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    (36)Nach erstem Auszug übelst Heimweh und in mentale Krise gestürzt

    Hallo bin neu hier,


    hoffe hier einige zu finden die ähnliche Probleme hatten oder zumindest mit mir fühlen ;-)

    Also ich muss ein wenig ausholen, bin m jetzt 36(seit 20 single) habe ein Haus gebaut und vor 8 Tagen eingezogen. Danach bin ich wie in ein Loch gefallen.

    Ich muss dazu sagen, dass ich immer zuhause gewohnt habe bisher. Mein Bruder hat an unserem Elternhaus um/angebaut wo er mit seiner Familie drinwohnt. Ich hatte einen eigenen kleinen Bereich (2 Zimmer mit Bad). Aber Küche etc. habe ich aber mit meinen Eltern geteilt zu denen ich immer ein (zu?) harmonisches Verhältnis hatte. Wir haben auch fast jeden Abend zusammen gegessen und am Wochenende gefrühstückt.

    Ich hatte als Kind/Jugenlicher Probleme mit Heimweh nach Eltern/zuhause, deswegen auch Schulreisen abgebrochen... Mir war dann immer übel und habe auch erbrochen. Sogar einmal ein Krankenhausaufenthalt deswegen.


    Nun ab ca 19/20 hatte ich das großteils im Griff, dachte ich zumindest. Bin alleine in Urlaub gefahren, Geschäftsreisen ohne Probleme etc.


    Da mein Bruder bzw. meine Nichten mehr Platz im Haus brauchten, dachte ich, ok bau ich ein Haus und zieh da rein, ich hab mich auch gefreut mit der Planung, umsetzung, etc. Also Haus ist gebaut, keine 100 Meter vom Elternhaus entfernt, ich schlafe die erste Nacht drin, Und ALLES ist anders. Irgendwie muss ich vergessen haben mir vorher klar zu werden dass ich auch tatsächlich einzieheX-\


    Nun seitdem habe ich standig Grübelleien wie das alles werden soll, ob das die richtige Entscheidung ist, dass das jetzt endgültig ist, wie das wird wenn ich alt und krank werde und meine Eltern und auch mein Bruder nicht mehr leben... Ich habe keinen Spass am Haus, zu nichts Lust, mir schnürt sich der Magen zu, ständig Übel, keinen Appetit (5 Kilo abgenommen). Zum Glück kann ich schlafen, aber die Tage sind scheiße. Bin nun auch seit gestern krankgeschrieben. Nehme seit gestern ein pflanzliches Antideppresivum und glaube es geht mir leicht besser. Nicht so ganz tief sinnlos mehr...


    Ich vermute sehr starkes Heimweh, Umzug, stressiger Job, etc... alles kam zusammen und war zuviel. Aber mein Hauptproblem ist denke ich das nie richtig überwundene Heimweh, bzw. Abnabelung. Wem ging es genauso? UNd wie soll ich mich verhalten? Ich dachte schon daran das Haus wieder zu verkaufen, und eine Lösung bei meinen Eltern/Bruder zu finden, vll nochmal anbauen. Sollte ich lieber jetzt die Nähe zu den Eltern suchen und z.B. jeden Abend zusammen essen und dann langsam weniger Kontakt? Oder radikal den Kontakt abbrechen bis es mir besser geht damit? Bei wem hat was geholfen?


    Hoffe es ist nicht zuviel Text jetzt gewesen, aber auch das schreiben tut irgendwie gut...

  • 51 Antworten
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    Jetzt fehlt noch die passende Frau für das Haus, hm?


    Also abgesehen davon, dass ich es merkwürdig finde, dass du nicht einmal "im Kleinen" vier eigene Wände (sprich: zur Miete) ausprobieren wolltest und es gleich ein Haus sein muss, warst du ganz schön lang bei den Eltern. Gesund ist das sicher nicht.


    Bist du eigentlich gerne Single? Oder hat es sich einfach nicht mehr ergeben? Was war mit früheren Beziehungen bis 20, gab es da nie Pläne, mal zusammenzuziehen?

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    Weder festhalten an alten Mustern ist sinnvoll noch der extreme Cut. Es geht darum, ein altersangemessenes Normalmaß zu finden. Ja, alleine essen ist langweilig - aber kein Grund für einen Zusammenbruch.

    Kindliches Heimweh: Kommt vor. Aber woran ist die nachfolgende altersentsprechende Entwicklung gescheitert? Warum brauchst Du Deine Eltern so sehr? Auch mit engen Familienbanden (die nicht jeder hat/will) ist es den Menschen i.d.R. möglich, eigenständig und selbstständig zu leben. Sie mögen dann den Familienteil und leben ihn intensiv - aber werden nicht krank, nur weil sie wenige Minuten entfernt wohnen.


    In der jetzigen Phase könnte bspw. ein Besuch bei den Eltern täglich ein Mittelweg sein. Z.B. das Abendessen. Aber Dir muss bewusst werden, dass Du länger leben wirst als sie, und darum ist das Festhalten an der bisherigen Nähe bzw. die Überlegung, doch wieder näher dran zu ziehen, fatal. Und KEINE Lösung.

    Und was könnten Gründe sein, dass aus kindlichem Heimweh ein Erwachsener wurde, der 100m von den Eltern entfernt wohnend an der Distanz regelrecht krankt?

    Konkurrenz/Neid, weil der Bruder mehr Nähe hat?

    Was wurde Dir von den Eltern als Lebensziel und an praktischen Fähigkeiten vermittelt? Wurde das Ausziehen/Erwachsenenleben vermiest?

    Gibt es Punkte, wo Deine Eltern Dich auch nerven, sich zu sehr einmischen, zu nah an Deinem Leben dran sind?

    Was tun Deine Eltern für Dich und wie reagieren die auf Deine fehlende Abnabelung?

    Warum gibt es seit 16 Jahren keine Partnerschaft? Nicht die richtige gefunden? Kein Bedürfnis?

    Welche sozialen Kontakte hast Du (v.a. privat)?


    Fragen über Fragen... irgendwo gibt es einen Grund, der Dir vemittelt, dass Du alleine nicht klarkommst, dass Du ohne elterliche Fürsorge/Nähe nicht leben kannst. Dass Du Alleinsein nicht erträgst; es Dir nicht zutraust.

    DA solltest Du ansetzen. Nicht bei Hausverkauf/Rückzug oder totalem Cut. Sondern am Aufbau eines eigenen Lebens und Beseitigung der Gründe, weswegen das nicht gelingt/nicht erstrebenswert scheint.

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    Du machst jetzt die Phase durch, die ein Kind normalerweise zwischen 18 und 22 mitmacht, nur deutlich später. Ich finds komisch, dass Du nie das Bedürfnis hattest, auf eigenen Beinen zu stehen. Dass Du nie genervt warst durch die intensive Nähe zu den Eltern und dadurch Lust auf ein eigenes selbstständiges Leben bekommen hast.


    8 Tage sind auch noch nicht lange genug, um sich richtig einzuleben, da ist noch alles fremd und neu. Gib Dir Zeit, um das Haus als Dein Zuhause anzusehen. Das geht nicht so schnell. Richte Dich doch erstmal in Ruhe ein, dekoriere ein wenig, Bilder an die Wände, so dass das nach Hause kommen auch etwas Wohliges auslöst.


    Heimweh kann es aus meiner Sicht nicht sein, wenn Du nur 100 m von Deinen Eltern weg wohnst, eher "Angst" vor Verantwortung und der Selbstständigkeit. Magst Du nicht alleine sein? Du kannst doch trotzdem Rituale schaffen, die Dir ein regelmässiges Sehen Deiner Eltern ermöglicht. Z.B. 2x die Woche Abendessen mit/bei den Eltern oder Sonntag zum Mittag zu ihnen. Ausziehen heißt ja nicht, den Kontakt abzubrechen.


    Und wenn es Dir jetzt nach 8 Tagen so schlecht geht, würde ich tatsächlich mal überlegen, ob es nicht Sinn macht, sich in der Situation helfen zu lassen, um raus zu bekommen, warum Dir das Abnabeln mit 36 Jahren so schwer fällt und es Dir damit schlecht geht. Zurück ziehen mit Anbau wäre aus meiner Sicht keine Option.

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    8 Tage ist noch bisschen früh fürs „Aufgeben“ ;-)


    Ich bin mit 25 von zu Hause ausgezogen. Grund war der Zusammenzug mit meinem Freund. Unsere Wohnung lag rd. 300 m Luftlinie von meinem Elternhaus entfernt. Die ersten Wochen haderte ich auch sehr mit der Situation. Die neue Wohnung fühlte sich nicht heimisch an. Mein Freund und ich stritten uns häufig über Kleinigkeiten, die mit dem Haushalt zu tun hatten (wir sind beide direkt aus dem Elternhaus zusammengezogen). Das Leben „zu Hause“ ging aber weiter, so wie ich es kannte. Bei mir ist es so, dass mein Bruder jünger ist als ich und somit auch noch zu Hause wohnte. Ich fühlte mich also ausgeschlossen und einsam - trotz Partner. Das legte sich mit der Zeit jedoch.

    Mir half ein Auslandsjahr und auch 2 Jahre Fernbeziehung, um mich wirklich abzunabeln und auch „alleine“ (räumlich) glücklich sein zu können.

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    und wenn du dich langsam "entwöhnst"? 3x im Anbau und 2x im Haus schlafen oder regelmäßig zum Essen zu den Eltern?

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    In einem Haus alleine würde ich mich nie wohl fühlen, aber das ist natürlich Typsache.

    Ich denke Du vermisst eher die Gesellschaft und den Umtrieb im Elternhaus.

    Dort leben auch die Kinder Deines Bruders, da ist Leben. Da ist natürlich die Einsamkeit und Stille in den eigenen vier Wänden erstmal groß.

    Ich würde an Deiner Stelle nicht zurück sondern nach und nach mehr Zeit alleine verbringen.

    Hast Du denn Freunde, Hobbys? Vielleicht mal eine Einzugsfeier machen, das Haus mit Leben füllen. Dann fühlt es sich sicher besser an.

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    Andrejka schrieb:

    In einem Haus alleine würde ich mich nie wohl fühlen, aber das ist natürlich Typsache.

    Ich denke Du vermisst eher die Gesellschaft und den Umtrieb im Elternhaus.

    Dort leben auch die Kinder Deines Bruders, da ist Leben. Da ist natürlich die Einsamkeit und Stille in den eigenen vier Wänden erstmal groß.

    Ich würde an Deiner Stelle nicht zurück sondern nach und nach mehr Zeit alleine verbringen.

    Hast Du denn Freunde, Hobbys? Vielleicht mal eine Einzugsfeier machen, das Haus mit Leben füllen. Dann fühlt es sich sicher besser an.

    Sehe ich ähnlich. Allerdings ist das eigene Haus, auch allein, das beste was man machen kann, so geht es mir zumindest.

    Ich bin vor 3 Jahren auch ins kalte Wasser gesprungen, in ein Haus mit dem ich nichts gutes verbunden habe. Und es war trotzdem das Beste, was ich machen konnte. Ich habe die Vergangenheit hier langsam Schritt für Schritt rausgeschmissen.
    Jetzt ist Sommer, lade deine Familie mal zum Grillen ein. Oder mal Sonntags die Eltern zum Frühstück.

    Ich würde versuchen für den Übergang halt kleine Rituale aufzubauen mit der Familie, aber nicht bei Ihnen, sondern bei dir.

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    Du musst erwachsen werden. Es ist anstrengend auf eigenen Beinen zu stehen, aber auch befreiend. Du machst das jetzt eben wesentlich später durch als die meisten.

    Ich halte es für ungesund sich so stark an die Eltern zu klammern.

    Geh nicht zum Essen rüber, bekoch dich selbst.

    Ich finde die 100m noch zu nah. Das birgt die Gefahr, dass du mehr dort hockst als bei dir.


    Denk dran, dass Eltern nicht ewig da sein werden. So hart das klingt, aber ich kenne einen Fall, der mit 57 zu Hause wohnend die Eltern verlor.

    Er konnte nichts, er wusste nicht wie leben geht.

    Es hat ihn Monate gekostet. Er konnte nichtmal Wäsche waschen oder sich ein Brot schmieren.


    Sieh zu, dass du eigenständig wirst. Was macht dir Angst? Die Verantwortung? Die ganzen Aufgaben wie Haushalt, einkaufen und Freizeitgestaltung? Hast du Freunde, die dich besuchen können?

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    Mietzli schrieb:

    könnte ein Hund helfen ? Das meine ich ernst.

    Und wenn der nicht "hilft", dann kommt er ins Tierheim? Tiere kann man sich anschaffen, wenn man gefestigt ist. Vorher auf keinen Fall.

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    Mir ist spontan der Gedanke gekommen, dass du einfach die Gesellschaft vermisst die andere Menschen geben.


    Eine Idee wäre, einen Freund zu dir einzuladen.


    Ich bin der totale WG-Typ, bin mit 18 ausgezogen aber habe noch nie eine Wohnung alleine bewohnt (bin ü40) und habe das auch nicht vor. Alleine wohnen stelle ich mir gruselig vor.


    Und wenn du eine Art WG gründest? Zimmer vermietet? Klar, alles komplizierter in Sachen von Corona...


    Ich glaube aber nicht, dass sich ein Erwachsener um erwachsen zu sein ans Aleineleben gewöhnen muss. Das wir alle einzeln in Wohnungen und Häusern sitzen ist eine relativ junge Entwicklung und unsere Vorfahren haben auch nicht "glücklich alleine und separat von allen" gewohnt.

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    Maerad schrieb:

    Nein, nicht unbedingt alleine leben. Woanders als die Eltern finde ich wichtig.

    Ja, zumindest für so lange bis man sich eventuell um sie kümmern muss wenn sie alt werden.