein Gebiet betrifft. Überweisung zum Schilddrüsen Arzt. Termine erst ab Februar. Lustig. Soll ich bis dahin verhungern ? Mir kommt auch ständig sekret hoch und ich schlucke in der Minute 3-4 mal weil irgendeine Flüssigkeit in meinem Hals steht. Ich weiß mir langsam keinen Rat mehr. Ich bin das Ärzte gerenne so müde. Ich könnte mich gerade mal in die Ecke setzen und heulen.