Tagelanger Hexenschuss wird immer schlimmer?

    Guten Morgen,


    vielleicht hat jemand in diesem Forum einen Rat.

    Vor 6 Tagen fing es bei meinem Partner mit extremsten Rückenschmerzen an. Er brach im Schlafzimmer zusammen, konnte sich keinen Millimeter mehr bewegen und wurde vor Schmerzen kurzzeitig ohnmächtig. Da er körperlich schwer arbeitet und vor allem hebt, wird das vermutlich Mitgrund sein.

    Der ärztliche Bereitschaftsdienst legte eine Infusion / Cortison und es wurde etwa eine halbe Stunde soweit besser, dass man ihn ins Bett legen konnte. Danach Schmerzen wieder so stark, dass nur die Einlieferung in die Notaufnahme (mit Anraten des Bereitschaftsarztes) möglich war. Dort wurde er geroengt (kein MRT), Infusion von Schmerzmitteln und wieder entlassen, Diagnose Hexenschuss.


    Es ist nun so, dass er seit fast einer Woche extremste Schmerzen bei jeder Bewegung hat (er versucht trotzdem, halbwegs in Bewegung zu bleiben und macht empfohlene Übungen) und ich mir langsam denke, ob das noch ein "normaler" Hexenschuss sein kann, wenn ein kräftiger 2 Meter- Mann bei jeder Bewegung vor Schmerzen schreit wie ein kleines Kind und null Besserung trotz hochdosierter Schmerztabletten kommt? Man liest ja immer, dass nach 2, 3 Tagen das Schlimmste überstanden wäre. Hatte hier jemand mal einen ähnlichen Fall über so lange Dauer?

    Kein Fieber, keine Lähmungserscheinungen oder Schwindel, nur extreme Schmerzen, die mehr schlimmer als besser werden. Schmerzmittel hilft nur Ibu minimal.


    Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende.. :-(

    Danke und Viele Grüße

  • 14 Antworten

    Leider ist Hexenschuss nur eine Sammeldiagnose, die keine Aussage über die tatsächliche Ursache trifft. Ich weiß nicht ob es dich tröstet: Aber bei mir ging es auch immer über eine Woche. Schmerzmittel haben rein gar nix gebracht, egal welche, egal wie stark.

    Persönlich hat mir der Theramed Wärmegürtel immer sehr geholfen, das Gewebe wieder zu entspannen. Zwei Tage damit haben den Schmerz nie ganz genommen, aber echt das Schlimmste gelöst. Außerdem zum Schlafen eine Rolle für den unteren Rücken.

    Ich glaub, da muss er jetzt einfach durch. Sowas kann sich durchaus ein paar Tage ziehen. Der Arzt wird auch nicht viel mehr machen können. Wenn es deinem Mann wieder halbwegs besser geht, sollte er sich aber mal Physiotherapie verschreiben lassen. Ansonsten sollte er mehrmals am Tag Übungen machen (bei Youtube gibts dazu auch viele Videos) und sich bewegen soweit es geht.

    Du könntest auch bei deinem Partner die Triggerpunkte am Rücken bearbeiten:

    https://www.muskel-und-gelenks…kenschmerzen/hexenschuss/

    Das könnte für zusätzliche Entlastung sorgen.

    Wo genau hat dein Mann die Schmerzen? Ist es direkt im Rücken oder eher ein Nerv z.B. im Gesäß oder Bein?

    Bei Nervenschmerzen helfen die Schmerztabletten nicht (ich spreche gerade aus Erfahrung).

    Es könnte auch ein Bandscheibenvorfall sein, den man nur im MRT erkennt.

    Alles Gute für deinen Mann.

    ich würde auch dringend zu einem MRT raten. ein Röntgenbild sagt da wirklich gar nichts aus. meines war auch unauffällig und erst im MRT konnte der Bandscheibenvorfall festgestellt werden. auch die tests, die die ärzte machten, deuteten nicht auf einen vorfall hin - aber letztendlich war es eben doch einer.

    ist er denn noch in der klinik? wenn nicht - vielleicht kann der behandelnde arzt auf einen möglichst schnellen MRT-termin drängen. bei mir ist das damals auch so gelaufen.

    WildwoodFlower1 schrieb:

    Hatte hier jemand mal einen ähnlichen Fall über so lange Dauer?

    Nun, da hat es deinen Partner ziemlich erwischt. Deratig schlimm hat es einmal einen Nachbar von mir getroffen, der in der Wohnung über mir wohnt.

    Akuter Hexenschuß, lag auf dem Boden, komplett bewegungsunfähig. Musste dann mit der Feuerwehr durchs Treppenhaus unter Narkose in den Krankenwagen transportiert werden.



    Hexenschuß/Lumbago kann extrem schmerzhaft werden ( spreche auch aus eigener leidvollerErfahrung)


    Aber ein Hexenschuß geht auch wieder vorbei, nur das dauert seine Zeit. Ein Leitspruch sagt:

    4 Wochen mit Arzt und 1 Monat ohne Arzt X-\

    Wichtig ist nicht in Panik zu verfallen und Ruhe bewahren. Rückenschmerzen gehen auch wieder vorbei.

    Also ruhig bleiben, entspannen, Schmerzmittel, Schmerzsalbe, weiter Bewegen und Wärme ( Körnerkissen, Wärmflasche)


    Wenn die akute Phase vorbei ist, kann man mit Physiotherapie beginnen.

    going schrieb:

    ich würde auch dringend zu einem MRT raten.

    Die Frage ist, was das bringen soll, außer dass man dann weiß, ob man einem Bandscheibenvorfall hat oder nicht. Die Behandlung bleibt doch eh dieselbe, nämlich Physiotherapie, Bewegung, Übungen u.ä.

    _Parvati_ schrieb:

    Die Frage ist, was das bringen soll, außer dass man dann weiß, ob man einem Bandscheibenvorfall hat oder nicht. Die Behandlung bleibt doch eh dieselbe, nämlich Physiotherapie, Bewegung, Übungen u.ä.

    Danke, das wollte ich auch schreiben... :)z

    Rückenschmerzen und MRT ist nicht immer sinnvoll, denn das Ergebnis trägt oft dazu bei das der Patient verunsichert wird. Fängt man an zu suchen findet man auch und das was man findet muss nicht mit der Klink zusammen hängen.


    MRT kann dann sinnvoll sein, wenn die Schmerzen trotz Physiotherapie oder anderen Therapieformen nach einem gewissen Zeitraum nicht nachlassen.

    na ja, ein hexenschuss ist meines Wissens auf eine Wirbelblockade oder eine muskuläre Verspannung zurückzuführen - bei einem bandscheibenvorfall drückt ausgetretenes bandscheibengewebe aus die nerven im Nervenkanal der wirbelsäule. dadurch können die nerven auch (irreversibel) geschädigt werden. im zweifelsfall kann auch eine operation nötig sein, um dieses gewebe abzutragen.

    ich wurde damals in rückenlage quasi ruhiggestellt (beine wurden in "treppelage" hochgelagert), damit das ausgetretene gewebe abschwellen und vernarben konnte - dazu musste ich abschwellende und entzündungshemmende Medikamente nehmen.

    bei meinem Vater hat es auch sehr weh getan und hat mehrere Wochen gedauert bis es weg war... Er hat viel mit Voltaren-Gel gearbeitet...

    Hatte auch einen BSV. Mein Orthopäde sagt damals klar, dass nur operiert wird, wenn ich Lähmungserscheinungen habe. Ansonsten bekam ich Physiotherapie verschrieben und ordentliche Schmerzmittel.


    Im Endeffekt muss ich sagen, dass beides nicht viel gebracht hat. Die ZEIT hats gebracht, mit der Zeit wurde es von alleine besser, auch wenn es schon einige Wochen gedauert hat.

    bei mir wurde auch nur konservativ behandelt und mittlerweile merke ich es nicht mehr (hat auch eine zeit gedauert) - eine bekannte jedoch musste operiert werden. bei ihr wurde alles versucht, aber die (sehr starken) schmerzen waren einfach nicht wegzubekommen und auch viel zu schlimm, um es aushalten zu können. der geht es jetzt auch wieder gut und sie ist komplett beschwerdefrei.

    Der Hausarzt kann ein TENS Gerät versschreiben , kann man im Sanitäsladen dann ausleihen. Diese haben geöffnet. Ansonsten mal ein Moorkissen dort gleich kaufen und das hilft auch.