Da hab ich mal ne Frage: Ist eine Diagnose MS wirklich so schlimm daß man sich schon bei einem Verdacht überlegen sollte wie man sich dann umbringt?


    Vor drei Monaten war ich wegen Muskelkrämpfen und Gefühlsstörungen sowie Gedächtnis Problemen, die mal da sind mal nicht bei meinem Neurologen. Da sich das ganze nicht mehr mit der früher diagnostizierten Polyneuropathie erklären lässt und die Nervenleitgeschwindigkeiten schlecht sind, hat er mich an die Muskelsprechstunde im Krankenhaus überwiesen um zu klären ob es denn auch MS oder eine andere Muskelerkrankung sein kann. Den Termin habe ich leider erst Ende Juli. Die Wartezeiten hier sind halt extrem lang.


    Nachdem ich dies hier gelesen habe und es mir auch immer wieder recht schlecht geht muss ich mir jetzt wohl doch Gedanken machen wie ich das dann wohl beenden kann.

    Zitat

    Ist eine Diagnose MS wirklich so schlimm daß man sich schon bei einem Verdacht überlegen sollte wie man sich dann umbringt?

    Zum Glück nicht mehr.


    Frühzeitig erkannt leben Patienten mit den heutigen modernen Medikamenten nahezu Schub frei.


    Wir haben Patienten denen merkt man die MS nicht an. Die sind frühzeitig diagnostiziert worden, die nehmen ihre Medikamente. Diese Patienten haben kaum Einschränkungen.


    Dann haben wir Patienten, die sind spät diagnostiziert worden bzw. hatten sie im Schub Entzündungsherde an Hirn- und Rückenmarkstellen, die Läsionen verursacht haben, die zu Beeinträchtigungen in der Motorik, der Sensibilität oder der geistigen Leistungsfähigkeit und Belastungsfähigkeit führten.


    Aber, wie gesagt, mit den heutigen Medikamenten kann man die Krankheit fast zum Stillstand bringen. Man muss halt nur wissen, dass man da keine "sanften" ersten Versuche hat. Man kann nicht sagen, dass man es erstmal mit Alternativen versucht. Weil dann kommt der nächste Schub. Und jeder Schub hinterlässt Läsionen.


    Sie ist ein Grund sich frühzeitig in Fachärztliche Betreuung zu geben, aber kein Grund mit dem Leben abzuschließen.


    Ich wüsste ich würde es so früh wie möglich wissen wollen und würde sofort mit einer dementsprechenden Therapie beginnen.

    @ TwisterSister

    Ja deine Antwort gefällt mir. Mich hat einfach die Tendenz dieses Beitrags aufgeregt. Es gibt schließlich Mitleser, die nicht so gut informiert sind und nicht wissen, daß man Heute recht gut auch mit MS leben kann. Da können solche Beiträge, die hier solche Panik verbreiten sehr leicht verunsichert werden.


    Ich warte meinen Termin ab und weiß danach hoffentlich mehr. Man überlegt sich doch nicht wegen einer Krankheit sich selbst zu töten so lange man noch die Möglichkeit hat ein selbstbestimmte Leben zu führen.

    Mein Reden.. solche Stimmung machen ist ziemlich dämlich.


    Eine MS-Diagnose ist nicht soo schlimm, dass man sich das Leben nehmen muss. Die Diagnose selbst ist erst mal ein ordentlicher Schlag ins Gesicht.. sich RICHTIG informieren, ist da sehr wichtig. (DMSG, Amsel, Ärzte, andere Betroffene etc. sind da besser geeignet)


    Es lässt sich tatsächlich recht gut damit leben, auch wenn eine frühzeitige Diagnose nicht bedeutet, dass man schubfreier ist als "Spätdiagnostizierte" (sind damit eigentlich die gemeint, die im höherem Alter die Diagnose bekommen?!)


    Und richtig – Man sieht einem die Krankheit in den meisten Fällen nicht an, aber das ist Fluch und Segen zugleich.


    Unterm Strich – KEIN Grund sich umzubringen

    @ TwisterSister

    Es tut mir leid, aber ich muss leider ein kleines Veto zu deinem Beitrag anbringen.


    So einfach und nett und unkompliziert, wie du es da beschreibst ist es nun auch nicht.


    MS ist heute oft, wenn sie frühzeitig erkannt wird, mit entsprechenden Medikamenten beeinflussbar.


    Davon, die Krankheit fast zum Stillstand zu bringen, sind wir noch weit entfernt.


    Es ist eine ziemlich unberechenbare Erkrankung. Manche scheinen eine "nette" MS zu haben, andere kämpfen sich mehr schlecht als recht durch Ihren Alltag und die Erkrankung und bei einigen schlägt die MS nach wie vor hart und gnadenlos zu. Für diejenigen, die schon nach wenigen Jahren trotz Basistherapie und Therapieeskalationz schwerbehindert, erwerbsunfähig und ein Plegefall sind, sind deine locker-flockigen Aussagen sicher schwer zu ertragen. Man könnte ja fast schon im Umkehrschluss denken, sie hätten etwas falsch gemacht oder versäumt, wo MS doch heute scheinbar so behandelbar ist.


    Und...nein... Es sind nicht nur ein paar Einzelfälle.


    Ich bin eher in der mittleren Gruppe angesiedelt (6 Jahre nach Erkrankungsbeginn EDSS 6.5 ...du scheinst dich ja auszukennen) und meine behandelnden Physiotherapeuten erzählen mir häufig , das ist wesentlich schlimmere Verläufe gibt, bei Patienten, die sie behandeln. Und ich habe direkt mit einer Prophylaxe angefangen.


    MS ist eben eine Wundertüte...man weiß nie was drinsteckt.


    Natürlich ist eine solche Diagnose trotzdem kein Grund, aus dem Kellerfenster zu springen oder sich hinter den Bus zu werfen. ;-)

    Danke, tatua! Ich hatte auch erst überlegt, etwas dazu zu sagen bzw habe mich doch arg gewundert, wo diese Informationen her sind (ob ich was verpasst habe). Da die Kernfrage (muss ich mich deswegen umbringen?) ja erstmal geklärt war ;-) , wollte ich nicht schon wieder die Pferde scheu machen, allerdinges ist es mir auch ähnlich aufgestossen:

    Zitat

    Man könnte ja fast schon im Umkehrschluss denken, sie hätten etwas falsch gemacht oder versäumt, wo MS doch heute scheinbar so behandelbar ist.