Schmerzen in der Schulter gehen nicht weg

    Hallo,


    ich laufe schon seit Monaten mit stechenden Schmerzen in der linken vorderen Schulter rum. Diese habe ich aber nur bei manchen Bewegungen, also nicht ständig. Also gab es MRT. Ab zum ersten Orthopäden. Der sagte, dass soweit alles ok ist und ich paar Tage Schmerzmittel nehmen soll. Wurde aber nicht besser. Sicherheitshalber zu einem anderen Orthopäden, der dann meinte, dass ich gezielt Physiotherapie bräuchte. Die habe ich bekommen. Seit 1,5 Monaten mache ich die Übungen, die mir beigebracht wurden, aber es wird nicht besser und jetzt bin ich hier. Vielleicht haben die zwei Orthopäden ja was übersehen!?


    Was ist zu dem Befund und den Bildern zu sagen?


    "MRT der linken Schulter:


    1,5 T: Projektionen und Sequenzen: T2 fs Blade sag., PD T2 TSE coronar, PD fs Blade transversal 320,T1 VIBE fs coronar.


    Eine größerflächige Knochenödemzone zeigt sich nicht. Umschriebene subacromiale Enge, schmaler Flüssigkeitssaum subdeltoidal. Flüssigkeitsnachweis auch im Bereich des Sulcus bicipitalis bei ansonsten hier regulär verlaufender langer Bizepssehne. Im Bereich der Rotatorenmanschette ist einesichere Läsion nicht erkennbar. Das ventrale Labrum glenoidale signalinhomogen, hier zeigt sich zudem in der koronaren Schichtführung kranialseitig eine Aufhellungslinie in der T2-Gewichtung. Beurteilung:Im Bereich der Rotatorenmanschette kein Nachweis einer sicheren Läsion. Umschriebeneslmpingementsyndrom bei subacromialer Enge. Diskrete_ Bursitis subdeltoidea. Bizepssehnentendinosea- -Inhomogene Darstellung des ventrokranialen Labrum glenoidale, hier ein Rest nicht ausschließbar. Ein höhergradiger Gelenkerguss zeigt sich aber zum Untersuchungszeitpunkt nicht."


    Ist da vielleicht doch was mehr kaputt?


    Wie wäre eine Spritze?


    Die Bilder habe ich zu einem Video gemacht und ist hier zu sehen:


    https://vimeo.com/198681291


    Ich freue mich auf Rückmeldungen.


    Dankeschön.


    LG

  • 22 Antworten

    Erst einmal sind Schulterbeschwerden sehr langwierig und wenn Du schon so lange damit zu tun hast, kann es einfach sein, dass 6 Wochen Eigenübungen noch nicht ausreichen.


    "Subacromiale Enge" bedeutet, dass unter dem Schulterdach (also unter dem Knochen da) nicht genug Platz ist und die darunter liegenden Strukturen gequetscht werden. Oder sogar geschädigt sind. Oft ist das ein muskuläres Problem, dass die an der hinteren Schulter liegenden Muskeln nicht kräftig genug sind und die Schultern nach vorne ziehen und diese Enge verstärken.


    Es kann natürlich sein, dass es da bereits doch Risse gibt, die auf dem MRT nicht zu sehen sind. "Kein Nachweis einer sicheren Läsion" heisst noch nicht, dass da doch was sein kann. Die Erfahrung habe ich machen müssen. Bei mir stand eh eine OP an, allerdings war dann die gerissene Supraspinatussehne bei der OP noch die "Überraschung". Das war auf dem MRT nämlich weder zu sehen noch beschrieben.


    Ich würde die Übungen ruhig noch eine Weile weitermachen. Ansonsten wirklich einen Orthopäden aufsuchen, der auf Schultererkrankungen spezialisiert ist. Hängt natürlich davon ab, wo Du wohnst. Ob Du da eine Auswahl hast. Oder eventuell eine orthopädische Klinik in der Nähe mit einer entsprechenden Sprechstunde.


    Aber wie gesagt: langwierig sind solche Geschichten, Geduld ist da auf jeden Fall gefragt!


    Alles Gute! @:)

    Deinen Film habe ich jetzt nicht angesehen, MRT Bilder kann ich nicht deuten. ;-) Ich kann nur aus eigenen praktischen Erfahrungen berichten. :)z

    Hallo,


    Schmidti70 hat ja schon einiges geschrieben.


    Ich sehe in dem Befund noch eine Schleimbeutelentzündung zwischen Deltamuskel und Schultergelenk sowie Reizung/Überlastung der Bizepssehne. Letzteres kommt durch das Impingement.


    Ich habe ein sehr ähnliches Problem, hier stand neulich auch mal ein Faden bezügl. Schulter-Impingement, da hatte ich auch einiges zu geschrieben, leider finde ich ihn nicht mehr ":/


    Mich wundert aber, dass du nicht ständig Schmerzen hast sondern nur bei bestimmten Bewegungen?


    Bezüglich Physiotherapie:


    Wie oft hattest du unter Anleitung? Was wurde da gemacht? Was sollst du selbst machen? Wie oft machst du da was?


    Bei mir hilft Physiotherapie sehr gut, man muss halt dahinter bleiben und jeden Tag was machen bzw. braucht das viel Eigeninitiative.


    Und es dauert - gerade weil auch eine Sehne betroffen ist, sechs Wochen sind da gar nichts! ;-)

    Ich würde mal zu einem Osteopathen gehen.


    Physiotherapie hat mir auch nie geholfen. Bei mir waren es Punkte am Schlüsselbein, die aktiviert wurden. Und dann bearbeitet wurden. Tat sauweh, aber die Schulter war in kurzer Zeit wieder beweglich und der Schmerz ist seitdem weg.

    Ich kämpfe mit ähnlichem Befund seit über einem Jahr und kann dir folgendes zu Spritzen berichten.


    Als erstes habe ich eine spritze mit einem Lokalanästhetikum erhalten. Dadurch wird das Impingement quasi ausgeschaltet und man kann erkennen, ob dies überhaupt der Auslöser ist. Bringt ja nix, wenn man das Impingement operativ beseitigt, dies aber gar nicht unbedingt für die Schmerzen ursächlich ist. Dann habe ich im Abstand von 6 Wochen nochmal zwei Kortisonspritzen ins Gelenk bekommen um die Entzündung zu beseitigen.


    Gebracht hat das ganze nicht wirklich was. Der Orthopäden sagte allerdings, dass manchmal erst die dritte Spritze den Durchbruch bringt. Da das Kortison allerdings nicht gerade gut für die Sehnen ist, wollte ich die dritte Spritze nicht.


    Physio bringt mir auch nach wie vor wenig. Ich glaube aber nach wie vor, dass man wirklich Geduld haben muss bei Schulterangelegenheiten.


    Wie sieht din HWS aus? Die kann auch durchaus stark in die Schulter ausstrahlen.

    Puhhh ... in der sechsmaligen Physiotherapie wurde erst einmal viel "geknetet", dann Übungen, wie Seitstütz, Brustmuskel aufdehnen, Unterarmstütz und für die Außenrotation gezeigt.


    Welche Übungen könnten noch fehlen oder mir vielleicht eher helfen?


    Was könnte in der HWS sein, die in die Schulter ausstrahlt?

    Zitat

    Umschriebeneslmpingementsyndrom bei subacromialer Enge. Diskrete_ Bursitis subdeltoidea. Bizepssehnentendinosea-

    ein impingement syndrom ( Schulterengpass) läßt sich mit der richtigen therapie und viel eigenübung gut beheben!


    bei einem schulterengpass werden weichteile v.a. die sehne des muskulus supraspinatus unter dem schulterdach eingeklemmt. in nachbarschaft liegende sehnen z.b. die bicepssehnen sind ebenfalls von der einklemmung betroffen.


    der oberarmkopf klemmt die sehnen unter dem schulterdach ein was zu bewegunsgschmerzen und ruheschmerzen führt.


    der arm läßt sich dann kaum anheben bzw das überkopfheben ist kaum möglich.


    ursache ist z.b.


    - regelmäßiges überkopfarbeiten


    - muskuläre dysbalancen der schultermuskulatur. die muskeln welche den oberarmkopf "nach unten" ( humeruskopfdepressoren) ziehen sind zu schwach so das der oberamkopf in die pfanne gepresst wird.


    - muskuläre verkürzungen v.a. des brustmuskles


    - verspannungen


    - haltungsschwäche ( krumme körperhaltung)


    - fehl- und überlastung z.b. chronisches arbeiten mit den armen, sport wie etwas handball usw..


    therapie:


    ziel ist es das gestörte muskuläre gleichgewicht wieder in ordnung zu bringen und die schultermuskulatur v.a. die depressoren ( muskeln welche den oberarmkopf nach unten ziehen) aufzutrainieren.


    es soll also der schulterhochstand wieder normalisiert werden.


    d.h.


    - verbessern des muskulären gleichgewichtes ( abgeschwächte muskeln auftrainieren, verkürzte aufdehnen)


    - verbessern der gestörten oberarmkopfbeweglichkeit ( kaudalgleiten erarbeiten) durch "manuelle


    therapie"


    - dehnung verkürzter muskeln


    - haltungstraining ( aufrechte haltung erarbeiten)


    - schmerzlindernde elektrotherapie


    - manuelle therapie zur erweiterung des raumes zwischen oberarmkopf und schulterdach


    hausaufgabe:


    - überkopfarbeiten unbeding meiden


    - schwer heben und tragen meiden


    - wäre oder kälteanwendungen ( mal austesten was besser ist)


    - hausaufgabenprogramm vom therapeuten erstellen lassen


    da ganze dauert aber seine zeit. d.h. mit einigen wochen musst du schon rechnen.

    Zitat

    dann Übungen, wie Seitstütz, Brustmuskel aufdehnen, Unterarmstütz und für die Außenrotation gezeigt.

    Seitstütz und Unterarmstütz sind nicht optimal und drücken den Oberarmkopf in die Pfanne, d.h. der Druck auf das Gelenk nimmt zu und somit auch die Enge.


    Eine Behandlung wie sie durchgeführt wird, kannst du hier sehen, das hab ich mal rausgesucht:


    Übungen gegen ein Schulter-Impngement!!!

    6 mal Physio ist meiner Meinung nach viel zu wenig. Wenn dein Doc von der Maßnahme überzeugt ist und auch bei dir den Willen zu eigenständigen Übungen sieht, dann sollten durchaus weitere 6 bis 12 Termine drin sein.


    Ansonsten gibt es in Netz eine Vielzahl von Videos mit Schulter Übungen. Wichtig ist auch, dass beide Seiten trainiert werden um nicht später eine erneute Dysbalance zu fördern.


    Da gibt es einiges, was von der HWS ausstrahlen kann...Bamdscheibenvorfälle, Blockaden etc...Bei mir sind es die Folgen zweier Wirbelbrüche.

    Mir wurde gesagt, dass diese Stützübungen Stabilität in die Schulter bringen, welche auch trainiert werden muss.


    Welche Muskeln müssen denn gezielt trainiert/gestärkt und welche gedehnt werden?

    Ach, bzgl. der Stützübungen wurde mir auch gesagt, dass es wohl einen Unterschied macht, ob man jetzt dabie wie ein nasser Sack durchhängt oder sich bewusst steif und "groß" macht, sich also richtig hochdrückt.

    Stützübungen habe ich meines Wissens weder vor noch nach der OP gemacht.


    Dein Arzt dürfte Dir ohne Probleme 3 Rezepte à 6 Anwendungen ausstellen....wenn er will. ;-) Ich finde 6x auch viel zu wenig.

    Zitat

    Welche Muskeln müssen denn gezielt trainiert/gestärkt und welche gedehnt werden?

    U.a.


    Musculus infraspinatus


    M. deltoideus pars spinalis


    M. teres minos


    M. biceps brachii caput longum


    M. pectoralis major


    M. latissiumus dorsi


    M. teres major und M teres minior


    M coracobrachialis


    M. deltoides pars clavicularis


    Mm. rhomboidei


    Dehnen u.a.:


    M. supraspinatus


    M. subscapularis


    M pectoralis major


    M. levator scapulae

    Zitat

    Mir wurde gesagt, dass diese Stützübungen Stabilität in die Schulter bringen, welche auch trainiert werden muss.

    Das ist richtig wenn man die Schulter z.B. bei Instabilität nach Schulter OP wieder stabilisieren möchte, Bandaparat, Kabel kräftigen möchte.


    Bei subacromialer Enge/Impingement ist das aber kontraproduktiv