10 Jahre SSRI - Was tun?

    Hallo, ich bin m28 und nehme seit meinem 18 Lebensjahr (ohne ärztliche Aufsicht...) Sertralin (derzeit 50mg, früher 100-150mg). Diagnose: "Borderline", Mittelschwere Depressionen, Anpassungsstörung, Soziophob. Das war 2012. Mittlerweile stehe ich fest im Leben, bin seit über 5 Jahren in einer festen Beziehung.


    Mein Problem: Ich bin 28 und sehe aus wie 18. Meine Gesichtszüge haben sich seit damals kaum verändert. Ich habe wenig bis keinen Bartwuchs, was sehr merkwürdig ist, da jeder Mann in meiner Familie sehr starken Bartwuchs hat. Auch mein Sexualtrieb ist im Gegensatz zu früher nicht mehr der Gleiche. Dahinter ist durchaus das Medikament und sein Eingriff in den natürlichen Hormonhaushalt zu vermuten.


    Ich möchte das Medikament (nicht nur aus o.g. Gründen) absetzen, habe aber Angst davor. Wenn ich einen Tag mein Sertralin nicht nehme, kriege ich schwere Absetzerscheinungen wie die "Stromschläge", wankenden Gang, enorme Gereiztheit etc. pp.


    Hat jemand Erfahrung mit dem Absetzen und "dem Leben danach"? Was mache ich jetzt am besten? Hole ich mir eine Überweisung zum Psychiater vom Hausarzt? Ich möchte gerne frei von Medikamenten leben...

  • 3 Antworten
    sanguinex schrieb:

    Ich möchte das Medikament (nicht nur aus o.g. Gründen) absetzen, habe aber Angst davor. Wenn ich einen Tag mein Sertralin nicht nehme, kriege ich schwere Absetzerscheinungen wie die "Stromschläge", wankenden Gang, enorme Gereiztheit etc. pp.


    Hat jemand Erfahrung mit dem Absetzen und "dem Leben danach"? Was mache ich jetzt am besten? Hole ich mir eine Überweisung zum Psychiater vom Hausarzt? Ich möchte gerne frei von Medikamenten leben...

    Es ist schonmal gut, dass Du von Absetzerscheindungen sprichst. Manche vermuten Entzugserscheinungen, die haben diese Medikamente aber eigentlich nicht. Dein Serotoninhaushalt ist durch einen Tag nicht nehmen ebenfalls nicht wirklich beeinflusst, der Spiegel ist ja da. Absetzerscheinungen gibt es aber sehr wohl, wie Du ja gemerkt hast.


    Man schleicht diese Medikamente aus, das Tempo dafür ist bei jedem individuell. Wenn es ganz schwierig wird, kann man auch über alternative Medikamente als Übergangslösung zum Absetzen des eigentlichen Medikaments nachdenken. Außerdem muss Dein Zustand überwacht werden, ob ganz absetzen überhaupt eine gute Idee ist oder vielleicht ein anderes Medikament (oder zusätzliches) Medikament in Frage kommt um die genannten Nebenwirkungen loszuwerden.


    Für all diese Dinge ist der Psychiater der richtige Facharzt. Du kannst am Telefon fragem ob Du eine Überweisung brauchst. Aber ich würde einfach zum Hausarzt, da bekommst Du auch schneller einen Termin, vielleicht will er gleich schonmalein Blutbild machen um sich einen Überblick zu verschaffen. Und dann schickt der Dich wahrscheinlich gleich weiter.

    sanguinex schrieb:

    Ich möchte das Medikament (nicht nur aus o.g. Gründen) absetzen, habe aber Angst davor....

    Hat jemand Erfahrung mit dem Absetzen und "dem Leben danach"? Was mache ich jetzt am besten? Hole ich mir eine Überweisung zum Psychiater vom Hausarzt? I

    Ich würde auch sagen das du das mit deinem Psychiater besprichst. Der Psychiater kann mit dir zusammen überlegen ob es sinnvoll ist das Medikament abzusetzen und wie das Absetzen für ich am sinnvollsten sein könnte.


    Ohne Arzt solltest du das nicht machen, nur unter ärztlicher Kontrolle.

    Also ich habe einen "kalten Entzug" von Sertralin gemacht. Und ich kann dir das nicht raten. Lass es bleiben auf eigene Faust zu versuchen.

    Ich habe aber die Erfahrung gemacht das Psychiater gern Pillen verschreiben und wünsche zum Absetzen gern ignorieren oder abraten. Sollte dies der Fall sein, dann geh besser wieder zum Hausarzt