Mhh Jn, ich denke Deine Empfehlungen rühren daher da Du Dich sehr mit der Ernährung eines Gesunden auseinander gesetzt hast. Aber Du mußt nunmal einsehen, das die Gesetze bei einer Nierenerkrankung nicht mehr gelten.


    40g Eiweiss ist wenig und liegt unter der Empfehlung des Verzehrs für Gesunde. Es besteht das Risiko einer Mangelernährung. Und gerade daher soll das Eiweiss hochwertig sein.

    @danyca

    > Mhh Jn, ich denke Deine Empfehlungen rühren daher da Du Dich


    > sehr mit der Ernährung eines Gesunden auseinander gesetzt hast.


    Das Gegenteil ist richtig. Was ich sage resultiert aus der Beschäftigung mit ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten. Allerdings spielt das hier keine Rolle, denn die Hoch- oder Minderwertigkeit des Eiweißes ist natürlich völlig unabhängig von Gesundheit oder Krankheit. In jedem Fall sollte hochwertiges Eiweiß zugeführt werden.


    > 40g Eiweiss ist wenig und liegt unter der Empfehlung des


    > Verzehrs für Gesunde. Es besteht das Risiko einer


    > Mangelernährung. Und gerade daher soll das Eiweiss


    > hochwertig sein.


    Eben. Nur bestehen hier offensichtlich veraltete, falsche Vorstellungen über das, was ein hochwertiges Eiweiß auszeichnet.


    Aber mach ruhig deine eigenen Erfahrungen, es ist ja deine Entscheidung. Ich kann nur soviel sagen: Eine Ernährung mit täglich 40g ausschließlich denaturiertem Eiweiß führt definitiv zu gesundheitlichen Schäden. Das wurde schon vor Jahrzehnten von Pottenger und Kollath herausgefunden.

    @danyca

    > Informiere Dich doch mal bitte über die Ursachen einer


    > Glomerulonephritis und über die Therapie. ES GIBT KEINE


    > HEILUNGSCHANEN und die Ursachen sind nicht wirklich geklärt.


    Es geht mir nicht um die Krankheit, sondern um die Wertigkeit des Eiweißes. Von Heilung oder Heilungschancen habe ich an keiner Stelle gesprochen.


    > Der Verlauf ist chronisch und endet in einem großen


    > Teil der Fälle an der Dialyse.


    Möglicherweise genau wegen unsinniger Ernährungsempfehlungen.


    > Eine Begründung ist, das der Körper das tierische Eiweiss


    > am besten aufnehmen kann - am besten gewinnen kann


    > und die Gewinnung des pflanzlichen Eiweisses aufweniger ist.


    Die Begründung ist falsch.


    Tierisches Eiweiß wird in der Regel erhitzt - und damit denaturiert - verzehrt. Bei der Denaturierung verändert sich die Tertiärstruktur der Proteine, was zu einer deutlich geringeren Bioverfügbarkeit führt. Primär, weil die Enzyme ein denaturiertes Protein nur noch schlecht angreifen können. Es ist damit schlechter aufnehm- und verwertbar als pflanzliches Eiweiß. Die Gewinnung (Verdauung) des pflanzlichen Eiweißes ist in keinster Weise aufwändiger, sondern schlicht identisch.


    > Wenn man nur eine geringe Menge essen darf dann sollte


    > das zumindest so sein, das der Körper es aufnhmen kann.


    Richtig. Und genau deshalb ist es falsch, ein denaturiertes Eiweiß zu verzehren, das sich durch geringere Bioverfügbarkeit und den Verlust seiner Lebendigkeit auszeichnet.


    Meinst du wirklich ein Eiweiß wird besser, wenn man es erhitzt?

    Hallo! *:)

    Zitat

    Tierisches Eiweiß wird in der Regel erhitzt - und damit denaturiert - verzehrt. Bei der Denaturierung verändert sich die Tertiärstruktur der Proteine, was zu einer deutlich geringeren Bioverfügbarkeit führt. Primär, weil die Enzyme ein denaturiertes Protein nur noch schlecht angreifen können. Es ist damit schlechter aufnehm- und verwertbar als pflanzliches Eiweiß.

    Sorry, aber dass ist totaler Quatsch!


    Die Tertiärstruktur der Proteine wird im Magen durch die Magensäure aufgehoben. Erst wenn die Proteine nur noch in ihrer Sekundärstruktur, also als Ketten vorliegen, können die Proteinasen (Proteinverdauenden Enzyme) angreifen und die Peptidbindungen der Aminsosäuren lösen und das Eiweiß in Peptone spalten.


    Die wichtigste Proteinase, das Pepsin, spaltet sequenzspezifisch, das heißt, es erkennt die "Andockstellen" an der AS-Abfolge. Es arbeitet nich strukturspezifisch (wie viele andere Enzyme)!


    Eine Erhitzung und damit Denaturierung (Strukturveränderung) von Eiweiß ändert nichts an der Bioverfügbarkeit. Wie ich schon sagte, sollte allerdings nicht zu hoch erhitzt werden, da dann die Aminosäuren selbst zerstört werden und auch Schadstoffe wie Benzoapyren oder andere PAKs entstehen können.


    Hier eine Auflistung der essentiellen Aminosäuren und der jeweiligen Quellen: http://www.deam.de/nahrung/ergzg/aminos602.htm


    Wie ihr seht stehen bei allen AS sowohl tierische als auch pflanzliche Quellen.


    Wiegesagt würde man mit einer tierischen Quelle im Verhältnis weniger nicht essentielle AS aufnehmen, was eine Reduzierung der täglichen Eiweißmenge erlaubt.


    Liebe Grüße!

    @ :)

    @cosima

    > Eine Erhitzung und damit Denaturierung (Strukturveränderung)


    > von Eiweiß ändert nichts an der Bioverfügbarkeit.


    Dann müssen wir Elmadfa und Leitzmann, ihres Zeichens ausgesprochene Ernährungsexperten, wohl korrigieren. Magst du ihnen sagen, daß sie Unsinn schreiben oder soll ich das tun? ;-)


    Falls du es selbst nachlesen möchtest: "Ernährung des Menschen".


    Überdies bedeutet Denaturierung zweierlei, denn der Begriff wird heute leider auch für die Verdauung im Magen verwendet. Ursprünglich meint er aber etwas anderes, nämlich den Verlust der Lebendigkeit. Das kann man chemisch offenbar noch nicht messen, es wurde aber in Fütterungsversuchen mehrfach nachgewiesen. Fakt ist, daß Tiere (und Menschen) krank werden, wenn sie sich nur von erhitztem Eiweiß ernähren, während sie gesund bleiben, wenn das Eiweiß unerhitzt ist. Wer will, kann das bei Pottenger und Kollath nachlesen.

    @Jn:

    Zitat

    Dann müssen wir Elmadfa und Leitzmann, ihres Zeichens ausgesprochene Ernährungsexperten, wohl korrigieren. Magst du ihnen sagen, daß sie Unsinn schreiben oder soll ich das tun?

    .


    Ich habe deren Bücher nicht zuhause.


    Wärst du so lieb und würdest mir mit ein paar Worten deren Theorie der Eiweißverdauung erläutern?!


    Findet die laut Elmadfa und Leitzmann nicht auch durch das sequenspezifische Enzym Pepsin statt? ???

    Zitat

    Überdies bedeutet Denaturierung zweierlei, denn der Begriff wird heute leider auch für die Verdauung im Magen verwendet.

    Denaturierung ist eindeutig definiert und bezeichnet die Strukturauflösung von Proteinen (meist irreversibel). Ob im Kochtopf oder im Magen ist dabei egal.


    Selbstverständlich verlieren die Eiweiße durch die Denaturierung auch ihre Funktion, ihre wie du sagtest "Lebensfähigkeit" (als Enzym, Hormon, usw.). Aber wiegesagt: Wenn dies nicht im Kochtopf stattgefunden hat, findet es spätestens im sauren Millieu des Magens statt. Die Tertiär- und Quartiärstruktur der Proteine wird z.B. durch Wasserstoffbrückenbindungen und Sulfidbrücken stabilisiert. Bei niedrigen pH-Werten (aber auch Hitzeeinwirkung) lösen sich diese Bindungen auf. Die wenigen säureressistenten Proteine werden im Dünndarm bei höheren pH-Werten zerlegt.


    Dass eine Erhitzung sich nachteilig auf den Gehalt an Vitalstoffen einwirkt und deshalb möglichst vermieden werden sollte, ist klar. Das hab ich ja nie bestritten. Doch ausschließlich auf das Eiweiß bezogen, wirkt sich eine Erhitzng nicht nachteilig aus!


    Ich vermute, dass die nachteiligen Wirkungen, die Pottenger und Kollath gefunden haben, durch einen Vitalstoffverlust der Nahrung begründet sind, also die Zerstörung der Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe z.B..


    Wenn danyca möchte, kann sie ihren Eiweißbedarf ja auch durch unerhitzte tierische Quellen decken (Rohmilch, rohe Eier,..). Auch rohes Fleisch ist durchaus für uns verwertbar, nur halt nicht in den Mengen, die hierzulande gerne verzehrt werden.... ;-) (--> da wir als Omnivore mit Tendenz zum Herbivoren, nicht genügend Salzsäure zur Denaturierung der Eiweiße im Magen haben!)


    Liebe Grüße! @:)

    Igitt rohe Eier - nein Danke - da schützt mich mein natürliches Ekelgefühl vor. Vor Rohmilch genauso, dann esse ich lieber Joghurt und Quark. Ja, rohes Fleisch, ok, in Frankreich schon gegessen. Aber ich würde mich hier nicht drauf verlassen das es wirklich so frisch wäre, das ich imr da nichts einfangen würde.

    Hallo!

    Zitat

    Igitt rohe Eier - nein Danke - da schützt mich mein natürliches Ekelgefühl vor. Vor Rohmilch genauso

    Ja, ist alles Geschmackssache. Ich mag Tunk-Eier und auch Süßspeisen mit rohem Ei. Milch ist frisch aus der Kuh am Allerbesten! :-) Ich bekomm beides vom Bio-Bauern aus der Region, hab daher keine Bedenken.


    Ja, und das Steak, das mus BLUTIG sein!


    Quark, besonders Magerquark, ess ich auch des öfteren in fleischlosen oder sehr fleischarmen Zeiten (Fastenzeit z.B.). Der ist mit frischem Obst angerührt sehr lecker. Oder mit Gewürzen und Kräutern als Dip für Gemüse und Kartoffeln! x:) Allerdings ist er wirklich ein Eiweißkonzentrat (Magerquark ca. 12% Eiweiß). Du kannst ihn ja mit Naturjoghurt strecken. Das enthaltene Eiweiß ist leicht verdaulich und hat eine vergleichsweise hohe biologische Wertigkeit besonders in Kombination mit Kartoffeln (--> es kann viel körpereigenes Eiweiß daraus synthetisiert werden).


    Liebe Grüße! @:)

    blutiges Steak ist fein - stimmt. Aber es sollte schon heiß sein und nicht noch kalt innen. Das so zu braten ist die Kunst.


    süßspeisen mit rohen Eiern sind auch ok. Da seh ich das rohe Ei ja nicht ;-).

    @danyca

    wie gesagt, iß was Du möchtest, bis Du Phosphat- und Kaliumprobleme kriegst, denn dann werden den leckeren Kartoffeln, Obst und Gemüse zum Feind.


    Nierendiät bei fortgeschritter Funktionseinschränkung und was anderen so bekommt, haben wenig miteinander zu tun.

    Danke Agnes.


    Ich war übrigens heute bei einem anderen Nephrologen. Er hat mir gesagt, ich solle Eiweiss einschränken aber nicht so streng. Ich solle es halt einfach nicht übertreiben. Das klingt ja schon ganz anders als die Beschränkung auf 50g pro Tag.


    Auf Fleisch kann ich gut verzichten und um den Rest werde ich mir nicht so viele Gedanken machen solange es nicht stichhaltig begründet ist. ;-)


    Weiter meinte er, es sei wichtiger für mich auf das Salz zu achten, gerade wegen des renalen Bluthochdrucks. Das erscheint mr logischer.


    Liebe Grüße und vielen Dank - ohne Dich hätte ich mich wahrscheinlich nicht an einen anderen arzt gewendet.