@ Zwack:

    Ohne mich mit Knie-OPs auszukennen, es kommt schon sehr darauf an, wie man die Muskeln nach der OP trainiert, oder? Mein Freund konnte nach seiner Knie-OP (keine Prothese, "nur" Kniescheibe) problemlos wieder skifahren, hat aber ein bisschen gedauert, bis die Muskeln dafür wieder fit waren.


    Was ich sagen will: Die Sportarten, die von Ärzten und Internet nach Prothesen-OPs empfohlen werden, sind ja meist eher auf ältere Menschen ausgerichtet. Jüngere Menschen haben aber i.d.R. eine andere körperliche Konstitution und eine andere Motivation, wenn es an den Muskelaufbau geht. (Wie sagte ein Orthopäde so schön zu mir: Den meisten reicht es, wenn sie nach einer Schulter-OP den Arm wieder auf 90 Grad heben können. Die hören dann auf mit der Physiotherapie. Haare waschen können ist ein oft genanntes Ziel. :-o – und Kaffeetasse heben, nehme ich an.)


    "Offiziell" könnte ich mich wohl auch für den Rest meines Lebens an Wandern, Radfahren und Wassergymnastik halten. Oft liegt das Risiko aber auch in weiteren Unfällen, d.h. man sollte erstens die Muskeln GUT aufbauen, bevor man sich an riskantere Sportarten wagt und zweitens an Protektoren denken. Mit "oft" meine ich, dass mir bewusst ist, dass manche Sportarten nicht mehr gehen nach so einer OP. Tennis mit rechts, Gewichtheben und Boxen ist für mich z.B. tabu. Geht aber klar ;-) Zu Protektoren können Physiotherapeuten oft mehr sagen als Ärzte. Man sollte dabei sowohl an spitze als auch an flache Aufprallsituationen denken, und an Verdrehungen, die die Muskeln schädigen könnten.

    @ julejule 81

    Bei Knie-TEPs werden Sportarten nicht empfohlen, bei denen schlagartige Belastungen auftreten, wie eben z.B. Skifahren oder Tennis. Grund: Die TEPs gehen ja nicht insgesamt kaputt, sondern Grund zum Austausch ist in der Regel die Lockerung der alten TEP (und die schmerzt dann). Mit den Muskeln hat das so gut wie nichts zu tun.

    Nach 2 Knie OP's im re Bein in einem Jahr war ich 3 Wochen in einer ambulanten Reha. Kann es nicht empfehlen.


    Warum? Bei mir wurde das ganze tgl. Programm am Vormittag durchgezogen. Ich "wackelte" auf Krücken von einer Therapie zur nächsten ohne Ruhepause. Keine Möglichkeit zum Ausruhen. Und war mal zwischen den Anwendungen etwas Zeit, musste ich die in der Cafeteria absitzen.


    Seit Jahren machen wir einmal im Jahr eine Kneippkur, privat. Von daher weiß ich, dass man nach jeder Anwendung eine Stunde ruhen muss – im Bett, nicht im Liegestuhl auf dem Balkon. Und das tut wirklich gut.


    Ich wünsche Dir alles Gute, berichte bei Gelegenheit, wie es Dir ergangen ist.

    Zitat

    Grund zum Austausch ist in der Regel die Lockerung der alten TEP (und die schmerzt dann). Mit den Muskeln hat das so gut wie nichts zu tun.

    Ich hatte damals mal Studien gelesen (weiss aber nicht mehr, wo), dass Inaktivitaet eher zu Lockerungen fuehrt als zu viel Belastung. Daher denke ich schon, dass das viel mit dem Muskelaufbau zu tun hat!


    Ich wollte niemanden dazu auffordern, mit TEPs "riskante" Sportarten anzufangen (!), sondern nur aufzeigen, dass die allg. Empfehlungen an ein anderes Publikum gerichtet sind als an die blutjunge sunflower :-)

    @ zwack:

    Also der 10.2. war ICH nicht! ;-)

    @ julejule:

    Hihi, mit 41 bin ich so blutjung auch nicht mehr... Aber Du hast Recht: Ich bin theoretisch aktiver und die Ätzte haben schon deutlich gemacht, dass Über-Aktivität und Fehl-Aktivität die Lebensdauer der TEP negativ beeinträchtigen kann. "Wir machen das nicht, damit Sie joggen, Ski fahren oder Tennis spielen."

    @ Rut:

    Sowas befürchte ich einerseits auch. Andererseits: Eine AHB ist KEINE Kneipp-Kur. Ich kenne etliche stationäre Rehakliniken, wo das Programm auch hefitg ist und Pat. teilweise schon um 7h vor dem Frühstück zu ersten Terminen hetzen.

    @ all:

    Bin seit gestern wieder zu Hause. Eine Woche Klinik reichte dann doch, auch wenn ich Montag noch ganz anders gesprochen habe. Schreibe in den nächsten Tagen evtl. ausführlicher!


    Kurzbericht:


    Bekommen habe ich von der Fa. Zimmer die "Innex Gender Solutions"-TEP. Also "Frauenmodell". Weil mein Oberschenkele wohl schmal, aber nach hinten breit/tief, so dass andere Modelle nicht funktioniert hätten. Vollzementiertes Komplettpaket aus Tibia-Plateau, Femur-Oberfläche und Patella-Rückseite. Und natürlich diese Zwischenscheibe zwischen Femur und Tibia. Röntgenbild sieht faszinierend aus (da auch noch 27 Klammern).


    OP ist problemlos verlaufen, danach 8 Stunden Intensivstation. Aus den drei Drainagen liefen gut 1500 ml Wundflüssigkeit (Knochenwunden bluten angeblich heftig). Wurden im CellSaver aufgefangen, aufbereitet und als rd. 800 ml Eigenblutinfusion direkt in der Nacht gegeben. Spannend, wie direkt danach mein Blutdruck anstieg! Intensiv war eine spannende Erfahrung, aber letztlich auch unspektakulär. Hoher Lärmpegel, Schlafen war nicht. Bin um Mitternacht dann auf mein Zimmer verlegt worden.


    Mein Femoralis-Schmerzkatheter hat sich nach nur 18 Stunden am Samstag Morgen verabschiedet und ich hatte schmerztechnisch dann zwei Tage echt die Hölle, wo Targin, Oxygesic akut, Novalgin und Paracetamol (was besser wirkt als Infusion als das Oxy, muss man nicht kapieren) maximal ausgereizt wurden. Das war unschön.


    Total faszinierend ist aber, dass der fiese Knochenschmerz (Vergleich: Hand auf Herdplatte) am 3./4. Tag schlagartig weg war. Jetzt ist da nur noch der Wundscmerz der langen Narbe. Und mein Bein sieht verboten aus, Blutergüsse überall, selbst Oberschenkel-Rückseite ist z.T. schwarz. Und Knie eine Melone.


    Beugung liegt so bei 50° und sollte besser sein (als der Katheter noch lag, waren es 75°). Da bin ich hart am Üben und gerade auch ein wenig am Verzweifeln und die Angst ist da, dass sich da ein Problem einschleicht. Andererseits... wenn ich mir Schwellung und Blutergüsse und Narbenlänge (27 Kla


    Abgesehen von der fehlenden (?) Beugung kann ich theoretisch ohne Krücken laufen. Vollbelastung problemlos möglich. Wie gesagt, nur Wundschmerz und die "Schmerzen" durch die spannende Haut aufgr. Schwellung, Klammern,...


    Medikamentös bin ich jetzt bei 2x 50 mg Diclofenac plus Novalgin bei Bedarf (i.d.R. nach der Physio erforderlich. Targin ist komplett raus seit Donnerstag, Oxygesic brauchte ich auch nur die ersten 1-2 Tage. Plus Xarelto zur Thrombose-Prophylaxe (keine Spritzen, auch eine nette Erfahrung!).


    Angefressen bin ich, weil die Dt. Rentenversicherung die stat. Reha abgelehnt hat. Die ticken echt nicht mehr richtig. Ich hab's gestern nur mündlich erfahren, warte jetzt auf den schriftlichen Bescheid – und werde dann Widerspruch einlegen. Brief meinerseits ist schon formuliert, mein Chirurg informiert, wo ich Anfang der Woche wieder hingehe.


    Nächste Woche 3x Physio, CPM-Schiene ist bestellt (da Reha erst zum 11.2. beantragt war und es jetzt ja ggf. noch länger dauern kann).


    Ich merke schon, dass es aktuell allein in einer kl. 2-Zimmer-Whg. echt anstrengend ist und eine stationäre Reha da schon besser wäre. Das merkt man halt erst, wenn man IN der Situation ist...