Alleine "dickeres Fell" erarbeiten

    Hey,


    ich brauche dringend ein "dickeres Fell". Mir geht vieles schnell an die Nieren, nervt mich etc pp.


    Frage, wie erarbeitet man sich das?

    Alleine durch den Gedanken "ich habe jetzt ein dickeres Fell" klappt das nicht :=o


    Oder kann man das gar nicht selbst erarbeiten?


    Habt ihr da Erfahrungen/Tipps?


    Danke schon mal vorab

  • 28 Antworten

    Dickes Fell = emotionale Gleichgültigkeit


    Die Sache muss einem tatsächlich emotional im Kern egal sein, im positiven Sinn.


    Wer z.B. Angst vor einer Kündigung hat, der gerät durch Kritik seines Chefs schneller in Stress, macht sich auch manipulierbarer, als wenn er sogar selbst den Arbeitgeber wechseln möchte bei Gelegenheit.


    Meiner Erfahrung nach, ist man bei etwas entweder von vorneherein emotional gleichgültig, oder man wird es im Laufe der Zeit durch erlebte Erfahrungen, gerade auch durch unangenehme. Das dicke Fell kann also auch durch zB unschöne Erlebnisse durchaus wachsen.


    Es kann auch helfen, wenn man sich bewusst macht, was tatsächlich im eigenen Einflussbereich liegt, und worauf man selbst keinen Einfluss hat.

    für welchen zweck? in der arbeit? da lautet mein motto: vorsprung durch wissen.


    in der Ruhe liegt die kraft, autogenes Training hilft da.

    das was du ansprichst ist ein reifeprozess, welches dauert. auch deine vorerfahrung, -geschichte spielen eine rolle

    Hallo,


    es ist zumindest bei mir so, dass ich früher generell extrem dünnheutig war, heute aber durchaus besser verkraften kann - aber trifft jemand meinen wunden Punkt und ich bin gerade sehr gestresst, dann reagiere ich wie früher.


    Ich merke, dass bei mir "dickes Fell" immer mit "nötigem Selbstbewusstsein" zusammentrifft.


    Alles, was deinem Selbstbewusstsein gut tut, sollte auch deinem dicken Fell zugute kommen. Mir hat es gut getan herauszufinden dass ich in einem ganz anderen Berufsfeld viel zu geben habe (und das obwohl ich mal was ganz anderes gelernt habe).


    Begonnen hat das mit rein ehrenamtlicher Arbeit und der erstaunten Festszellung, dass ich tatsächlich da rein durch privates schon vorheriges Interesse viel konnte. Die erstaunten Reaktionen der "Profis" waren dann der erste Schritt mich ganz anders zu sehen und daher ist auch das dicke Fell jetzt da.


    Lg


    Paritu

    Meines Erachtens ist es eine Mischung aus beidem.


    Dinge, die man gut kann und für die man Anerkennung findet, stärken das Selbstvertrauen.


    Unschöne Ereignisse tragen zum "dicken Fell" insofern bei, dass man sich von "Banalitäten" nicht aus der Ruhe bringen lässt.


    Und "wunde Punkte" hat jeder. Der eine zieht sich dann zurück, der andere explodiert. Auch das finde ich wichtig für das eigene Seelenheil. Seine Gefühle immer zu unterdrücken, bringt gar nichts. Das frisst einen innerlich auch auf.

    Danke für eure Antworten.


    Ich werde mir das Thema Autogenes Training mal ansehen. Hatte damit bisher noch keine Berührungspunkte.

    Hatte jetzt ein Buch gelesen, in dem immer wieder Punkte der Achtsamkeit vorkamen, fand ich auch sehr gut und merke auch das es manchmal hilft.


    Ja, das mit dem Selbstbewusstsein kann gut sein.


    Ich seh schon, das wird ein hartes Stück arbeit

    aber ich verstehe immer noch nicht: wo drückt der schuh? welche negative erlebnisse hattest/hast du?


    deine frage ist so allgemein formuliert, dass man kaum einen vernünftigen tipp geben kann.

    Eine kleine Anmerkung, was bei weitem nicht alles zu dem Thema ist, aber zumindest ein kleiner Teil.


    Überlege dir, wie wichtig ist das für mich gerade? Was wäre der worst case? Lohnt es sich mich da rein zu steigern? Ändere ich etwas, wenn ich es nun jetzt sehr nah an mich ran lasse? Meist schwächt es für mich die Situation extrem ab. Und wie schon gesagt wurde, wunde Punkte hat jeder.

    Dickes Fell hat nichts mit emotionaler Gleichgültigkeit zu tun.

    Sondern der Analyse, was jeweils in einer Situation den eigenen "wunden Punkt" trifft. Welche "Obermotto" sich für diese einzelnen Situationen finden lassen. Und wie man SEINE Haltung/Einstellung dahingehend ändert, dass die Punkte einen weniger treffen. Da spielt oft Selbstbewusstsein eine Rolle, aber auch andere Punkte: "Ich werde ausgenutzt, halten die mich für doof,...".

    TimFaber, möchtest du Situationsbeispiele?

    Diese habe ich bewusst nicht angeführt, da dann schnell ein "in der Situation musst du doch einfach nur" "kann man doch ganz einfach regeln" oder ähnliches kommt. Das ist nicht hilfreich, denn im nachhinein betrachtet kann ich die Situationen selbst ganz gut (auch mit Hilfe von Freunden) analysieren.


    Es geht tatsächlich allgemein darum welche Varianten es gibt.

    Da finde ich Sunflowers Beitrag gut :)^ Vermutlich sind es solche Gedanken die es einzudämmen gilt.

    Und was diese wunden Punkte und negativen Gedanken angeht, spielen oft alte Wunden und Erziehungseinflüsse eine Rolle...


    In dem Zshg. aktuell ziemlich gehyped, aber tatsächlich empfehlenswert: Das Buch "Das Kind in Dir muss Heimat finden"; inkl. dem zugehörigen Arbeitsbuch. Steht auf den Bestseller-Listen... Wenn man weiß, dass in der Vergangenheit wirklich belastende Dinge gewesen sind, kann es ohne begleitende Therapie evtl. zu sehr ans Eingemachte gehen. Aber vielleicht mal reinblättern, Website der Autorin durchforsten,...


    Und ganz banal: Situationen protokollieren

    1. Situation beschreiben.

    2. Wie habe ich mich gefühlt?

    3. Was habe ich gedacht?

    4. Wie würde ich mich LIEBER in der Situation fühlen?

    5. Wie müsste ich denken, damit ich mich wie unter 4. aufgeschrieben fühle?


    Klingt simpel, kann aber durchaus auch anstrengend sein. Aber so kann man erkennen, wo das Problem liegt. Und nicht abstumpfen, sondern eine neue, andere Haltung entwickeln, die ein dickes Fell bewirkt.

    Danke für den Tipp sunflower.


    Ich hatte nie ein besonders gutes Selbstbewusstsein. Bin aber auch mit einer depressiven Mutter aufgewachsen,von der hab ich so manche Verhaltensweise abgeguckt :(


    Habe schon eine Verhaltenstherapie hinter mir. Am Ende hab ich dem Therapeuten immer eine Situation geschildert die mich sehr bewegt hat und die dann von allen Seiten analysiert. NACH der Situation kann ich das. Aber IN der Situation schaffe ich es noch nicht.


    Das Buch werde ich mir mal ansehen und die 5 Punkte auf Karteikarten, zum immer parat haben, notieren

    Warum wurde die Therapie beendet? Die Analyse im Nachhinein ist eigentlich nur der Einstieg; wichtiger ist der zunehmende Transfer IN Situationen. VORHER erkennen.

    Wenn du eh schon alles weißt, warum fragst du hier noch?


    Natürlich kann man dir besser helfen, wenn du mal damit rausrückst was dich bewegt.


    Zitat

    in der Situation musst du doch einfach nur

    hier wird schon differenzierter auf deine Beiträge eingegangen, nur Mut.