Angst vor dem Tod lähmt mich

    (Urspr. Titel: "Angst einfach nur Angst")




    Hallo,


    vielleicht kann mir jemand hier helfen.


    Ich habe seit Wochen Angst vor dem Tod. Ich denke und male mir aus wie es ist wenn man Stirbt. Ob danach was kommt oder so. Ich weiss es kann mir hier keiner beantworten. Ich habe auch angst wenn es um Familienmitglieder geht was hoffentlich noch lange dauert. Wie man damit umgehen kann oder muss. Ich habe selber schon meine Großeltern verloren und hatte lange zu kämpfen. Es ist einfach diese Angst die mich lähmt im Alltag und mir die Luft nimmt. Ich war schonmal wegen einer Panikatacke im Kranknhaus und die ärzte haben nichts gefunden. Weder im Blut noch an den Organen. Ich bin gesund. Das haben mir auch schon 3 Allgemeinmediziner bestätigt. Auch mein Hausarzt der mich seit 30 Jahren kennt. Ich fühle mich aber nicht so. Ich habe Übergewicht und arbeite daran (schon 6 Kilo runter) aber habe angst vor einen infakt oder ähnliches. Ich habe Angst um meine Mum weil die auch paar probleme hat. Ich mach mir um alles Sorgen. Ich denke mir einfach das alles sinnlos ist weil es eh später vorbei ist. Ich hab auch solche gedanekn das ich mein Leben wie ich es bis jetzt gleebt habe verschwendet habe. Ich bin 31, hab keine Frau oder Freundin und keine Kinder. Ich habe meinen Job im Dez verloren musste deshalb zu meiner Mum ziehen und kriege noch mehr mit als sonst. Mein hund wurde eingeschläfert. Im neuen Job muss ich viele lernen weil ich quereinsteiger bin und kann mich nicht konzentrieren weil einfach diese Ängste da sind. Ich nehme seit 3 Wochen Neurexan aber merke keine besserung. im gegenteil. Ich mach mir noch mehr Sorgen. Ich möchte mich eigentlich nur auf meinen Job und mein Gewicht konzentrieren um dann in nem Jahr oder so eine Frau zu finden und glücklich zu werden. Ich hab einfach angst keine Zeit mehr zu haben. Ich hatte Beziehungen die gescheitert sind weil ich betrogen worden bin obwohl ich alles getan habe um die Frau glücklich zu machen. Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Es blockiert mich.


    Vielleicht kann mir jemand helfen oder Tipps geben. Bin um jeden Tipp dankbar. Das ist doch nicht normal in meinem Alter?! :-(


    gruß


    Oliver

  • 52 Antworten
    Zitat

    Das ist doch nicht normal in meinem Alter?!

    Ich glaube, dass du an einer Depression leidest, du schreibst, dass du deine Arbeit verloren hast, alleine dastehst und dein Hund eingeschläfert wurde. Du reagierst darauf mit Angst darauf vor allem. Kein Wunder, dass du dich nicht konzentrieren kannst.

    Was genau hindert Dich daran, mit dem Arzt darüber zu sprechen, ob nicht der Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik angebracht wäre?


    Bei der Komplexität der Dinge bräuchtest Du Psychotherapie, die ambulant, wahrscheinlich 1 x die Woche zu wenig wäre. In solchen Kliniken ist die Therapie umfangreicher, Coaching, lernen, das Leben wieder mit anderen Augen zu betrachten, die Ängste zu mildern oder sogar zu verlieren.


    Der Tod wird kommen, das ist das einzig sichere im Leben. Aber dazwischen hat man uns das Leben gegeben. Du hast keine Erinnerung an die Geburt, sie kam einfach, so wird es mit dem Tod auch sein. Er ganz zum Schluß, nicht eine Sekunde früher.


    Laß Dir professionell helfen.

    Huhu ich kenne deine Ängste.


    Nachdem mein Dad leider sehr früh von uns gegangen ist, fing ich auch an Angst zu bekommen... Davor das noch mehr in meinem Umfeld sterben, dass ich sterben könnte.. und ich habe mich gefragt was das alles für einen Sinn macht.. wieso soll ich leben, wenn ich irgendwann eh sterben muss?


    Ich muss sagen mir hat tatsächlich das Buch: Der Sinn des Lebens geholfen. Solltest du genaueres wissen wollen , kannst du mir gerne eine PN schicken.


    Zudem war ich auch in Therapie. Du musst versuchen zu akzeptieren das es der Lauf des Lebens ist... Umso mehr lohnt es sich jeden Tag zu nutzen. Zudem solltest du versuchen dich auf das positive zu konzentrieren. Was macht dich glücklich? Nimmst du dir dafür ausreichen Zeit? Nicht alles ist abhängig von einem Job oder einer Familie. Versuch die Fortschritte zu sehen die du auf der Arbeit machst.


    Ich kann dir nur anraten dir professionelle Hilfe zu suchen. Sprich zudem mit guten Freunden oder Verwandten über diese Ängste.. sie können die bestimmt auch ein paar Tipps geben.


    Einen schönen Tag wünsche ich dir noch @:)


    Alles Gute :)*

    Zitat

    ich hab einfach angst zu sterben. und schlimmer wäre es ohne was erreicht zu haben.

    Sterben ist nichts Schlimmes. Alle, die fast gestorben sind, berichten, dass es schön sei. Und, es geht nicht darum, etwas zu erreichen. Was denn? Und wozu? Welches sind Dir die liebsten Menschen in Deiner Umgebung: Diejenigen, die "etwas erreicht" haben, oder diejenigen, die Freude und Liebe ausstrahlen?

    Zitat

    Du musst versuchen zu akzeptieren das es der Lauf des Lebens ist...

    Genau DAS geht ja nicht. Ich leide auch unter dieser Angst. Seit 30 Jahren schon, eigentlich schon, seit ich 17 Jahre alt bin und das erste Mal mit dem Tod in der Familie konfrontiert wurde.


    Die Angst, wenn man sie hat, kann einen keiner nehmen, die bleibt. Es sei denn, man findet den Tod auf einmal geil und man freut sich drauf, weg zu sein. Es gibt ja Leute, die kein Problem damit haben, sich vorzustellen, für immer weg zu sein. Die haben es gut. Wer das nicht kann, wird es auch nicht erlernen. Ich kenne nicht einen, der da eine Veränderung erzielt hätte. Man kann sich gegen diese Angst nur ablenken, mehr geht nicht.

    Zitat

    Es gibt ja Leute, die kein Problem damit haben, sich vorzustellen, für immer weg zu sein. Die haben es gut. Wer das nicht kann, wird es auch nicht erlernen.

    Das ist so sicher nicht richtig. Man kann durch Meditation u. ä. da eine ganze Menge machen, ist nur nicht jedermanns Ding. Auf jeden Fall ist es richtig, sich nicht ständig in Gedanken damit zu beschäftigen, wie sich wohl das "Wegsein" anfühlt. Ist man weg, ist auch das Anfühlen nicht mehr da, also ist das für dieses Leben nicht relevant - außer, dass man die Zeit nutzen sollte.

    Mir geht's irgendwie immer schlechter. Sobald ich auf arbeit bin und da leerlauf habe denke ich nach. Ich denur und male mir aus wie lang mir oder Verwandten noch bleibt und die ich mit den Verlusten umgehen soll besonders bei meiner mum. Ich komm nicht mehr klAr. Es macht mich regelrecht verrückt. Ich denke mir "oh mein gott ich bin schon 31! In nur 30 jahren bin ich 61... und dann ist es vorbei. Ich bekomm regelrecht Panik und will losheulen. Weil iCh mir denke ich hab keine zeit mehr.


    Ich habe mir jetzt auf empfEhrung meines Bruders das Buch gekauft:


    "Wie wir die Angst vorm sterben überwinden" aber wie soll ein buCh bei sowas helfen? Ich bin echt am Ende. Ich kann mit niemanden reden weil mich dann alle für plem plem halten...

    Ich hab bei jedem zwicken daß gefühl es ist was schlimmes. Und ich muss mir immer vorstellen wie es mit meiner mum abläuft was hoffentlich noch lange dauert. Aber man weiss es ja nicht. Ich hab schon Szenarien im Kopf mit krankenhaus etc... Ich bin glaub ich nicht normal. ...

    Als Vierjähriger wurde mir klar, dass das Leben endlich ist. Und seien es auch 1000 Jahre, irgendwann ist es vorbei. Ich hatte große Angst vor dem Sterben.


    Als ich 12 war, starb mein geliebter Opa. Und mit meiner Oma ging eine seltsame Wandlung vor sich. Sie wollte ihm folgen. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Und dann kam über Jahre hinweg die Erkenntnis, dass ich so vieles nicht verstehe, dass meine Welt nur ein ganz kleiner Ausschnitt ist der möglichen Ansichten und Gefühle.


    Dann kam die Zeit der eigenen Kinder und Enkel, da tobt das Leben und man denkt nicht an den Tod. Irgendwann sind alle Älteren der Familie weggestorben, ich wäre nun der nächste.


    Warum regt mich das nicht auf? Erstmal bin ich erfreulicherweise gesund und fit und diese alte Erfahrung mit meiner Oma sagt mir: Wenn die Zeit gekommen ist, wirst du bereit sein, zu gehen.


    Ich habe schon so viele Lebensabschnitte hinter mir gelassen. Die Schule, die Berufsausbildung. Die Kinder sind flügge und die Ehe beendet. Und jedesmal kam etwas Neues, Spannendes auf mich zu.


    Schließlich habe ich auch ein paar Einblicke gewinnen können auf Menschen, die im Pflegeheim leben. Eine Frau nahm sich vor, 100 zu werden und hats geschafft, ist dann zufrieden abgetreten. Andere warten auf den Tod als Erlösung und er kommt nicht. Und wieder andere sind dement und bekommen wohl nicht mehr mit, dass sie noch leben.


    Hier bei med1 lese ich viel von Ängsten. Eine gewisse Grundangst ist sicher lebensnotwendig. Von denen, die angstfrei vom Säbelzahntiger erwischt wurden, stammen wir alle nicht ab.


    Aber man kann es auch übertreiben. Warum etwa sollte ich Angst haben, in 10 Jahren meine Miete oder in 20 Jahren das Pflegeheim nicht zahlen zu können? Das wird - wenn nötig - geklärt, wenn es so weit ist. Ich habe einen gesunden Hausbewohner, der mit 90+ jeden Tag zu seiner Freundin fährt, seinen Haushalt schmeisst, den Garten macht. Sowas sind meine Vorbilder. Gesund alt werden und dann von Freund Hein abgeholt werden. Das wäre für mich das Richtige.


    Ganz viele Ängste sind doch vergeblich. Ich weiss gar nicht, wieviele Weltuntergänge ich schon überlebt habe. Der letzte - oder wars der Vorletzte? - war das Ende des Maja-Kalenders. Ich wäre doch beknackt, mich vor den nächsten Untergängen beherrschen zu lassen.


    Ich denke, Ängste kann man nicht wegdiskutieren, sie sind ja der Ratio nicht zugänglich. Aber man kann sich umschauen und umhören, wie andere mit dem sicher kommenden Tod umgehen. Vielleicht hast du mal die Gelegenheit zu Kontakten ins Pflegeheim. Dort wirst du erkennen, dass der Tod auch ein Freund sein kann.