Finger nicht mehr ganz streckbar + Schnappfinger. Hat jemand Tipps/ ähnliche Erfahrungen?

    Hallo liebes Forum!


    Ich bin 24 Jahre alt und habe ein Problem, mit welchem mir bisher leider kein Arzt/Ärztin so recht weiterhelfen konnte.


    Ich habe seit einem Jahr Probleme mit meinen Händen, die nicht mehr ganz so wollen wie früher. Das Problem tritt in beiden Händen, jedoch wesentlich stärker in der rechten Hand auf.


    Es fing damit an, dass ich quasi über Nacht steife Finger bekam, insbesondere die rechte Hand sehr schwach wurde und der kleine Finger sowie der Ringfinger ziemlich doll schnappten. Schwellungen hatte ich jedoch keine. Die akute Phase dauerte ca. 2 Wochen an bis die Symptome sich schließlich wieder etwas beruhigten.

    Seit ca. einem Jahr merke ich jedoch noch immer, dass meine Hände nicht wieder zum Normalzustand zurückgekehrt sind. Sobald ich etwas anstrengendere Aufgaben mit den Händen wahrnehme, wie z.B Keyboard spielen oder auf einer Tastatur tippen, schnappen vor allem die Finger der rechten Hand wieder.


    Außerdem fällt es mir schwer, die Finger der rechten Hand vollständig zu strecken und eine flache Hand zu bilden. Insgesamt fühlt es sich so an, als wären die Sehnen einfach zu kurz oder zusammengezogen.


    Ich war bei mehreren Orthopäden und einem Rheumatologen, die jedoch keine eindeutige Diagnose stellen konnten. Da ich meine Alltagsaufgaben mit den Händen auch noch ganz gut erledigen kann und die Symptome nicht extrem ausgeprägt sind, war das Interesse an einer aktiven Behandlung auch meist gering. Dennoch ist es für mich ziemlich belastend.


    Der Rheumatologe vermutete eine Schwäche des Bindegewebes, da ich auch recht schlank und gelenkig bin. Bei meinen Recherchen bin ich auch auf Morbus Dupytren gestoßen, was von den Symptomen auch ganz gut passt. Schmerzen verspüre ich wie gesagt auch keine. Gegen Dupuytren spricht für mich jedoch neben meinem Alter, dass die Symptome am Anfang sehr akut waren, dann abgeklungen sind und sich auf einem stabilen Niveau gehalten haben. Außerdem sind von außen keine Auffälligkeiten auf der Handinnenfläche zu erkennen. Alternativ habe ich noch an chronische Sehnenscheidentzündung oder Karpaltunnel gedacht. Aber so richtig passt das auch alles nicht.


    Da meine Ärzte etwas ratlos sind, wollte ich hier mal nachfragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat und ggf. einen Tipp hat, was noch helfen könnte. Zur Not versuche ich es auch mit Globuli :-p


    Würde mich sehr über eure Antworten freuen!


    Liebe Grüße!

  • 8 Antworten

    Schau mal hier:

    https://www.netdoktor.de/krank…ntzuendung/schnappfinger/


    Wurde dir denn Physio verordnet oder mal über Orthesen gesprochen?


    Orthesen für die Hand (Finger) sind nicht ganz einfach passend herzustellen, aber gute Therapeuten können das. Dir wird dann auch gezeigt, was Du vermeiden solltest und/oder wie Du mit Übungen das Problem evtl. verringern kannst.

    Wurde ein MRT gemacht oder ist das vorgesehen?


    Kortison, wie im Link angemerkt, könnte vorübergehend auch helfen. Wird es dann besser, könnte das auf entzündliche Prozesse hinweisen. Wurde ein großes Blutbild durchgeführt? Normalerweise machen bzw. sollten das zumindest die Rheumatologen vornehmen.

    Hallo Fiizlypuzzly!


    Vielen Dank für deine Antwort!


    Ja das mit der Sehnenscheidenentzündung hatte der erste Orthopäde auch vermutet. Allerdings konnte der Rheumatologe beim Ultraschall dafür keine Anzeichen sehen (ausgeschlossen hat er es aber glaube auch nicht).


    Physio wurde noch nicht verschrieben ebenso wenig wie Orthesen. Werde mir demnächst nochmal einen Termin machen und das dann vorschlagen. Ein MRT wurde noch nicht gemacht, bisher nur ein Röntgenbild, welches aber soweit unauffällig war.


    Der zweite Orthopäde hatte erstmal von Kortison abgesehen, da er Angst hatte, dass die Sehne dann reißen könnte. Und für eine Op wäre es anscheinend zu schwach. Aber vielleicht sollte ich es mit dem Kortison doch mal probieren.


    Schmerzmittel hatten nur leider auch keine Wirkung gezeigt.


    Ein Blutbild wurde durchgeführt, um nach einem Rheumafaktor zu suchen. Auch negativ. Allerdings liegt Rheuma tatsächlich in der Familie. Ob es dadurch auch ein großes Blutbild war kann ich leider nicht sagen.


    Liebe Grüße!

    Anonymous562728 schrieb:

    Der zweite Orthopäde hatte erstmal von Kortison abgesehen, da er Angst hatte, dass die Sehne dann reißen könnte. Und für eine Op wäre es anscheinend zu schwach. Aber vielleicht sollte ich es mit dem Kortison doch mal probieren.

    Der Zusammenhang zwischen Kortison und Sehne reißen erschließt sich mir nicht.

    Scheinbar hat der Orthopädie nicht soviel Ahnung von Kortison. Damit steht er allerdings auch nicht alleine da und leider wird viel falsch gemacht, auch was das Ausschleichen betrifft.


    Wenn Du Kortison nehmen solltest, genügen nach meinem Empfinden und eigener Erfahrung max. 5mg am Tag. Sollte eine Besserung eintreten, keine Schmerzen mehr vorhanden sein, dann macht es nichts das durchgehend für 2 - 3 Monate einzunehmen.


    Niemals abrupt absetzen, sondern dann jeweils wöchentlich 1mg weniger bis zum Ende nehmen. Sollte dir iwas von gefährlich und blablabla erzählt werden, vergiss es.


    Ich nehme mittlerweile seit mind. 10 Jahren tägl. 4mg Kortison und habe damit mein Rheuma (Schmerzen) im Griff. Natürlich muss ich nach so langer Zeit mit Auswirkungen rechnen, aber ich habe keine andere Wahl mehr.


    Das mal so für dich zur Info.


    Ich kann dir nur raten, am Ball zu bleiben. Du hast die Probleme und da wäre das mindeste, weiterhin eine Abklärung vorzunehmen und dir Physio und/oder Ergo zu verschreiben. Evtl. musst/solltest Du nochmal den Orthopäden wechseln. Bestehe auch auf die Verordnung über Physio/Ergo.


    Wenn in deiner Familie schon Rheuma bekannt ist, bleibe auch hier am Ball. Je früher eingegriffen wird, umso besser. Manchmal dauert es, bis der Körper auch über das Blutbild Probleme zeigt. Leider war das bei mir so.


    Ich hoffe Du bekommst die Hilfe und Unterstützung, die Du jetzt brauchst.

    Nachtrag.

    Rheumatologen sind die, die sich mit Kortison bestens auskennen - müssen und sollten sie jedenfalls. Alle anderen Ärzte verschreiben es meistens nur nach Berichterstellung der Rheumatologen.


    Damit will ich keinen Ärzten Unfähigkeit vorwerfen, nur leider haben so manche nicht wirklich Ahnung vom Umgang mit Kortison, was ich hier schon einigen Threads, Fäden entnommen habe.

    Fizzlypuzzly schrieb:

    Der Zusammenhang zwischen Kortison und Sehne reißen erschließt sich mir nicht.

    ...da sind die Cortisonspritzen gemeint. Die allgemeine Regel besagt, eine Sehne sollte nicht öfter als 3x (in einem Jahr) mit Corticoide gespritzt werden, sonst wird sie porös und kann reißen. Das habe ich schon ein paar Mal bei Patienten erlebt.
    Bei einem Schnappfinger wird in der Regel "nur" das Ringband operativ (ambulant 10 min.) entfernt und gut ist. Würde auch nicht zu lange damit warten, da die Folgeschäden am Gelenk, durch die Überbelastung des Knorpels, das größere Problem darstellt!

    giuanni schrieb:

    ...da sind die Cortisonspritzen gemeint.

    Danke, das leuchtet mir ein.@:) Habe daran überhaupt nicht gedacht.

    giuanni schrieb:

    Bei einem Schnappfinger wird in der Regel "nur" das Ringband operativ (ambulant 10 min.) entfernt und gut ist. Würde auch nicht zu lange damit warten, da die Folgeschäden am Gelenk, durch die Überbelastung des Knorpels, das größere Problem darstellt!

    Die Gefahr der Folgeschäden sehe ich auch so, wenn man das ohne ein Konzept zu haben, nicht weiter beachtet.

    Ich hatte mal einen Schnappfinger, nämlich am rechten Daumen. Grund war eine Ringbandstenose, welche ambulant operativ behoben wurde. Ging sehr gut, man sieht nicht einmal eine Narbe. Das Ringband wurde auch nur geweitet durch eine Einkerbung und nicht entfernt. Mir hat es geholfen. Cortisonspritzen wurden angesprochen, der Erfolg aber auch nicht besonders hoch bewertet. Ich war erst beim Hausarzt, von da zum Orthopäden, der hat mich zum Handchirurgen überwiesen!

    Dimple schrieb:

    Das Ringband wurde auch nur geweitet durch eine Einkerbung und nicht entfernt.

    ...ich wollte auch sagen "aufgetrennt" nicht entfernt:_D. Da hast du recht Dimple.