Impingement der Schulter

    Hallo zusammen,


    als ich im November 2017 schwimmen war, konnte ich mitten in der Bewegung nicht weitermachen vor Schmerzen im linken Oberarm. Ich war dann beim Arzt, weil der Schmerz dann immer wieder auftrat. Dort wurde mir geraten Arnikasalbe zu verwenden - es sei eine Zerrung. Der Schmerz trat auch nicht immer auf, so dass ich nichts weiter gemacht habe als abends und morgens einzuschmieren. Im Januar 2018 wurde es dann so schlimm, dass mir morgens beim Anziehen schlecht wurde nach einer Bewegung. Ich war dann sofort bei einem anderen Arzt und der hat mich direkt zum MRT geschickt.

    Die Diagnose lautet Entzündung der Supra-Spinatus-Sehne und Impingement in der Schulter. Kalkschulter wurde ausgeschlossen. Ich habe dann vom Orthopäden Krankengymnastik verschrieben bekommen. Ich war dann 9 Wochen lang 2mal pro Woche dort und habe auch zu Hause Übungen gemacht. Es ist in der Zeit schlimmer geworden. Ich war dann wieder beim Arzt und er hat mir Ibuprofen 600 verschrieben für morgens und abends. Die habe ich dann 3-4 Wochen eingenommen. Im Mai habe ich dann zusätzlich Wobenzym N genommen und damit sind die Schmerzen weggegangen. Allerdings kann ich den Arm nicht heben. Mehr als 45° Grad bekomme ich ihn nicht abgewinkelt, dann blockiert das Gelenk und die Schmerzen kommen wieder. Wobenzym nehme ich nun seit Anfang Mai regelmäßig.


    Hat jemand Tipps für mich, wie ich die Schulter wieder beweglich bekomme? Ich kann mir kaum die Haare fönen und auch sonst bin ich stark eingeschränkt durch die Unbeweglichkeit.

  • 15 Antworten

    du kannst im netz mal schauen, da finden sich jede menge übungen stichwort "frozen shoulder". es hilft nur geduld und durchhaltevermögen bei den übungen. 1-2 jahre kann es dauern, bis es wieder normal wird.

    Vielen Dank für eure Antworten. Den Begriff "Frozen shoulder" hatte ich schon gehört, aber irgendwie für mich ausgeschlossen - warum, kann ich garnicht sagen. Auf jeden Fall habe ich den Link von dir, lonalao, ausgiebig studiert und er ist sehr hilfreich. Ich hatte schon selbst im Netz gesucht, aber so ausführlich habe ich das nirgends gefunden. Einige dieser Übungen habe ich bereits gemacht, aber durch die Verschlimmerung der Schmerzen habe ich das nicht mehr so häufig gemacht. Das muss ich dann jetzt ändern. Danke nochmal!!

    die verschlimmerung der schmerzen kann auch dadurch gekommen sein, daß du grad in der ersten phase warst- wo typischerweise die schmerzen schlimm sind und die bewegungsfreiheit sich mehr und mehr einschränkt. vielleicht kriegst du auch nochmal physiotherapie verschrieben, oder jedenfalls mach die übungen- wie gesagt, man braucht geduld. gut ist auch sich so einen großen faszien- ball zuzulegen und damit "gegen die wand" zu rollen, an den einzelnen triggerpunkten länger verbleiben.

    Ein Impingement ist langwierig. Man muss viel trainieren, braucht Zeit und Geduld.


    ein impingement syndrom ( Schulterengpass) läßt sich mit der richtigen therapie und viel eigenübung gut beheben!


    bei einem schulterengpass werden weichteile v.a. die sehne des musculus supraspinatus unter dem schulterdach eingeklemmt. in nachbarschaft liegende sehnen z.b. die bicepssehnen sind ebenfalls von der einklemmung betroffen.


    der oberarmkopf klemmt die sehnen unter dem schulterdach ein was zu bewegunsgschmerzen und ruheschmerzen führt.


    der arm läßt sich dann kaum anheben bzw das überkopfheben ist kaum möglich.


    ursache ist z.b.


    - regelmäßiges überkopfarbeiten


    - muskuläre dysbalancen der schultermuskulatur. die muskeln welche den oberarmkopf "nach unten" ( humeruskopfdepressoren) ziehen sind zu schwach so das der oberamkopf in die pfanne gepresst wird.


    - muskuläre verkürzungen v.a. des brustmuskles


    - verspannungen


    - haltungsschwäche ( krumme körperhaltung)


    - fehl- und überlastung z.b. chronisches arbeiten mit den armen, sport wie etwas handball usw..


    therapie:


    ziel ist es das gestörte muskuläre gleichgewicht wieder in ordnung zu bringen und die schultermuskulatur v.a. die depressoren ( muskeln welche den oberarmkopf nach unten ziehen) aufzutrainieren.


    es soll also der schulterhochstand wieder normalisiert werden.


    d.h.


    - verbessern des muskulären gleichgewichtes ( abgeschwächte muskeln auftrainieren, verkürzte aufdehnen)


    - verbessern der gestörten oberarmkopfbeweglichkeit ( kaudalgleiten erarbeiten) durch "manuelle therapie"


    - dehnung verkürzter muskeln


    - haltungstraining ( aufrechte haltung erarbeiten)


    - schmerzlindernde elektrotherapie


    - manuelle therapie zur erweiterung des raumes zwischen oberarmkopf und schulterdach


    hausaufgabe:


    - überkopfarbeiten unbeding meiden


    - schwer heben und tragen meiden


    - wärme oder kälteanwendungen ( mal austesten was besser ist)


    - hausaufgabenprogramm vom therapeuten erstellen lassen


    da ganze dauert aber seine zeit. d.h. mit einigen wochen musst du schon rechnen.


    Eine Behandlung wie sie u.a. durchgeführt wird, kannst du hier sehen, das hab ich mal rausgesucht:


    Übungen gegen ein Schulter-Impngement!!!

    Hyperion, vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen.

    Leider habe ich meine 18mal Physiotherapie schon aufgebraucht, die mir der Orthopäde verschreiben konnte. Ich habe aber jetzt einen Termin beim Zahnarzt und der darf mir unendlich viele aufschreiben und macht das auch.


    AnnaKarma, meine Physiotherapeutin ist super gewesen. Sie hat auch ganz viel ausprobiert und es auch mit manueller Therapie versucht. Leider sind 18 Anwendungen schnell vorbei.


    lonalao, das mit dem Faszienball habe ich auch gemacht. Mein Oberarm ist nur so empfindlich, dass er dann schon total blau war und mir die Oberfläche sehr weh tat. Da habe ich das dann nicht mehr so oft gemacht.


    Ich bin euch allen aber wirklich dankbar für eure Tipps und habe gestern bereits angefangen Übungen auszuprobieren, die ich bisher nicht kannte. Gehört jetzt noch etwas Disziplin zu das am Tag mehrfach zu machen, aber ich will die Bewegungsfreiheit wieder erlangen und hoffe, dass ich das schaffe.

    tinka schrieb:

    Ich bin euch allen aber wirklich dankbar für eure Tipps und habe gestern bereits angefangen Übungen auszuprobieren, die ich bisher nicht kannte. Gehört jetzt noch etwas Disziplin zu das am Tag mehrfach zu machen, aber ich will die Bewegungsfreiheit wieder erlangen und hoffe, dass ich das schaffe.

    das schaffst du!:)^

    eine super übung, die mir die physio gezeigt hat war: die hand auf den rücken legen (steißbeinhöhe, wenn das geht) und drauf achten, daß die schulter sich nicht "hochzieht"- dann den brustkorb etwas rausstrecken (tut unheimlich weh ;-) und etwas halten. diese übung sollte man jede stunde mal machen- geht aber auch gut, weil man die wirklich überall machen kann und nix extra dafür braucht. :-)

    lonalao schrieb:

    die hand auf den rücken legen (steißbeinhöhe, wenn das geht) und drauf achten, daß die schulter sich nicht "hochzieht"- dann den brustkorb etwas rausstrecken (tut unheimlich weh ;-) und etwas halten

    Habs ausprobiert.... %:| Die Hand nach hinten zu bekommen war schon eine Qual... und dann noch den Brustkorb rausstrecken.... Jetzt ist mir schummrig.... Puh... tat das weh...

    ja, es ist aber eine unheimlich effiziente übung- wenn man dran bleibt, tut es bald auch nicht mehr so weh! es deht die faszien und das ganze gelenk, so daß die gelenkskapsel etwas mehr "platz" hat, das ist wichtig um die beweglichkeit wieder herzustellen.

    zum vergleich kannst du es ja auch mal auf der anderen seite machen (bei der gesunden schulter)- da tut nix weh und man kann die hand sogar höher rauftun. ;-)

    Ich 68, männlich hatte 2005 eine schmerzhafte linke Schulter, für Monate und konnte den linken Arm nur 90 ° (bis waagrecht) hochheben. Zwei Orthopäden und ein Hausarzt haben viel versucht, Röntgen, Elektrotherapie, Spritzen, Salben und Schröpfen. Ich war frustriert. Habe dann 150g trockenen Schachtelhalmtee aus der Apotheke in einen Waschlappen gestopft, verschlossen und mit Pflaster auf der Schulter fixiert. Nach 3 Stunden wurde ich nachts wach. Es fühlte sich an als wenn jemand den Schmerz aus der Schulter ziehen würde! Nach 3 Stunden waren die Schmerzen komplett wie verflogen. Dann habe ich mir fünfmal Krankengymnastik verschreiben lassen. Dabei wurden durch Arm heben und Halten die verkürzten Sehnen und Muskeln wieder auf ihre notwendige Länge gebracht. Das war vor der Schachtelhalmtherapie nicht möglich, da die Schmerzen zu stark waren, obwohl ich es monatelang versucht hatte.

    Fünf Jahre später war die rechte Schulter betroffen. Ich habe sofort trockenen Schachtelhalmtee darauf fixiert, war nach einigen Stunden wieder schmerzfrei und habe Dehnübungen gemacht, bis die Schultert wieder beweglich und schmerzfrei war. Die Dehnübungen gehen am leichtesten in Rückenlage, indem man den Arm soweit es geht gestreckt nach oben führt und so lange hält wie es geht (eine Flasche Wasser hilft dabei). In Seitenlage auf die blockierte Schulter legen und mit dem Oberarm soweit zum Ohr gehen, wie es geht: dehnen und halten.

    Die Schachtelhalmtherapie wende ich seit nun 13 Jahren bei mir und meinem Vater an, bei Hüft- und Knieschmerzen, generell bei allen Entzündungen.