Schmerz am Ellbogen

    Hallo


    Ich leide seit über 6 Jahren an leichten Schmerzen an der Ellbogenaussenseite.


    Mir wurde damals von einem Unfallchirurgen gesagt, dass es sich um eine laterale Epicondylitis handelt. Es wurde eine Aktivbandage verordnet. Die Beschwerden sind trotz Bandage über mehrere Wochen nicht besser geworden. Ich habe irgendwann die Bandage weggelassen, mich erstmal damit abgefunden und irgendwann in die Thematik eingelesen.

    Das Vertrauen zu dem behandelnden Arzt war sowieso erschüttert, weil ein Kreuzbandriss übersehen wurde und die Behandlung bzw. Nichtbehandlung richtig schlecht ablief.


    Warum die Diagnose laterale Epicondylitis lautet habe ich bis heute nicht ganz verstanden. Beschrieben für diese Problematik sind Schmerzen am lateralen Epicondylus, der Bereich am Radiuskopf, wo die Sehnen der Unterarmstreckmuskualtur zusammenlaufen. Dort habe ich beim Anwinkeln des Unterarmes ein Schnappen und wenn ich es oft genug mache, zB. Luft auf einen Fahrradreifen pumpen, dann fühlt sich der Bereich leicht "matschig" an. Schmerzen treten nicht auf.

    Dafür sind Schmerzen exakt im Bereich des Anconeus Muskels vorhanden. Man sieht eine leichte Schwellung, ab und zu brennt es, selten ist ein Zwicken vorhanden. Das ganze passiert in Abhängigkeit von der Streckung des Armes. Sämtliche Schmerzprovokationstests für eine laterale Epicondylitis sind bei mir negativ, selbst wenn am Anconeus gerade stärkere Probleme vorhanden sind. Das war schon immer so und ist aktuell unverändert. Deshalb die Zweifel an der Diagnose.


    Weil ich mit dem Problem vielleicht doch noch mal weiterkommen wollte, habe ich letztes Jahr im Herbst einen letzten Versuch bei einem neuen Hausarzt gemacht. Ich habe kurz die Vorgeschichte geschildert(ehemaliger Kraftsportler, diffuse Schulter-, Knie-, Ellbogenprobleme). Ohne mich auch nur ein einziges Mal körperlich zu untersuchen sagte er mir, dass das ein "astreiner Tennisellbogen" ist und ich mal schön die Aktivbandage tragen soll. Ich habe mich daran gehalten. Ein paar Wochen später bemerkte ich, dass sich die Haut an der Oberseite des Unterarms nach vorne hin ab und zu leicht taub anfühlt. Das ist durch das Tragen der Bandage erstmal nicht aufgefallen. Also ich bin ich wieder zum Hausarzt, welcher nur sagte ich soll mal schön die Bandage tragen, dann sind die Probleme am Ellbogen vielleicht bis Dezember verschwunden.


    Im Februar diesen Jahres habe ich die Bandage komplett weggelassen, da keine positive Veränderung feststellbar war. Ganz im Gegenteil. Ich konnte mein Ellbogengelenk nicht mehr vollständig durchstrecken. Einmal von der Kraft im Trizeps und dann, weil bei den letzten Graden Streckung ein starkes Druckgefühl im Ellbogengelenk vorhanden war. Ich habe die folgenden Wochen damit verbracht, den vollen Bewegungsumfang wieder herzustellen. Mit der Hand habe ich mich zB. an der Sitzfläche eines Stuhles eingehakt und dann sanft den Ellbogen in die Streckung gezogen. Das Problem mit dem Trizeps hatte ich übrigens beim Hausarzt letztes Jahr zusammen mit dem Taubheitsgefühl am Unterarm angesprochen. Darauf ist er nicht eingegangen, hat es komplett ingoriert.


    Aktuell ist das Problem am Anconeus immer noch vorhanden, mal mehr mal weniger stark ausgeprägt. Tatsächlich wird es schlechter, wenn ich im Alltag für einen Sekundenbruchteil den Arm nach etwas strecke oder mich kurz auf dem Arm nach unten Abstütze. Der Trizeps am betroffenen Arm ist irgendwie wabbelig. Allerdings ist bei direkter Belastung(einarmiges Trizepsdrücken) die Kraft genauso gut, wie auf am anderen Arm.


    Ein Neurologe hat in 2014 verschiedene Tests durchgeführt, weil ich von 2011 an mit einem langsamem Muskelverlust und einem zunehmenden Instabilitätsgefühl im Bereich des Oberkörpers konfrontiert war. Die Test waren damals ohne Befund. Auffällig war die gering ausgeprägte Muskulatur, die damit verbundene kaum vorhandene Kraft und auch die nur gering vorhandene Progression, obwohl ich versucht habe die Defizite an der Schulterblattmuskulatur und der Rotatorenmanschette aufzutrainieren.


    Ich weiss nicht wie ich mit dem Problem weiter verfahren soll und wie das alles einzuordnen ist. Sinnvolle Hilfe erwarte ich hier vor Ort nicht mehr, nicht von meinem Hausarzt und auch nicht den Orthopäden.


    Passt die laterale Epicondylitis überhaupt?

  • 5 Antworten
    Zitat

    Ohne mich auch nur ein einziges Mal körperlich zu untersuchen sagte er mir, dass das ein "astreiner Tennisellbogen" ist

    Dem würde ich zustimmen. Zumindest klingt es sehr danach und mir sind die Beschwerden auch selbst bekannt. Ich habe das Problem mit viel Dehnübungen und durch die vielen Stützünungen beim Yoga in den Griff bekommen. Übungen z.B. mit Hanteln, verschlimmern die Beschwerden bei mir nur. Auch das Arbeiten am PC ist problematisch. Falls du viel am PC sitzt, würde ich dir raten eine vertikale Computermaus anzuschaffen.

    Danke erstmal für das Feedback. Bei dir ist der Schmerz auch ausschliesslich im Bereich des Anconeus vorhanden? Mich wundert, dass dieser schmerzhafte Bereich beim Thema "Tennis Ellbogen" nirgends ausführlicher erwähnt wird. Das ist eben ein paar Zentimeter vom üblichen schmerzhaften Bereich rund um den Radiuskopf entfernt.


    Ich sitze regelmäßig am PC, bin Linkshänder, die Maus bediene ich mit rechts. Den linken Arm benutze ich nur beim Schreiben, ansonsten versuche ich den Arm möglichst nicht stark anzuwinkeln.


    Die üblichen Dehnübungen habe ich in der Vergangenheit sehr ausführlich über einen längeren Zeitraum probiert und auch in diesem Jahr nochmals. Das ist leider sehr problematisch, weil für die Stretches eine Streckung im Ellbogengelenk erforderlich ist, was eine leichte Schwellung, Brennen und auch Zwicken am Anconeus zur Folge hat. Ich musste dann tatsächlich auf Ibuprofen zurückgreifen, um wieder Ruhe in den Bereich zu bekommen. Kühlung in Kombination mit Stretchen habe ich auch konsequent probiert, das ist rein subjektiv das Schlechteste was ich machen kann.


    Ich trainiere regelmäßig das Aushängen im Klimmzug(mit Beinunterstützung). Mein Ziel beim Aushängen ist allerdings, die aktive Stabilisierung im GH-Gelenk und den Schulterblättern zu verbessern. Ich kann leider bis heute nicht mit meinem kompletten Körpergewicht wirlich stabil an einer Stange hängen. Laut tennisarm.ch soll sich das Aushängen positiv auf einen Tennisellbogen auswirken. Eine Besserung am Ellbogen konnte ich bisher nicht feststellen und dass obwohl ich seit Monaten regelmäßig "hänge".


    Was für Stützübungen vom Yoga führst du aus?

    Zitat

    Danke erstmal für das Feedback. Bei dir ist der Schmerz auch ausschliesslich im Bereich des Anconeus vorhanden? Mich wundert, dass dieser schmerzhafte Bereich beim Thema "Tennis Ellbogen" nirgends ausführlicher erwähnt wird. Das ist eben ein paar Zentimeter vom üblichen schmerzhaften Bereich rund um den Radiuskopf entfernt.

    Na ja, am Ellenbogen laufen ein paar Muskelansätze zusammen. Da glaube ich kaum, dass man immer eindeutig zuordnen kann, welcher Muskel genau schmerzt. Schmerz kann eben auch ausstrahlen.

    Wo bei mir der Schmerz genau saß, weiß ich nicht mehr genau. Ich bin zum Glück die Beschwerden seit über 6 Jahren los, nachdem ich jahrelang damit Probleme hatte.


    Zitat

    Die üblichen Dehnübungen habe ich in der Vergangenheit sehr ausführlich über einen längeren Zeitraum probiert und auch in diesem Jahr nochmals. Das ist leider sehr problematisch, weil für die Stretches eine Streckung im Ellbogengelenk erforderlich ist, was eine leichte Schwellung, Brennen und auch Zwicken am Anconeus zur Folge hat. Ich musste dann tatsächlich auf Ibuprofen zurückgreifen, um wieder Ruhe in den Bereich zu bekommen. Kühlung in Kombination mit Stretchen habe ich auch konsequent probiert, das ist rein subjektiv das Schlechteste was ich machen kann.

    Versuche mal den Arm bei den Übungen nicht ganz durchzustrecken sondern ganz leicht angewinkelt zu lassen. Man neigt sonst dazu eher in die Überstreckung zu gehen, wenn man den Arm komplett durchstreckt. Das kann den Gelenkbereich überlasten. Das ist beim Knie übrigens dasselbe.


    Zitat

    Was für Stützübungen vom Yoga führst du aus?

    Herabschauender Hund, heraufschauender Hund, das Brett, die Krähe, Seitstütz und Vierfußstand.



    Hast du es auch mal mit Physiotherapie versucht? Oder einem TENS-Gerät?

    Zitat

    Versuche mal den Arm bei den Übungen nicht ganz durchzustrecken sondern ganz leicht angewinkelt zu lassen. Man neigt sonst dazu eher in die Überstreckung zu gehen, wenn man den Arm komplett durchstreckt. Das kann den Gelenkbereich überlasten. Das ist beim Knie übrigens dasselbe.

    Eine Hyperextension gibt es bei mir nicht. Ich kann am betroffenen Arm unter Belastung(zB. ) nur mit großer Mühe das Ellbogengelenk in der kompletten Extension stabilisieren.


    Zitat

    Herabschauender Hund, heraufschauender Hund, das Brett, die Krähe, Seitstütz und Vierfußstand.

    Den herabschauenden Hund führe ich im Stehen aus, beuge mich nach vorn Richtung Sessellehne. Ziel ist es, die Schulterblätter nach aussen zu bewegen, den Serratus A. über die komplette Länge der medialen Schulterblattkante zu aktiveren und den Latissimus zu entspannen. Dies hatte zur Folge, dass ich jetzt quasi aktiv und stabil im Klimmzug("L-Sit", Beine berühren den Boden) hängen kann. Der nächste Schritt wird sein, "die Krähe" zu meistern und mit dem kompletten Körpergewicht stabil im Klimmzug zu hängen. Darauf aufbauend möchte ich tatsächlich irgendwann wieder 1 Klimmzug schaffen usw.


    Zitat

    Hast du es auch mal mit Physiotherapie versucht? Oder einem TENS-Gerät?


    Strom mag ich überhaupt nicht. Damit wurde ich vor ein paar Jahren im Rahmen einer Krankengymnastik "gequält". Privat habe ich 2 verschiedene Geräte probiert. Ich muss damit nicht weiter experimentieren, ich finde es extrem unangenehm.


    Physiotherapie hatte ich unter anderem wegen diffuser Schulterprobleme vor ein paar Jahren in Anspruch genommen. Auch im Rahmen einiger Probleme nach einem Kreuzbandriss.


    Leider wurde zuviel Wert darauf gelegt, die Schulterblätter in die Retraktion zu bewegen und so Stabilität zu erzeugen. Die Aktivierung des Serratus A. über die volle länge ist dabei komplett auf der Strecke geblieben und dessen sowieso schon mangelhafte Aktivierung hat sich weiter verschlechtert. Ich bin seit Februar diesen Jahres aktiv dabei dieses Problem zu verbessern.


    Es funktioniert tatsächlich, wenn auch sehr langsam. Wenn ich mich letztes Jahr an eine Stange gehängt habe, hat es mir unkontrolliert die Arme lang gezogen, die Schulterblätter sind deutlich nach innen und oben Richtung Wirbelsäule gerutscht. Das passiert jetzt nicht mehr.