Angst macht mich wahnsinnig

    Hallo Ihr Lieben,


    ich leide seit 3 Jahren an einer Angststörung. Zumindest sagen das die Ärzte. Bin seit 2 Jahren in Therapie und es ist immer besser geworden. Allerdings ist es seit 6 Wochen ein auf und ab mit den Ängsten. Ich gehe abends mit dem Gedanken zu Bett "hoffentlich geht es mir morgen gut" oder stehe morgens auf und frage mich "wie fühle ich mich gerade". Ich weiß, dass es ein Fehler ist.


    Habe es sogar geschafft, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Das tut mir recht gut, obwohl ich da auch immer mit den Gedanken bei der Angst vor der Angst bin. Ich hab echt gedacht, ich hätte alles überstanden und dann fängt das wieder an. Derzeit denke ich, dass ich eine unheilbare Stoffwechselerkrankung habe oder das meine Hormone aus dem Gleichgewicht sind und ich das nieeeee wieder loswerde.


    Meine Therapeutin ist der Meinung, dass ich mich zu sehr dort hineinsteigere (ich befrage auch Dr. Google) und das ich mich mehr ablenken soll anstatt ständig auf mich und meinen Körper zu achten.


    Ferner bin ich am überlegen wieder zu sämtlichen Ärzten zu latschen und mich untersuchen zu lassen.


    Meine Blutuntersuchung letzte Woche ergab nichts. Alles in bester Ordnung mein großes Blutbild.


    Was meint ihr? Was lebensbedrohliches oder habe ich mich in die Sache zu sehr reingesteigert?


    LG, Herzblatt2000

  • 19 Antworten

    Hi,


    ich leide auch an einer Angststörung und habe nach mehreren Jahren Pause wieder damit zu tun. Ich kenne das gut, dass man der festen Überzeugung ist, körperlich krank zu sein und dass man immer eine neue Baustelle aufmacht, wenn man bei einer Sache Gewissheit hat. Du steigerst Dich wie sehr viele Angstkranke in das Krank sein rein. Das ist auch nicht böse gemeint, sondern ein typisches Symptom. Ich kenne das leider auch sehr gut, der Blick ist extrem auf das eigene Befinden gerichtet und man ist total fokussiert auf sich selbst. Am besten hilft wirklich Ablenkung und positives Denken.


    Und noch ein Tipp: Sport baut Stress ab und lässt Glückshormone frei! Studien zeigen sogar, dass 4-5 mal Sport in der Woche fast genauso gut wirken können wie Medikamente. Meine letzte Akute Phase habe ich auch dank Sport überwunden und ich glaube, ich bin sogar diesmal nur reingeraten, weil ich aufgrund einer Sportverletzung pausieren musste.


    Ich hoffe, meine Tipps helfen Dir. Halt die Ohren steif! Denk immer daran: Eine Angststörung fühlt sich nur schlimm an, aber dir kann absolut nichts passieren! Irgendwann ist es wieder vorbei, Du musst nur daran arbeiten :)

    Kann nur sagen, dass ich dich gut verstehen kann.


    Ich habe auch gerade einen Rückfall und versuche daran zu denken, dass es irgendwann vorbei geht.


    Das große Problem sind die körperlichen Beschwerden die einem den ganzen Tag daran erinnern und einem schwer machen sich abzulenken.

    Was genau hindert einen nun daran, eine hoffentlich neu erlernte Strategie zum Umgang mit Ängsten wieder umzusetzen?


    Fakt ist, dass man weiß, dass Dr, Google nicht befragt werden soll. Wenn man anders handelt, entschließt man sich dazu. Und gibt neuen Ängsten Raum.


    Wenn man nicht mehr klar sieht, sollte dies geistig so erfaßt werden, dass man sich vielleicht wieder oder überhaupt in eine psychosomatische Klinik begibt, um den größtmöglichen Nutzen für sich selbst zu erzielen.


    6 Wochen Klinik mit weitreichenden Erfolgen sollte es einem wert sein, jahrelang zu profitieren. Bei entsprechendem eigenem Einsatz in der Therapie.

    Naja wenn man berufstätig ist, ists schon schwierig. Man möchte sich außerdem nicht gerne als "Psycho" outen.


    Was Dr. Google betrifft gebe ich total recht, das macht einen mehr fertig als es hilft. Allerdings können auch Bücher die helfen sollen das Gegenteil bewirken.


    Habe neulich ein Selbsthilfebuch einer ehemaligen schwer depressiven Person gelesen. Musste abbrechen - da bekommt man ja Angst wenn man liest was da noch alles kommen kann.


    Meine Strategie, ich versuche mich abzulenken so gut es geht und versuche daran zu denken, dass es irgendwann vorüber geht.


    Habe die Angststörung seit nun 4 Jahren. Es kommt schubweise. Ich muss mir klar machen, dass es immer wieder vorüber gegangen ist und ich mich besser gefühlt habe. Auch wenn es sich immer wieder so anfühlt als gäbe es keinen Weg heraus.


    Ansonsten muss man herausfinden was einen gut tut. Mir zB. Ist aufgefallen, dass mir eine Umgebung mit vielen Menschen die mich aber nicht ansprechen gut tut.


    ZB. Wenn ich ins Kino gehe während einem schlechten Tag, kann ich mich dort plötzlich entspannen. Für mich ist das Gefühl nicht allein zu sein aber unbeachtet wohl beruhigend.

    Zitat

    Was meint ihr? Was lebensbedrohliches oder habe ich mich in die Sache zu sehr reingesteigert?

    Zitat

    Nein, ich nehme keine Medikamente mehr. Seit zwei Jahren. Es ging ja die ganze Zeit aufwärts, bis es plötzlich wieder anfing.

    du hast dir deine frage selbst beantwortet.


    als ichs noch hatte, also meine angststörung,habe ich mir verboten, dem nachzugehen.


    bei dir heißt das: kein google, keine ärzte (es sei denn, es is was wirklich akutes) und nimm deine sorgen nich zu ernst- du weißt doch, dein gehirn trixt dich aus :)*

    Auch wenn Dr. Google für Ängstler absolut nicht zu empfehlen ist (egal, welches Symptom man eingibt, es kommt immer was mit Krebs dabei vor), denke ich, googeln die meisten, weil sie gerade keinen anderen Weg haben um eine beruhigende Info zu bekommen. Man will sich ja beruhigen, aber meistens passiert das Gegenteil. Weil eben so sicher wie das Amen in der Kirche bei jedem Ergebnis immer irgendein Haken dabei ist. Ich kenne das von mir. Wenn ich immer einen Arzt auf Abruf hätte und jederzeit dort vorbeischauen könnte anstelle wochenlang auf einen Termin zu warten oder erst gar keinen zu machen, weil man vermeiden will, mal wegen was "Echtem" nicht mehr für ernst genommen zu werden, dann würde ich garantiert nicht im Internet danach googeln. Das mal nur zum Verständnis von Leuten, die das nicht nachvollziehen können.

    Ich habe Panikattacken und google auch. Aber solange bis ich was harmloses gefunden habe und dann konzentriere ich mich darauf.


    Klappt natuerlich auch nicht immer, aber sehr oft. Da ist allerdings jeder anders.


    Sport kann ich auch immer empfehlen, man vertraut dem Koerper einfach wieder mehr und es baut, wie schon erwaehnt, Stress ab. :)^

    Wes Geistes Kind man ist, psychosomatische Kliniken abzuwerten und Menschen dort als Psycho zu bezeichnen, au weia....


    Dort sind eben genau Menschen mit eben solchen Problemen wie Ängsten, Phobien. Und denen wird geholfen. Nirgendwo gibt es so viel normale Menschen mit eben einfach nur Ängsten.


    Wird jeder, der profitiert hat von solchen Therapien, bestätigen.


    und gerade für Berufstägige wäre es wichtig, sie eben zu stärken durch geeignete Therapien, u sie stark zu machen, um die nächsten Jahre eben nicht dauernd arbeitsmäßig auszufallen.


    Viele Menschen mit Ängsten und Phobien ziehen sich mehr und mehr zurück, fallen eben total aus dem Arbeitsleben aus. Weil sie es auch nicht einsehen wollen, dass man Ängste intensivst behandeln kann.


    Diese Menschen müßten neue Strategien erlernen, sie müßten ihr Denken, die Einbildung (eben sich an dieser Meinung festzukrallen) Krebs, HIV oder sonst was zu haben ändern.


    Und davor haben sie wieder neue Angst, sie müßten sich ändern und wenn ein Arzt sagt, organisch ist alles ok, dies als Fakt und Beruhigung ansehen.


    Nö, das ist zu anstrengend und man ist ja nicht Psycho. Nee?


    Man informiere sich mal über die Gründe für Krankschreibungen. Da stehen diejenigen ganz oben, die

    Mir helfen folgende Gedanken immer wieder:


    1. Du bist nicht allein und Du bist auch kein Sonderfall. Tausende Menschen leben mit einer Angststörung.


    2. Die Angststörung arbeitet nicht gegen, sondern für Dich! Sie ist ein natürlicher Akt deines Unterbwusstseins, dich zu beschützen. Auch wenn es sich nicht so anfühlt. Sie gibt Dir zu verstehen, dass Du du etwas ändern musst und wahrscheinlich, dich mehr um dich selbst kümmern musst


    3. Kämpfe nicht dagegen an, sondern akzeptiere, dass Du so bist. Das ist der beste Weg zum Erfolg.


    4. Versuche, in allem was Du tust und was Dir widerfährt das Gute zu sehen! Lenke deinen Fokus und deine Energie immer in nur eine Richtung: die positve! Denk nicht daran, wie schlecht es Dir geht, sondern, wie gut es Dir gehen wird! Die Gefühle folgen dem Verstand.


    6. Alles wird gut!


    Und noch ein paar kleine Tipps, die mir sehr geholfen haben:


    - Vermeide alle Stoffe, die dein Nervensystem hochfahren wie Kaffee, Nikotin, Alkohol und natürlich Drogen. Seit ich von Cola und Kaffee auf Tee und Bionade umgestiegen bin, bin ich viel ruhiger und ausgeglichener.


    - Ernähre Dich gesund! Vermeide Fastfood und gönne deinem Körper etwas Gutes. Mach eine Saftkur und Du wirst deutlich merken, wie gut sich dein Körper fühlen kann (Das ist auch keine Esoterik, sondern Fakt, weil der Körper, wenn er alles hat, was er braucht, mehr Endorphine produziert.


    - Denk vor dem Schlafen oder beim Einschlafen an etwas Positives, was Dir an diesem Tag wiederfahren ist. Denke intensiv daran, was Du gefühlt, gerochen, geschmeckt und gefühlt hast. Du zwingst dein Hirn damit, die positiven Erfahrungen stärker zu verarbeiten.

    Vielen lieben Dank für die ganzen hilfreichen Tipps.


    Es ist wirklich ein auf und ab.


    Und dann plötzlich geht es wieder aufwärts und es ist für einen total unverständlich, dass man solche Ängste entwickeln kann.


    Letzte Woche habe ich zum Beispiel wieder eine richtig aktive Woche gehabt. Diese Woche schalte ich ein paar Gänge zurück um etwas vermehrt wieder auf mich zu achten.


    Das mit der Ernährung halte ich für gut. Ich versuche darauf zu achten, manchmal ist die Lust auf süsses etc. einfach zu groß und ich sündige. Aber dann merke ich auch ganz schnell, dass es mir am anderen Tag nicht gut geht.


    Wie geht es euch denn derzeit?


    LG, Herzblatt2000