Kreuzbandoperation bei Ü40, totaler Unsinn? Oder ein Versuch wer

    Ich habe mir vor 20'Jahren das Kreuzband gerissen. Und den Meniskus. Damals wurde der Meniskus dann einfach entfernt. Heute weiß man, dass es fatale Folgen hat. Damals nicht. Und somit habe ichhochgradige Arthrose. Da ich erst Mitte 40 bin, wollte der Doc noch nicht über Gelenkersatz reden sondern über Knorpelglättung und dann - neuzüchtung. Das Ganze nennt sich Bioprothese, ist zwar nicht absolut erfolgsversprechend, aber einen berechtigten Versuch wert. Nun sagte der Doc, ob er nicht,weil er sowieso das Knie operiert und ich Reha brauche, nicht auch gleich das Kreuzband ersetzen soll. Ich war perplex, da ich nicht wusste, das es nach so langer Zeit noch Möglich ist. Jedoch habe ich nichts im Netz gefunden. Bisher war ich immer der Meinung, eine Kreuzbandplastik wird nur bei ganzen jungen Menschen erfolgreich gemacht. Allerdings würde es mich schon freuen, mal wieder ein Knie zu haben, was total in Ordnung ist. Wer hat Erfahrung? Oder kann was dazu schreiben?

  • 22 Antworten

    Ich glaube ich würde weder das eine noch das andere machen lassen. Diese 'Bioprothese' ist noch absolut im Versuchsstadium, du wärst noch mehr oder weniger ein Versuchskaninchen. So wie ich es verstehe hast du eine grossflächige Arthrose und da kenne ich bis jetzt keine erfolgreichen Knorpelzüchtungen/-transplantationen. Sollte man die 'Bioprothese' tatsächlich machen, dann wäre wohl eine Kreuzbandrekonstruktion tatsächlich sinnvoll wegen der Biomechanik. Da hätte ich aber wieder ein Fragezeichen wenn man es gleichzeitig macht. Knorpelregenerierende/ersetzende Verfahren gehen in der Regel mit einer langen Entlastungsphase einher, wogegen man bei der VKB-Rekonstruktion heute relativ aggressiv in die Belastung geht um eine gute muskuläre Unterstützung zu haben.

    Du hast es doch auch in der/den Schulter(n)? Das darfst Du bei der langen notwendigen Entlastung auch nicht unterschätzen.


    Grundsätzlich denke ich, dass diese Verfahren bei der richtigen Indikationsstellung Berechtigung haben. Ich hätte auch kein Problem damit, "Versuchskaninchen" zu sein, sofern man weiß, dass es ein Versuch ist und man auch das Scheitern verkraften könnte.


    Und: "Total in Ordnung" wird Dein Knie nicht werden, wenn es so vorgeschädigt ist, wie Du schon hier geschrieben hast. Die Erwartungshaltung halte ich nach einer so langen Vorgeschichte für unrealistisch.


    Ansonsten weiß ich auch nicht, ob die Nachbehandlungen der beiden OPs zueinander passen, aber da müssen Dich die Ärzte beraten.

    Ja, leider auch Schulter, das stimmt. Aber irgendwas muss mit dem Knie passieren. Es ist " nur" auf der Innenseite Arthrose. Der Aussenmeniskus ist intakt. Was könnte sinnvoll sein????Gehen/ Laufen/ Sport fällt mir sehr und ich bin sehr sportlich unterwegs. Würde es Sinn machen, den Knorpel glätten zu lassen und das Kreuzband zu ersetzen ?

    Was willst Du denn glätten, wenn kaum noch was da ist? Das macht sicher keinen Sinn mehr. Ist ja eh umstritten.


    Wenn Du "nur" auf der Innenseite den Schaden hast, war dann nicht mal eine Schlittenprothese im Gespräch?

    Schon mal was von Mikrofrakturierung gehört?


    Je nachdem, wie groß der Schaden ist, wäre dies eine Option.


    Ich hatte auch an der Innenseite einen Knorpelschaden und ein ruptiertes VKB.


    2012 wurde dies ersetzt und auch gleichzeitig die MF gemacht.


    Bei mir hat sich auch sog. Faserknorpel gebildet, obwohl ich mich an die Entlastungsphase nicht halten konnte.


    Treib auch viel Sport und seit längerer Zeit ist das Knie ganz okay.

    Zitat

    Die Frage ist, wie großflächig der Schaden ist.

    Stimmt, bis zu einer gewissen Größe geht das mit der MF, weiß allerdings nicht mehr das Maß.

    Ist dann mit der Schulter-Prothese überhaupt eine gewisse Entlastung möglich? So ganz ohne wird es nicht gehen, wenn sich Ersatzknorpel bilden soll.


    Letztlich wird es bei einem stark geschädigtem Gelenk immer eher "nur" um eine Verbesserung gehen. Alle Methoden werden irgendwo an Grenzen stoßen.


    Meine Knie-TEP ist schon gut geworden, aber natürlich ist es nicht mehr das eigene Gelenk. Und Einschränkungen muss man hinnehmen und wenn es nur um die Vermeidung bestimmter Sportarten geht (wenn man möchte, dass die TEP lange hält, was mir in meinem Alter schon wichtig ist).


    Es kann danach auch noch schlechter sein (wie auch bei einer Prothese), die Entscheidung kann Dir insofern wohl Keiner abnehmen.


    Woran liegt es, dass die Schulter-Prothese nicht gut funktioniert? :-/

    Die Schulterprothese funktioniert nicht nur " nicht so gut", sondern leider überhaupt gar nicht. Der Arm hängt nur noch herum, ohne das ich ihn benutzen kann (17 Monate postoperativ). Training mache ich aber viel. Deswegen möchte ich das Knie halt " nicht so aufwendig" operieren, ich hab Schiss. Das ich wegen der Schulter vermutlich nur kurze Strecken auf Krücken gehen kann, kommt leider dazu. Aber das Knie nimmt mir zur Zeit, das einzige was bisher noch hin: stundenlang mit meinen Hunden spazieren zu gehen. Mittlerweile kann ich nicht länger als 20 Minuten gehen und komme fast um vor Langeweile. Also, es muss irgendetwas passieren.

    Grundsätzlich sagt man ja, dass diese knorpelregenerierenden Verfahren nur Sinn machen, wenn Fehlstellungen/Fehlbelastungen beseitigt werden.


    Ich habe 2 Knorpeltransplantationen (Entnahme Eigenknorpel, Züchtung, Implantation) hinter mir. Zudem zwei Mikrofrakturierungen, wo sich Ersatzknorpel bilden sollte. Ich war unter 40 - und alle 4 OP's sind gescheitert. Ja, man kann es versuchen, und wenn es ins Leben passt mit der sehr langen Entlastung: Warum nicht? Wenn das mit der Entlastung aber nicht mal eben so machbar ist, würde ich mir rückblickend diese OP's nicht antun. Es gibt keine Erfolgsgarantie; garantiert ist nur der lange Weg zur Vollbelastung.


    Bzgl. Meniskus: Der wird auch heute noch entfernt. Eine Naht ist längst nicht immer möglich! Meiner ist 2x so gerissen und teilentfernt worden. Das machte den Kohl angesichts der massiven Arthrose hinter der Kniescheibe auch nicht mehr fett.


    Endergebnis: Meine Knie-TEP feiert kurz nach meinem 44. ihren 3. Geburtstag. Es war einfach nichts mehr zu retten.


    Machst Du eine spezielle Schmerztherapie? Das wäre ggf. noch eine Option... Und wie gesagt: WENN Knorpelrekonstruktion, dann Kreuzband ggf. auch machen lassen. Wobei ich unsicher bin, ob die Nachbehandlungen miteinander vereinbar sind.

    Ich hatte ja, wie schon geschrieben, beides in einer Op.


    Meine Nachbehandlung bestand aus Motorschiene und Kg. Bin 4 Wochen mit Krücken rumgelaufen, wobei die Entlastung nicht wie vorgeschrieben war, ich schätz mal die Hälfte meines Körpergewichts. Faserknorpel hat sich trotzdem gebildet.