Ab wann sind Selbstgespräche krank- und/oder zwanghaft?

    Hallo liebe Community, ich habe mich tatsächlich extra für diese Frage hier angemeldet und hoffe sehr, dass man mir hier helfen kann.


    Ich bin 18 Jahre alt und habe ein kleines Problem mit Selbstgesprächen. Ich weiß nicht genau, wie lang das schon geht, es kommt mir vor, als hätte ich schon immer Selbstgespräche geführt, seit ich bewusst etwas komplexer denke (also so ungefähr seit der Pubertät). An sich sind Selbstgespräche, soweit ich das jetzt verstanden habe, ja nichts schlimmes, sondern sogar hilfreich.


    Mein Problem ist nur, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, in einigen Momenten mit mir reden zu MÜSSEN. Die Gedanken, die ich denke, werden gefühlt erst dann ''wirklich'', wenn ich sie ausspreche. Das ist nicht immer so, aber leider doch sehr oft. Ich rede am Tag also wirklich regelmäßig mit mir, das geht morgens los und bevor ich einschlafe hört das erst auf. Ich rede in solchen Situationen auch beispielsweise in der Stadt mit mir, allerdings nur dann, wenn ich mir sicher bin, dass mich niemand hört. Darauf achte ich schon noch. Wenn ich dann bemerke, dass mich doch jemand gehört hat, zucke ich total zusammen und mir ist es unglaublich peinlich, aber ich kann es einfach nicht lassen. Ich rede dabei wirklich nur über meine Gedanken, also nicht mit einer anderen Person oder so, sondern nur über das, was mir gerade durch den Kopf geht, z. B. sowas wie ''Was könnte ich da jetzt machen? Ich kann es ja mal so und so probieren..'' Zu Hause kommentiere ich dann auch Dinge, die ich lese etc. Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.


    Mich belastet das sehr, ich komme mir auch nicht mehr normal vor.


    Wie seht ihr das? Ist das schon zwanghaft?


    Ich habe, vielleicht als Ergänzung, bereits die Diagnose einer ängstlich-depressiven Störung aufgrund einer belastenden Situation mit der Familie erhalten.


    Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten!


    Liebe Grüße

  • 9 Antworten

    Du solltest das mit der oder demjenigen besprechen der dir die Diagnose einer ängstlich-depressiven Störung gestellt hat. Wenn es ein bestimmtes Maß nicht überschreitet halte ich das mit sich selber reden für harmlos.


    Ich kommentiere auch gerne mal was zum Beispiel Fußballspiele oder Quizsendungen.


    So lange dich das nicht stört und irgendwie einschränkt halte ich das nicht für behandlungsbedürftig.

    Zitat

    Ich rede dabei wirklich nur über meine Gedanken, also nicht mit einer anderen Person oder so, sondern nur über das, was mir gerade durch den Kopf geht, z. B. sowas wie ''Was könnte ich da jetzt machen? Ich kann es ja mal so und so probieren..'' Zu Hause kommentiere ich dann auch Dinge, die ich lese etc. Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.

    Das mache ich auch so, na und? Gerade hier beim Lesen des med1 Forums fluche ich oft laut sprechend vor mich hin. Das macht doch nichts.


    Ich lebe allein und mein Sprachzentrum würde wohl bald verrecken, wenn ich nicht zumindest noch mit mir selbst, bzw. vor mich hin brabbeln würde. ;-D

    Macht aber doch einen unterschied ob es für einen ok ist oder einen selber stört.


    Eine Dauerlösung kann Musik hören zwar nicht sein aber vielleicht für den anfang eine krücke, bis du es gewöhnt bist zu denken, ohne dich zu hören. Denn das ist etwas das man erst im laufe des älter werden lernt. Kleinkinder zb reden ständig mit sich selber, was normal ist und im laufe der zeit immer weniger wird.

    Ich glaube, es wird dann etwas problematisch, wenn du in Gegenwart anderer Menschen mit dir selbst redest, weil die dann nicht wissen, ob du sie anredest oder mit dir selbst redest. Könnte man demjenigen aber auh erklären. Ich habe mir Romane ausgedacht und habe die Dialoge vor mich hingesprochen, aber nur, wenn ich alleine war.

    raisedbywolves13

    Zitat

    Ich rede dabei wirklich nur über meine Gedanken, also nicht mit einer anderen Person oder so, sondern nur über das, was mir gerade durch den Kopf geht, z. B. sowas wie ''Was könnte ich da jetzt machen? Ich kann es ja mal so und so probieren..'' Zu Hause kommentiere ich dann auch Dinge, die ich lese etc. Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.

    Naja, was ist denn der Unterschied für dich, wenn du sagen würdest, ich denke, denn das, was du da beschreibst ist für mich zuerst mal normal. Manchmal denke ich laut bzw. ich bevorzuge es laut zu denken, wenn ich alleine bin. Die meisten fühlen sich dann doch gestört, wenn jemand laut denkt, denn schließlich denken sie ja auch und das stört dann, wenn einer seine Gedanken laut ausspricht. Also verstehe ich noch nicht ganz, was du daran für dich als nicht normal ansiehst. Ich habe früher, als ich noch nicht im Arbeitsleben stand viel öfter laut gedacht. Jetzt denke ich in meinem Kopf, anstatt es laut zu tun. Es gibt ja z. B. auch Kollegen, die beim Arbeiten laut denken und die nerven dann die anderen, weil sie sich nicht konzentrieren können. Ich lerne auch laut, weil ich der auditive Lerntyp bin.

    Zitat

    Wie seht ihr das? Ist das schon zwanghaft?

    Das kannst nur du wissen, aber man sieht ja auf der Straße oft Leute, die laut ihre Selbstgespräche führen. Also wenn du in der Lage bist das Gespräch in deinen Kopf zu verlegen, dann wird es wohl nicht zwanghaft sein und du hast ja eine fachliche Aussage, dass das bei dir im Normalbereich ist.