Angst - Gesellschaftsthema

    Mir ist durchaus bewusst, wie kontrovers dieses Thema erscheinen kann. Gleichfalls denke ich, dass wir darüber sprechen können und sollten. Viele von uns leben unter großer Angst, die unser ganzes Leben bestimmt. So ziemlich niemand lebt angstfrei.

    Und so möchte ich fragen, was unsere Ängste sind, und was wir dagegen tun können?

  • 396 Antworten

    Sicher haben manche Menschen Angst. Ein gesellschaftliches Phänomen ist das wohl aber nicht. Ich möchte hingegen von der unterstellten Angst / Sorgen / Nöten in den Medien und den Politiker-Reden sprechen, die ich für eine Farce halte. Denn Angst (vor Ausländern, vor Überfremdung, ...) ist ein Gefühl, auf welches man nicht rational reagieren kann, sondern nur "beruhigen" (wir schaffen das, D geht es gut, ...) Der wahre Sinn dahinter ist die mediale Infantilisierung großer Bevölkerungskreise und das erwünschte Vermeiden von Sachargumenten.

    Tsunami_168 schrieb:

    Ist aber nicht gerade Angst der größte Motivator schlechthin?

    Evolutionär betrachtet, ist Angst eines der wichtigsten Überlebensinstinkte überhaupt, die wir haben, denn sie führt zur erhöhten Aufmerksamkeit aller Sinne und bereitet den Fluchtreflex mit der Bereitstellung von Adrenalin und Reserve-Blutzucker vor. Insofern KANN das mit dem Motivator stimmen. Ich gehöre allerdings zu denen, wo sie lähmend wirkt ("Kaninchen - Schlange"). Zeitgeistig betrachtet, halte ich sie allerdings für ein "endogenes Genussgift" vergleichbar mit den Gefühlen beim Bungee-Jumping, da man ja im Innersten weiß, dass einem nichts geschehen wird. Medial sehen wir das an der großen Anzahl von Horror-Filmen und wie man sich so Aliens vorstellt.

    Tsunami_168 schrieb:

    Vor was hat bspw. Trump Angst? Merkel? Kim Jong-un? Xi Jinping? Putin? Du? Ich?

    Wenn du nicht mal weißt, wovor du selber Angst hast-Wie sollen wir dann wissen wovor Putin oder sonstwer Angst hat? Vorm Zahnarzt schätze ich mal, aber wen interessiert das?

    Broderick schrieb:

    Der "wahre Sinn" WOHINTER???

    Habe ich doch geschrieben. Deswegen:

    "der unterstellten Angst / Sorgen / Nöten (der Bevölkerung - K.) in den Medien und den Politiker-Reden sprechen, die ich für eine Farce halte." (Eigenzitat)

    Nochmal in einfacher Sprache ;-):

    Die mediale Ausgangs-Position, dass die Bevölkerung ausschließlich "Ängste / Sorgen / Nöte" habe, (weil immer nur davon die Rede ist), ist eine Lüge. Vielmehr gibt es auch mainstream-abweichende Meinungen als Ergebnis von Denkprozessen anstatt Emotionen. Vergleiche dazu die Untersuchungen von Werner Patzelt, TU Dresden, zur Struktur der Pegida-Anhänger (Disclaimer: bin keiner ]:D). Googeln darfst Du das selbst.

    Tsunami_168 schrieb:

    Mir ist durchaus bewusst, wie kontrovers dieses Thema erscheinen kann. Gleichfalls denke ich, dass wir darüber sprechen können und sollten. Viele von uns leben unter großer Angst, die unser ganzes Leben bestimmt. So ziemlich niemand lebt angstfrei.

    Und so möchte ich fragen, was unsere Ängste sind, und was wir dagegen tun können?

    Meiner Ansicht nach ist Angst etwas, was zum Leben dazugehört. Deshalb würde ich zunächst einmal sagen, jeder Versuch, etwas gegen seine Ängste zu tun, ist wie ein Kampf gegen Windmühlen.


    D.h. streng genommen kann man nichts dagegen tun.


    Jetzt könnte man mit einer gewissen Berechtigung einwenden, mit dieser Antwort habe ich das Wort "dagegen" etwas zu sehr auf die Goldwaage gelegt.


    Denn selbstverständlich kann man seine Ängste überwinden. Dafür braucht man Mut.


    Meine Antwort wäre also: Um seine Angst zu überwinden, muss man mutig sein.


    Würdest Du das als Antwort auf den zweiten Teil Deiner Frage gelten lassen?

    mond+sterne schrieb:

    Meine Antwort wäre also: Um seine Angst zu überwinden, muss man mutig sein.

    Finde ich auf jeden Fall richtig! Allerdings ist Mut ohne Angst Leichtsinn. Sie gehört also dazu.

    *:)