Muskelschwund im Schulter/Nacken-Bereich, krumme Haltung, Schulterschmerzen

    Guten Morgen!


    Die Symptome sind nicht bei mir, sondern bei meinem Vater. Jetzt könnte man sagen, dass mein Vater sicherlich schon recht alt ist und eine krumme Haltung und Probleme am Bewegungsapparat normal. Aber es passt nicht zu seiner Gesamtkondition und ist wirklich auffällig.


    In Kürze: mein Vater ist 81. Die krumme Haltung fing ca. mit 80 an und betrifft ausschließlich die Schulter-Partie. In einem Jahr ist es deutlich schlimmer geworden und seine Wirbelsäule guckt zwischen den Schultern regelrecht raus.


    Mein Vater ist geistig und körperlich fit. Er fährt immer noch regelmäßig Rad (ohne Akku ;-)), er hat mit 80 noch im Garten alles selbst gemacht. Aber er kann mit den Armen jetzt kein Bild an die Wand hängen, weil das Anheben schmerzt.


    Folgende Diagnosen sind bereits durch: der Orthopäde hat ihm eine für das Alter sehr gute Wirbelsäule bescheinigt (keine Skoliose o.ä.). Ein MRT wurde angefertigt und ebenfalls keine Ursache gefunden. Knochen, Bandscheiben, alles prima. Er war bei einem Heilpraktiker mit Akupunktur und bestimmten Bewegungsabläufen, das hat teilweise einen Erfolg von mehreren Stunden. Aktuell macht er Krankengymnastik ohne Erfolg und der Physiotherapeut kratzt sich am Kopf, weil ihm auch nichts mehr einfällt.


    Hat vielleicht von euch jemand draußen in der Schwarmintelligenz noch irgendeine ähnliche Erfahrung gemacht? Die nächsten geplanten Schritte wären, sich im Krankenhaus mal auf den Kopf stellen zu lassen oder mal zum Neurologen zu gehen.


    Was ich persönlich noch für möglich halte, sind psychische Ursachen. Mein Vater bereitet gerade eine Umstellung in seinem Leben vor und wird mein Elternhaus verkaufen und in eine kleinere Wohnung ziehen. Das Aufgeben der vertrauten Umgebung und vor allem das teilweise Trennen von einer jahrzehntelang gewachsenen Einrichtung fällt ihm nicht leicht. Das sagt er selbst, dass ihn das teilweise um den Schlaf bringt. Zeitlich kommt es vermutlich nicht ganz exakt hin, aber es ist schon ein Thema, was parallel zum schlimmen Rückenverlauf akut war. Er hat jetzt schon einen Kaufinteressenten für das Haus und benötigte neue Möbel für die Wohnung sind bereits bestellt. Wenn alles in "trockenen Tüchern" ist, bin ich sehr gespannt, welchen Einfluss das hat.


    Was meint ihr, könnte eine Belastungssituation eine Ursache so regionaler Beschwerden sein, oder doch eher etwas Organisches? ":/

  • 9 Antworten
    Zitat

    In Kürze: mein Vater ist 81. Die krumme Haltung fing ca. mit 80 an und betrifft ausschließlich die Schulter-Partie. In einem Jahr ist es deutlich schlimmer geworden und seine Wirbelsäule guckt zwischen den Schultern regelrecht raus.

    Was heißt krumme Haltung? Bekommt er einen Buckel (auch Kyphose genannt)?

    Wenn dem so ist, wäre wohl ein Muskelaufbautraining ideal. Die Schultern müssten dann mehr gestärkt werden und die Brustmuskulatur eher gedehnt.


    Zitat

    Aber er kann mit den Armen jetzt kein Bild an die Wand hängen, weil das Anheben schmerzt.

    Aber die Arme selbst kann er anheben, oder? Nicht, dass es eher ein Problem mit der Schulter ist statt mit der Wirbelsäule.

    Zitat

    Muskelaufbau in einem Fitnessstudio machen.

    Da wäre mein Vater kein Typ für. Allerdings verwendet er schon Theraband und Hanteln nach Anweisung des Physiotherapeuten. Es ist also nicht so, dass er nichts für die Muskulatur tut.


    Zitat


    Ich würde evtl an Parkinson denken, allerdings so wie beschrieben nicht ganz typisch.

    Ich verbinde mit Parkinson ein Zittern der Muskulatur. Das hat er z.B. gar nicht.


    Zitat

    Was heißt krumme Haltung? Bekommt er einen Buckel (auch Kyphose genannt)?

    Wenn ich mir Bilder zu "Kyphose" anschaue, kommt das dem schon ziemlich nahe, wie er sich hält. Dazu kommen halt die Hebeprobleme in den Armen.


    Zitat

    Könnte polymyalgia rheumatica passen? 🤔

    Hmmm, das habe ich mal kurz überflogen. Es gibt einige Dinge, die ähnlich sind, aber auch andere Symptome, die dagegensprechen. Z.B. ist es morgens nicht schlimmer, sondern besser. Wenn er gut ausgeruht ist, gibt es Tage, wo er sich morgens fühlt, als wäre alles in Ordnung. Die Beschwerden kommen über den Tag mit zunehmender Erschöpfung. Aber es ist zumindest eine Idee, die man doch mal näher abklopfen könnte. Vielen Dank!

    Comran schrieb:

    Was ich persönlich noch für möglich halte, sind psychische Ursachen

    Hi Comran,

    das ist gut möglich, denn für deinen Vater bedeutet es ja eine gravierende Umstellung. Dafür spricht ja auch seine teilweise Schlafstörung. Hat er denn mit dir darüber gesprochen, was ihn belastet? Wovor er vllt. Angst hat oder ihn überfordert?

    Evtl. hilft ihm ein Medikament zur Aufhellung seiner Stimmung. Normalerweise rate ich ja eher dazu, kein Medikamt zu nehmen wenn es nicht unbedingt vom Arzt angeordnet wurde. Hier könnte ein leichtes Medikament u. U. allerdings schon helfen.

    Den HA darauf anzusprechen schadet aber auch nicht - natürlich nach Absprache mit deinem Vater - wovon ich ausgehe.

    Comran schrieb:

    Allerdings verwendet er schon Theraband und Hanteln nach Anweisung des Physiotherapeuten.

    Ohne dem Therapeuten etwas unterstellen zu wollen, ich halte Theraband und Hanteln nicht für sinnvoll. Besser wären Dehnungen ohne irgendein Hilfsmittel, denn die Schmerzen in den Armen werden dadurch nicht besser, könnten evtl. sogar schlimmer werden, mMn.

    Bei Dehnübungen evtl. mit entsprechender Atemtechnik, könnte sich die Muskulatur viel besser entspannen. Das sind aber nur meine Gedanken dazu.

    Tapes könnten die Situation ebenfalls erleichtern, sie müssen nur richtig angebracht werden. Ein gut ausgebildeter Physio- oder Ergotherapeut sollte dazu in der Lage sein.

    Ansonsten habe ich auch eher in Richtung Rheuma gedacht.

    Wie hat sich denn der HA deines Vaters geäussert?

    Zitat

    Bei Dehnübungen evtl. mit entsprechender Atemtechnik, könnte sich die Muskulatur viel besser entspannen.

    Dehnübungen sind bei der Krankengymnastik dabei, wie ich heute erfahren habe. Aber auch Belastungen (zumindest von seinem Emfpinden).

    Zitat

    Ansonsten habe ich auch eher in Richtung Rheuma gedacht.

    Für Rheuma gibt es bisher keine Anzeichen. Vor allem geht es ihm morgens meistens ziemlich gut. Heute hat er sogar (ganz typisch ...) das Auto innen gereinigt, weil er sich so fit fühlte. Heute abend ist natürlich dann wieder alles vorbei. Andererseits bin ich froh, dass er in Bewegung ist.


    Möglicherweise lässt er sich in paar Wochen doch nochmal ganz durchchecken und geht mal paar Tage stationär. Um vielleicht noch irgendwas zu finden, was Hausarzt und Orthopäde übersehen.

    Ein kleines Update: Ärzte ratlos, keine organische Ursache bisher bekannt. In einer Woche steht nochmal ein Termin beim Neurologen aus.


    Er hat erst einmal entschieden, seinen Umzug zu machen und dann im Frühjahr zu schauen, ob es nach dem ganzen Stress besser geworden ist.


    Wenigstens ist er bei der Gelegenheit mal übergründlich durchgecheckt worden (er war nie der große Ärztefreund) und erfreut sich für sein Alter an einer guten Gesundheit. Ist ja auch schon mal was. :-D

    Einen Monat später: Mein Vater hat einige sehr schlechte Wochen hinter sich gehabt, sowohl körperlich als auch psychisch. Seine unspezifischen Symptome sind stärker geworden, z.B. verändert sich aktuell sein Geschmackssinn.


    Aktuelle Hoffnung ist der Neurologe mit weiteren Untersuchungen. Wir möchten auf jeden Fall eine Borreliose untersuchen lassen. Das könnte noch ein Rettungsanker sein. Eine erste Untersuchung hat auf jeden Fall ergeben, dass die Nerven nicht in Ordnung sind.