Angst treibt mich in die totale Verzweiflung

    Guten Tag liebe Foren Mitglieder,


    Eigentlich ist allein das sich hier anmelden schon mit Angst verbunden.

    Ich bin aber so dermaßen verzweifelt das ich wirklich am Rande der puren Verzweiflung schwebe.


    Ich habe seit ich denken kann Ängste.

    Angefangen mit Zwangsgedanken "Tust du das oder jenes nicht stirbt der oder die." Dann konnte ich keine Türklinken mehr anfassen oder Hände schütteln in der Pubertät, aus Angst mich mit was anzustecken. Dann kam ein Sammelzwang, Kontrollzwang, Angst vor Ablehnung und Verlustangst und dann die totale Erschöpfung mit Mitte 20 und dem starken Wunsch endlich im Himmel zu sein weil ich das alles nicht mehr ertragen kann. Inzwischen bin ich Ende 20 und habe panische Angst vor dieser Welt. Ich bin eine Mum und möchte meine Kinder aufwachsen sehen, aber "Leben" reißt mir immer wieder den Boden unter den Füßen weg. Dabei habe ich Glück. Habe eine tolle Familie, gehe arbeiten und manchmal habe ich sogar Glück und einige Dinge laufen so wie ich sie mir wünsche.

    Ich bin zwar alleine mit den Kids weil der Papa nicht mehr lebt, aber wir waren auch nicht mehr zusammen da er mir gegenüber gewalttätig war.


    Nun ist etwas passiert was mich so dermaßen runter reißt.

    Im Keller wurde eingebrochen und man hat mir einen alten Laptop gestohlen, den der Kindsvater genutzt hatte. Ich hatte ihn dort gelagert um mich nicht mit ser Vergangenheit beschäftigen zu müssen. Darauf waren Fotos und Videos meines ehemaligen Partners und auch Fotos der Kinder...

    Nun habe ich so schreckliche Angst weil der Laptop in fremde Hände gekommen ist. Man sagte mir bei der Polizei, dass die kein Interesse an der Festplatte haben. Die wollen nur das Gerät oder die Hardware verkaufen aber da ist sie wieder diese Angst das ich die Kontrolle verliere und nicht habe... Meine Psychologin sagt ich habe eine Bindungsangst und auch eine Angststörung. Vermutlich eine generalisierte Angst. Ich soll die Gedanken zu Ende denken und mir das schlimmste vorstellen. Aber das ist so schwer zu ertragen für mich, dass ich zerbreche. Mich stürzt dieser Vorfall so tief hinab das ich Angst habe, dass ich es nicht mehr hinauf schaffe.

    Ich erhoffe mir so sehr, dass ich hier auf Gleichgesinnte treffe und nicht alleine bin 😫😥

  • 18 Antworten

    Hallo,

    die Festplatte des Recorders wurde sicher nicht großartig untersucht.

    Der Dieb wird den Rechner in den Werkzustand versetzt haben, um ihn zu verkaufen. Ich denke es wäre schlimmer für dich gewesen, wenn sie deinen Laptop mitgenommen hätten.

    Nimmst du zur Zeit Medikamente?

    Ich denke in deinem Fall könnten sie ganz hilfreich sein.

    Diebe haben Interesse, die Ware weiter zu verkaufen. Darum klauen sie.


    Um den Laptop überhaupt veräußern zu können, müssen sie alles löschen, was drauf ist.


    Du hast große Ängste. Hat deine Psychologin mal über Klinik gesprochen?

    Liebe Lightyears,

    hier kommt kruz meine Meinung zu Deinem Eingangsbeitrag.

    LightyearsFromEarth schrieb:

    Darauf waren Fotos und Videos meines ehemaligen Partners und auch Fotos der Kinder...

    Nun habe ich so schreckliche Angst weil der Laptop in fremde Hände gekommen ist

    Kannst Du benennen, was Dir Angst macht?

    Auf dem Diebesgut sind nur Daten, die für Aussenstehende nutzlos sind (leite ich aus Deiner Aussage ab). Die Diebe werden die Festplatte formatieren (damit sind die Daten erstmal gelöscht) und das Gerät weiterverkaufen. Niemand hat ein Interesse an den "ollen Kamellen".


    LightyearsFromEarth schrieb:

    Ich erhoffe mir so sehr, dass ich hier auf Gleichgesinnte treffe und nicht alleine bin

    das ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Ich denke du solltst Dir professionelle Hilfe suchen, um endlich gegen Deine Zwangsgedanken und Ängst angehen zu können.

    LightyearsFromEarth schrieb:

    Dann konnte ich keine Türklinken mehr anfassen oder Hände schütteln in der Pubertät, aus Angst mich mit was anzustecken. Dann kam ein Sammelzwang, Kontrollzwang, Angst vor Ablehnung und Verlustangst und dann die totale Erschöpfung mit Mitte 20 und dem starken Wunsch endlich im Himmel zu sein weil ich das alles nicht mehr ertragen kann. Inzwischen bin ich Ende 20 und habe panische Angst vor dieser Welt. Ich bin eine Mum und möchte meine Kinder aufwachsen sehen, aber "Leben" reißt mir immer wieder den Boden unter den Füßen weg.

    Du gehörst in die Hände professioneller Therapeuten, am besten in einer Klinik. Wer so massiv unter Ängsten und Zwangsstörungen leidet, sollte wohl am besten stationär gehen.

    In diesem Zustand wirst Du für Deine Kinder sonst nicht mehr lange da sein können. Und wie sollen sie aufwachsen, wenn sie Dauerangst und Dauerkontrollzwang vorgelebt bekommen ??

    Besprich das mit Deiner Psychologin.

    Vielen Dank für eure Antworten.

    Ich habe etwas mit dem Antworten gebraucht da ich einen kleinen Nervenzusammenbruch hatte.

    Es ist ein Gefühl des völlig ausgelieferten seins.


    Plüschbiest

    Ich nehme aktuell keine Medikamente da ich große Angst vor Nebenwirkungen habe und das ich es nachher nach Absetzen gar nicht mehr schaffen würde. Aktuell denke ich tatsächlich darüber nach, denn zu verlieren habe ich in meinen Augen nichts mehr. Es ist ein auswegloses Gefühl.


    Peddi

    Über eine Klinik hat sie bisher nichts gesagt... Allerdings könnte ich solch eine Reise auch gar nicht in Angriff nehmen (denn ich hätte Angst was in diesen Zeitraum mit meiner Wohnung passiert). Wäre ja dann doch sehr lange der Zeitraum. Wollen würde ich schon gerne, aber meine Gedanken machen mir Angst. Ich habe keine Kontrolle über mein Leben wenn ich nicht daheim bin. Das ist mein Gefühl...


    Mehno


    Ich versuche oft in mich zu gehen um herauszufinden was dahinter steckt.

    In diesem Falle habe ich einfach Angst vor Kontrollverlust. Ich habe keine Gewissheit wo sich meine Sachen befinden oder was damit gemacht wird. Alleine das zu schreiben löst in mir Panik aus. Ich fange an zu zittern und friere. Muss auf Toilette und mir ist direkt schlecht. Ich fühle dann so eine Art Sehnsucht endlich tot zu sein um all das nicht mehr fühlen zu müssen. Dieser Gedanke wiederum bereitet mir Unbehagen da ich Kinder habe und Verantwortung trage und auch weiß das es Menschen gibt die schwer krank sind und sterben müssen obwohl sie es nicht wollen :-(

    Dann wiederum entwickeln sich bei mir starke Schuldgefühle. Ist eine Angst weg kommt eine neue. Beispiel: war ein riesen Tierfreund! Auf einmal konnte ich aus panischer Angst heraus keine Tiere mehr streicheln weil ich ja Parasiten bekommen könnte. Ich habe sogar Anziehsachen weggeworfen wenn ich ein ungutes Gefühl hatte das da was dran sein könnte. Diese Angst ist komplett weg! Als ob es sie nie gegeben hätte. Und dann kam von heute auf morgen diese Angst das jemand Fotos haben könnte. Und jetzt passiert das mit dem Laptop :-,( es ist so schwer...


    GastFrau

    Ich arbeite ja gerade mit meiner Psychologin daran und sie konnte mir bereits einige Türen öffnen. Trotz vieler Psychologen davor ist sie die erste wo ich merke das sich was bei mir verändert. Ich habe Gott sei Dank eine gute Familie die mich unterstützt. Meine Sohn und meine Tochter sind großartige Kinder auf die ich sehr stolz bin. Aber natürlich gibt es Momente in denen sie merken das Mama es nicht gut geht... Und das macht mir natürlich Sorgen. Aber ich versuche mein Möglichstes, bin sogar verreist in die USA weil mein großer Sohn das so gerne wollte. Und das war für mich ein riesen Schritt bei dem ich so einige Ängste überwinden musste, aushalten musste. Aber es war großartig.

    Ich weiß leider nicht direkt was alles weggekommen ist. Der Laptop, vermutlich ein paar alte Unterlagen und viele Erinnerungen an meine Kindheit... Mich stürzt das tief in ein Loch. Und das Loch hat einfach keine Leiter. Es ist so ein Gefühl als ob ich aufgrund dessen jetzt komplett versagt hätte und es kein zurück mehr gibt.

    Such dir bitte therapeutische und medikamentöse Hilfe.

    Das ist ja kein Zustand von einer Angst in die nächste zu rutschen.

    Medikamente können dir dabei helfen aufkeimende Ängste in Schach zu halten.

    Versuchst du denn diese Ängste einfach auszuhalten, oder fällst du in ein Vermeidungsverhalten?

    Du bist momentan so weit unten, was deine Ängste angeht dass du mit leichten Nebenwirkungen von Medikamenten wohl besser zurechtkommen würdest, als mit deiner Angst.

    Plüschbiest


    Das ist schwer zu sagen.

    Ich wechsel meine Einstellung zu meiner Angst. Ich habe zum Beispiel im Moment panische Angst vor der Sache mit dem Laptop. So sehr das ich einfach nicht mehr mag. In einer Stunde kann ich aber durchaus wieder einen Moment haben wo ich mir sage das Leben geht weiter, ich überlege das auch. Der Dieb hat kein Interesse an persönlichen Daten. Aber dann fange ich an zu zittern und das Kopfkino geht los. Das Gefühl der völligen Hilflosigkeit klopft dann an. Und letztendlich versuche ich auch zu vermeiden. Das Thema selbst kann ich nicht vermeiden. Im Gegenteil, es ist stets present und mein Kopf malt sich die größten Tragödien aus wie das ganze jetzt für mich laufen kann! Aber ich vermeide durchaus auch Orte, Gegenstände, Personen wenn ich vor etwas Angst habe. Die Corona Pandemie ist aktuell eigentlich optimal für mich weil ich nicht zur Arbeit gehen muss und auch nicht auf das öffentliche Leben stoßen muss. Wir können in die Natur gehen und ich kann mir meine persönliche Zivilisation aussuchen.

    Diese ständigen Auf und Abs in deinem Leben könntest du durch Medikamente etwas runterfahren. Das ist doch kein Zustand so.,

    Und denk auch mal an deine Kinder, die das alles mitbekommen,

    Ich sag's gerade raus: So gross kann dein Leidensdruck nicht sein, wenn du freiwillig auf Medikamente verzichtest.


    Das ist wie bei Schmerzen. Wenn mir einer sagt, er habe u n f a s s b a r e Schmerzen und dann aber auf die Frage, was er denn für Schmerzmittel nehme, sagt, "keine" - dann weiss er nicht, was u n f a s s b a r e Schmerzen sind.


    Wenn man es nicht mehr aushält, nimmt man jede nur mögliche Hilfe an.


    Medikamente sind dafür da, einmal das Gröbste abzuwenden, sodass man wieder einigermassen klar denken kann. Das ist bei Schmerzen so und auch bei Ängsten, Depressionen, etc.

    Ich denke wenn du JETZT Medikamente nimmst bist du Therapie fähig und bekommst Strategien an die Hand um später ohne Medikamente zu Recht zu kommen.

    Plüschbiest schrieb:

    Ich denke wenn du JETZT Medikamente nimmst bist du Therapie fähig und bekommst Strategien an die Hand um später ohne Medikamente zu Recht zu kommen.

    So ist es.


    Denn, wenn man nur noch aus Angst bestehen würde, dann würde man nur noch aus Reflexen heraus reagieren (Todstellreflex, Flucht, Angriff).


    Deshalb braucht es eine minimale (medikamentöse) Basis, aus der heraus ein Mindestmass an Steuerung wieder möglich ist.

    Du hast ja offensichtlich primär eine Zwangsstörung und keine Angststörung (wobei sich das auch überschneidet).


    Versuchs doch mal ganz rational mit dem Laptop - was sollte denn da schlimmstenfalls passieren?


    Wobei ich das Gefühl des Ausgeliefertseins anhand dieser Sache gut nachvollziehen kann.


    Du beschreibst ansonsten auch wenig, was konkret alles so schlimm ist an Deinem Leben, ausser halt den Zwängen. Aber hat das irgendeine Ursache? Oder bist Du schon einfach so auf die Welt gekommen?


    "Gedanken zu Ende denken" finde ich eher sinnfrei. Bei Zwangsstörung ist offenbar die einzig wirklich erfolgversprechende Therapie die massive Konfrontation, sprich, das Zwängeln (hast Du denn Zwangshandlungen?) zu unterlassen.


    Bei Ängsten desgleichen.


    Und ABC-Modell. Schonmal gehört? Bei Angststörungen sehr sehr wichtig.


    und, wie gesagt - was sollte denn schlimmstenfalls passieren bei der Laptop-Sache? Doch sicherlich nichts, was wirklich irgendwie für existenzielle Probleme sorgen könnte.

    Ich bin gerade etwas niedergeschlagen, dass man mir meine Verzweiflung nicht so ganz glauben möchte, nur weil ich bisher keine Medikamente annehmen wollte.

    In meinem Kopf ist einfach auch diese Angst, dass wenn ich Medikament nehme eventuell alles noch schlimmer kommen könnte. Irgendwo weiß ich das dieser Gedanke auch Quatsch ist, aber dafür habe ich keine Garantie dass es besser wird. Und da ist sie wieder die Angst vor Kontrollverlust... Ihr könnt mir wirklich glauben wenn ich sage das ich sehr sehr leide... Für mich ist dieser Hintergedanke schon immer präsent das ich nicht alt werde. Dieser Gedanke entsteht aus vielen verschiedenen Dingen. Zum einen aus meinen Ängsten und Zwängen, zum anderen weil ich enormen Welt Schmerz fühle. Ich gehe daran kaputt das die Welt so ist wie sie ist.

    Ich lächel so gut wie immer wenn andere mich ansprechen oder mit mir reden. Ich bin eine starke Mama die alles mögliche tut und das beste möchte. Aber ich bin müde von dieser Denkerei...

    Ich habe heute wieder einen Psychologen Termin. Ich werde das mit den Medikamenten ansprechen. Vielleicht hilft es mir, vielleicht ist es eine Option... Auch wenn ich mich nicht ganz verstanden von euch fühle (was ich niemanden krum nehme weil ihr ja nur das über mich wisst was ich hier schreibe), hatte ich gehofft jemanden zu finden der ähnliche Gefühle kennt.

    Aber eventuell ist das mit den Medikamenten tatsächlich ein Denkanstoß.

    Was erhoffst du dir dadurch dass hier viele andere schreiben dass sie auch Ängste haben? Das sorgt dafür dass du dich verstanden fühlst, baut aber keine Ängste ab. Dein Problem haben viele und dir muss es nicht peinlich sein.