Erfahrungsbericht Trochleaplastik + MPFL Ersatz

    Hallo,


    ich wollte jetzt auch einmal meine Erfahrung zum Thema Trochleaplastik und MPFL Plastik schreiben, ich habe selbst viel danach gegoogelt und weiß, wie wichtig es ist, sich die Erfahrungen anderer Patienten durchzulesen, außerdem ist die OP-Technik ja relativ jung und es gibt nicht viele Informationen


    darüber aus Patientensicht.


    Ich hatte im Laufe meines Lebens mehrere Patellaluxationen, dabei jedoch 2 relevante, bei denen mir die Kniescheibe auf dem Standbein herausgerutscht ist: Einmal beim Aufwärmen auf nassen Grund und ein zweites Mal beim Fußballspielen, Pressschlag von hinten als ich Hacke spielen wollte.


    Die letzte ist jetzt 2 Jahre her und ich kann sagen, dass diese Jahre die beschissensten meines Lebens waren. Ich bin in der Zeit zu ca. 10 Orthopäden gegangen, und ich hatte das Gefühl, umso besser die Orthopäden, desto schlimmer die Diagnose. Anfangs dachte ich, ich kann nach ein paar Monaten wieder joggen, bouldern etc. aber das Knie wurde nicht mehr stabil. Die Ärzte vorher meinten alle, ich solle es konservativ versuchen, also bin ich 2 mal pro Woche ins Fitnessstudio und habe mein Bein trainiert. Außerdem habe ich ACP+Hyalarunsäure mir injizieren lassen, um den Knorpel zu stabilisieren, diese Behandlung hat meine Schmerzen etwas gemildert, wobei die Behandlung nur symptomatisch ist. Die Stabilität Knies wird dadurch natürlich nicht verbessert.


    Nun war ich im Herbst letzten Jahres noch einmal in Berlin bei einem Spezialisten, dieser diagostizierte mir eine massive Trochleadysplasie und er legte mir also eine Korrektur dieser nahe.


    Vor 5 Wochen hatte ich eine diagnostische Arthroskopie, diese verlief gut allerdings wurden auch Knorpelschäden festgestellt. Mein Arzt sagte mir, er kann die Operation allerdings noch durchführen, und das sind gute Nachrichten für mich.


    Ich fahre heute Mittag nach Berlin, morgen habe ich ein Vorgespräch. Insgesamt habe ich natürlich tierische Angst / Respekt vor dieser Operation, allerdings auch Hoffnung, dass ich danach wieder meinen vormals doch ziemlich sportlichen Lebensstil fortsetzen kann. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag zu beschreiben, und auch ein bisschen auf den psychischen Aspekt einzugehen.

  • 14 Antworten

    Jetzt komm ich wieder kurz zum schreiben. Ich hatte eine mehr oder weniger schöne Woche in Berlin das Wetter war top und meine Schwester hat mich die meiste Zeit begleitet, was aufjeden Fall geholfen hat. Also ablenken und nicht daran denken war die Devise. Allerdings kamen abend dann Angst/ Panik attacken. Ich hab mich wahrscheinlich einfach ein bisschen zu viel damit beschäftigt und deshalb .. geht weiter

    Und deshalb hatte ich ziemliche panik / angstattacken dann abends vorm einschlafen. Zusätzlich erzählte mir meine zimmernachbarin aus dem hostel von ihrer schwester und deren misslungener mpfl plastik. Am nächsten Tag gings mir extrem bescheiden.


    Als ich mich mit dem Arzt traf war ich jedoch wieder ruhiger, er macht das schon seit 11 jahren und hatte seitdem noch keine endoprothese machen müssen. ( die op technik gibt es noch nicht länger) . Jedenfalls strahlte er Ruhe und Souverenität aus.




    Am tag vor der Op war ich extrem nervös, aber auch nicht so viel nervöser als die Tage vorher... insgesamt fande ich die Länge der angespannten Tage viel schlimmer .. bei mir ging anspannung ca. 5 Wochen lang, mal besser mal schlechter, aber die letzten 2 wochen ( wenn es in absehbare Zeit rückt) waren die schlimmsten. Für mich war ca. So, wie wenn man kurz davor ist, einen Vortrag/ Präsentation zu halten, nur dass es die ganze Zeit so ist. Es gibt ja sehr viele Erfahrungsberichte von misslungenen mpfl plastiken, und bei mir kommt noch Trochleaplastik und verlängerung des lateralen Kniescheibenbandes dazu. Ich wollte einfach, dass ich es endlich hinter mir habe und der Arzt mir sagt alles lief nach Plan. Außerdem: Vorstellung verschiedenster Horrorszenarien, von permanenten Schmerzen etc.

    Op Tag: extrem nervös aber ich musste da durch, insbesondere die Aussicht dass ich sehr früh Arthrose bekomme falls ich nicht operiere hat mich an zweifelnden Tagen an der Entscheidung festhalten lassen. Es ging os um 10 30, die letzten Minuten warten waren ziemlicher Horror, dann umziehen Beruhigungstablette und es ging weiter mit Schmerzkatheter. Dann gaben sie mir irgendein Opiat ich frag noch als Witz wo man das kaufen kann in Berlin und dann gibts die vollnarkose

    Ich wache auf und kriege erstmal morphium intravenös, dann gehts aufs zimmer ich treffe meine Eltern und dann überraschenderweise noch am Op-Tag den Arzt. Er sagt alles lief geplant, fast ein bisschen langweilig, die Op dauer : 90 minuten statt erwarteten 120 minuten.


    Schmerzen halten sich in grenzen, schlafen kann ich nicht wirklich sondern dämmer mehr vor mich hin

    1ster post OP tag: ich habe physio, soll aus dem bett und mal zum klo laufen damit ich selbstständiger werde und es sei auch gut fürs knie 4-5 mal aufzustehen. Ich steh an dem Tag auch 4 mal auf aber dann wirds mir zu viel, abends wird das knie etwas heiß deswegen mach ich lieber vorsichtig. Ich versuche meinen Fuß aber soviel wie möglich zu bewegen , habe gelesen das soll gut sein für die Durchblutung. Außerdem mache ich einen kleinen trick, fahre das bett mit dem knopf beinseitig 5 mal hoch und runter, um das bein passiv bisschen zu bewegen. Schläuche kommen morgen raus, schmerzen weiterhin erträglich ( 2-3 im bett, 5-7 beim aufstehen ) schlafen kann ich mit schiefer seitenlage sogar ganz gut.

    2er Post OP Tag: Bisher der schlimmste, das Schläuche ziehen geht zwar schmerzmäßig da mein Bein praktisch taub ist, aber die Narben zu sehen ruft bei mir wieder ins Gedächtnis, was für eine heftige OP das einfach war. Das ganze Knie ist voll mit narben und schläuchen, absolute Horror-Optik.


    Ansonsten versuche ich wieder aufzustehen, 3 mal gehe ich an dem Tag aus dem Bett, jedoch habe ich 2 Stunden gewartet nachdem die SChläuche gezogen wurden. Die Schmerzmittel im Katheter wurden runterdosiert. Mein Schmerzkatheter spinnt und brringt dauernd fehlermeldungen, (Luft war noch in der Tüte), was einigermaßen nervtötend ist.


    Schlafen geht wie die Tage vorher auch, kaum.

    3-5 tag: Schmerzkatheter wird immer weiter runterdosiert, daher spüre ich subjektiv keine Verbesserung der Schmerzen. Ich habe jedoch beim Aufstehen und auf's Klogehen eine gewisse Routine erreicht, aber es ist immer noch extrem nervig.

    5er Tag: Ich werde endlich entlassen! DAs Krankenhaus war überhaupt kein Spaß, das Essen war zum Mittag fast ungenießbar. Ich habe keinen Schmerzkatheter mehr, und ich habe das Gefühl das ich bisher schmerztechnisch überhaupt keinen Fortschritt gemachcct habe, eher im Gegenteil. Die Fahrt von Berlin nach Nürnberg ist extrem hart, und danach habe ich die schlimmsten bisherigen Post-OP Schmerzen. Vor allem habe ich nach dem langen Strecken im Auto das Verlangen, das Knie zu beugen, was natürlich nicht geht. Das ist fast unangenehmer als die Schmerzen selbst.


    Innerhalb des Knies gibt es so ziemlich alle erdenklichen Arten von Schmerz: Oberflächlicher wundartiger Schmerz,dann wiederliegender, subtilerer Schmerz. Ist extrem schwer zu besschreiben. Heute bleibe ichc nur im Bett und versuche soviel wie möglich zu schonen.

    8er Tag Post OP: Heute habe ich das erste mal seit 9 Tagen einige Stunden durchgeschlafen, und ich fühle mich nach dem Aufstehen hundemüde. Jetzt spüre ich langsam die ganze Belastung der letzten der Woche und dass ich im Schnitt nicht länger als 4 Stunden schlief/dämmerte.


    Später habe ich erste Physio, der Schmerz ist immer noch heftig, ich nehme Novalgin Tropfen dagegen, habe keine Lust auf Schmerzgedächnis, ich versuche so schmerzfrei wie möglich durch die Tage zu kommen. Allerdings will man sich auch nicht mit Chemie zustopfen. Die Medikamente vertrage ich gut: Ibuprofen und Novalgin.

    Gestern erste Physio gehabt, konnte aber noch keine Übungen machen, mir wurde nur gesagt ich soll immer mal wieder die Kniescheibe hochziehen bzw. Quadrizeps anspannen damit der Muskel nicht zu stark abbaut. Insgesamt fühlt sich das Knie bisher beim Kniescheibe hochziehen ssehr komisch an, irgendwie "schief". Naja war auch ein großer Eingriff. Außerdem Lymphdrainage, war am anfang unangenehm aber nach der Gewöhnungszeit dann eher wohltuend.

    Hallo,


    Ich wollte dich fragen wie es mit deinem Knie aussieht. Habe vor knapp drei Wochen auch eine trochleaplastik mit mpfl bekommen und mir kommt vor dass es sehr sehr langsam vorangeht (Streckung, Bein anheben bzw Beugung)


    Komme passiv auf ca 60/70 Grad und kann mein Bein nicht strecken bzw in gestreckter Position anheben.


    Läuft es bei dir besser mit der Physio?

    Hallo :)


    Ich hatte am 1. Juni auch eine Trochleaplastik und MPFL Plastik.


    Ich darf laut Chirurgen mein Bein für 4 Wochen nur 60° beugen und für 6 Wochen nur 15KG Teilbelasten. Hast du keine Begrenzungen gehabt?


    In 3 Wochen auf 70° ist gut, das ist nicht langsam...... Das ist eine grosse OP. Für den Körper ist es extrem, dass man etwas vom Knochen wegsägt, ein Band verletzt und danach Löcher in die Knochen bohrt. Dabei legen sich die Muskeln auch etwas anders, der Knochen ist anders ect. Das ist eine grosse Umstellung für den Körper. Das braucht Zeit.


    Ich darf für 6-8 Wochen nicht in einem Büro arbeiten und für 8-12 Wochen in keinem körperlich anstrengendem Beruf arbeiten.


    Ich kann mein Bein auch nicht heben, dass ist laut Physiotherapeut aber auch vollkommen normal, da die Muskeln extrem geschwächt sind durch die OP.


    Morgen kommt der eine Faden raus und bei den anderen beiden wird das Comfeepflaster abgenommen, habe 3 Fäden in mir, 2 lösen sich selbst auf :)


    Bei dieser OP stimmt das Sprichwort: Zeit heilt alle Wunden.

    Hey,

    bei mir wird diese OP voraussichtlich auch anstehen, es wäre toll, wenn alle, die auch operiert werden, mal ihre Einschätzung schreiben könnten. Ich studiere gerade und würde mich Anfang der Semesterferien operieren lassen, sodass ich dann ca. zwei Monate Zeit habe, bis es wieder mit dem Studium losgeht. Ich weiß, dass der Heilungsprozess länger dauert, aber wie habt ihr das erlebt, ist es schmerztechnisch möglich, nach zwei Monaten eigenständig mit dem Bus zu fahren, länger zu sitzen und sich zu konzentrieren?

    Lg Peanut13