Orthopäde behandelt rückenschmerzen nicht

    Ich war gestern mit rückenschmerzen beim orthopäden. Er hat geröngt und mich untersucht, dann sagte er: die schmerzen kommen von der hüfte. Ich kann nichts machen, solange Sie sich nicht operieren lassen. Ich verschreibe Ihnen krücken.


    Dann ging ich mit meinen rückenschmerzen wieder heim.


    Ist das normal??

  • 315 Antworten

    orthopäden wollen meiner erfahrung nach immer am liebsten gleich operieren....am liebsten hüfte und knie.....die, die es nicht machen (wär auch für mich die allerletzte lösung) landen bei uns in der physiotherapeutischen praxis....und denen wird oft geholfen....aber wie gesagt, es gibt natürlich auch fälle, wo man um eine op nicht herumkommt

    Zitat

    orthopäden wollen meiner erfahrung nach immer am liebsten gleich operieren

    Damit hast du nicht unrecht, aber da gibt's einen entscheidenden unterscheid ;-) Orthopäden die nur in der Praxis arbeiten und selbst nicht operieren, empfehlen auch nicht einfach gleich eine OP, wenn sie es machen hat das meistens einen sehr guten Grund (gibt aber natürlich auch da ausnahmen). Orthopäden die selbst auch operieren empfehlen das auch häufiger, da hast du recht.. die "profitieren" ja letztendlich auch davon.. aber auch da muss natürlich nicht sein, dass die OP nur wegen dem Geld empfohlen wird oder wegen den nötigen Punkten die das KH erreichen muss sondern es kann auch eine wirkliche Indikation vorliegen ;-)

    Das letzte mal war ich im sommer in der praxis, bei einem anderen arzt. Die hüfte wurde geröngt, arthrosegad 4. Der arzt sagte, ich könnte noch ein paar monate mit der hüftoperation (neue hüfte, tep) warten.


    Jetzt war ich dort mit rückenschmerzen. Er hat mir nichts verschrieben, nur krücken. Das ist ein witz, ich kann doch nicht mit krücken ins büro. Selbst wenn ich mich operieren lasse, dann doch nicht heute. Heute hab ich rückenschmerzen. Ich bin jetzt ohne au-bescheinigung zuhause, drei tage, dann muss ich ins büro. Wenn ich nicht den ganzen tag sitzen kann, muss ich zu meiner hausärztin. Wärmepflaster könnten helfen.


    Ich finde das verhalten des orthopäden völlig unmöglich, muss mir einen neuen suchen - habe zwei wochen auf den termin gewartet und muss jetzt wieder warten.

    najaa.. über das Verhalten vom Orthopäden kann man sich streiten.. einerseits hat er recht.. deine Rückenschmerzen werden von den Problemen mit der Hüfte ausgehen durch eine Fehlbelastung. Solange die Probleme mit deiner Hüfte nicht behoben sind werden sich auch deine Rückenschmerzen nicht bessern.


    Maximal eine rein symptomatische Behandlung dahingehend wäre eben möglich mit Schmerzmittel und wie du selbst schon schreibst auch Wärmepflaster usw.


    Die Krücken sind dafür da, dass du dein Bein mit der kaputten Hüfte besser entlasten und somit auch den Rücken entlasten kannst und nicht weiter durch Schonhaltungen und somit Fehlbelastungen Probleme in der Wirbelsäule triggerst.. Also die machen durchaus Sinn, und ja du kannst mit Krücken ins Büro.. was sollte denn dagegen sprechen?


    Ob du nun wirklich einen neuen Orthopäden suchen musst, musst du selbst entscheiden.. ich würde mir eher mal konkret Gedanken über die Hüft-Tep machen und ggf. eben mal in einer Orthopädischen Ambulanz im Krankenhaus vorstellig werden um da weiter planen zu können..

    Wird Dir auf Dauer aber nichts bringen...


    Ich habe gerade ne Knie TEP bekommen und in der Reha viel Kontakt zu den Patienten mit den Hüft TEPs...Die fast einhellige Meinung ist "Hätte ich das mal früher gemacht"...


    Notfalls hol Dir ne zweite Meinung ein, wenn Du an der Einschätzung Deiner Praxis zweifelst....Oder Angst hast, sie empfehlen das aus reinem Profitdenken.


    Meine Bettnachbarin mit der neuen Hüfte hatte nach der OP auch so gut wie keine Schmerzen mehr...

    Sei doch froh, dass er keine Abzocke betreibt mit Selbstzahler-Maßnahmen, die eben auch nix bringen. Krücken, Wärme, Schmerzmittel - mehr kann man nicht tun. Was soll der Hydrojet gegen Arthrose ausrichten?


    Ich habe selber seit 2 Jahren ein künstliches Knie. Mit gerade mal 40 Jahren bekommen. Hatte bis dahin etliche OP's und einen guten Arzt (Chirurgen!), dem ich vertraut habe. Der hat viele Dinge, die man gegen Arthrose "machen kann", gar nicht mehr empfohlen. Weil klar war, dass es mich nur kostet, aber nix bringt (bspw. Hyaluronsäureinjektionen ins Gelenk. Er hat sie sogar mal zum Selbstkostenpreis spendiert, aber es brachte einfach nix mehr).


    Manchmal muss man anerkennen, dass es keine wirklichen Alternativen gibt. Meine Ma hat innerhalb einer Jahres beide Hüften neu bekommen. Wollte auch erst nicht, und dann ging es so rapide bergab, dass sie die 1. wg. Wartezeit nicht mal mehr in der Wunschklinik machen lassen konnte.