Plantarsehne / Fersensporn

    Hi,


    ich habe diese Frage auch im Bereich Sportmedizin gestellt, ohne Antwort. Vielleicht ist sie hier in der Orthopädie besser aufgehoben.


    Hallo zusammen,


    Vorab: ich bin Läufer. Ich bin nicht übergewichtig. Ich ernähre mich ausgewogen.

    Die Geschichte meines rechten Fußes ..... sie beschäftigt mich aktuell wieder.

    Also: in 2018 hatte ich einen Fersensporn, also eine Ansatzentzündung der Plantarsehne. Höllische Schmerzen. Nach einigen Versuchen, Dehnen, Globuli, Akupunktur, Sportpause, am Ende hat nichts geholfen und "plötzlich" war der Schmerz weg. Nach etwa 3 Monaten.


    2019 bin ich normal gelaufen, sogar recht viel, ohne jegliche Beschwerden.


    Anfang 2020 nach genau einem Fehltritt wieder Schmerzen unter dem Fuß. Genau gleiche Stelle, aber deutlich weniger intensiv als 2018. Ich sofort Sportpause gemacht. 3 Wochen. Danach keine Schmerzen mehr. Seit dem "spüre" ich den Fuß beim Laufen auf den ersten beiden Kilometern, und morgens nach dem Aufstehen, und ab und zu zwischendurch. Kein Schmerz, mehr so ein Ziehen. Ich kann das mit dem Igelball "rausrollen" und bin dann sofort wieder ohne Symptome. Dehnen soll ich nur nach dem Sport, lt. Orthopäde ist kalt dehnen für die Sehnen kontraproduktiv.


    Nun, ich kann mit der Situation leben. Sind ja keinerlei Schmerzen. Ich laufe auch, allerdings mit eingeschränktem Umfang. Der Orthopäde meint, laufen einstellen würde das Problem eher verschlimmern, da Ruhe auch kontraproduktiv ist (daher auch der Schmerz am Morgen). Allerdings habe ich "Angst", dass sich das wieder verschlimmert, wenn ich mehr laufe.


    Wenn ich den Fuß bewege, dann "knackt" er. An unterschiedlichen Stellen. Wie man das Knacken von Gelenken so kennt. Machen auch beide Füße (ich glaube, das kennt jeder hier). Das ist im ersten Moment entlastend, ich glaube aber, auf Dauer schadet das der Sehne.


    Mein Eindruck ist auch, dass der Sehnenansatz nur bedingt die Ursache ist. Ich spüre es auch in der Mitte unter dem Fuß.


    Was würdet ihr machen? Ignorieren und einfach abwarten? Spezielle Übungen für den Fuß? Nochmals Laufpause (entgegen dem Rat des Orthopäden, und die 3-wöchige Pause hat auch wenig bis nichts gebracht).


    Könnt ihr nachvollziehen, was ich meine?


    Grüße, Andreas

  • 11 Antworten

    Hallo Andreas,

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht immer Sehnen und Muskeln direkt für diese Probleme Verantwortlich zu machen sind. Z.B. hatten 70% meiner Fersensporn-Patienten die Ursache in der unteren Wirbelsäule/ISG der Rest hatte ein verschobenes Fersenbein.


    Ich will damit sagen, wenn ein Gelenk/Gelenkkette nicht mehr richtig seine funktionelle Arbeit verrichten kann, dass dann auch die Sehnen, Bänder und Muskeln überlastet werden!


    Mein Tipp wäre, suche dir jemand (Therapeuten/Osteopathen), der nicht nur Dehnungs-/Kräftigungsübungen mit dir machen, sondern etwas fundierter an die Sache ran gehen! Selber kannst du leider nicht viel machen.


    Wurde die Diagnose "Fersensporn" gesichert? Ist das im Röntgen schon sichtbar?

    Die Globulis, die du genommen hast, vermutlich "Hekla Lava" wirken schon sehr gut, allerdings solltest du sie über längere Zeit nehmen (ca. 9-12 Monate) Potenz D6 in Tablettenform 3x tägl.

    Danke dir. Ich habe Hekla Lave in D12 hier als Kügelchen, nehme zugegeben nur ab und zu welche. Über Monate hinweg regelmäßig? Ok, dann sollte ich damit mal anfangen.


    In 2018 wurde geröntgt und der Fersensport gesehen. Ja.


    Woran erkenne ich *gute* Therapeuten? In der Tat wurde mir mal das ISG behandelt, aber nur einmal ..... ist das ausreichend?


    Grüße, Andreas

    sciliar schrieb:

    Woran erkenne ich *gute* Therapeuten? In der Tat wurde mir mal das ISG behandelt, aber nur einmal ..... ist das ausreichend?

    ...die sind schlecht zu erkenne, da sie schüchtern sind und sich gerne verstecken ;-D

    Nein, man muss sich umhören. Vielleicht im Bekanntenkreis oder im Internet in den Foren usw.

    Das ISG muss mehrmals behandelt werden, da das Gelenk gerne in die Fehlstellung zurückfällt. Dazu gehört aber auch, dass man die Nachbargelenke (Hüfte/LWS) mit behandelt. In der Regel können das Physiotherapeuten mit der Zusatzasubildung in "Manueller Therapie" oder wie gesagt, Osteopathen.

    Berberitze1 schrieb:

    Gute Therapeuten erkennst Du unter anderem daran, dass sie Dir keine Zuckerkügelchen andrehen.

    Das sind meistens Aussagen von Menschen, die von der Materie kaum Ahnung haben oder sich nie richtig damit auseinandergesetzt haben. Natürlich gibt es Alternativen. Man kann z.B. die Plantaraponeurose mit Steroiden kaputtspritzen oder von der Nuklearmedizin den Fuß bestrahlen lassen bis er leuchtet. Auch die Stoßwelle hat sich so gut bewährt, dass sogar die Kassen eine Erstattung verweigern.
    Ich bin bestimmt kein Fanatiker von "Zuckerkügelchen" aber die Wirksamkeit von Hekla Lava ist, gerade in der Medizin, seit Jahrzehnte bekannt. Ich arbeite schon länger sehr erfoglreich (ergänzend) damit. Man muss es nur richtig anwenden. Auch in der Zahnmedizin ist das Mittel schon seit Jahren bekannt und hat sich beim Kieferaufbau bewährt. Man muss nicht gleich immer mit Kanonen auf Spatzen schießen, oder?

    Moin, wie wird Hekla Lava denn "richtig" angewendet? Und was kann ich begleitend tun, außer einen Osteopaten suchen, der gut ist und monatelange Wartezeit hat (derzeit sowieso). ? Dehnen oder nicht dehnen? Mit dem Igelball rollen? Faszienrolle klein für unter den Fuß?

    Servus, hier hast du schonmal eine gute Anleitung direkt vom Hersteller.

    Es gibt verschieden Methoden, die Plantarfaszie (selbst) zu behandeln. Zum einen solltest du mit weniger mit einem Igelball als mit einem Golfball oder einer großen Murmel arbeiten. Aus einem einfachen Grund:

    Die Plantarfaszien sind meist wie Drahtseile gespannt, um diese weicher zu bekommen, damit sie nicht zu sehr am Ansatz (Ferse) zerren, muss diese weichmassiert werden. Das erreicht man mit harten Gegenstände. Gleichzeitig musst du aber die plantare Fußmuskulatur unterstützen/kräftigen, damit die Plataraponeurose entlastet wird. Stichwort Knick-Senkfuß. Das kannst du einmal mit Tapen erreichen, hier ist die Anleitung dazu und hier die Fußübungen zur Muskelkräftigung. Wichtig ist auch die Hüftaußenrotatoren zu kräftigen! Diese beinflussen nämlich indirekt, über die Gelenkkette, die Stellung des Fußes.

    Ich hoffe, du kannst damit schon mal was anfangen. Wenn was unklar ist, dann frag ruhig.

    danke schon mal. Wenn der Golfball mal nicht so schnerzen würde ..... Soll ich damit die Sehne selbst behandeln , oder das Gewebe rechts und links daneben?


    Was ist mit Dehnen der Sehne (an der Wand mit aufgestelltem Fuß, oder in Liegestützstellung nach hinten drücken)? Ja oder nein?


    Was ist mit Sport? Mein Orthopäde sagt, Laufen schadet nicht. Die Erfahrung zeigt, das stimmt, solange die Schuhe stimmen. Ich laufe in gestützten Schuhen, da ich dazu neige zu Überpronieren.


    Was mir auffällt: der wirkliche Schmerzpunkt ist weniger am Sehnenansatz sondern mehr mittig unter dem Fuß, im Verlauf der Sehne.......

    sciliar schrieb:

    Wenn der Golfball mal nicht so schnerzen würde ..... Soll ich damit die Sehne selbst behandeln , oder das Gewebe rechts und links daneben?

    ...das ist normal, taste dich aber langsam an den Schmerz ran, nicht mit Gewalt. Das wird dann nach und nach besser. Das sind zum Teil die Triggerpunkte, die ziemlich schmerzen können. Bearbeite hauptsächlich die Sehnen damit.

    sciliar schrieb:

    Was ist mit Sport? Mein Orthopäde sagt, Laufen schadet nicht.

    ...das ist kein Problem, solange der Fuß das mitmacht. Er sagt dir schon wenn es zuviel Sport war.

    sciliar schrieb:

    Ich laufe in gestützten Schuhen, da ich dazu neige zu Überpronieren.

    ...das ist genau richtig so. Der Knick-Senkfuß ist eine der Ursachen dafür.

    sciliar schrieb:

    Schmerzpunkt ist weniger am Sehnenansatz sondern mehr mittig unter dem Fuß, im Verlauf der Sehne.......

    Das ist der richtige Punkt, die Triggerpunkte bilden sich im Sehneverlauf, selten an den Ansätzen.

    Hast du gute Einlagen - meist sind die die man irgendwo machen lässt auf Rezept dnn doch nicht gut.


    Mit erging es so - bis ich dann nach Laufbandanalyse habe welche anfertigen lassen , die waren echt besser ...stützen das Fußgewölbe besser.... jedenfalls sind davon meine Schmerzen echt wegggeangen.

    wintersonne 01 schrieb:

    Hast du gute Einlagen - meist sind die die man irgendwo machen lässt auf Rezept dnn doch nicht gut.


    Mit erging es so - bis ich dann nach Laufbandanalyse habe welche anfertigen lassen , die waren echt besser ...stützen das Fußgewölbe besser.... jedenfalls sind davon meine Schmerzen echt wegggeangen.

    Hi, nein, ich laufe ohne Einlagen. Zugegeben, die Schmerzen sind immer unabhängig vom Sport entstanden. Meist aus dem Alltag heraus.