Ich weiß, dass mit Kindern nicht alles friedlich ist. Ich habe bereits mit ADHS Kindern gearbeitet und mit Autisten. Ich bin immun gegen Lärm und fahre Kindern gegenüber nicht aus der Haut. Ich möchte gerne mehr als eins. Deshalb möchte ich jetzt anfangen, bzw. wollte mit maximal 23 anfangen. Und nicht erst mit 34. Wenn das dann so lange Zeit nichts wird, verliert man eben irgendwann die Geduld.

    Ariadne, du hast ungefähr 10 Jahre deines Lebens verschenkt - das ist deine Aussage.


    Du beschreibst dich als kraftlos und traurig, hast Jahre sinnlos vergeudet, hast deine Lebensfreude geopfert.


    In deinem Leben scheint es ein riesiges Loch zu geben, welches nur durch ein Kind gestopft werden kann.


    Ist es einem Kind gegenüber fair, dass es als Lückenfüller missbraucht wird?


    Was fehlt dir als Mensch, als Frau? Was soll ein Kind kompensieren?

    Ariadne, eins vorweg: ich verstehe Deine Enttäuschung im Hinblick auf das Verhalten Deines Partners, es wäre natürlich zu erwarten gewesen, dass er mit Dir gemeinsam in der Beziehung sein Problem offenlegt und daran arbeitet. Es gibt ja wirklich durchaus auch andere Methoden (eben Samenspende), wenn beim Mann gar nichts funktionieren sollte. Dich in dieser Hinsicht zu belügen und Dir etwas vorzuspielen ist daneben und mein Vertrauen wäre sehr erschüttert. Ich könnte auch nicht mehr mit dem Mann zusammen sein, aber nicht, weil er zeugungsunfähig ist, sondern weil offensichtlich der Respekt vor und das Vertrauen zu mir fehlt, wenn so etwas verschwiegen wird.


    Dennoch finde ich, dass Du Deine Situation dramatisierst. Du bist erst 31, da bin ich gerade mal angefangen, so richtig Fuß im Job zu fassen nach einem langen Studium. Dann jedoch war ich in einer sehr ähnlichen Situation wie Du, mit 35 machte mir mein Mann nach 10 Jahren Beziehung klar, dass er keine Kinder möchte, jedenfalls den steinigen Weg dorthin (ähnliche Problematik) mit mir nicht gehen will. Auch ich war natürlich traurig und gekränkt, aber keinesfalls psychisch am Ende.


    Denn eins muss man sich immer vor Augen halten: Niemand hat Anspruch auf das perfekte Leben mit gutem Job, Haus, Ehemann, gesunden Kindern, die auch immer schön lieb sind, eigene Gesundheit und Wohlstand. Das wird uns zwar pausenlos suggeriert, dass alle anderen Menschen das haben außer uns selbst, wenn man mal genau hinsieht, ist das aber nicht der Fall, jeder hat sein Päckchen zu tragen (bis auf wenige absolute Glückspilze). Auch absolute Herzenswünsche können ggf. nicht erfüllt werden. Ich glaube, es wäre wichtig, dass Du das für Dich akzeptierst, bevor Du weiter auf die Suche nach einem "Erzeuger" gehst.


    Um Dir Mut zu machen: im biblischen Alter von 36 habe ich tatsächlich nochmal einen Mann gefunden, der mit mir das Wagnis Familie eingegangen ist, es hat mit der Schwangerschaft mit 37 auch unproblematisch geklappt. Also, Kopf hoch, es ist nicht aller Tage Abend, bleib entspannt und hab immer einen Plan B: man muss keinen Mann haben, um Kinder zu haben. Im Notfall wäre ich den Weg auch alleine gegangen, was sicherlich nicht toll ist, aber wie gesagt: Das Leben ist kein Ponyschlecken. Man muss nur das Beste draus machen. Viel Glück dabei. @:)

    Hör doch mal auf, das zu psychologisieren und ständig das Wort Missbrauch zu benutzen. Ich möchte ein Kind, weil ich ein Kind möchte und ich erwarte gar nichts von dem Kind. Tut mir leid, wenn ich keine anderen Lebensträume oder Wünsche habe als das.


    Die westliche Welt ist übrigens der einzige Ort auf der Welt, wo man sich dafür rechtfertigen muss. In jedem anderen Teil der Welt und in jedem anderen Jahrhundert passiert das einfach, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat. Schon mal daran gedacht, dass eher Deutsche mit ihrer krankhaft niedrigen Geburtenrate abnormal sind und nicht der Rest der Welt? Und nein, ich finde es nicht normal mit Mitte 30 das erste Kind zu bekommen. Ich finde es normal, ein Kind dann zu bekommen, wenn die Wahrscheinlichkeit für genetische Schäden noch nicht so hoch ist und die Fruchtbarkeit noch hoch ist.

    Liebe Ariadne,


    ich habe Deinen Beitrag gelesen und muss sagen, dass ich finde, dass manche hier sehr hart mit Dir ins Gericht gehen.


    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich bin jetzt 42 und habe mir auch immer Kinder gewünscht, seitdem ich eine junge Frau war. Mein Mann, den ich leider sehr spät kennenlernte, ist zwar zeugungsfähig und hat sogar ein Kind, aber leider nicht von mir, ich habe gerade die vierte Fehlgeburt. Ich hätte alles getan, für ein eigenes Kind, wirklich alles, würde es auch jetzt noch tun, wo ich weiß, dass es nicht mehr klappen kann. Ein Leben ohne Kind ist auch für mich nicht lebenswert. Hier sind immer ganz viele schnell bei der Hand mit "damit musst Du Dich abfinden", "es gibt noch so viel anderes Schönes im Leben" etc., aber wie ich für mich sagen muss: Ein Kind ist sicher nicht alles, aber ohne ein Kind ist alles nichts.


    Bei mir kommt noch dazu, dass um mich herum alle problemlos und ganz selbstverständlich Kinder gekriegt haben und ich das immer mit ansehen musste und muss. Den Schmerz, den ich dabei empfinde, kann ich gar nicht in Worte fassen und es gibt niemanden, der ihn versteht.


    Du bist erst 31 und hast noch alle Zeit der Welt (oder fast alle), um Dir diesen großen Wunsch zu erfüllen. Egal, was die anderen sagen und wie sie es sehen: Folge da Deinem Herzen bzw. Deinem Instinkt, sonst würdest Du es bitter bereuen. Dass Dein Freund Dir nicht ehrlich gesagt hat, dass er keine Kinder zeugen kann, finde ich auch nicht in Ordnung, aber wahrscheinlich ist die Vorstellung, Dich deswegen zu verlieren, für ihn genauso schlimm. Vielleicht solltet Ihr tatsächlich über Samenspende nachdenken, ich kenne persönlich ein Paar, dass das so gemacht hat und damit sehr glücklich ist. Diesen Kompromiss würde ich eingehen.


    Ich wünsche Dir wirklich sehr, dass Du das Thema für Dich zu einem positiven Abschluss bringen kannst, denn ich weiß aus eigener Erfahrung zu gut, dass ein unerfüllter Kinderwunsch ein Leben zerstören kann. Bei mir ist das so und ich wünsche es niemandem. Alles Gute!

    Zitat

    . Nun habe ich wieder ein paar Jahre sinnlos vergeudet im Vertrauen, dass der Mann mich nicht nur benutzt.

    Die Männer in deinem Leben tun mir echt leid. Du solltest dir Hilfe holen das ist ja krankhaft bei dir. Und ein Kind hättet ihr doch trotzdem haben können, da gibts Samenspende oder auch Pflege/Adoptivkinder.


    Allerdings frage ich mich ernsthaft was du dir von einem Kind erwartest nachdem du dich dermaßen rein steigerst. Ob das Kind diese Erwartungen dann erfüllen kann?

    Zitat

    Ein Kind ist sicher nicht alles, aber ohne ein Kind ist alles nichts.

    Das beschreibt meine Denkweise ganz gut und deswegen finde ich es merkwürdig, dass hier, vor Allem von Leuten, die bereits Kinder haben, das nicht verstanden wird und laienhaft analysiert wird, wieso man das als Loch im Leben empfindet und was man denn mit dem Kind vorhätte oder von ihm erwartet oder es irgendwie unter Druck setzen würde.


    Ich möchte einfach mit meinem eigenne Kind auf der Spielplatz, ihm Pausenbrote schmieren, die Welt erklären, Wadenwickel machen, wenn es krank ist und es irgendwann, hoffentlich, als eigenständigen Erwachsenen im eigenen Leben sehen, wie auch immer das aussehen mag, egal ob es Chefarzt oder Straßenmusikant werden will.


    Tut mir sehr leid für dich, aber mein Druck kommt eben daher, dass ich einige solche Frauen kenn und ich nicht will, dass mir das passiert.


    Und im Hinblick darauf, dass Männer ja wissen, dass man weniger Zeit hat für Kinderplanung, fühle ich mich dann eben mittlerweile doch ausgenutzt von ihnen teilweise.

    Zitat

    Bei mir kommt noch dazu, dass um mich herum alle problemlos und ganz selbstverständlich Kinder gekriegt haben und ich das immer mit ansehen musste und muss. Den Schmerz, den ich dabei empfinde, kann ich gar nicht in Worte fassen und es gibt niemanden, der ihn versteht.

    Ich verstehe es :)-

    Zitat
    Zitat

    Ein Kind ist sicher nicht alles, aber ohne ein Kind ist alles nichts.

    Das beschreibt meine Denkweise ganz gut

    Sorry, dass ich das so direkt frage, aber was sind denn eure Alternativen für den Fall, dass es doch nicht mit dem Kinderwunsch beziehungsweise der Familiengründung klappt?


    Angenommen ihr seid irgendwann 55 Jahre alt und der Kinderwunsch ist noch immer unerfüllt.. was dann?

    Zitat

    Dabei habe ich von Männern nie etwas anderes erwartet, als dass ich ein Kind haben darf. Kein Schmuck, kein Haus, nu ein Kind. Das war doch eigentlich nicht zu viel verlangt, dachte ich zumindest.


    Ich weiß nun nicht, wo ich schnellstmöglich einen Mann herbekommen soll, der bereit ist, ein Kind zu zeugen.

    Ich habe lange überlegt, ob und was ich dazu schreiben möchte.


    Angesichts solcher Aussagen ist das wirklich schwierig, denn ich hab gerade ziemliches Mitleid mit deinem Partner, dass er eine Frau mit einer so fixen Idee hat, dass es auf mich manisch wirkt.


    Wenn dein Partner von Anbeginn an gesagt hätte, dass er keine Kinder zeugen kann, hättest du ihn dann sofort abgeschossen?


    Rein praktisch ist es ja kein Problem, Kinder zu kriegen. Aber in diesem Fall eben nicht vom eigenen Partner. Bevor du völlig durch den Wind bist, weil du keine Kinder hast, würde ich mich dem Thema Samenspende einfach mal widmen - das kann ganz schnell gelöst werden. Denn in der Situation, auch noch Ansprüche an spezifische Kriterien des Erzeugers zu stellen, bist du in der aktuellen Lage mit dem aktuellen Partner nicht. Aber wäre es nicht verrückt, ihn in den Wind zu schießen um dann suchend durch die Welt zu laufen, wer dir bitte ein Kind machen könnte? Neue Partner wirst du in dieser Stimmung sicherlich nicht gerade leicht finden, das dürfte eher abschreckend wirken.


    Also warum nicht ein Kompromiss? Ihr seid ein Paar, was sich liebt, und das Kind muss eben hälftig woanders herkommen. Aktuell kannst du ja auch nicht einmal sicher sein, dass du Kinder bekommen kannst. Dann bliebe noch Adoption. Wieviel "eigenes" da drinstecken muss, musst du für dich beantworten - aber je höher deine Ansprüche sind, umso geringer die Chancen.

    So verkrampft eine Schwangerschaft haben zu wollen, wird wahrscheinlich eh nicht funzen. Da ist der Körper wahrscheinlich schon in Abwehrposition, überhaupt schwanger werden zu wollen.


    Bekannte von mir wollten unbedingt ein Kind, es klappte nie. Erst als sie den Wunsch aufgegeben hatten mit weit über 40, sie endlich mal ganz entspannt und ohne Druck ins Bett hüpften, wurden sie schwanger. Mit 43 und 47.


    Und die Kinder sind jetzt bereits in der Pubertät. Und jede behauptet, hätte ich das gewußt, wäre ich nie schwanger geworden. Prinz und Prinzeßchen wurden als solche behandelt, sind die Rabauken überhaupt und inzwischen die Enttäuschung und Sorgenkinder überhaupt.


    Ein Kind zu haben ist oftmals kein Zuckerschlecken, da wird gerne mal die rosa Brille aufgesetzt. Schreikinder, oft kranke Kinder, behaftet vielleicht mit Pseudokrupp, Neurodermitis.... Alles Dinge, die sich keiner wünscht, aber trotzdem da sein


    k ö n n t e n.


    Dazu alleinerziehend - puh....

    Zitat

    Wenn ich mich auf eine Beziehung einlasse, was ich nur mit Männern tue, die mir wirklich gefallen, dann sage ich ihnen, dass ich einen Kinderwunsch habe und wenn sie ihn nicht haben, dass die Beziehung dann wenig Sinn hat. Das finde ich relativ fair, damit niemand zu viel Zeit verschwendet mit einem Lebensplan, der nicht dem persönlichen Wunsch entspricht.

    Zitat

    Als wir uns kennenlernten hatte er keinen (...Kinderwunsch...). Ich wollte es aber trotzdem mit ihm versuchen, zumal es auch als Affäre anfing, und habe ihm auch gesagt, dass ich einen habe. Daraus wurde dann eine Beziehung und im Verlauf hat er dann gesagt, dass er durch mich einen Kinderwunsch entwickelt hat.

    Diese beiden Aussagen von dir passen überhaupt nicht zusammen: Du sagst, dass ein Mann ohne Kinderwunsch keinen Sinn hätte, aber dein aktueller Partner anfänglich keinen Kinderwunsch hatte. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass er keinen hatte, weil er wusste, dass er durch seine Vorgeschichte unfruchtbar ist? Es war kein netter Zug von ihm dir im Laufe eurer Beziehung seine Unfruchtbarkeit (weitestgehend, er hat ja angedeutet, dass es auf natürlichem Wege schwierig werden könnte ) zu verschweigen. Er war aber ganz zu Anfang ehrlich, hat dich über seinen nicht vorhandenen Kinderwunsch informiert, obwohl er wusste, dass du dagegen ein stark ausgeprägten Kinderwunsch hast - du hättest verzichten können. Denn die Annahme, dass man bei solch grundlegend verschieden Ansichten zu diesem Thema (aus welchen Gründen auch immer) eine gemeinsame Zukunft hat, weil man(n) ja seine Meinung noch ändern könnte, finde ich ziemlich naiv. Was wäre gewesen, wenn er nicht unfruchtbar, sondern einfach keinen Kinderwunsch entwickelt hätte? Das Ergebnis wäre das Gleiche - kein Baby. Warum also überhaupt diese Beziehung?

    Zitat

    Sorry, dass ich das so direkt frage, aber was sind denn eure Alternativen für den Fall, dass es doch nicht mit dem Kinderwunsch beziehungsweise der Familiengründung klappt?


    Angenommen ihr seid irgendwann 55 Jahre alt und der Kinderwunsch ist noch immer unerfüllt.. was dann?

    Dann werde ich vermutlich nicht mehr am Leben sein. Oder eine verwirrte Katzenfrau mit einem Haufen leerer Rotweinflaschen.

    @ Comran

    Zitat

    Wenn dein Partner von Anbeginn an gesagt hätte, dass er keine Kinder zeugen kann, hättest du ihn dann sofort abgeschossen?

    Nein, aber dann hätte ich ihm gesagt, dass ich mich auf die Suche nach einem Mann suchen werde, von dem ich eins haben kann.


    Etwas, was ich im umgekehrten Fall vollkommen verständlich finden würde.


    Ich will keine Samenspende.


    1. weil ich mir nicht vorstellen kann, von einem Wildfremden ein Kind zu haben, den man nicht mal sehen kann und der einfach nur 50 euro dazu verdienen wollte oder der den Traum hat, hunderte Nachkommen zu haben, hab ich auch schon oft gelesen, als Begründung weshalb Männer spenden gehen.


    2. Wegen der Krankheitsvorgeschichte meines Freundes sowieso nicht. Sein Arzt macht sich jetzt schon wieder Sorgen weil seine Lymphknoten so angeschwollen sind. Mein Vater ist an Krebs gestorben und ich leide bis heute darunter, ohne Vater aufgewachsen zu sein. Mir egal, ob das egoistisch ist, aber ich will auch für den Fall, dass da noch etwas passiert, dass da eine andere männliche Bezugsperson ist, an die sich das Kind im Zweifel wenden kann. Man kann eine Person, die Krebs kurz vor Endstadium hatte nicht damit vergleichen, dass auch kerngesunde 20 jährige vom Bus überfahren werden können meiner Ansicht nach und davon ausgehen, dass da schon nichts passieren wird.


    Wenn, dann müsste es eine Samenspende sein von, keine Ahnung, einem Geschäftsmann, der viel auf Reisen ist und deshalb gar keine Zeit für Vaterschaft hat, aber trotzdem ein Kind möchte und zumindest irgendwie erreichbar ist. Oder einem chronischen Junggesellen, der Beziehungen generell ablehnt aber trotzdem ein Kind möchte o.ä.

    Zitat

    Aktuell kannst du ja auch nicht einmal sicher sein, dass du Kinder bekommen kannst.

    Doch, das ist gesichert, da ich es prüfen lassen habe.