Zitat

    Und genau so empfindet er den Umgang mit Frauen über 30. Die wollen keine Kennenlernphase und die Lockerheit des Anfangs einer Beziehung wie 10 Jahre vorher. Nein, da ist ne Lebensplanung im Kopf und will schnellst möglich durchgeführt werden.


    Und genau da fühlt der Mann sich sehr, sehr unwohl.


    Wohlgemerkt, er hat nichts gegen eigene Kinder, aber erstmal möchte er die Beziehung zu zweit geniessen und schauen, ob es passt.

    Naja, man muss den Frauen aber schon zu Gute halten, dass eine Frau Ü30 da natürlicherweise schon ein bisschen unter Druck steht. Als Frau Ü30 mit KiWu kann man wirklich keine so lockere Beziehung eingehen wie 10 Jahre vorher, in der es erst mal darum geht 3-4 Jahre locker zusammen um die Welt zu reisen und dann erst mal zu schauen ob es wirklich langfristig passt. Man wird ja nunmal nicht jünger. Klar, man darf nicht so verbissen am KiWu festhängen dass man gar nicht mehr leben will wenn es nicht klappt, man muss aber schon vorsichtig sein, mit wem man die Zeit verplempert, wenn man einen gewissen Lebensentwurf anstrebt.

    Ich glaube tatsächlich, dass es für manche Menschen (und ich nehme mich da gar nicht aus Ariadne) eine sehr bittere Erfahrung/Erkenntnis sein kann, dass das Leben nicht planbar ist. Dass alle Phantasien, die wir aufgebaut haben eben Phantasien sind. Das kann richtig richtig weh tun. Ich wollte immer eine Großfamilie mit richtig vielen Kindern und im Moment sieht es eher so aus, als müsste ich mich ganz verabschieden vom Kinderwunsch (bei mir kommt zum Alter noch Krankheit dazu). Und auch mir tut diese Erkenntnis richtig weh. Aber ich glaube, dass der Trauerprozess darüber, dass es eventuell auch anders kommen könnte, letztendlich die Freiheit gibt das, was das Leben uns noch ermöglicht, zu gestalten.


    Aber: das ist ein schwerer Weg und ich kann durchaus nachvollziehen, dass einen das in sehr existentielle Nöte bringen kann. Bei jemandem mit sehr starkem Kinderwunsch zu sagen "Mach dich mal locker" ist irgendwie wenig hilfreich, weil wenig realistisch. Das hört sich dann irgendwie an wie der reine Hohn. Dazu ist es zu schmerzhaft und ich weiß, dass es mich immer belasten wird, dass es nicht funktioniert und die Alternativen nur second best sind.


    Nur gibt es tatsächlich wenig Alternativen, wenn du es von einer Beziehung abhängig machst. Ich beobachte, dass die Menschen in meinem Umfeld, die ihren Lebensplan gnadenlos durchgezogen haben (auf Kinder bezogen) nicht sehr glücklich sind, auch wenn sie es geschafft haben. Sie leben zum Teil in dysfunktionalen Beziehungen, unter denen alle Beteiligten, Erwachsene wie Kinder, sehr leiden. Die Frage ist, ob das das Ziel sein soll. Und du hast wirklich noch Zeit. Und Alternativen wie Samenspende.


    Es gibt wie ich glaube viele Faktoren, die so starken Kinderwunsch auslösen. Zum einen glaube ich wirklich, dass da eine ganz tiefe biologische Komponente dabei ist, also ein Grundbedürfnis. Aber wenn ich mein ganzes Leben und meine ganze Selbstverwirklichung in diesen Wunsch hineinlege, dann kann es auch passieren, dass man eine Idee von eigenem Glück und Selbstverwirklichung in diesen Wunsch hineinprojiziert und auch das Kind ein Mittel wird, um die innere Lehre zu füllen. Diese Konstellation ist nicht nur äußerste unglücklich fürs Kind, sie geht meines Erachtens auch für die Mutter nicht auf, da eine der wichtigsten Aufgaben nach den ersten Lebensjahren ist, stückweise wieder loszulassen. Das Kind kann die Bedürfnisse einer Mutter nicht erfüllen und es ist auch nicht (!) seine Aufgabe. Ich finde es daher relativ wichtig, für sich selbst aufzudröseln, warum dieser Wunsch so stark ist und ob da noch andere Bedürfnisse dahinter stehen.


    In deinem Fall jetzt würde ich tatsächlich sagen: vielleicht ist gerade die Zeit zu trauern und wütend zu sein. Und wenn du durch diese Emotionen durch bist, kannst du vielleicht klarer auf dein Leben schauen. Wünsche und Ziele als Wegweiser zur Kenntnis nehmen, aber auch akzeptieren, dass unser Leben eben kein selbstgestaltetes Bilderbuch ist, dass es nicht immer planbar ist. Dass wir unsere Ziele weiterverfolgen könnten, aber es manchmal die zweit- oder drittbeste Lösung ist, die uns letztendlich vielleicht glücklicher machen wird. Und du hast wirklich noch ein paar Jahre Zeit. Mit 35 aus Prinzip mit der Kinderplanung aufzuhören ist glaube ich nicht nötig heutzutage. Aber gerade bei der Absolutheit deines Kinderwunsches (und ich finde schon auch, dass da ziemliche Verbissenheit rauszulesen ist) fände ich es für euer aller psychischer Gesundheit ganz wichtig eben mal für dich aufzudröseln, was "ein Kind haben" für dich genau bedeutet.

    @ TheBlackWidow

    Witzigerweise habe ich letztens einen Mann kennengelernt, und obwohl ich mir nichts mehr wünsche als Familie, hat er mich mit seiner Hektik in die Flucht geschlagen, weil ich irgendwie da Gefühl hatte ich komme da nur als Mittel zur Erfüllung seines Lebensplans und seiner Wünsche vor und wer ich bin ist gar nicht so wichtig... da half es auch nicht, dass wir ähnliche Wünsche haben.

    Ich habe nur den Eingangspost gelesen! Aber das hier

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    Ich habe nie mit der Pille angefangen, weil ich unbedingt früh ein Kind haben wollte, aber es wollte mir kein Mann helfen.

    gibt mir sehr zu denken.


    Meine Mutter wollte auch "bis spätestens 30" ein Kind haben. Hat geklappt, nur leider ohne Vater, was mich seit meiner Geburt negativ beeinflusst!

    @ Ariadne_im_Labyrinth

    Warum willst du inbedingt so früh wie möglich ein Kind haben? Und warum ist dir der Vater des Kindes nicht wichtig?


    (Wenn die Antwortn dazu auf den Seiten 2 - 10 stehen, einfach ignorieren!)

    Zitat

    Wenn du gewusst hast, dass er zu 99 Prozent unfruchtbar ist , dann hast du dir auch was vorgemacht, wenn du auf das rechnerisch 1 Prozent gesetzt hast.

    Ich habe eben auf IVF gesetzt.

    @ wintersonne01

    Zitat

    Wenn du wirklich so stark darauf fixiert bist möglich schnell ein Kind zu bekommem, wirst du sicherlich auch nicht schnell einen neuen Partner kennen lernen.


    Denn du strahlst es unbewusst aus und das wirkt auf Männer eherabstoßend. Die meisten Menschen möchten sich kennen lernen, lieben und dann einen Kinderwunsch sich entwickeln lassen.

    Ich habe es Jahre lang völlig locker gehandhabt und es war genauso unerfolgreich, insofern kann man es ja dann mal mit einer anderen Strategie versuchen.


    [...]

    @ willgesundsein

    Zitat

    Warum willst du inbedingt so früh wie möglich ein Kind haben? Und warum ist dir der Vater des Kindes nicht wichtig?


    (Wenn die Antwortn dazu auf den Seiten 2 - 10 stehen, einfach ignorieren!)

    Weil ich bereits einen Mann habe und der sich nicht auf eine polygame Beziehung einlassen würde.


    Und der Vater wäre mir wichtig, deswegen möchte ich auch nicht zu einer Samenbank. Aber ich will eben keine Beziehung mit ihm, weil ich schon eine Beziehung habe, von dem ich ein Kind bekommen hätte, wenn es möglich gewesen wäre.

    Ich könnte mir inzwischen auch vorstellen, zum Islam zu konvertieren. Nicht, weil ich daran glaube, aber weil man Frauen dort die Mutterschaft nicht so entsetzlich schwer macht oder den Wunsch danach problematisiert wie im Westen.

    Zitat

    Ich könnte mir inzwischen auch vorstellen, zum Islam zu konvertieren. Nicht, weil ich daran glaube, aber weil man Frauen dort die Mutterschaft nicht so entsetzlich schwer macht oder den Wunsch danach problematisiert wie im Westen.

    Also spätestens jetzt glaube ich zumindest .. dass Du ein ernsthaftes Problem hast, und das lässt sich nicht durch ein Kind lösen sondern nur mit der Hilfe eines Therapeuten.

    Irgendwie kommt es mir vor, als würdest Du nur provozieren wollen..

    Zitat

    weil man Frauen dort die Mutterschaft nicht so entsetzlich schwer macht oder den Wunsch danach problematisiert wie im Westen.

    Alle sind Schuld - nur Du nicht? Wie wäre es einmal damit, zu reflektieren?

    Zitat

    Also spätestens jetzt glaube ich zumindest .. dass Du ein ernsthaftes Problem hast, und das lässt sich nicht durch ein Kind lösen sondern nur mit der Hilfe eines Therapeuten.

    Nö, ich möchte einfach Mutter sein und eine Familie haben und im Islam darf man das als Frau. Mich sprechen auch sehr oft muslimische Männer an. Es ist ja schon irgendwo auffällig, dass Deutsche keine Kinder haben, Muslime aber schon. Da glaube icheinfach nicht, dass das nur an mir liegt. Ist halt nur die Frage, ob ein muslimischer Mann ja sagen würde, wenn er nicht auch der Ehemann sein darf.

    Liest du hier, was etliche dir hier schreiben?


    In Deutschland werden genauso Kinder in die Welt gesetzt wie im Rest der Welt - zuletzt sogar mit einer steigenden Geburtenrate.


    Auch im Christentum darfst du selbstverständlich eine Familie haben und Mutter sein. Dafür gibt es ja etliche Möglichkeiten, die über das normale schwanger werden -> Kind bekommen hinausgehen (KiWu-Kliniken, künstl. Befruchtung, Hormontherapie, Adoption...).


    Aber darum gehts dir glaub ich gar nicht, oder?

    Upps, jetzt habe ich deutsch bzw. christlich durcheinander geworfen. Weil du schreibst von "den Deutschen" und "den Muslimen". Gibt natürlich auch deutsche Muslime und muslimische Deutsche und Deutsche, die gar keine Religionhaben usw. %:|

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