Frage zu Tramadol 50mg Retardkapseln

    Hallo,


    ich hab gestern zum 1. Mal Tramadol genommen, die 1. um 11 Uhr, nach 2 Std. nachdem ich keine Verbesserung der Schmerzen spürte, hab ich noch eine genommen, ebenfalls ohne Wirkung.


    Ich hab gelesen, daß die Wirkung nach etwa 30-60min. einsetzten würd.


    Nun wollt ich mal fragen, ob ich auch 2 auf einmal nehmen kann, oder ist dies schon zuviel?


    Und falls es zu irgerndwelchen Nebenwirkungen kommen sollte, hat man die gleich, oder können die auch erst nach Std. auftreten?


    Nehm Tramadol wegen meiner Gelenksschmerzen.


    Gruß

  • 31 Antworten

    Was sagt Dein Arzt?


    Mit Tramadol sollte man verantwortungsbewusst umgehen (okay, die Retard-Kapseln bergen weniger Risiken als unretadierte Formen). Einfach mal so mehr nehmen, ohne dass es mit dem Arzt besprochen wurde, sollte man vermeiden.


    Wenn eine Tablette nicht ausreicht, solltest Du dies mit Deinem Arzt besprechen. Und dann die Dosis ändern, das Präparat ändern, eine Kombination aus retardiertem Tramadol und ggf. einem anderen Schmerzmittel anstreben,...

    @ sunflower73

    ich nehm doch die erst seit gestern, da kann ich doch nicht schon am Montag wieder beim Arzt auf der Matte stehn und sagen, die bringen nix, der lang sich ja an den Kopf.


    Dauert des nett ne Weile bis man ne Linderung verspürt, ich mein damit die Dauer der Einnahme.

    Nee Chi,


    ich mach ja schon lang rum mit meinen Gelenksschmerzen, sicherl. hab ich zuerst Ibu, Diclo und auch Novaminsulfon bekommen. Hat aber überhaupt nett geholfen, deshalb hab ich den Arzt auf ein andres Mittel angesprochen und dann hat er mir Tramadol verschrieben. Er meinte ich soll erstmals eine nehmen, wenn's nett besser wird, dann nochmals eine.


    Aber ob ich gleich 2 auf einmal nehmen kann, weiß ich halt nett.

    Wenn Retard bedeutet, daß die Wirkung verlangsamt einsetzt, dann versteh ich nett, warum in dem Beipackzettel was von 30-60 min. steht und dann müßte ich ja über nen längeren Zeitpunkt das Mittel nehmen, um überhaupt mal ne Linderung zu verspürn.


    Lieg ich da richtig?

    Eben WEIL es nicht funktioniert und DU anfängst, unverantwortlich eigenmächtig zu dosieren, MUSST Du Montag beim Arzt auf der Matte stehen.


    Entweder man hat nach 1-2 Tagen einen Effekt – oder da passt die Medikation nicht. Retard-Medikamente müssen erst einen gewissen Spiegel aufbauen, das dauert einige Tage. Aber was retardiert bedeutet, sollte Dein Arzt erklären. Und auch Ideen haben zur evtl. Überbrückung, bis Du den richtigen Spiegel hast.


    Eigenmächtiges Aufdosieren von Opioiden ist das Schlechteste, was Du tun kannst.

    Retard bedeutet auch, dass die Wirkung möglichst lange anhalten soll und die potenziellen Nebenwirkungen durch Vermeidung von hohen-sofort-wirkenden Schmerzmitteldosen verhindert werden.


    Die Anweisung:

    Zitat

    2–4 Hartkapseln, retardiert Tramadol-ratiopharm 50 mg zweimal täglich (entsprechend 200–400 mg


    Tramadolhydrochlorid pro Tag), wobei sich die Einnahme morgens und abends empfiehlt. Gegebenenfalls


    sollte auf geeignetere Darreichungsformen ausgewichen werden.

    wäre so zu verstehen, dass man tatsächlich mehrere Kapseln auf einmal nehmen kann. Zum Beispiel 2 Kapseln morgens und 2 abends.


    Welche Dosierungen der anderen Schmerzmittel hast du denn schon durch? Manchmal ist die Kombination 2er Wirkstoffe sinnvoller. Das muss dir allerdings dann dein Arzt verordnen – und zwar richtig (mit Dosierung).

    @ Sunflower73

    ich hab doch noch gar nett eigenmächtig dosiert, ich bin in Puncto Schmerzmittel echt vorsichtig, deshalb hab ich hier ja mal geschrieben.


    Du schreibst was von nem gewissen Spiegel und das das einige Tage dauern kann. Also könnt ich im Prinzip heut und morgen nochmals 2-4 Tabletten nehmen und wenn's dann nix bringt, zum Arzt, ja?

    Zitat

    ich hab gestern zum 1. Mal Tramadol genommen, die 1. um 11 Uhr, nach 2 Std. nachdem ich keine Verbesserung der Schmerzen spürte, hab ich noch eine genommen, ebenfalls ohne Wirkung.

    Hat Dein Arzt das so angeordnet oder nicht? Wenn nicht, war es eine eigenmächtige Dosierung. ;-)


    Bei Opioiden, auch retardierten, sollte man einfach vorsichtig sein und v.a. in engem Kontakt mit dem Arzt bleiben.


    Wenn er Dir nur je eine morgens und abends verordnet hat, dann nimm' diese in den nächsten Tagen und kombiniere ggf. mit anderen, Dir bekannten Mitteln. Aber eigentlich soll so etwas mit dem Arzt besprochen werden.


    Hat er Dir zudem was von eingeschränkter Fahrtauglichkeit in den ersten Wochen der Opioid-Einstellung gesagt? Eigentlich sollte man ca. 6 Wochen bzw. bei Aufdosierung NICHT Auto fahren.


    Frage am Rande:


    Ist das ein Schmerzmediziner – oder einfach nur Dein Hausarzt? Wenn letzteres der Fall ist, würde ich mir langfristig einen guten Schmerzmediziner suchen.

    Und nochwas:


    "2x täglich" heißt bei retardierten Opioiden alle 12 Stunden. Morgens um 8h, abends um 20h. Oder um 11h und 23h. Mein Schmerzmediziner hat mich seinerzeit sogar genötigt, mir am Sonntag den Wecker zu stellen. ]:D

    Zitat

    Ibuprofem/Voltaren/Novalgin

    Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung sind die Nebenwirkungen dieser Mittel weitaus höher (Magengeschwüre, Magenbluten, Nierenschädigung) als die von Tramadol . Das gilt natürlich für den richtigen Umgang mit den Medikamenten.


    Tramadol braucht tatsächlich unter Umständen 2 bis 4 Tage, bis es richtig wirkt. Oder anders: man braucht diese Zeit (nennt man Titrationsphase), um die richtige Dosis herauszufinden. Es ist durchaus möglich, dass 50 mg kaum Wirkung zeigen und man tatsächlich alle 12 Stunden 100 bis 200 mg nehmen muss. Die Wirkung tritt tatsächlich bereits nach einer Stunde ein, allerdings meist zuerst die Nebenwirkung, bis zur spürbaren Schmerzlinderung können am Anfang schon mal bis zu 2,5 Stunden vergehen. Ist ein Wirkstoffspiegel aufgebaut, ist bei ausreichender Dosierung kaum noch ein Unterschied zu merken. Bevor der Wirkspiegel sinkt, nimmt man dann schon die nächste Dosis.


    Der Einnahmeintervall bei Tramadol sollte in etwa eingehalten werden. Am Anfang sich auch bitte nichts vornehmen, sondern einplanen, dass möglicherweise Übelkeit und Schwindelgefühl eintreten. Diese Nebenwirkungen verfliegen aber nach ein paar Tagen fast vollständig. Im Gegensatz zu oben genannten Medikamenten ist die Wirkung von Tramadol auf Magen und Nieren fast zu vernachlässigen. Vorsicht ist nur bei Leberfunktionsstörungen geboten.

    @ whoopi

    Gute Besserung.

    Ich bin grad mal wieder schlicht weg überfordert. Hab auch mal gegoogelt, da stand z.B. man soll keinen Kaffee, Milch oder Tee trinken, hab ich alles gemacht.

    @ Sunflower73

    es war mein Hausarzt und er hat zu mir gesagt, daß ich nach ner Std. wenn ich nichts merk die nächste nehmen könnt und nix von wegen nett Auto fahrn oder sonstiges, ich hab mich heut verhalten wie normal, u.a. auch Sport betrieben, dass ist doch okay?

    @ estrelle

    danke für deine ausführl. Beschreibung.


    Wenn ich das hier so les, vergeht's mir schon wieder. Und ich dachte mit dem Tramadol hab ich endl. was gefunden, daß auch wirkt und vorallem schnell.

    Zitat

    ich dachte mit dem Tramadol hab ich endl. was gefunden

    Hast Du doch auch, für ein neues Medikament muss man jedoch etwas Geduld haben. Wenn die Nebenwirkungen nicht so schlimm sind, gibt es nichts gegen Sport einzuwenden, vielleicht nicht gerade auf dem Hochseil. Nach der Eingewöhnung kannst Du auch wieder Auto fahren. Bloß Alkohol würde ich strikt vermeiden (höchstens ein Glas, wenn Du in den nächsten Stunden nicht mit dem Auto fährst oder aufs Hochseil willst ;-) ).


    Schnell wirkende Opiate (meist in Tropfenform) machen manche Menschen schnell abhängig. Retardprodukte sind in dieser Hinsicht weniger bedenklich. Trotzdem müssen sie wieder ausgeschlichen werden, damit es nicht zu Entzugserscheinungen kommt. Wenn Du Deine Dosierung gefunden hast, wirst Du zufrieden sein. Für Schmerzspitzen (Schmerzdurchbruch) könntest Du zusätzlich auch mal 30 Tr. Novalgin nehmen.

    Das Tramadol IST eine gute Lösung. Du musst jetzt halt auf einen dauerhaften Wirkstoffpegel kommen und die richtige Dosis finden. DANN ist es ein sehr gutes und wirksames Medikament, welches halt viele Nebenwirkungen NICHT hat.


    Das mit Kaffee, Tee etc. ist mir neu.