• Knieschmerzen ohne Ursache

    Hallo liebe Forum-Leser,mein Name ist Erik, ich bin 20 Jahre alt und habe mittlerweile seit einem Jahr Schmerzen in beiden Knien, für die keine Ursache bekannt ist. Ich bitte jeden, sich das ganze einmal durchzulesen da ich auf jeden Hilfe angewiesen bin. Ich bin seit Juni nicht mehr in der Arbeit, weil die Schmerzen es nicht zulassen. Ich war mittlerweile…
  • 26 Antworten

    Hm, es scheint wirklich etwas verzwickt. Auf Rücken hätte ich jetzt auch noch als Möglichkeit getippt, aber wenn Ledenwirbel-MRT nichts gezeigt haben, dann scheint das wohl auch ausgeschlossen. Warst du schon mal beim Neurologen? So ganz lasse ich den Ischias gedanklich noch nicht aus dem Blick.

    Dass du eine psychosomatische Komponente nicht gänzlich ausschließt überrascht mich ehrlich gesagt etwas. Ansonsten kommst du nämlich ziemlich taff rüber und solche Menschen schließen etwas Psychisches eher aus bzw. haben dafür keinen Blick.

    Hast du in der Vergangenheit irgend welche andere Erfahrungen mit deinem Körper gemacht, die eine Neigung zu psychosomatischen Reaktionen gezeigt haben?

    Du musst das hier nicht beantworten, aber eine Frage, die mir noch einfällt ist, ist mit deinem Sexualleben alles in Ordnung? Das schlägt auch mal auf den unteren Rücken durch und von dort ist es nicht weit ins Knie. Ist aber nur so ein Gedanke.

    Evoluzzer schrieb:

    Hm, es scheint wirklich etwas verzwickt. Auf Rücken hätte ich jetzt auch noch als Möglichkeit getippt, aber wenn Ledenwirbel-MRT nichts gezeigt haben, dann scheint das wohl auch ausgeschlossen. Warst du schon mal beim Neurologen? So ganz lasse ich den Ischias gedanklich noch nicht aus dem Blick.

    Dass du eine psychosomatische Komponente nicht gänzlich ausschließt überrascht mich ehrlich gesagt etwas. Ansonsten kommst du nämlich ziemlich taff rüber und solche Menschen schließen etwas Psychisches eher aus bzw. haben dafür keinen Blick.

    Hast du in der Vergangenheit irgend welche andere Erfahrungen mit deinem Körper gemacht, die eine Neigung zu psychosomatischen Reaktionen gezeigt haben?

    Du musst das hier nicht beantworten, aber eine Frage, die mir noch einfällt ist, ist mit deinem Sexualleben alles in Ordnung? Das schlägt auch mal auf den unteren Rücken durch und von dort ist es nicht weit ins Knie. Ist aber nur so ein Gedanke.


    Ja, ich seh mich natürlich schon als selbstbewussten Menschen. Ausschließen möchte ich das psychische nur trotzdem nicht, weil es mich einfach nicht weiterbringen würde. Ich muss alles in Betracht ziehen. Und ich weiß einfach auch, dass es mir in der Zeit in der die Schmerzen angefangen haben, bzw die Zeit davor, sehr schlecht ging wegen der Thematik mit meinem verstorbenen Freund. Also wirklich sehr sehr schlecht. Mittlerweile geht es mir wieder gut, weil ich auch eine Partnerin habe die mich sehr glücklich macht. Also auch mit dem Sexualleben ist alles in Ordnung. Nur kann ich eben nicht ausschließen, ob es damals innerlich nicht vielleicht ein Trauma ausgelöst hat, was ich jetzt so nicht sehe. Ich will einfach alles in Betracht ziehen.


    In einer Woche bin ich aus der Schmerzklinik raus und kümmere mich um einen Termin bei einem Psychiater/Neurologen um eben genau das abzuklären. Vielleicht ist es ja tatsächlich eine somatoforme Schmerzstörung die aus dem Trauma hervorgeht.

    Ich bitte trotzdem darum, dass jeder der das hier liest gerne weiterhin seine Vermutungen äußert. Ich will nichts unversucht lassen und bin für jede Meinung offen :) Morgen kommen in der Klinik dann erstmal Blutegel auf meine Knie, ich bin gespannt ^^

    ErikJung schrieb:

    Morgen kommen in der Klinik dann erstmal Blutegel auf meine Knie, ich bin gespannt ^^

    So etwas gibt es heutzutage noch? Hm, da könnte man ja auch Besprechen ausprobieren - oder?

    Wenn du selbst einen Zusammenhang mit deinem verstorbenen Freund als mögliche Komponente in Betracht ziehst, dann ist es vielleicht nicht abwegig. Ein Verlust ist immer eine schmerzhafte Sache, wo sich dieser Schmerz manifestiert ist eine andere.

    Möglicherweise hängen deine Schmerzen der Sache bzw. deinem Freund noch etwas länger hinterher. Gedanklich ist man da meist schneller wo anders als der Rest von einem selbst.

    Hast du den Verlust deines Freundes mit Trauer(arbeit) abschliessen können, also ich meine so richtig, mit Rotz und Wasser, sonst steckt mEn noch zu viel davon in dir drin.

    Evoluzzer schrieb:
    ErikJung schrieb:

    Morgen kommen in der Klinik dann erstmal Blutegel auf meine Knie, ich bin gespannt ^^

    So etwas gibt es heutzutage noch? Hm, da könnte man ja auch Besprechen ausprobieren - oder?

    Wenn du selbst einen Zusammenhang mit deinem verstorbenen Freund als mögliche Komponente in Betracht ziehst, dann ist es vielleicht nicht abwegig. Ein Verlust ist immer eine schmerzhafte Sache, wo sich dieser Schmerz manifestiert ist eine andere.

    Möglicherweise hängen deine Schmerzen der Sache bzw. deinem Freund noch etwas länger hinterher. Gedanklich ist man da meist schneller wo anders als der Rest von einem selbst.

    Hast du den Verlust deines Freundes mit Trauer(arbeit) abschliessen können, also ich meine so richtig, mit Rotz und Wasser, sonst steckt mEn noch zu viel davon in dir drin.

    Ne da war über einige Wochen sehr viel „Rotz und Wasser“ wie du es nennst. Bin auch als es draußen wärmer war dann sehr aktiv an‘s Grab gegangen und bin da im Endeffekt alles losgeworden was ich sagen wollte. Ich kann’s mir nur schwer vorstellen, aber was vielleicht noch im Unterbewusstsein hängt weiß ich eben nicht. Alles in allem bin ich nämlich durchaus ein eher sensibler Mensch, trotz meinem Selbstbewusstsein.

    ErikJung schrieb:

    Alles in allem bin ich nämlich durchaus ein eher sensibler Mensch, trotz meinem Selbstbewusstsein

    Naja, es birgt immer so seine Risiken, nach außen hart und innen weich. Vielleicht etwas mehr Weichheit/Verletzlichkeit nach außen zulassen.

    Dass mit deinem Freund tut mir sehr leid, dass muss wirklich etwas Besonderes gewesen sein. :°_

    ErikJung schrieb:

    nd was dir Muskulatur angeht, wenn ich nicht krank geschrieben wäre, würde ich im Fitnessstudio arbeiten. Meine Muskulatur trainiere ich seit über 2 Jahren dort. Ich hab sicher nicht so wenig, dass es zu solchen Schmerzen kommt. Ich danke für deine Antwort :)


    ErikJung schrieb:

    Die Schmerzen sind aber vor allem im ersten lockdown Anfang 2020 stärker geworden. Also in einer Phase, in der ich nicht arbeiten musste

    Meine Meinung (und Theorie eins Laien): Im Knie gibt es Probleme bei der Versorgung des Knorperls mit Nährstoffen. Das war solange ein kleines Problem, wie die Muskulatur Dein Knie gestützt hat bzw. es regelmäßig gut bewegt wurde.

    Im Lockdown ist das Training entfallen und damit entstanden die Schmerzen.

    Mein Ideen: BBP-Training und Dehnen der Muskulatur von der Zehe bis zum unteren Rücken.

    Ich drücke die Daumen.

    Mehno schrieb:

    Meine Meinung (und Theorie eins Laien): Im Knie gibt es Probleme bei der Versorgung des Knorperls mit Nährstoffen. Das war solange ein kleines Problem, wie die Muskulatur Dein Knie gestützt hat bzw. es regelmäßig gut bewegt wurde.

    Vermute auch so etwas. Hast du es schon mal mit Lympghdrainagen probiert? Vielleicht auch Fußreflexzonenmassage. Ich blubber jetzt mal so rum, du hast dir ja Ideen gewünscht.

    @EricJung

    Deine Frage im Eingangspost war ja auch, ob jemand sowas kennt.

    Ja! Es ist sogar ein häufig anzutreffendes Phänomen, daß insbesondere bei jüngeren, jugendlichen Patienten auftaucht. Mit einer erhöhten Anzahl bei weiblichen Patienten.

    Die Ursache, ist wie ich ja schrieb vollkommen unbewiesen. Es gibt keinen eindeutigen Hinweis, als Erklärung.

    Die bei dir festgestellte Erweichung des retropatellaeren Knorpels wird zwar häufig gestellt, der Knorpel selbst besitzt aber keinerlei Schmerzrezeptoren. Vermutet wird eine multifaktorelle Beteiligung der gesamten Bewegungskette.

    Wenn du die Unzähligen Abhandlungen zu PFPS, Patellofemorales Schmerzsyndrom liest, wird dir die völlige Ungeklärtheit deutlich.

    Häufig verschwinden die Beschwerden insbesondere bei jüngeren Patienten relativ spontan nach Verlaufsdauern die auch über 1 Jahr deutlich hinaus gehen können.

    Kniebandagen mit Zentrierung oder Einstellung der Patellae können in einigen Fällen sehr hilfreich sein. Müssen nicht. Auch hier gibt es keine klare Evidenz.

    Vermutet wir hier u.a ein Einfluß auf die Propriozeption der an der Bewegung beteiligten Muskeln die mit zeitlichem Zusammenspiel beteiligt sind.

    Wäre eine Möglichkeit des Versuches.

    Die verständliche Suche nach der Ursache wie du schriebst, ist leider sehr frustrierend.

    Was nach neuen Erkenntnissen einen Hinweis liefert ist ein QST Test, der zwar Auffälligkeiten liefert, aber leider auch keine therapeutische Konsequenz hat.

    Da du schon bei 11 Orthopäden warst! Ein Wahnsinn! Und niemand sagt was es "ist"?, obschon die orthopädische Praxis "voll" von genau diesen Patienten ist, läßt tief blicken.

    Jumpers Knee, Runners Knee u.a. sind Synonyme für dieses unverstandene Krankheitsbild.

    Ein bekannter englischer Orthopäde, der schon vor Jahren intensiv zu dieser Thematik forschte und sich selbst ohne Betäubung arthroskopieren ließ, um den Ort der Schmerzentstehung zu lokalisieren, wies später mit Kollegen durch pathologische Befunde an Patienten eine Reduktion von sensiblen afferenten Fasern der Gelenkskapsel nach. Bezug zu Link unten: "Ebenso entdeckten sie bei Patienten mit vorderem

    Knieschmerzsyndrom im Hoffaschen Fettkörper eine signifikant erhöhte Dichte an

    schmerzafferenten Substanz-P-Nerven 1".

    Siehe Seite 15.


    https://www.google.com/url?sa=…Vaw2pwotDYwX7DFpA9m8nx1i6


    Wofür auch der unten verlinkte Abstract mit QST Testung spricht. Das wäre dann wieder ein Fall für die Neurologie. Aber wie gesagt, auch das führt nach heutigen Möglichkeiten nicht zu einer ursächlichen therapeutischen Konsequenz.

    Möglicherweise wird es auf Grund deines Alters relativ plötzlich zu einer Spontanremission kommen, für die es auch keine fundierte Erklärung gibt. Die Chance liegt bei ca. 60%.

    Mehr läßt sich leider nicht sagen.

    Ansonsten! Viel Glück!

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10565551/

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17204440/

    Ich hatte mal 5 Jahre chronische Schmerzen in meinem linken Bein. Konnte oft nur 1-2 km am Stück gehen und konnte auch nicht lange sitzen. Hatte zig Therapien - war in Kliniken (Schmerzklinik und psychosomatische Klinik) und hatte auch Psychotherapie. Am Ende sind die Schmerzen einfach verschwunden. Von einen Tag auf den anderen. Puff, in Luft aufgelöst 🙂

    Es ist halt immer ein Problem, wenn man die genaue Ursache nicht kennt. Bei mir war es höchstwahrscheinlich psychosomatisch (ich hatte eine PTBS). Es ist im Grunde oft psychosomatisch, wenn keine organische Ursache gefunden wird. Wahrscheinlich ist das auch bei dir so. Was letztendlich bei mir geholfen hat, dass die Schmerzen verschwunden sind, kann ich dir nicht sagen. Vielleicht war es die Kombination aus vielen Therapien oder die Einstellung zum Schmerz (ich lernte mit der Zeit damit zu leben und kämpfte nicht mehr dagegen an). Was genau zur Heilung geführt hat, ist im Nachhinein eh nur schwer nachvollziehbar.

    Danke nochmal für euren weiteren sehr ausführlichen Antworten! Ich schau mir das alles was geschrieben wurde nochmal genauer an. Hilft mir alles irgendwo weiter :)

    Oft gibt es nicht nur die eine Ursache. Meist häufen sich mehrere Dinge an und irgend ein zusätzliches Ding bringt das Faß dann zum Überlaufen. Deshalb finde ich eine gesamtheitliche Betrachtung immer sinnvoll.