Nackenschmerzen besonders in Rückenlage?

    Hi,


    ich habe mal eine interessante Frage. Ich habe seit Jahren immer Probleme mit Nackenschmerzen, besonders im oberen Bereich, also sehr dicht am Kopf. Die Schmerzen strahlen auch mal gerne in den Kiefer und Kopfbereich aus. Verspannungen und Verkürzungen habe ich eigentlich überall, besonders im Schulterbereich und oberen Rücken, da ich viel im Büro sitze.


    Ich habe schon relativ viel probiert, Physiotherapie, Sport und Gymnastik, Entspannungsverfahren, usw. Allerdings hat mir nichts wirklich dauerhaft geholfen.

    Was mich so ein bisschen verunsichert ist, dass meine Nackenschmerzen, besonders stark werden wenn ich mich dann hinlege (vor allem in Rückenlage). Das ist auch nicht vom Kopfkissen abhängig, ich habe schon verschiedene Kissen ausprobiert, Nackenksisen auch mal komplett ohne ,etc. Aber ich fühle die Spannung und den Druck dann besonders stark wenn ich mich hinlege, besonders am oberen Teil der HWS, direkt am Übergang zum Kopf. Der Druck fühlt sich an als ob dann die Muskeln besonders stark verkrampfen oder sich anspannen. Lege ich mich dann auf die Seite, verschwindet der Druck.


    Ich kann mir das überhaupt nicht erklären, weil man überall liest, dass besonders die Rückenlage ja so entspannend für die HWS sein soll und eher die Seitenlage Probleme macht.


    Kann sich das jemand erklären? ;-D

  • 10 Antworten
    atc2k schrieb:

    Kann sich das jemand erklären?

    ":/Das ist immer schwierig zu beurteilen, wenn man den Patienten nicht vor sich hat und ein paar Tests durchführen kann um zu differenzieren.

    Vielleicht kannst du noch ein paar Fragen beantworten um das etwas einzugrenzen.


    1. Hattest du mal einen Unfall? (Sport, Auto, Freizeit, etc.) kann auch schon länger her sein.

    2. Was für Sport treibst du?

    3. Wie lange hast du die Beschwerden schon?

    4. Musst du sitzend oder stehend arbeiten?

    5. Hattest du bei der Physio schon mal eine Behandlung für CMD?

    6. Hast du manchmal Schwindelanfälle?

    Danke für deine Antwort,


    zu den Fragen:

    1. Nein

    2. Hauptsächlich Gymnastik und Übungen, die der Physio mir gezeigt hat. Wobei ich anmerken muss, dass ich nicht unbedingt immer am Ball bleibe, da ich sehr faul bin 😆

    3. Das geht schon seit 2 1/2 Jahren so. Angenfangen hat das mit Schwindel und einem Druckgefühl auf der Oberseite des Kopfes, damals habe ich noch nicht an den Nacken gedacht, allerdings kamen dann HWS Probleme relativ schnell dazu. Ich hatte vor 1 1/2 Jahren das Ganze so Schlimm, dass ich nicht mehr Sitzen oder Stehen konnte, die Schmerzen im Kopf und der Schwindel waren so stark, dass ich nicht mehr laufen konnte. Dort waren die Schmerzen im Nacken auch besonders stark wenn ich mich auf den Rücken gelegt habe, also habe ich zwei Wochen quasi nur auf der Seite gelegen. Der Orthopäde hat dann eine Protrosion am HWS Wirbel diagnostiziert, durch Physio ist das dann besser geworden und jetzt kann ich wieder alles machen. Allerdings ist ein latenter Schwindel und die Nackenschmerzen geblieben. Wenn ich längere Zeit sitze wird das auch schlimmer und ich bekomme das Problem wieder.

    4. Sitzend, ich hatte mal einen Steharbeitsplatz ausprobiert, allerdings hat das nichts an meinen Beschwerden geändert. Ich arbeite zur Zeit im Homeoffice, d.h. ich kann mich nach 1,2 Stunden immer mal kurz hinlegen für eine gewisse Zeit und dann geht das.

    5. Noch nicht, bisher habe ich nur 1 oder 2 Rezepte für Physio bekommen, da mein Hausarzt diese nicht in der hohen Anzahl ausstellen kann, für private Behandlungen habe ich kein Geld.

    6. Das habe ich ständig, d.h. ich habe einen leichten Schwindel dauerhaft. Mein Körper scheint sich zwar daran etwas gewöhnt zu haben, aber wenn ich die Augen schließe wird das schlimmer und auch wenn ich viel Stress habe, mich viel bewege oder viel sitze kann das Ganze auch brutaler werden. Ich versuche immer Ruhepausen zu haben und nicht soviel zu Arbeiten, dadurch bekomme ich es einigermaßen hin, aber weg ist es nicht.

    An Schwindeluntersuchungen habe ich schon alles mögliche hinter mir, Gleichgewichtsorgane wurden mehrfach getestet und bisher war alles negativ. Meine Ärzte glauben nicht an einen Zusammenhang mit der HWS, allerdings ist das für mich schon irgendwo offensichtlich.


    Es ist leider schwer in unserem Gesundheitssystem da vernünftige Hilfe zu bekommen. Mit 1,2 Physio Rezepten ist mir halt leider nicht dauerhaft geholfen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Behandlungen irgendwie nicht wie gewünscht helfen.


    Ich hoffe das hilft etwas die Situation besser einzuschätzen, vielen Dank im Voraus! 😎

    Also, so weit ich das beurteilen kann, müsste der C2 (HWS) betroffen sein. Der zweite Halswirbel hat einen Zapfen, (Dens Axis) der durch den C1 (Atlas) hindurchreicht. Damit dieser Zapfen zentriert bleibt und nicht viel Bewegung erlaubt, ist dieser mit Bändern fixiert (Ligg. alaria). Oft liegt ein Trophikproblem vor. Bänder verlieren ihre Spannkraft, indem sie mit Flüssigkeit unterversorgt sind. Leider befindet sich genau in diesem Areal sehr sensible Strukturen. Hat dieser Dens Axis nun zu viel Spiel und kippt nach hinten, kann er bei bestimmten Bewegungen kurzzeitig Druck auf die Medulla Oblongata bewirken. Das Resultat ist Schwindel, Sensationen im Blickfeld usw., die Nackenmuskulatur versucht das dann reflektorisch zu stabilisieren und verspannt/krampft.Typischerweise, wenn man auf den Rücken liegt, schiebt sich der Kopf samt Atlas nach vorne, der Zapfen von C2 bleibt stehen und drückt dann ins Rückenmark.

    Diese Instabilität können normalerweise auch Physiotherapeuten testen (mit Zusatzausbildung in Manueller Therapie) mit dem so genannten Sharp Purser-Test oder Safety-Test.

    Typisch wäre auch, wenn du flach liegst und plötzlich nach vorne aufstehst, das genau dann die Symptome auftreten.

    Ich würde aber eine MRT-Untersuchung machen lassen um meine Vermutungen zu bestätigen. Man müsste aber eine "Upright MRT" machen, da man in deinem Fall die Pathologien nur durch Lageveränderungen erkennen würde!

    giuanni schrieb:

    Also, so weit ich das beurteilen kann, müsste der C2 (HWS) betroffen sein. Der zweite Halswirbel hat einen Zapfen, (Dens Axis) der durch den C1 (Atlas) hindurchreicht. Damit dieser Zapfen zentriert bleibt und nicht viel Bewegung erlaubt, ist dieser mit Bändern fixiert (Ligg. alaria). Oft liegt ein Trophikproblem vor. Bänder verlieren ihre Spannkraft, indem sie mit Flüssigkeit unterversorgt sind. Leider befindet sich genau in diesem Areal sehr sensible Strukturen. Hat dieser Dens Axis nun zu viel Spiel und kippt nach hinten, kann er bei bestimmten Bewegungen kurzzeitig Druck auf die Medulla Oblongata bewirken. Das Resultat ist Schwindel, Sensationen im Blickfeld usw., die Nackenmuskulatur versucht das dann reflektorisch zu stabilisieren und verspannt/krampft.Typischerweise, wenn man auf den Rücken liegt, schiebt sich der Kopf samt Atlas nach vorne, der Zapfen von C2 bleibt stehen und drückt dann ins Rückenmark.

    Diese Instabilität können normalerweise auch Physiotherapeuten testen (mit Zusatzausbildung in Manueller Therapie) mit dem so genannten Sharp Purser-Test oder Safety-Test.

    Typisch wäre auch, wenn du flach liegst und plötzlich nach vorne aufstehst, das genau dann die Symptome auftreten.

    Ich würde aber eine MRT-Untersuchung machen lassen um meine Vermutungen zu bestätigen. Man müsste aber eine "Upright MRT" machen, da man in deinem Fall die Pathologien nur durch Lageveränderungen erkennen würde!

    Danke für diese ausführliche Erklärung! In der Tat ein interessanter Ansatz. Wenn ich mich hinlegen und dann nach vorne aufrichte kann ich zwar so nichts direkt feststellen, es krampft nicht unbedingt stärker und vermehrt Schwindel ist auch nicht da.

    Trotzdem würde ich der Sache gerne auf den Grund gehen. Hast du eine Idee was ich am besten tun kann? Zum Orthopäden, Physiotherapeut? Leider ist es da teilweise schwer jemanden zu finden der sich wirklich auskennt und auch motiviert ist zu helfen :/

    ...ich würde zunächst zur Physio gehen, wie gesagt am Besten du suchst dir jemanden mit dieser Zusatzausbildung. Die Therapeuten sollen dich zunächst mal durchtesten und Befunden. Danach würde ich mit dem Bericht der Therapeuten zum Orthopäden gehen. Der Arzt hat dann schon mal einen Ansatz und kann in diese Richtung weiter forschen. Je nach Motivation, da hast du gar nicht so unrecht :)D

    giuanni schrieb:

    ...ich würde zunächst zur Physio gehen, wie gesagt am Besten du suchst dir jemanden mit dieser Zusatzausbildung. Die Therapeuten sollen dich zunächst mal durchtesten und Befunden. Danach würde ich mit dem Bericht der Therapeuten zum Orthopäden gehen. Der Arzt hat dann schon mal einen Ansatz und kann in diese Richtung weiter forschen. Je nach Motivation, da hast du gar nicht so unrecht :)D

    Danke, das ist ein guter Vorschlag! 😉👍

    atc2k schrieb:
    giuanni schrieb:

    ...ich würde zunächst zur Physio gehen, wie gesagt am Besten du suchst dir jemanden mit dieser Zusatzausbildung. Die Therapeuten sollen dich zunächst mal durchtesten und Befunden. Danach würde ich mit dem Bericht der Therapeuten zum Orthopäden gehen. Der Arzt hat dann schon mal einen Ansatz und kann in diese Richtung weiter forschen. Je nach Motivation, da hast du gar nicht so unrecht :)D

    Danke, das ist ein guter Vorschlag! 😉👍

    Hi,


    was ist bei dir letztendlich rausgekommen?